POL - Problem-orientiertes Lernen
Warum? Warum muss ich denn über den Citratzyklus Bescheid wissen? Und wen interessiert denn, wie die neuromuskuläre Erregungsübertragung im Detail aussieht? Und warum wird auf den Ursprung irgendwelcher Nerven soviel Wert gelegt? Und was soll die Physikumsfrage nach dem durchschnittlichen täglichen Stuhlgewicht? Warum werden wir mit so vielen merkwürdigen Fakten so durcheinander und unzusammenhängend förmlich bombardiert? Und vor allem: Warum stopfen wir mit kreuzelhaftem Detailwissen in kürzester Zeit vor Klausuren unsere Köpfe voll, um die Antworten und das durchschnittliche tägliche Stuhlgewicht ebenso rasch wieder zu vergessen. Dieses Studium, ist das wirklich alles?
Solche und viele ähnliche Fragen haben sich bestimmt die meisten von uns im Laufe ihres Studiums gestellt. Wir auch. Doch anstatt nur zu lamentieren oder - noch schlimmer - zu resignieren, dachten wir uns: "Eigentlich werden wir ja Mediziner. Das Wissen muss doch zu etwas gut sein. Vielleicht kann man ja damit tatsächlich Patienten behandeln."
Und man kann es! Keine echten zwar, aber fast. Patienten auf dem Papier. Die sind täuschend echt und manchmal geradezu spektakulär. Und dafür könnt ihr anamnestizieren, untersuchen, diagnostizieren und behandeln, was das Zeug hält. Und in welcher Klinik könnt ihr Patienten mit Bauchschmerzen einfach so ein Ganzkörper-CT verpassen und nebenbei über psychosomatische Schmerz-Ursachen diskutieren? Hier könnt ihr.
Ihr als Ärzte-Team von etwa 8 Weißkitteln bekommt den Papier-Patienten, diskutiert, lasst die anderen an eurem Wissen teilhaben, entdeckt eigene Wissenslücken, die geschlossen werden wollen. Ihr findet Zusammenhänge und verknüpft Fächer. Fächer? Ihr hattet noch keinen Innere-Kurs? Keine Chirurgie? Keine Pädiatrie? Nicht mal Pathologie? Macht nichts. Denn ihr werdet sehen: Biochemie, Physiologie und Konsorten reichen völlig aus. Zu Hause werden die Wissenslücken in kleine Referate verwandelt, damit ihr anschließend gemeinsam das große Rätsel löst und herausfindet, was mit eurem Patienten eigentlich los ist.
Und ihr werdet Antworten finden auf so manche Frage, die euch im Studium quält. Okay, vielleicht nicht auf die mit dem Stuhlgewicht. Aber auf die anderen. Versprochen.
Und das macht eine Menge Spass.
Wir treffen uns einmal pro Woche in kleinen Gruppen unter Anleitung eines erfahrenen ;-) Studenten:
Montags, 18:30 - 19:30 im Seminarraum 9 der Physiologie
Die Termine und Teilnehmerlisten zum Eintragen findet ihr auch am Schwarzen Brett in der Anatomie.
Noch Fragen?
Mail an Bastian Fatke
