Es ist still geworden, das Thema AIDS und HIV ist so gut wie
ausdiskutiert worden. Viele sind es durch jahrelange
Informationsüberschüttung leid, sich noch mehr mit dem Problem
AIDS auseinanderzusetzen. Doch Fakt ist, daß die Unsicherheit
gegenüber Betroffenen sehr groß und das
Selbstverantwortungsgefühl in bezug auf Eigenschutz und Schutz
anderer noch nicht überall präsent ist. Wir möchten hier
ein Projekt vorstellen, daß sich mit diesem Thema
beschäftigt, auseinandersetzt und versucht, das Problem nicht zu
vergessen.
Das Projekt trägt den Namen Mit Sicherheit verliebt.
Die Situation der Jugendlichen ist u. a. dadurch gekennzeichnet,
dass viele von ihnen erste sexuelle Kontakte aufnehmen und sich
sexuelle Vorlieben und Gewohnheiten herausbilden. Zusammen mit
alterstypischer Neugier, Unerfahrenheit und Risikobereitschaft
gefährdet sie dies im Zusammenhang mit der AIDS-Problematik.
Der einzige Schutz vor AIDS ist nach wie vor die Vermeidung der
Ansteckung mit HIV. Zu einem solchen Verhalten ist nur der/diejenige in
der Lage, der ausreichend über die Infektionswege informiert ist
und sich seiner Verantwortung bewußt ist.
Doch woher beziehen die Jugendlichen ihre Informationen zu HIV/AIDS und
zu Sexualität im allgemeinen?
Ein kurzer Abriß aus den Informationsbroschüren der BZgA
soll die aktuelle Lage skizzieren und zeigen, wo derzeit noch
Handlungsbedarf besteht:
Wir sind eine Gruppe von Studierenden, die sich zusammengefunden
haben, um Jugendliche über AIDS/HIV und Sexualität
aufzuklären.
In vielen deutschen Städten gibt es Lokalgruppen, die zum
größten Teil aus Medizinstudenten, aber auch aus Mitgliedern
anderer Fakultäten wie z.B. Pädagogik und Sozialwissenschaften
bestehen.
Das Ziel unseres Projektes ist es, daß Medizinstudierende und
Studierende anderer Fakultäten in Schulen und anderen
Jugendeinrichtungen Aufklärungsarbeit über Sexualität,
HIV/AIDS und anderen übertragbaren sexuellen Krankheiten leisten.
Dabei soll bei den Jugendlichen folgendes erreicht werden:
Unsere Vorgehensweise lehnt sich an die Peer Education an. Peers
sind Menschen, die gleiche Interessen teilen, die gleiche Sprache
sprechen und auch sonst „auf einer Stufe stehen“- ein
gleichberichtigtes Miteinander also. Auf einen Nenner gebracht: „jung
lehrt jung“. Dies ist ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu der
Sexualaufklärung durch Eltern und Lehrer.
Als didaktisches Konzept verwenden wir das Facilitating. Dies ist das
Gegenteil vom Frontalunterricht.
Die Jugendlichen besitzen ein großen Pool von Eigeninformationen,
die sie durch Jugendmagazine , durch Gespräche mit Freunden,
Fernsehen oder durch den Unterricht gesammelt haben. Wir möchten
nicht belehren, sondern ergänzen, Wissenslücken füllen
und zum Nachdenken anregen. Wir arbeiten im Dialog, mit Spielen,
Theater, Wettbewerben und wollen die Kreativität der Schüler
fordern. So bleibt die Diskussion interessant und bezieht die
Jugendlichen aktiv mit ein.
Ganz einfach! Für uns als zukünftige ÄrztInnen sollte
das Ziel jedes medizinischen Handelns nicht nur die Behandlung, sondern
auch die Vorbeugung von Krankheiten sein.
Durch eine gute Aufklärung können gerade sexuell
übertragbare Krankheiten in ihrer Ausbreitung bekämpft werden.
Auch wir selbst können von unserer Arbeit profitieren. Für
uns ist die Zusammenarbeit mit Jugendlichen gleichzeitig eine Art
Kommunikationstraining. Wir lernen, uns auf unser Gegenüber
einzustellen und in angemessener Weise mit ihm zu kommunizieren- auch
und gerade über tabuisierte Themen. Dies wird leider in unserem
langen Studium sehr vernachlässigt.
Die Studenten werden, bevor sie in die Schulen gehen dürfen,
ausgebildet. Dazu finden jährlich in unterschiedlichen Städten
Workshops statt.
Innerhalb von vier bis fünf Tagen lernen sie von
Sexualpädagogen, Ärzten und bereits im Projekt erfahrenen
Studierenden wichtige Vorgehensweisen für die Arbeit mit
Jugendlichen. Hinzu kommt, dass der größte Teil unserer
Mitstreiter ein medizinisches Basiswissen aus dem Studium hat. Die
Nichtmediziner eignen sich dieses Wissen durch Lernen, Workshops und
Dialoge mit Anderen an.
Zur Zeit gibt es deutschlandweit einige Pilotprojekte, die schon
Erfolge aufzeigen konnten. Das Projekt Mit Sicherheit verliebt
verbreitet sich zunehmend -wie ein Schneeballsystem.
In Rostock und Bonn finden bereits regelmäßig
Aufklärungsstunden in den Schulen statt, und in Berlin, Frankfurt
und München stehen die Lokalgruppen kurz davor. Auch in Freiburg,
Lübeck, Hannover und Leipzig haben sich Studierende
zusammengefunden und an die Arbeit gemacht.
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Weitere Infos |
http://www.eunity.org/article.php?id=91
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