Mit Sicherheit verliebt

Es ist still geworden!

Es ist still geworden, das Thema AIDS und HIV ist so gut wie ausdiskutiert worden. Viele sind es durch jahrelange Informationsüberschüttung leid, sich noch mehr mit dem Problem AIDS auseinanderzusetzen. Doch Fakt ist, daß die Unsicherheit gegenüber Betroffenen sehr groß und das Selbstverantwortungsgefühl in bezug auf Eigenschutz und Schutz anderer noch nicht überall präsent ist. Wir möchten hier ein Projekt vorstellen, daß sich mit diesem Thema beschäftigt, auseinandersetzt und versucht, das Problem nicht zu vergessen.
Das Projekt trägt den Namen Mit Sicherheit verliebt.

Das Dilemma der Jugend

Die Situation der Jugendlichen ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass viele von ihnen erste sexuelle Kontakte aufnehmen und sich sexuelle Vorlieben und Gewohnheiten herausbilden. Zusammen mit alterstypischer Neugier, Unerfahrenheit und Risikobereitschaft gefährdet sie dies im Zusammenhang mit der AIDS-Problematik.

Der einzige Schutz vor AIDS ist nach wie vor die Vermeidung der Ansteckung mit HIV. Zu einem solchen Verhalten ist nur der/diejenige in der Lage, der ausreichend über die Infektionswege informiert ist und sich seiner Verantwortung bewußt ist.

Doch woher beziehen die Jugendlichen ihre Informationen zu HIV/AIDS und zu Sexualität im allgemeinen?
Ein kurzer Abriß aus den Informationsbroschüren der BZgA soll die aktuelle Lage skizzieren und zeigen, wo derzeit noch Handlungsbedarf besteht:



Wer wir sind

Wir sind eine Gruppe von Studierenden, die sich zusammengefunden haben, um Jugendliche über AIDS/HIV und Sexualität aufzuklären.

In vielen deutschen Städten gibt es Lokalgruppen, die zum größten Teil aus Medizinstudenten, aber auch aus Mitgliedern anderer Fakultäten wie z.B. Pädagogik und Sozialwissenschaften bestehen.

Unsere Ziele

Das Ziel unseres Projektes ist es, daß Medizinstudierende und Studierende anderer Fakultäten in Schulen und anderen Jugendeinrichtungen Aufklärungsarbeit über Sexualität, HIV/AIDS und anderen übertragbaren sexuellen Krankheiten leisten.
Dabei soll bei den Jugendlichen folgendes erreicht werden:

Unsere Methoden

Unsere Vorgehensweise lehnt sich an die Peer Education an. Peers sind Menschen, die gleiche Interessen teilen, die gleiche Sprache sprechen und auch sonst „auf einer Stufe stehen“- ein gleichberichtigtes Miteinander also. Auf einen Nenner gebracht: „jung lehrt jung“. Dies ist ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu der Sexualaufklärung durch Eltern und Lehrer.

Als didaktisches Konzept verwenden wir das Facilitating. Dies ist das Gegenteil vom Frontalunterricht.
Die Jugendlichen besitzen ein großen Pool von Eigeninformationen, die sie durch Jugendmagazine , durch Gespräche mit Freunden, Fernsehen oder durch den Unterricht gesammelt haben. Wir möchten nicht belehren, sondern ergänzen, Wissenslücken füllen und zum Nachdenken anregen. Wir arbeiten im Dialog, mit Spielen, Theater, Wettbewerben und wollen die Kreativität der Schüler fordern. So bleibt die Diskussion interessant und bezieht die Jugendlichen aktiv mit ein.

Warum tun wir das?

Ganz einfach! Für uns als zukünftige ÄrztInnen sollte das Ziel jedes medizinischen Handelns nicht nur die Behandlung, sondern auch die Vorbeugung von Krankheiten sein.
Durch eine gute Aufklärung können gerade sexuell übertragbare Krankheiten in ihrer Ausbreitung bekämpft werden.

Auch wir selbst können von unserer Arbeit profitieren. Für uns ist die Zusammenarbeit mit Jugendlichen gleichzeitig eine Art Kommunikationstraining. Wir lernen, uns auf unser Gegenüber einzustellen und in angemessener Weise mit ihm zu kommunizieren- auch und gerade über tabuisierte Themen. Dies wird leider in unserem langen Studium sehr vernachlässigt.

Legitimation

Die Studenten werden, bevor sie in die Schulen gehen dürfen, ausgebildet. Dazu finden jährlich in unterschiedlichen Städten Workshops statt.
Innerhalb von vier bis fünf Tagen lernen sie von Sexualpädagogen, Ärzten und bereits im Projekt erfahrenen Studierenden wichtige Vorgehensweisen für die Arbeit mit Jugendlichen. Hinzu kommt, dass der größte Teil unserer Mitstreiter ein medizinisches Basiswissen aus dem Studium hat. Die Nichtmediziner eignen sich dieses Wissen durch Lernen, Workshops und Dialoge mit Anderen an.

...und zum Schluß...

Zur Zeit gibt es deutschlandweit einige Pilotprojekte, die schon Erfolge aufzeigen konnten. Das Projekt Mit Sicherheit verliebt verbreitet sich zunehmend -wie ein Schneeballsystem.

In Rostock und Bonn finden bereits regelmäßig Aufklärungsstunden in den Schulen statt, und in Berlin, Frankfurt und München stehen die Lokalgruppen kurz davor. Auch in Freiburg, Lübeck, Hannover und Leipzig haben sich Studierende zusammengefunden und an die Arbeit gemacht.

Maxi Oelsner (Leipzig),
Jenny Dörnemann (Bonn) &
Tim Theobald (Rostock)



Weitere Infos
gibt es unter folgender Adresse:
http://www.sicher-verliebt.de

Fragen, Anregungen und Kritik könnt ihr beim bundesweiten Projektkoordinator Tim Theobald loswerden:
tim@sicher-verliebt.de

Unsere Unterstützer und Partner

Mit Sicherheit verliebt wird durch viele Organisationen unterstützt.

IFMSA (International Federation of Medical Students‚ Associations)
Die IFMSA ist eine unabhängige, nicht auf Gewinn gerichtete Organisation, die internationale Zusammenarbeit zwischen Medizinstudenten auf der ganzen Welt fördert.
http://www.ifmsa.org

SCORA (Standing Committee on Reproductive Health including AIDS)
ist eine Arbeitsgruppe der IFMSA und beschäftigt sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten , Mutter-Kind-Vorsorge, Frauenrechten, Abtreibung, Verhütung und Prävention von HIV/AIDS.
Aus SCORA kam die Idee für Mit Sicherheit verliebt nach Deutschland- in vielen anderen Ländern gibt es Projekte, die seit langem mit großem Erfolg laufen, in Norwegen z. B. seit über 30 Jahren!
http://www.ifmsa.org/scora

Fachtagung Medizin
Die Fachtagung Medizin e. V., die legitimierte Vertretung der deutschen Medizinstudierenden, ist Träger des Projekts und bildet gemeinsam mit dem DFA (Deutscher Famulantenaustausch) die Dachorganisation der deutschen Medizinstudierenden GeMSA (German Medical Students’ Association).
http://www.fachtagung-medizin.de
http://www.gemsa-germany.de

achtung liebe
Unter diesem Namen besteht eine enge Kooperation mit den Peer Education-Projekten in Österreich und der Schweiz.
http://www.achtungliebe.at
http://www.achtungliebe.ch
http://www.achtungliebe.de

Bei der Ausbildung der Studierenden helfen uns Profis folgender Organisationen:
·    AIDS-Hilfe
·    profamilia
·    MAT (Mobiles Aufklärungs-Team)

http://www.eunity.org/article.php?id=91

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16. Mai 2003 Siller