Rezensionen

Hier findet ihr eine Liste von Rezensionen, die von Mitgliedern der Fachschaft verfasst wurden.

Bücher für die Vorklinik

Sobotta: Anatomie – Das Lehrbuch
Elsevier, 1. Auflage, Waschke, Böckers, Paulsen

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Das Anatomie-Lehrbuch wurde in diesem Jahr zum ersten Mal als Sobotta-Äquivalent zur Dualen Reihe herausgegeben. Dabei hat das Buch eine angenehme Handhabung und Größe. Mit dem Buch erhält man zusätzlich einen Online-Zugang für www.studentconsult.com, in welchem die Online-Version des Buches verfügbar sein sollte. Die insgesamt 829 Seiten sind in 5 Kapitel gegliedert.

Aufbau und Inhalt:
Die einzelnen Kapitel sind eher funktionell gegliedert und setzen sich wie folgt zusammen: I Allgemeine Anatomie und Embryologie, II Bewegungsapparat, III Innere Organe, IV Kopf und Hals und V Neuroanatomie. Die sind dabei farblich voneinander getrennt, wobei die weitere Untergliederung in einzelne Themengebiete teilweise etwas unübersichtlich gestaltet ist, so werden z.B. Überschiften nicht besonders deutlich hervorgehoben. Allgemein ist das Inhaltsverzeichnis jedoch sehr ausführlich. Zu Beginn jedes Kapitels werden kurz die Fähigkeiten und Kenntnisse, welche im jeweiligen Kapitel erlangt werden sollen und dem Punkt Kompetenzen zusammengefasst, was einen sehr guten Überblick über das Stoffgebiet verschafft. Danach werden die einzelnen Themengebiete größtenteils in zum Teil sehr langen Fließtexten abgehandelt. Innerhalb der einzelnen Themengebiete gibt es gelb hinterlegte Merkkästen, welche die wichtigsten Inhalte nochmals zusammenfassen. Des Weiteren finden sich häufig farblich hinterlegte Tabellen, welche sich hervorragend zum Lernen und v.a. aber für einen schnellen Überblick eignen. Zahlreiche klinische Bezüge, zumeist am Ende eines Themengebietes, veranschaulichen den jeweiligen Stoff und seine Relevanz.
Inhaltlich werden alle relevanten Themengebiete der Makroanatomie ausführlich behandelt. Wer nach einer rein topografischen Gliederung die Themengebiete lernt, muss jedoch häufig zwischen den Kapiteln springen und sich die passenden Themengebiete erst heraussuchen. Besonders der Teil Embryologie ist teilweise sehr kompliziert und wenig übersichtlich geschrieben und dadurch an vielen Stellen etwas schwer verständlich. Eine Besonderheit des Sobotta-Anatomie-Lehrbuches ist, dass ein gesamtes Kapitel der Neuroanatomie gewidmet ist, welches das Stoffgebiet auch ausführlich behandelt und gut erklärt. Die vorhandenen Abbildungen und Schemata sind stets sehr passend zum jeweiligen Thema gewählt, überschneiden sich jedoch häufig mit den allgemeinen Abbildungen aus dem Sobotta-Atlas. Auch in puncto Beschriftungen sind die Abbildungen zwar sehr ausführlich, jedoch inhaltlich noch ausbaufähig. Häufig wird leider nicht angegeben um welche Ansicht es sich handelt, was das Lernen erschwert.
Allgemein ist das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch etwas kürzer und kompakter von der Informationsfülle her als die Duale Reihe, gleichzeitig jedoch teilweise auch etwas unübersichtlicher.

Pro:
Es gibt ein extra Kapitel zur Neuroanatomie, es gibt sehr übersichtliche Tabellen welche oft einen guten Überblick bieten und eine allgemein angenehme Handhabung mit ausreichend Illustration.

Kontra:
Die vielen Fließtexte sind häufig schwerer zu verstehen, als mehrere kurze kompakte Abschnitte und erschweren das gezielte Wiederholen von Inhalten, das erst nach der passenden Stelle gesucht werden muss. Teilweise mangelt es innerhalb der einzelnen Kapitel an Übersichtlichkeit. Da die einzelnen Unterkapitel und Themengebiete von unterschiedlichen Autoren verfasst wurden gibt es keinen einheitlichen Schreibstil.

Fazit:
Allgemein kann ich das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch als gelungene und kürzere Alternative zur Dualen Reihe als Lehrbuch definitiv weiter empfehlen, auch wenn einige Verbesserungen für die kommenden Auflagen wünschenswert sind. Ich habe das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch in Kombination mit dem Prometheus als Atlas genutzt. Vor allem bei dieser Variante bietet das Sobotta Lehrbuch eine interessante Ergänzung zu den Atlasinhalten und ermöglicht das Lernen an zusätzlichen Abbildungen, auch wenn es in puncto Ausführlichkeit und Übersichtlichkeit der Dualen Reihe teilweise nachsteht. Lernt man in Kombination mit dem Sobotta-Atlas ist es jedoch etwas schade, dass die Abbildungen sich ständig wiederholen.

 
 
 

Sobotta: Präparieratlas

Elsevier-Verlag, Auflage 2017, Paulsen, J. Waschke,

 

Für jeden Studenten am Beginn des Medizinstudiums stellt sich die Frage: Atlas, und wenn ja welcher?

Mit dieser Rezension möchte ich den dreiteiligen Sobotta Atlas vorstellen und auf die Unterschiede zum Konkurrenzprodukt Prometheus eingehen.

Die neuste Auflage des Klassikers Sobotta besteht aus 3 Bänden und einer Muskeltabelle, die in einem stabilen Pappschuber aufbewahrt werden. Beim Sobotta handelt es sich um einen reinen Atlas, der Prometheus (auch dreibändig) ist ein Atlas mit integriertem Kurzlehrbuch.

Die Zeichnungen des Sobottas sind sehr detailliert und wirken dadurch deutlich realistischer als die eher schematischen Zeichnungen des Prometheus, was den Sobotta zu dem vermutlich Präziseren der beiden Atlanten macht. Er beschränkt sich darauf, „nur“ ein Atlas zu sein, und diese Aufgabe meistert er sehr gut. In 24 Auflagen wurde er stetig weiter verbessert, gehegt und gepflegt – dem gegenüber stehen lediglich vier Auflagen des Prometheus.

Nachteil der genauen Darstellungsweise ist allerdings, dass es besonders unerfahrenen Studierenden schwerfallen kann, sich neue Strukturen zu erschließen, da zuerst „Wichtiges“ von „Unwichtigem“ selbstständig getrennt werden muss und beispielsweise Ursprünge und Verläufe von Muskeln nicht so leicht zu erkennen sind. Beim Prometheus hingegen helfen neben den eher als schematisch zu charakterisierenden Abbildungen natürlich auch die Lehrbuchtexte ungemein beim Verständnis. Ein Sobotta Lehrbuch gibt es auch, es muss aber separat erworben werden, womit der günstigere Preis des Sobottas in Höhe von 169,99 € im Vergleich zu den 199,00 € für einen Prometheus als Kaufargument egalisiert wird.

Ein Pluspunkt für den Sobotta ist sicherlich die getrennte Muskeltabelle. Sie ist dünn und nicht gebunden, was es ermöglicht sie immer und überall mitzunehmen. So kann man auch mal in Bus und Bahn ein paar Ursprünge und Ansätze lernen.

Auch gefallen die regelmäßigen „Klinik-Kästen“, die beim Lernen ständig daran erinnern, wofür das Gelernte später gebraucht wird.

Mir persönlich ging es so, dass mir die Abbildungen des Sobotta umso besser gefielen, je länger ich mit ihnen arbeitete und ich sie inzwischen nicht mehr gegen die doch einfachen und vereinfachenden Darstellungen des Prometheus eintauschen möchte. Auch schön finde ich, dass die Beschriftungen der Abbildungen unterschiedlich gewichtet sind, wichtigere Strukturen werden fettgedruckt hervorgehoben, um dem Nutzer die Einordnung der vielen Informationen wenigstens zu erleichtern.

Speziell für Studierende in der Vorklinik der Uni München gibt es einen weiteren positiven Aspekt der Nutzung des Sobottas: Die Anatomie Vorlesungen sind deutlich näher an diesem angelehnt, als am Prometheus, da einer der Herausgeber an der LMU lehrt und vor allem Sobotta-Abbildungen in seinen Vorlesungen verwendet. Dies vereinfacht das Vor- und Nachbereiten der gelehrten Inhalte.

Abschließend bleibt wohl zu sagen, dass es bei diesem Vergleich keinen richtigen Gewinner geben kann, dafür sind die Philosophien der beiden Atlanten zu unterschiedlich.

Manchen sagt aber eben der Prometheus mehr zu, anderen der Sobotta, die Vergabe der Sympathien hängt hier auch vom individuellen Lerntyp des Nutzers ab.

Welcher Atlas nun der richtige für einen selbst ist, sollte man meiner Meinung nach nicht von einer solchen Rezension abhängig machen. Am besten ist es wohl, sich beide Atlanten genau anzuschauen, gegebenenfalls auszuleihen, um probehalber mit ihnen zu arbeiten und anschließend selbst zu beurteilen, welches Layout ein besseres Lernen ermöglicht. Somit ist die Entscheidung für einen Atlas eine der ersten selbstverantwortlichen Entscheidungen für Erstis, und als solche eine angemessen würdige, um das Studium zu beginnen.

 
 
 

PROMETHEUS: LernAtlas der Anatomie – Kopf, Hals und Neuroanatomie
Thieme-Verlag, 4. Auflage, Schünke, Schulte, Schumacher, Voll, Wesker

511hDnrVnxL._SX371_BO1,204,203,200_In seiner neuen 4. Auflage glänzt der Prometheus-Band für die Themenbereiche Kopf, Hals und Neuroanatomie wie gewohnt als äußerst ansprechender und insgesamt durchweg überzeugender Lernatlas!
Das in mehr als 10 Sprachen übersetzte Werk ist mittlerweile ein absoluter Klassiker unter den Anatomie-Atlanten, obwohl er einige Jahre jünger als die anderen Standardwerke der Anatomie ist.
Das Buch ist in drei übergeordnete Abschnitte gegliedert: „Kopf und Hals“, „Neuroanatomie“ sowie den kürzeren Teil „ZNS: Glossar und Synopsen“, welcher in der 4. Auflage drei neue Synopsen zu den Leitungsbahnen von Orbita und Nase enthält. Trotz der Stärke von 616 Seiten ist es den Autoren gelungen, thematische Übersichtlichkeit und Lesefreundlichkeit zu wahren. Die 22 Kapitel verlaufen nach einer klaren Gliederung und das Prinzip der jeweils zweiseitigen Lehrinhalte wurde beibehalten. Neu sind Inhalte speziell für Studierende der Zahnmedizin einschließlich Einheiten zur Topographie des geöffneten Mundes und den Schädelknochen sowie neue Inhalte zur Topographie des Sinus cavernosus. Die 1734 Abbildungen und 123 Tabellen sind optisch sehr ansprechend und werden sinnvoll durch den Text ergänzt, auch wenn die Abbildungen größtenteils allein verständlich sind.
Primär als Lehrbuch bzw. Lernatlas für Studierende gedacht, eignet sich der Prometheus auch optimal als Nachschlagewerk für interessierte Klinikerinnen und Kliniker – gleichwohl er eine eher „klassische“ Anatomie vertritt und die chirurgischen Landmarken und Zugangswege zumindest nicht im Vordergrund stehen.
Im Gegensatz zu einigen anderen für Studierende konzipierten Lehrbüchern ist im Prometheus leider nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Fakten nun eher Detailwissen sind und welche ganz klar zu den Grundlagen gehören, die jeder und jede Studierende – zumindest bis zum Physikum – beherrschen sollte. Da zum alleinigen Bestehen von Prüfungen auch kürzere Bücher „reichen“, sei besonders eiligen Studierenden deshalb zur Vorsicht geraten. Bei wenig Interesse für die Anatomie oder wenig Zeit für die Prüfungsvorbereitung ist der Prometheus eventuell zu umfangreich. Der Preis ist mit ca. 65€ allerdings völlig angemessen.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Prometheus „Kopf, Hals und Neuroanatomie“ sowohl als Nachschlagewerk als auch als Lernatlas bestens zu empfehlen ist. Anatomisch interessierten Leserinnen und Lesern wird dieses Buch zweifelsohne Freude bereiten.

 
 
 

 Anatomie: Der fotografische Atlas
Schattauer-Verlag, 8. Auflage, Rohen, Yokochi, Lütjen-Drecoll

Allgemeines:51BhlHpz3CL._SX342_BO1,204,203,200_
Der Schattauer Anatomieatlas ist ein fotografischer Atlas. Als solcher enthält er nicht nur Fotografien von Präparaten sondern auch Schemazeichnungen, Schnittbilder und Bilder von Lebenden (zur Oberflächenanatomie). Neben den Beschriftungen enthält er vereinzelt auch sehr knapp gehaltene Zusatzinformationen zu Funktion und Aufbau einer Struktur. Enthalten sind Abbildungen zur allgemeinen Anatomie, dem Bewegungsapparat, Rumpf, Kopf und Hals.

Das Buch hat ein angenehme Handhabung und Größe. Das Layout wirkt etwas inkonsistent (viele unterschiedliche Schriftgrößen), beziehungsweise altmodisch. Dabei sind die Beschriftungen bisweilen etwas schwer zuzuordnen und unübersichtlich. An und für sich glänzt das Buch mit hervorragenden, sehr interessanten Präparaten, deren Qualität und Detailreichtum weit über dem „normalen“ Präparat aus dem Präpkurs liegt.  Die MRT-Schnittbilder sind bisweilen in geringer Qualität abgedruckt, sodass sie verschwommen sind. Die Schemazeichnungen sind meist in Ordnung, können aber nicht mit anderen gezeichneten Atlanten mithalten.

Aufbau: 
Vom Aufbau her ist der Atlas so gegliedert, dass einem Kapitel meistens zunächst Knochenlehre und Oberflächenanatomie vorangestellt ist. Danach werden Schicht für Schicht die tieferen Strukturen des Präparats dargestellt. Besonders bemerkenswert sind hier die Schnittbilder, denen die  gleichen Schnitte durch reale Präparate gegenübergestellt sind. Dies ermöglicht ein gutes Verständnis der Schnittbilder und ein besseres Erkennen und Lernen der gezeigten Strukturen. Bemerkenswert sind auch die teilweise angefärbten Präparate (z.B. Venen und Arterien).

Obwohl die Qualität der Präparate herausragend ist, fällt es dem Ungeübten trotzdem schwer, Strukturen zu erkennen und zu erlernen. Dies liegt vor allem daran, dass Präparate von Natur aus unübersichtlich und nicht so strukturiert wie Atlaszeichnungen sind. Zusätzlich fehlen bei Muskeln und Nerven zusätzliche Informationen wie Verlauf, Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion.

Zudem muss festgehalten werden, dass die Orientierung am Originalpräparat einfacher fällt, da man hier besser die Tiefe und die Strukturen (aufgrund der Dreidimensionalität) erkennen kann.

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Fotoatlas aufgrund seiner herausragenden Präparate das Gefühl vermittelt, im Präpsaal zu stehen – lediglich der Formalingeruch fehlt. Er ist außerdem hervorragend zum Einüben der Strukturen; zum Erlernen empfiehlt sich allerdings der klassische, gezeichnete Atlas, da dieser Zusatzinformationen enthält und einfacher gegliederte Abbildungen. Für Anatomieinteressierte ist er ein Muss, für effizienzorientierte Studenten eher überflüssig.

 
 
 

GRAY’s Atlas der Anatomie; 2. Auflage

Erster Eindruck:

Bei Gray’s Atlas der Anatomie handelt es sich um ein einziges Buch mit 558 Seiten im Taschenbuchformat. Damit ist es leichter, als die meisten Konkurrenzprodukte. Das Design des Frontcovers wurde im Vergleich zur ersten Auflage verändert und sieht nun sehr ansprechend aus. Das Buch ist für knapp 25 Euro im Vergleich zu anderen Atlanten sehr erschwinglich

Inhalt & Aufbau:

Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:

  1. Der Körper (Allgemeine Anatomie)
  2. Rücken
  3. Thorax
  4. Abdomen
  5. Becken und Perineum
  6. Untere Extremität
  7. Obere Extremität
  8. Kopf-Hals

Leider enthält der Atlas keine Abbildungen oder Erklärungen zur Entwicklung der einzelnen Organe. Zudem genügt der Atlas durch viel zu wenig Abbildungen zum Gehirn auf keinen Fall für Neuroanatomie.

Das Besondere am Gray’s Anatomie Atlas sind folgende Eigenschaften:

  • Für die Klinik: Ungefähr 270 CT-, MRT- und Röntgenbilder und „Anatomie am Lebenden“ mit Abbildungen zur Oberflächenanatomie
  • lateinische Nomenklatur mit zusätzlichen Erklärungen zu jeder Abbildung in deutscher und englischer Sprache
  • zwei Register: Deutsch-Latein sowie Englisch
  • neu in der 2. Auflage: Übersichtstabellen und schematische Zeichnungen am Ende eines jeden Kapitels
  1. Didaktik

Didaktisch ist der Atlas ähnlich wie seine “Konkurrenten” aufgebaut. Jedes Kapitel beginnt zunächst mit allgemeiner Oberflächenanatomie und widmet sich dann den knöchernen Strukturen mit Bändern und Knorpeln, der Muskulatur und den Organen samt Innervation und Gefäßversorgung,

Die Abbildungen sind alle mit dem Computer generiert und erinnern damit an einen bekannten Atlas aus dem Thieme-Verlag. Darüber wurden viele andere bildgebende Verfahren verwendet. So stehen anatomischen Abbildungen oftmals Röntgenbilder, CTs, MRTs, oder Sonografien gegenüber. Weiter bedient man sich der “Anatomie am Lebenden”, in dem Fotos von lebenden Menschen abgedruckt wurden und mit Beschriftungen ergänzt wurden.

Die Beschriftungen sind sehr kurz. Erklärungen gibt es nicht.

Der Atlas ist also weniger “anatomisch-theoretisch” aufgebaut. Vielmehr finden sich viele Bezüge zur Klinik, die den Atlas sehr modern und zeitnah wirken lassen. Darunter leidet jedoch manchmal etwas die Detailgenauigkeit wie man sie aus den großen bekannten Werken kennt.

Jedes der 8 Kapitel ist mit einer anderen Farbe unterlegt, was ein Suchen nach Inhalten deutlich leichter macht. Innerhalb der Kapitel wird es mit der Orientierung jedoch schwieriger. Manchmal wirken die Abbildungen einfach nur aneinandergereiht. Da hilft dann aber meistens ein Blick in das Register weiter.

  1. Kommentar/Empfehlung:

Auch der Gray’s Anatomie Atlas hat neben seinen großen Rivalen seine Daseinsberechtigung. Alleine ist er aufgrund nicht vorhandener Erklärungen nicht zu gebrauchen, wohl aber in Kombination mit einem Lehrbuch oder einer entsprechenden Lernsoftware. Das muss aber kein negativer Punkt sein, denn es handelt sich bei diesem Werk eben um einen reinen Nachschlage-Atlas.
Nichtsdestotrotz mangelt es jedoch auch an Inhalten, wie z.B. der Embryologie.
Erfreulicherweise besteht der Atlas aus einem einzigen Taschenbuch und ist daher zum Mitnehmen super geeignet.
Durch die bilinguale Gestaltung mit klarem Fokus auf die deutsche Sprache ist der Atlas eventuell für Studierende mit weniger Deutschkenntnissen sehr interessant.

Der Atlas ist vorwiegend im englischsprachigen Raum auch unter Medizinstudenten sehr populär und weit verbreitet.

Eine abschließende Empfehlung kann ich nicht geben, denn ob einem die computergenerierten Abbildungen besser als Gezeichnete gefallen oder man lieber mehr Erklärungen hat, hängt stark vom Geschmack des Einzelnen ab. Ein Blick in diesen Atlas zu werfen lohnt sich aber alle Mal!

 

BASICS: Neuroanatomie
Elsevier (Urban & Fischer), 1. Auflage, Garzorz

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Allgemeines:
Gerade in einem Fach wie Neuroanatomie fällt es häufig schwer, die Informationen auf ein überschaubares und zu bewältigendes Maß zu reduzieren. Aushilfe bietet hier schon in mehreren Fächern die BASICS Reihe des Elsevier-Verlages, die den Spagat wagt, den Stoff auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne zu viel wegzulassen. Dieses Konzept ist zu Recht eine Erfolgsstory; die BASICS Bücher bei den Medizinstudierenden ein fester Begriff. Lediglich die Qualität der unterschiedlichen Bände schwankt, das Konzept ist großartig.

Umso erfreulicher ist es, dass mit dem BASIC Neuroanatomie wieder ein sehr guter Titel erschienen ist. Auf knapp 150 Seiten wird die Neuroanatomie verständlich und logisch erklärt. Eine klare Sprache und anschauliche Abbildungen sorgen dafür, dass man den Text selten ein zweites Mal lesen muss.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Den mit 15 Seiten knapp gehaltenen allgemeinen Teil, der den Grundaufbau, die Zellen und die Entwicklung des Nervensystems erklärt und den speziellen Teil, der die gesamte restliche Anatomie erklärt. Da der spezielle Teil sehr umfangreich ausgefallen ist, hätte man stattdessen auch mehrere eigenständige Kapitel erstellen können. Nichtsdestotrotz ist die Gliederung klar ersichtlich. Zunächst wird hinsichtlich der anatomischen Zusammenhänge erklärt und anschließend hinsichtlich der funktionellen Einheit. Jedes Kapitel wirkt in seinem Umfang ausgewogen.

Im Anhang findet sich ein nützliches Lexikon, das wichtige Begriffe erklärt, ähnlich einem Glossar. Zudem finden sich noch einige Schnittbilder und Zeichnungen zu wichtigen Themen wie beispielsweise Dermatome. Super, um schnell nachzuschlagen.

Fazit:
Ich persönlich hätte ich mir etwas mehr allgemeine Informationen die im speziellen Teil stehen in den allgemeinen Teil gewünscht wie beispielsweise die Gefäßversorgung des Gehirns, welche ja zum Verständnis vieler Vorgänge und Pathologien entscheidend ist, aber erst in der Mitte des speziellen Teils behandelt wird.

Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, denn das BASICS Neuroanatomie ist sicherlich einer der besten Vertreter dieser ohnehin starken Reihe! Ich kenne kein anderes Buch auf dem Markt das so präzise und übersichtlich einen Überblick über die Neuroanatomie liefert. Je nach Schwerpunkt an der eigenen Uni benötigt man ggf. noch ein Nachschlagewerk. In München kann man mit diesem Buch aber sicher gut bestehen. Und auch später in der Klink als Nachschlagewerk für die Neurologie ist es sehr nützlich. Der Preis von 19,95 € ist angemessen.

 
 
 

Neuroanatomie – Struktur und Funktion
Elsevier, 5. Auflage, Trepel

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Erster Eindruck:
Gut zu lesendes, verständliches Lehrbuch.

Inhalt und Aufbau:
Die Kapitelgliederung ist meiner Meinung nach gelungen. Sehr gut sind die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel, die zum Lernen und Rekapitulieren sehr hilfreich sind. Die Idee, eher nebensächliche Dinge blasser zu drucken ist grundsätzlich gut, jedoch meiner Meinung nach nicht optimal umgesetzt, da sie meistens sehr knapp beschrieben sind und eher verwirren als das Verständnis erleichtern.

Eigentlich sollte klar sein, dass blass gedruckte Passagen „Zusatzwissen“ sind und somit könnten sie auch ausführlicher sein. Somit kann sich der Leser dann selbst überlegen, die Passagen entweder zu lernen, zu überfliegen oder ganz wegzulassen.

Die Grafiken sind allgemein sehr gut! Die Fragen nach der Zusammenfassung sind auch sehr hilfreich und sehr relevant. Die roten Abschnitte mit den klinischen Bezügen waren meist schwer zu lesen und nicht ganz einfach zu verstehen. Auch fand ich die Tabellen sehr gut und hätte mir davon gerne mehr gewünscht, da sie viel Ordnung in den umfangreichen Text gebracht haben.

Fazit:
Allgemein war das Buch zwar gut zu lesen, jedoch meiner Meinung nach nicht das optimale Lehrbuch, wenn auch das beste von denen, die ich gesehen habe. Der Inhalt hat den gesamten, zu lernenden Stoff umfasst.

Kurzlehrbuch Histologie
Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, Ulfig

41DlKSnibWL._SX354_BO1,204,203,200_Allgemeines:
Das Kurzlehrbuch Histologie von Norbert Ulfig befasst sich mit der Zytologie und Histologie. Hier werden zuerst die Gewebetypen, später die organspezifischen Themen vorgestellt. Das Lehrbuch folgt somit ungewollt dem Aufbau des Histologiekurses. Es hat eine angenehme Handhabung und Größe, die es erlaubt das Buch jederzeit mitzunehmen. Beim Aufschlagen fallen die angenehme farbliche Gestaltung, die vielen Abbildungen sowie die vorhergehobenen Merkkästchen und Check-up- bzw. Lerncoach- und Lerntippspalten auf. Diese helfen nicht nur das gelernte Wissen zu rekapitulieren, sondern auch einen Schwerpunkt zu setzen und wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden. Das Kurzlehrbuch hat zudem ein Onlineangebot, mit dem Inhalte auf Smartphones und Computern genutzt werden können.
Aufbau und Inhalt:
Vom inhaltlichen Aufbau des Buches unterliegt es einer klaren Gliederung. Zu Anfang eines jeden Kapitels steht ein klinisches Fallbeispiel. Dieses wirkt nicht nur motivierend, sondern zeigt auch auf welche Funktion und Nutzen das erlernte Wissen im medizinischen Kontext hat. Darauf folgt ein kurzer allgemeiner Überblick mit einigen Grundlageninformationen zum Thema, welches anschließend klar gegliedert vertieft wird.
Die Texte haben eine sinnvolle Länge und setzen die klare Gliederung fort, indem immer wieder Begriffe hervorgehoben sind. Dies erleichtert nicht nur das Erarbeiten der Materie, sondern auch den Stoff zu wiederholen und sich zu orientieren. Die Abbildungen, die nebenan stehen, unterstützen auch das Erlernen. Da es oft Schemazeichnung sind, bekommt man zwar eine gute Vorstellung vom prinzipiellen Aufbau, aber lernt nicht die Struktur in Realität kennen. Hier könnte man zum Beispiel im Onlineangebot zusätzliche Präparate zeigen, damit die Studenten noch mehr reale Abbildungen sehen können.
Das Kurzlehrbuch beschränkt sich in der Zytologie und in der Histologie auf die wesentlichen Informationen. Diese sind manchmal etwas schwer verständlich, die man noch eimal nachlesen muss. Das ist jedoch die Ausnahme. Prinzipiell ist der Inhalt verständlich dargestellt und es lässt sich sagen, dass das Kurzlehrbuch alle wesentlichen Informationen enthält, um eine Prüfung gut zu bestehen und dabei einen vernünftigen Lernaufwand zu haben.
Schwachpunkte:
Störend sind zwei Punkte: Erstens werden bisweilen bereits vorgestellte Fachbegriffe in den folgenden Kapiteln nicht aufgriffen, sondern durch deutsche oder „umgangssprachliche“
Entsprechungen ersetzt (z.B. Mark statt Myelin). Natürlich ist der neue Text dadurch erst mal verständlicher und man übt Synonyme, beim genauen Arbeiten stößt man aber so auf scheinbare zunächst verwirrende Widersprüche. Zweitens wird von Dozenten häufig betont, das Kurzlehrbuch sei zu wenig ausführlich und enthalte nicht alle relevanten Informationen. 
Fazit:
Als Student kann ich das Kurzlehrbuch nur empfehlen, da es eine effiziente und erfolgreiche Prüfungsvorbereitung ermöglicht – auch wenn es bei den Professoren eher verpönt ist.

Duale Reihe: Physiologie, 3. Auflage, Oktober 2016

Im Oktober 2016 erschien die 3. Auflage der Dualen Reihe Physiologie. Das Buch enthält auf 832 Seiten in 24 Kapiteln alle Themen der Neurophysiologie und vegetativen Physiologie, eignet sich also zur Vorbereitung auf die Prüfungen in der Vorklinik und natürlich auch für das Physikum.

Für einen Preis von 59,99€ bekommt man sowohl die Taschenbuchversion als auch einen Zugangscode zum Thieme-Onlineportal, auf dem man sich eine digitale Ausgabe herunterladen kann.

Der Aufbau entspricht dem aller anderen Werke der Dualen Reihe: Eine abgetrennte Spalte am Rand fasst die Inhalte der ausführlichen Texte in Stichpunkten und Merksätzen zusammen, was einem integriertem Kurzlehrbuch entspricht. Nach jedem Kapitel gibt es einen sehr gut ausgearbeiteten klinischen Fall, der definitiv hilft, das gerade gelernte zu vertiefen und zu verstehen.

Plus: 

Die meisten Kapitel sind sehr gut verständlich geschrieben, sodass man sie ohne Probleme durcharbeiten kann. Positiv ist auch, dass die zum Verständnis notwendigen Informationen aus anderen Fächern (z.B. Anatomie, Biologie…) in den jeweiligen Kapiteln noch einmal beschrieben und erklärt werden. Unterstützt wird alles durch viele farbige Abbildungen, Schemata und Fotos.

Die einzelnen Kapitel unterscheiden sich teils sehr stark in ihrem Umfang und ihrer Verständlichkeit. Der Großteil der Kapitel (z.B. Grundlagen; Visuelles System) sind wirklich gut zu lesen und genau richtig vom Umfang, wohingegen andere Kapitel (z.B. Muskeln) teilweise wichtige Informationen nicht enthalten und recht kompliziert aufgebaut sind und wieder andere Kapitel sehr detailliert und auch weniger verständlich sind.

Minus:

Negativ fällt auch manchmal die Anordnung der Unterkapitel innerhalb eines Kapitels auf. So ist diese für den Studenten nicht immer logisch nachzuvollziehen. Nachdem zum Beispiel das Thema Ruhepotential erklärt wurde, folgt ein langer Abschnitt über Gliazellen, bevor das Thema Aktionspotential behandelt wird. Mit Hilfe des Glossars und des Inhaltsverzeichnisses stellt dies aber kein großes Hindernis beim Lernen dar.

Fazit:

Im Großen und Ganzen, ist die Duale Reihe ein sehr gutes Lehrbuch, mit dem man sich auch mit relativ wenig Zeit auf die Prüfungen vorbereiten kann und definitiv auch ein sehr gutes Nachschlagewerk für das Bücherregal zuhause.

 
 
 

Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie
Springer, 9. Auflage, Heinrich, Müller, Graeve

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Die 9. Auflage des Löfflers umfasst 5 Sektionen mit 74 Kapiteln, von denen 17 komplett neu verfasst und die restlichen überarbeitet wurden.
Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einführung, die das Thema in einen inhaltlichen Zusammenhang bringt und einen Überblick gibt, was auf den nächsten Seiten zu erwarten ist. Am Ende folgt eine Zusammenfassung über das jeweilige Thema.

Inhalt:
Die inhaltliche Struktur hat mir sehr gut gefallen. Das Buch beginnt mit biochemischen Grundlagen, erläutert dann den Stoffwechsel und anschließend die Molekularbiologie. Abschließend gibt es eine Sektion über die Biochemie der einzelnen Organe. Das beste am Löffler sind für mich die Abbildungen, die immer sehr strukturiert und vor allem nicht so überladen sind wie in anderen Lehrbüchern.

Der Text ist meiner Meinung nach manchmal ein bisschen zu ausführlich und eine Seite im Löffler kann sich je nach Thema ganz schön ziehen. Wenn es einem noch an biochemischem Grundverständnis fehlt, fällt es an manchen Stellen etwas schwer zu folgen.

Besonders gut hat mir der letzte Teil: „Funktionelle Biochemie der einzelnen Organe“ gefallen. Hier wird die Biochemie mit den anderen beiden großen Fächern, Anatomie und Physiologie, in einen Zusammenhang gebracht. Das ist vor allem bei der Physikumsvorbereitung sehr hilfreich und trägt zu einem generellen Grundverständnis aller drei Fächer bei.

Fazit:
Der „große“ Löffler ist definitiv ein gutes Lehrbuch mit sehr anschaulichen Abbildungen. Trotzdem würde ich ihn eher als Ergänzung zur Dualen Reihe oder einem Kurzlehrbuch empfehlen. Er ist als Nachschlagewerk für sehr interessierte Studenten durchaus gut geeignet. Wenn man einfach nur eine Klausur bestehen will, ist dieses Buch sicher viel zu umfangreich. Außerdem ist es durch die vielen Details schwer die Kernaussagen zu behalten.
Als Vorbereitung auf das mündliche Physikum oder für ein Referat ist es wiederum sehr zu empfehlen, da hier Detailwissen oft notwendig ist.

 
 
 
 

Stoffechsel- und Formelsammlung Biochemie, 2. Auflage

Elsevier, Urban&Fischer

Die Stoffwechsel- und Formelsammlung Biochemie erschien 2016 in der zweiten Auflage. Das Heft enthält zusätzlich einen Online-Zugang zu www.plus-im-web.de, mit welchem Zugriff auf weitere Themen hat und sich die Stoffwechselwege als Poster ausdrucken kann.

Aufbau & Inhalt:

Auf nur 56 Seiten wird in diesem Heft eine Übersicht über Stoffwechselwege, Hormone, Enzyme etc. geliefert. Während die wichtigsten Stoffwechselwege als Schemata dargestellt, sind Hormone und Enzyme als Tabelle aufgelistet. Ebenso enthält das Heft eine Übersicht aller Aminosäuren und Vitamine, sowie den genetischen Code und einen Ausschnitt wichtiger Maßeinheiten. Es sind keine Fließtexte oder Erklärungen enthalten.

Minus:

Die Schemata der Stoffwechselwege wurden sehr kurz gehalten, teilweise wurde jedoch zu viel an Coenzymen und Cosubstraten gespart. Die Tabellenform zu Darstellung der Enzyme und Hormone ist zum Auswendiglernen sehr hilfreich, bietet jedoch keine Grundlage zum Verständnis der Inhalte. Schade ist auch, dass die Enzyme, die vorne in Zusammenhang mit den Stoffwechselwegen erwähnt werden, erst sehr am Ende des Buches und nicht themennahe wieder aufgegriffen werden.

Plus:

Das Heft bietet sehr gut strukturiert einen guten Überblick über die Stoffwechselwege. Besonders schön werden hier die Beziehungen der Wege untereinander dargestellt. Durch farblichen Hintergrund werden auch verschiedene Kompartimente dargestellt, sodass die Wege auch im Kontext der Zelllage gezeigt werden. In den anderen Punkten dient es als gutes Nachschlagewerk und eignet sich gut zur Wiederholung. Durch seine DIN A5 Größe und das weiche Cover ist es sehr handlich und passt super in jede Tasche.

Fazit:

Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Sammlung. Diese kann ein Lehrbuch nicht ersetzen, sondern bietet eine gute Ergänzung zum Lernen biochemischer Inhalte. Sie ist als Ersatz für Lernzettel sehr gut geeignet, jedoch müssen Lücken selbstständig erkannt und aufgearbeitet werden. Alles in Allem würde ich die Stoffwechsel- und Formelsammlung jedoch sehr empfehlen, da man sich die Mühe für das Erstellen eigener Karteikarten sparen kann und trotzdem eine handliche Übersicht hat. Als Nachschlagewerke kann es später dann z.B. beim Physikum sehr gut als Auffrischung dienen.

Survival-Kit Biologie, P. Windisch, 1. Auflage, Verlag: Urban & Fischer

Vor kurzem habe ich die Möglichkeit bekommen, das Buch – Survival-Kit Biologie 1. Auflage von Paul Yannik Windisch zu rezensieren.

Erster Eindruck:
Ein bunt illustriertes, fließend zu lesendes Buch.

Inhalt und Aufbau:
Das Buch besteht aus 7 Kapiteln (114 Seiten) und umfasst alle großen Themen in der Biologie, die für das Physikum oder den Biologie-Kurs für Humanmediziner wichtig sind. Am Ende jedes Kapitels finden sich Übungen zum jeweiligen Thema, deren Lösungen im 7. Kapitel zusammen aufgelistet sind. Zahlreiche farbige Kästen, wie „Tipps und Tricks“, „für die Klausur“, oder ganz viele Kästen „für Ahnungslose“ machen das Buch noch interessanter und gut geeignet für die schnelle Vorbereitung sowohl auf die Klausur, als auch auf das Physikum. Viele farbige Bilder veranschaulichen das im Text besprochene Thema. Das Buch ist in einer einfachen und gut verständlichen Sprache geschrieben ist, was zum schnellen Lesen sowie Verstehen beiträgt. Am Ende des Buches gibt es ein Register, das hilfreich ist, um schnell einzelne Themen nachzuschlagen. Was ich persönlich noch besser fände wäre, wenn das Buch noch ein Lexikon bzw. Glossar hätte. 

Fazit:
Das Buch ist aktuell erhältlich für EUR 19,99. Wie bei jedem Kurzlehrbuch gilt es auch hier zu berücksichtigen, dass das Format des Buches dem Autor wenig Möglichkeit gibt, manche Themen oder einige Aspekte detaillierter zu besprechen. Allerdings ist es für diejenigen mit Biologie-Vorkenntnissen in jedem Fall ausreichend zum Lernen.

 
 
 
 

Leben mit Gift512vzu1os7l-_sx331_bo1204203200_Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können
Hirzel Verlag, Mebs

Dietrich Mebs
Hirzel
ISBN: 978-3-7776-2575-1
Preis: 24.90 €

Mit diesem Buch hat ist es dem Rechtsmediziner Dietrich Mebs, aus Frankfurt am Main, gelungen einen sehr unterhaltsamen und interessanten Einblick in die Welt der „Giftbiologie“ zu schaffen. Nach einer kleinen Präambel geht die Reise durch sämtliche Teile dieser Erde los. Auf ca. 135 Seiten erzählt der Autor in einer sehr angenehmen Schreibweise, von ganz kleinen und ganz großen Giftspezialisten.
Dieses Buch stellt keine einfache Auflistung sämtlicher giftiger Tiere und Pflanzen auf dieser Erde dar und hat wenig Gemeinsamkeiten mit den Toxikologiekapiteln klassischer Pharmakologielehrbücher. Vielmehr liest sich dieses Buch wie ein Ausflug durch die Evolution, in der es Pflanzen und Tiere geschafft haben Gifte zu produzieren und sich gleichsam vor diesen zu schützen. Oder wie es nicht giftige Tiere schaffen, sich vor giftigen Lebewesen zu schützen.
Mebs schafft es, die Sachverhalte nicht langweilig und gleichzeitig nicht zu oberflächlich, zu vermitteln. So finden sich hier und da auch ein paar Reaktionspfeile und Enzymnamen aber eben so, dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck entsteht, man blättere in einem Biochemielehrbuch. Es sind eher kleine Geschichten, in denen der Autor erzählt welche Abenteuer er unternommen hat, um exotische Tiere zu finden, um dann darzulegen, was an ihnen so besonders ist. Durch kleine Exkurse erfährt man ergänzend, was beispielsweise ein biologisches Mimikry ist oder welcher Naturforscher wie, wo und wann einen neue Art entdeckt hat. Man findet zu fast jedem beschriebenen Lebewesen schöne Bilder, sodass man mit der Phantasie nicht ganz allein gelassen wird. Dem wissenschaftlichen Schreibstil angelehnt, sind die Inhalte mit Indices versehen und ein ausführliches Quellenverzeichnis bietet noch mehr Literatur zur Interessensvertiefung.

Dieses Buch war für mein Empfinden wirklich sehr kurzweilig und interessant. Die Beschreibungen und Abbildungen der Tiere und Pflanzen wecken den „Hobbybiologen“, der sich gleich mit Taschenlampe und Kescher auf die Jagt macht. Für mich hätten es auch gerne ein paar Seiten mehr sein können. Wer also schon immer mal etwas über Myrmekophilie oder die Grashüpfermaus wissen wollte oder warum Hunde nicht an Igeln lecken sollten, der sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen.

Endspurt Skriptenreihe
Thieme-Verlag, 3. Auflage

buecher-medien-ednspurt-vorklinik-paket-D(1)In meiner Rezension werde ich zunächst die Endspurt Skripte allgemein evaluieren, um dann in Tabellenform nochmals auf einzelne verbesserungswürdige Abschnitte hinzuweisen.

Grundsätzlich sind die Endspurt–Hefte eine gute Hilfe, um einen Überblick über den doch sehr umfangreichen Stoff zu bekommen. Die meisten Lerntage waren gut zu schaffen und brachten Struktur in die Vorbereitungszeit. Ich denke, dass man sich hier durch den vorgefertigten Lernplan sehr viel Zeit und Stress erspart. Die Fazitkästen sind hier besonders herauszuheben. Leider ist es hier von Fach zu Fach unterschiedlich, wie gewissenhaft die Autoren auf IMPP Fragen eingehen. Teilweise werden exakte Formulierungen aus Fragestellungen als Fazit aufgenommen, was dem Studenten hilft auf bestimmte Wörter „geprimed“ zu sein. Andere Autoren nutzen die Fazitkästen mehr als inhaltliche Zusammenfassung, die einem auch beim Wiederholen hilft, aber von den Formulierungen wenig mit IMPP Fragestellungen zu tun hat. Hier präferiere ich klar, den erst beschriebenen Fall. Auch zu erwähnen sind die kleinen grünen „Lerntipp“ Kästen. Ich finde die Trennung zwischen „Lerntipp“ auf der einen und Fazit–Zusammenfassungen andererseits sehr sinnvoll. Die Fazitkästen sollten über die Formulierung immer direkten Bezug zu IMPP Fragen haben, wohingegen die Lerntipps allgemeiner Natur sind und zum Beispiel auf wichtige Inhalte hinweisen. Im Physikskript findet hier beispielsweise eine Durchmischung statt. Ein kleines aber schönes Detail sind die „Geschafft“-Kästen, die einem am Ende eines Lerntages nochmal ein kleines Feedback über den gelernten Stoff und einen Ausblick und Motivation für den nächsten Tag geben.

Das Layout ist grundsätzlich sehr gelungen. Die Skripte wirken einheitlich strukturiert. Bilder, Diagramme und Tabellen lockern das Textbild auf und sind einprägsamer als reiner Fließtext. Die meisten Autoren haben das Prinzip der Endspurtskripte als reines Repetitorium verstanden. Hier geht es nicht darum, komplizierte Themenkomplexe vollständig zu erklären, sondern eher um einen zusammenfassenden Überblick mit starkem Bezug auf die IMPP-Fragestellungen zu schaffen. Es gibt jedoch auch Autoren die mehr im Lehrbuchcharakter formulieren (siehe Tabelle).

Examen Online ist eine gute Ergänzung zu den Skripten und bietet mit den Lernpaket–Sitzungen einen perfekten Abschluss des Tages, mit dem das erlernte Wissen überprüft werden kann. Der Umfang (Fragen der letzten 9 Jahre) ist sinnvoll gesetzt und reicht meistens, um alle relevanten Prüfungsthemen zu erwähnen. Auch das neue übersichtliche Layout (Beta Version) gefällt mir sehr gut. Eine Anregung wäre hier das System der Firma „Phase 6“, die mit ihrem Programm einen „elektronischen Vokabelkasten“ entwickelt haben. Das Besondere an diesem System ist eine vorbereitete Sitzung aller Falschfragen des Vortages. Außerdem sollte die Statistik nur die Prozentsätze der ersten bearbeiteten Sitzung einbeziehen, da man ansonsten (bei Verrechnung mit Falschfragen–Sitzungen) immer auf nahezu 100% kommt. Dieser Wert ist deswegen leider nicht sehr aussagekräftig.

Eine Statistik über einzelne Themen in den verschiedenen Fächern würde eine intelligentere Form der Lernberatung darstellen. So könnte jederzeit eingesehen werden, in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Lernpakete und Endspurtsitzungen (Examen Online) sich sehr gut ergänzen und eine kostengünstige und professionelle Vorbereitung für das Physikum bieten.

Skript

Lernpaket

Seite

Kommentar

Anatomie I

Allg.

 
  • gute Struktur trotz großen Umfangs
  • grundsätzlich sollte in Anatomie immer auf die Nutzung eines Atlanten hingewiesen werden

L1

 
  • Sehr knappe, aber absolut ausreichende, verständliche Erklärung der Embryologie
  • gute Abbildungen
  • bei der allg. Anatomie sollten in jedem Fall die verschiedenen Gelenkarten erwähnt werden!

S.11

• Abschnitt über „Chorda dorsalis“ liegt nach dem Entoderm, obwohl es eigentlich Teil des Mesoderm ist.

L2

 

• Gute Struktur

L3

S. 63

• In Tab. 4.6 sollten Segmente der Rückenmarksnerven ergänzt werden

Anatomie II

Allg.

 

• Zur Embryologie der einzelnen Organe sollte es grundsätzlich Animationen geben. Damit lassen sich einfach und schnell komplizierte Sachverhalte darstellen.

L8

 

• Sehr sinnvolle Ergänzung

Anatomie III

Allg.

 
  • Zu wenige gute Strukturabbildungen (z. B. zu Hirnnervenkernen)
  • Hirnnerven kommen topografisch viel zu kurz

Chemie

Allg.

 
  • Ein gutes Beispiel für Autoren, die den Sinn der Endspurt–Skripte nicht verstanden haben. Es geht hier nicht um ein umfassendes Verständnis der Themen, sondern schlicht um ein gutes Ergebnis im „Kreuzen“
  • ungleicher Umfang der verschiedenen Lernpakete
  • trotz des großen Umfangs ist schlichtes „Kreuzen“ in Chemie die beste Taktik
  • Das Skript zu lesen sehen hier viele als Zeitverschwendung an. Auch wenn das eventuell gegen die Meinung mancher Autoren geht, sollte man sich hier dem Trend beugen und manche Themen radikal kürzen. Eine guter Indikator für Relevanz ist die Größe der Fazitkästen. (teilweise ein Fazitsatz zu 2 Seiten Text)

L3

S.77

• Abb. 5.9/Tab. 4.11 Beispiel für zu ausführliche Abbildung mit irrelevanten Inhalten

S.66

S.88 – S.90

• Zeichen dafür, dass die Autoren den Sinn von Endspurt nicht verstanden haben. Können gut weg gelassen werden

Psychologie

Allg.

 
  • Gute Zusammenfassung mit ausreichendem Umfang
  • kann man auch ohne Skript gut kreuzen
  • Hier sollte man auf jeden Fall betonen, wie wichtig die Psychologiefür das Physikum ist

Histologie

L1

S.12

• Microplicae sind charakteristisch für unverhorntes Epithel, werden jedoch im Absatz des verhornten Epithels erwähnt

S.21

• Tab. 2.3 Knorpelgrundsubstanz (bspw. Aggrecan) erwähnen

L2

S. 39

• Eosinophile & basophile Granulozyten stammen nicht von lymphatischen Stammzellen ab!

L3

 

• Zu ausführlich

Physik

Allg.

 
  • Grundsätzliche Umstrukturierung! Ähnlich wie bei Chemie wurde hier der Sinn der Skripte nicht verstanden. Fast kein Student liest sich das Skript durch, da es viel zu ausführlich ist!
  • Verhältnismäßigkeit des Zeitaufwands verglichen mit der Anzahl der Fragen im Physikum ist nicht gegeben
  • Relevante Rechenbeispiele ausführlicher erklären
  • Formelsammlung der relevanten(!) Formeln aufgelistet nach Fragehäufigkeit im IMPP

Biologie

Allg.

 
  • Umgang ist in Ordnung
  • Zusammenhängend und verständlich
  • Rechenbeispiele sind gut

Biochemie I

L1

 
  • Endoxidation ist Teil des L1, gehört thematisch jedoch in L2
  • der „Geschafft“ – Kasten ist somit in L1 nicht mehr am Ende (das ist verwirrend und enttäuschend)

Biochemie II

L5

 

• Gute Struktur für Vitamine

Biochemie III

  

• Top!

Physio I

  

• Struktur und Umfang super

L1

 

• Teilweise Wiederholung aus Biochemie (kann man möglicherweise kürzen)

L2

Allg.

• Sehr gutes Lernpaket! Gutes Verständnis!

 

S.36

  • „Steuerung der Kontraktionskraft…“ wird später ausführlicher beschrieben und deshalb hier überflüssig
  • 3.1.4 verschieben hinter 3.3 da ohne EKG kein Verständnis und mit Abbildungen erläutern! (klinisch sehr relevant!)

L3

Allg.

• Sehr gutes Lernpaket! Gutes Verständnis!

L4

S.77

• 5.1.4 Compliance schlecht erklärt

S.91

• 5.4.2 Parameter des Säure/Basenhaushalts müssen verständlich und ausführlich erklärt werden! z. B. Bestimmung des Standard Bicarbonat!

Physio II

Allg.

 
  • ADH zu ausführlich (mehrfach Erwähnung)
  • wird ansonsten jedem Thema gerecht

Physio III

  

• Wird dem Physikumsanspruch gerecht, obwohl es doch sehr oberflächlich gehalten ist

Französisch für Mediziner
Elsevier, 2. Auflage, Balzer, Bredel, Haisch

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Allgemeines:
Bei diesem Buch handelt es sich um ein recht kompaktes Werk, welches sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Wie der Titel „Französisch für Mediziner“ bereits vorgibt, beschäftigt sich das Buch im ersten Teil mit Vokabeln und Redewendungen, welche nach Themen geordnet vorgestellt werden. Den zweiten Teil bildet dann ein Wörterbuch speziell zu allen wichtigen medizinischen Begriffen. Die Abmessungen sind so gewählt, dass es in die Kitteltasche passt, auch wenn dieser gemeinsam mit anderen Büchern deutlich an Gewicht zunimmt.

Allgemein setzt das Buch voraus, dass der Leser sich bereits ausführlich mit der französischen Sprache auseinandergesetzt hat, da im kompletten Verlauf nicht auf grammatikalische Themen eingegangen wird. Weiterhin wird nur das Spezialvokabular näher erklärt.

Das Buch beginnt mit einem allgemeinen Teil, der hilfreich ist für die Planung eines Auslandsaufenthaltes. Das Buch erklärt allgemein das französische Gesundheitssystem sowie die Ausbildung der Mediziner, welche sich wie bei uns in ein Studium und eine ärztliche Weiterbildung zum Facharzt aufteilt. Speziell hervorzuheben ist diesem Teil ein Kapitel zur Bewerbung, welches meines Erachtens sehr praktisch ist und hilft die Bewerbung sprachlich in die richtige Form zu bringen.

Danach beschäftigen sich die Kapitel mit dem Vokabular sowie Redewendungen für den medizinischen Alltag. Begonnen bei den allgemeinen Wörtern, welche man als Mitarbeiter in einer Klinik braucht, beschäftigt sich das Buch strukturiert von der Anamnese bis zu allen wichtigen klinischen Fächern und schließt mit einem Kapitel zur Labordiagnostik. Die Inhalte zu den einzelnen Themenbereichen der Medizin sind hierbei gut gegliedert und strukturiert. Die Kapitel sind ähnlich aufgebaut und nach Unterthemen gegliedert. So beginnt jedes Kapitel mit einem Abschnitt zur Anatomie und auch teilweise Physiologie und beschäftigt sich danach mit der Anamnese und Untersuchung sowie deren physiologischer und pathophysiologische Befunde. Das jeweilige Vokabular wird in Tabellenform präsentiert. Bei den Abschnitten zur Anamnese hilft einem das Buch, indem es bereits fertigformulierte Sätze präsentiert, welche direkt verwendet werden können, wobei man aus Erfahrungen sagen kann, dass das eigene Formulieren meist das geringe Problem nebst dem genauen Verstehen der Antwort ist. Erwähnenswert erscheint mir hierbei auch, dass in einem kurzen Abschnitt auf die im jeweiligen Bereich verwendeten Abkürzungen eingegangen wird, welche sich im klinischen Alltag als sehr nützlich erweisen, da man sich nicht alle sogleich erschließen kann.

Der zweite Teil des Buches beinhaltet ein Wörterbuch, welches sich sehr nützlich erweist als Nachschlagewerk, da gerade am Anfang das Vokabular der begrenzende Faktor ist, um erfolgreich auf einer Station mit zu arbeiten. Jedoch erschließen sich auch viele Wörter nach einiger Zeit, da diese den gleichen lateinischen oder griechischen Ursprung haben.

Fazit:
Es handelt es sich um ein kompaktes Taschenbuch, dass ich sicherlich allen Medizinstudenten empfehlen kann, die planen in Frankreich ein Praktikum, Auslandssemester oder PJ-Tertial zu absolviere. Dieses Buch dient einerseits zur gezielten Vorbereitung auf den Arbeitsalltag, andererseits auch als Nachschlagewerk. Allerdings hat dieses Buch zur Voraussetzung, dass Französisch bereits in Schrift und Sprache beherrscht wird.

Bücher für die Klinik

Psst… AINS-Secrets – Wissenswertes zum Weiterflüstern
Thieme Verlag, Zacharowski

513P3KRv65L._SX354_BO1,204,203,200_Aufbau:
Das Buch „Psst…AINS“ besteht aus einer Sammlung medizinischer Kurzgeschichten, frei aus dem alltäglichen Leben und reale Ereignisse abbildend. Jede Episode nimmt für die Erzählung ca. 15 min in Anspruch. Nach ein paar Absätzen wird die Geschichte durch eine Infobox ergänzt, in der die für den vorherigen Abschnitt relevanten, medizinischen Aspekte erläutert werden.

So schildern diese Geschichten Situationen, in denen es zu ungünstigen Konstellationen kommen kann. Bei solchen Ereignissen begangene Fehler können schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Daher ist es gut solche Situationen zu kennen und typische Fehler zu vermeiden.

Daher reicht das Spektrum der Kurzgeschichten von alltäglichen (Zahnschaden durch Intubation) bis hin zu speziellen (Intoxikation mit Lokalanästhetikum) Situationen.

Inhalt:
Das Buch besteht aus insgesamt 14 Teilen zu verschiedenen Themengebieten welche zwei bis vier Kurzgeschichten beinhalten.

Teil I: Teil II: Teil III: Teil IV: Teil V: Teil VI: Teil VII: Teil VIII: Teil IX: Teil X: Teil XI: Teil XII: Teil XIII: Teil XIV:

Anästhetika
Monitoring und Atemwegsmanagement Regionalanästhesie
Schmerztherapie
Kinderanästhesie und schwieriger Atemweg Besondere Patienten
Allgemein und Gefäßchirurgie
Anästhesie im Kopfbereich
Thorax und Kardiochirurgie
Gynäkologie und Geburtshilfe Traumatologie und Orthopädie
Urologie
Intensivmedizin
Notfallmedizin

Fazit:
Also reines Lehrbuch oder Nachschlagewerk ist dieses Buch weniger geeignet. Dies lag sicher auch nicht im Sinne des Herausgebers.
Das Buch kann jedoch sehr gut essentielle Basics vermitteln und diese im Kontext mit schwierigen medizinischen Situationen vermitteln. Die blauen Infokästen bieten dabei umfangreiche Information jedoch nicht zu detailliert. Es finden sich wichtige Referenzwerte, einige Definitionen und Formeln sowie ein paar Score`s oder Schemata. Durch das Einbringen der Infokästen in den Fließtext der jeweiligen Geschichte, besteht die Möglichkeit sich zuerst selbst Gedanken zum Problem zu machen und dann den Infokasten durchzulesen. Somit kann der Stoff interaktiv erlernt oder vertieft werden. Ein besonderes Schmankerl bietet das Buch mit seinen auflockernden, lustigen Comic-Zeichnungen zu einigen Kapiteln.

 
 
 

Schmerz – Innenansichten eines Patienten und was die Wissenschaft dazu sagt
Hirzel Verlag, 1. Auflage, Wittwer, Folkers

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Das Buch umfasst 216 Seiten mit Softcover und hat ein typisches Taschenbuchformat.

Aufbau:
Der Inhalt gliedert sich in 6 Kapitel:
1. Die Entstehung von Schmerz
2. Substanzen gegen den Schmerz
3. Schmerzbewältigung
4. Schmerzkommunikation
5. Schmerz bei Mann und Frau
6. Lust und Schmerz
Es erfolgt eine weitere Unterteilung, die dieses Buch sehr außergewöhnlich dastehen lässt und zwar wird jeder Abschnitt mit einer Geschichte über den Hauptakteur „D.“ eingeleitet. Anschließend wird auf die Schmerzen eingegangen. Dies geschieht in erster Linie aus wissenschaftlicher bzw. ärztlicher Sicht (Schulmedizin, Naturheilverfahren, Akupunktur u.ä….), allerdings werden auch philosophische und religiöse Sichtweisen, sowie Rituale und Brauchtümer beleuchtet.

Inhalt:
Die Lektüre kommt ohne Bilder aus. Sie beginnt mit der Novelle und man lernt vorerst ein wenig das Umfeld des Hauptdarstellers kennen. Im Laufe der Erzählung durchlebt er viele verschiedene Arten psychischen und körperlichen Schmerzes, bleibt dabei jedoch authentisch und mir als Leser auf seine Art sympathisch.
Die fachlichen Erklärungen sind sehr umfassend und lassen Blicke weit über den Tellerrand des physiologischen Schmerzgeschehens hinaus zu, dabei sind die Informationen, wie man es von medizinischen Autoren gewohnt ist, immer mit Querverweis versehen, der zu einem Literaturverzeichnis am Ende des Buches führt. Beleuchtet werden dabei neben physiologischem Geschehen pharmakologische, philosophische, psychologische, sexuelle und alternative Hintergründe, um den Schmerz und den Umgang der Patienten damit, sowie Forschung und auch die angrenzende Politisierung, insbesondere vor dem Hintergrund des BtmG.

Fazit:
Das Buch ist hervorragend geeignet für Medizinstudierende und Ärzte, die oft mit verschiedensten Schmerzpatienten zu tun haben. Ob ein Laie mit der fachlichen Tiefe gut umgehen kann, kann ich nicht beurteilen, für medizinisches Fachpersonal ist definitiv viel geboten.
Der Preis mit aktuell EUR 34,00 ist durchaus gerechtfertigt. Die Lektüre ist kurzweilig, fachlich umfassend und bereichernd, auch was die Allgemeinbildung betrifft.

 
 
 

Bevölkerungsschutz

Notfallvorsorge und Krisenmanagment in Theorie und Praxis, Harald Karutz et Al., 1.Auflage, Springer Verlag

Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit das Buch „Bevölkerungsschutz – Notfallvorsorge und Krisenmanagement in Theorie und Praxis“ erschienen in der 1. Auflage im Springer Verlag von Harald Karutz et Al. zu lesen.

Durch meine langjährige Erfahrung in der Einsatzplanung, -führung und –leitung habe ich ein besonderes Interesse an diesem Fach und kann außerdem mit fundiertem Vorwissen das Buch bewerten.

Das Buch erarbeitet in 7 Kapiteln auf 350 Seiten einen Überblick über den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Dabei werden theoretische und wissenschaftliche Grundlagen ebenso erwähnt, wie Gefahrenabwehr, Krisenmanagement und Wiederaufbau. Vereinzelt werden die Texte von Tabellen und Graphen unterstützt. Schlüsselbegriffe werden immer wieder heraus genommen und separat definiert.

PLUS:

Großartiger Überblick für alle, die in Sachen Bevölkerungsschutz ein kompaktes Lehrbuch suchen, das sich auch als Nachschlagewerk eignet. Die wichtigen Aspekte des Katastrophenschutzes werden aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet – medizinisch, organisatorisch, politisch, wissenschaftlich und technisch. So wird die Querschnittsaufgabe des Katastrophenschutzes gut aus der Realität abgebildet.

MINUS:

Die Kapitel sind recht heterogen aufgebaut, was informationstiefe und Detailliertheit angeht, so dass ein Kapitel recht langweilig und oberflächlich erscheint, das nächste dann aber zweimaligen Lesens bedarf. Die weiterführenden Links und Internetseiten sind leider nur zum Abtippen bereitgestellt. Ein QR-Code hätte das Buch sicherlich noch etwas interaktiver gestaltet.

FAZIT:

Das Buch „Bevölkerungsschutz – Notfallvorsorge und Krisenmanagement in Theorie und Praxis“ bietet einen guten Überblick über das komplexe Querschnittsthema. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir eine klarere Entscheidung zwischen Lehrbuch oder Nachschlagewerk gewünscht, um den Arbeitskomfort zu erhöhen. Allerdings legt dieses Buch einen Grundstein in Sachen wissenschaftlicher Betrachtung des Bevölkerungsschutzes und ist geeignet, sich neues Wissen anzueignen und selbst erfahrenen Einsatzleitern einen Anstoß zu geben, ihr Handeln zu reflektieren.

Taschenatlas Anästhesie, 6. Auflage

Norbert Roewer, Holger Thiel

Preis 49,99€

Dieser Taschenatlas wurde von würzburger Autoren verfasst und erscheint jetzt schon in der 6. Auflage. Das Buch ist wie im Vorwort beschrieben, an „Medizinstudenten, anästhesiologische Berufsanfänger […und] Fachpflegepersonal, [sowie] Ärzte anderer Fachrichtungen“ gerichtet.

Aufbau:

Man sieht sehr schön an den farbcodierten Kapiteln, wie die Autoren die 6. Auflage von Thiemes „Taschenatlas Anästhesie“ in 16 verschiedene Kapitel gegliedert haben, was die Einteilung der verschiedenen Lernabschnitte wesentlich erleichtert. Es werden unter anderem die Themen Präoperative Visite, die Allgemein- und Regionalanästhesie, die Narkosebeatmung oder auch die kardiopulmonalen Reanimation behandelt. Die einzelnen Kapitel kann man relativ gut durchlesen da sie flüssig und verständlich geschrieben sind. Vor allem in dem Kapitel ‚Blutgerinnung’ auf Seite 230 werden die Prinzipien die man in der Vorklinik gelernt hat noch mal strukturiert und eindeutig erklärt (wieder mit Abbildungen z.B. von der Blutgerinnungskaskade). Die Autoren markieren zudem Definitionen und Schlüsselpunkte in dem sie die Passagen fettgedruckt hervorheben. Leider sind keine Merke-Sätze oder IMPP-Hinweise vorhanden.

Trotz des Titels „Taschenatlas“, ist es mit fast etwas 400 Seiten eher umfangreich, was aber daran liegt, dass das Buch viele farbige Abbildungen enthält die sehr gut zum Verständnis des Lerninhalts beitragen und auch ausführlich im Text noch mal erklärt werden. Zum Beispiel wird im Abschnitt ‚Rückenmarknahe Regionalanästhesien’, auf Seite 246/247, erläutert wie die Technik bei einer Spinalanästhesie ist und, dass man sich an den Darmbeinschaufeln zu Dornfortsatz L4 orientieren soll. Dazu wird ein Doppelformat benutzt wobei die linke Seite immer im Fließtext geschrieben ist und die rechte Seite Abbildung enthält. Zum einen werden farbige schematische Darstellungen und Graphen benutzt, zum anderen aber auch farbige Fotos aus der Klinik um einen tieferen Einblick in die Anästhesie zu erlauben. Im Anhang findet man auch noch Übersichtstabllen zu Medikamenten und Nebenwirkungen, Formeln etc. was sich gut für den klinischen Alltag eignet.

Fazit:

Zusammenfassend halte ich den Taschenatlas für sehr empfehlenswert, der in Kürze einen guten und zusammenhängenden Einblick in die Anästhesie erlaubt. Er dient gut zur Wiederholung des Wissens aus den Vorlesungen. Auch für diejenigen die keine Vorlesungen besuchen, ist das Buch eine große Hilfe, da man sich sehr schnell in die Thematik einlesen kann, was sicherlich auch dank den vielen Abbildungen möglich gemacht wird. Was mir gefällt ist, dass alle Inhalte gut strukturiert sind und generell ist der Text verständlich und interessant geschrieben.

Manchmal finde ich, dass das Buch fast ein bisschen zu sehr ins Detail der Anästhesie geht, wie bei der Pharmakodynamik auf Seite 90 wo auch ein Teilgebiet der Pharmakologie angesprochen wird. Aber für alle die lieber ein bisschen mehr Wissen als nötig bei der Prüfung zur Hand haben möchten, ist das Buch genau das richtige. Allerdings sollte man die anderen drei Säulen der Anästhesiologie nicht vernachlässigen, da die hier nur sehr flüchtig angesprochen werden.

Und zu guter Letzt, der Inhalt des Buches steht einem ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Der Zugangscode steht im Buch).

„Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin“, 2. Auflage,

Reinhold Klein, Verlag: Elsevier Urban&Fischer

Elsevier Urban&Fischer hat mit dem Buch „Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin“ (2.Auflage, Reinhold Klein) eine schöne Möglichkeit geschaffen, die gängigsten Patientengeschichten, die im alltäglichen Leben einer Hausarztpraxis vorkommen, strukturiert zu erarbeiten. Drei verschiedene Inhaltsverzeichnisse gewährleisten ein gutes Zurechtfinden, obwohl die Fälle nicht kasuistisch kategorisiert sind. Jeder Fall besteht aus einem Deckblatt, auf dem der Patient seine Situation beschreibt, die ärztlichen Beobachtungen aufgezeigt werden und Fragen zu  Diagnose und Therapie gestellt werden. Die Antworten, Bildmaterialien und Erklärungen folgen auf den nächsten drei bis sechs Seiten und lassen sich durch farblich markierte Balken leicht der Fragestellung zuordnen. So kann man sich nacheinander Anamnese, Diagnostik und therapeutische Maßnahmen erarbeiten und seine Ergebnisse direkt kontrollieren. Das Buch eignet sich sowohl ausgezeichnet für das Selbststudium als auch für die gemeinsame Abfrage und Prüfungssimulation. Stichpunkte, Tabellen und vorallem hervorgehobene Merkkästen helfen dem Leser bei Verständnis und beim Einprägen des Gelernten.

Am Ende jedes Falles biete eine türkis unterlegte Zusammenfassung Möglichkeit zur Rekapitulation. Auch hat jeder Fall mindestens ein Bild des Patienten, so wie er auch vor einem als Arzt in der Praxis stehen würde, das Buch hangelt sich sehr lebensgetreu am Vorgehen eines Allgemeinmediziners entlang. An manchen Stellen würde man sich tiefgehendere Ausführungen wünschen, was allerdings im Rahmen des handlichen Formates schwer durchführbar ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich „Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin“ auf jeden Fall für die Studenten lohnen, die später einmal in der Praxis jeden Tag mit vergleichbaren Fällen zu tun haben und ein geschärftes Auge auf diese Krankheiten des täglichen Lebens erzielen möchten. Für Menschen außerhalb medizinischer Berufe oder ohne fachterminologische Vorkenntnisse hingegen gestaltet sich die Lektüre an einigen Stellen schwierig, da bestimmtes Basiswissen und Ausdrücke vorausgesetzt werden. Auch ist das Buch wegen seines didaktischen Aufbaus vielleicht nicht als einzige Prüfungslektüre empfehlenswert, lohnt sich aber auf jeden Fall zur Vertiefung und Wiederholung so wie zum praktischen Üben.

 

BASICS: Chirurgie
Elsevier, 2. Auflage, Schiergens

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Anamnese:
Ein Buch, welches verspricht umfassend, auf das Wesentliche konzentriert, nicht zu sehr ins Detail und auf das Lernen abgestimmt über die allgemeine Chirurgie zu informieren.
Ich bin gespannt und frage mich ob das alles so einfach geht – Aber: gut-besser-BASICS- let’s see about that…

Aspekt:
Neues Outfit der BASICS-Reihe – statt knallig bunt etwas gedecktere Farben und im angesagten retro-look (um weniger vom Inhalt abzulenken?…)…und auch im Inneren eher gedeckte Farben, wenig herausstechendes und dadurch leider auch streckenweise etwas unübersichtlich.

Ganz ohne Ordnung gehts dann aber doch nicht – etwas spärlich gesäte Merke-Boxen und die Zusammenfassungen am Ende der Doppelseiten bringen etwas Übersicht ins Buch.

-(hier stehen auch die wirklich, wirklich wichtigen Infos, für all diejenigen, denen selbst das Basics noch zu lang ist, oder die wieder einmal zu spät angefangen haben zu lernen…)-

Da die Chirurgie doch aus eher handwerklichen Fertigkeiten besteht, werden die Texte oft durch Fotos, Schemazeichnungen und radiologisches Bildmaterial ergänzt, welche die trockene Theorie dann etwas auflockern und verdeutlichen.

Ausführliche Untersuchung:

Im Inhaltsverzeichnis zeigt sich: das Buch konzentriert sich neben den allgemeinen Grundlagen dann doch sehr auf die Abdominalchirurgie, dazu noch ein bisschen Herz, Endokrinologie, Plastische und Kinder… Einige Fächer fehlen in diesem elitären Zirkel aber völlig: Unfall-/Orthopädische Chirurgie / Gynäkologische Chirurgie / Urologie/…. Natürlich gibt es hierfür ein eigenes Basic, aber das gibt es auch für die Herzchirurgie… (Schade)

Allgemeiner Teil:

Sehr ausführlich wird darin auf die Grundregeln im OP, die verschiedenen Knoten, Instrumente, etc. eingegangen. Um es dem Leser zu erleichtern, wird alles noch einmal schön bebildert und man kann sich, zumindest theoretisch, sicher sein, dass man praktisch nichts mehr falsch machen kann…theoretisch.

Allerdings ersetzt auch die schönste Fotostory keine praktischen Fertigkeiten, die man nur durch Üben, Üben, Üben erlernen kann. Dennoch ist es auf jeden Fall eine gute Vorbereitung auf die erste OP-Famulatur, um dort nicht komplett unvorbereitet anzukommen. Zusätzlich werden hier noch diverse Krankheitsbilder erklärt und erläutert.

Spezielle Chirurgie:
Nach Krankheitsbildern gegliedert werden dann, anhand derselben, die chirurgischen Prozeduren erklärt….Mir persönlich wäre es lieber, wenn man ein Buch mal nach OP-Techniken gliedern würde, anstatt wieder den internistischen Weg zu gehen und nach Krankheitsbildern aufzubauen. Deswegen würde ich sagen, dass Buch enthält zu viel Information….aber das muss natürlich jeder selber für sich entscheiden.

Abgesehen davon ist dieser Teil deutlich übersichtlicher gestaltet und durch die vielen Bilder auch um einiges bunter. Die verschiedenen OPs werden so gut als möglich beschrieben und erklärt, aber auch hier ersetzt das keine selbst mitgemachte OP und das beständige Üben.

Fallbeispiele/Blickdiagnosen:
Sehr gut zur Wiederholung des Ganzen sind die Fallbeispiele und Blickdiagnosen, auch zum Einstieg in die jeweilige Thematik sind sie durchaus geeignet und wecken Interesse am Thema. Ausführlich wird erklärt, wo das Problem ist, was an Diagnostik gemacht wird und was dann als weiteres Prozedere folgt.

Zum Schluss dann noch ein paar wichtige Tabellen über Normwerte, den CRP-Algorhythmus und die Anatomie des Abdomens (für all diejenigen, die in Anatomie damals nicht aufgepasst haben;))

Diagnose:
Ein Buch welches einen guten Überblick über die Chirurgie gibt, gut auf die erste Famulatur vorbereitet aber dann doch etwas an der Übersichtlichkeit krankt. Außerdem sollte man von einem CHIRURGIE-BASICS erwarten, dass auch alle Teilaspekte der Chirurgie drankommen.

Ich persönlich würde hier eher auf Famulaturen zum praktischen Üben für die allgemeinen Fertigkeiten und dann die verschiedenen fächerspezifischen BASICS setzen.

Denn ein Preis von knapp 20€ ist dann doch etwas viel für dieses Buch.

„BASICS: Dermatologie“, Dorothea Terhorst,
Elsevier 4. Auflage

412Fs3Ixm5L._SX346_BO1,204,203,200_Ich studiere im 9. Semester und habe im Modul4 das Dermatologie Basics für den Derma-Unterricht und als Vorbereitung auf die Prüfung verwendet.
Allgemein: Insgesamt ein sehr überschaubares Buch mit vielen Abbildungen, was in der Dermatologie sehr hilfreich war. Wie alle Basics-Bücher, ist das Basics Dermatologie in einen Allgemeinen Teil mit 8 Unterkapiteln und einen Speziellen Teil mit 38 Unterkapiteln aufgeteilt. Danach folgen noch 5 Fallbeispiele und der Anhang mit Abbildungen und Tabellen. Insgesamt umfasst dieses Basics 158 Seiten.
Aufbau: Die Kapitel sind meist auf eine oder zwei Doppelseiten ausgelegt, sodass es wirklich sehr übersichtlich ist und auch nur die wichtigsten Inhalte enthalten sind. Wichtige Inhalte werden in umrahmten Kästen hervorgehoben (hellrot im allgemeinen Teil, hellblau im speziellen Teil). Am Ende jedes Kapitels gibt es einen farblich hinterlegten Kasten mit einer Zusammenfassung und den wichtigsten Inhalten des Kapitels. Auf jeder Seite sind Abbildungen, sowie wenn hilfreich auch verständliche Tabellen zur besseren Darstellung der Inhalte.
Inhalt: Das Basics Dermatologie vermittelt die Grundlagen der Dermatologie sehr gut und enthält das gesamte Spektrum an dermatologischen Krankheiten. Die Abbildungen waren extrem hilfreich, da es vor allem in einem Fach wie Dermatologie wichtig ist, sich unter den Krankheiten mit ihren Hauterscheinungen auch ein Bild vorstellen zu können. Vor allem zur Vorbereitung der Seminare und Bedside-Teachings ist dieses Basics sehr gut geeignet. Für die schriftliche Prüfung fand ich das Basics auch gut, allerdings musste ich manche Sachen dann auch im Internet recherchieren, da nicht genug Details in dem Buch vorhanden waren.
Fazit: Ich kann das Basics Dermatologie absolut weiterempfehlen und war damit in meinem Modul4 extrem zufrieden. Ich hätte gar nicht die Zeit dazu gehabt, ein ausführlicheres Buch durchzulesen und hatte immer das Gefühl durch das Basics einen guten Überblick über die Themen zu haben. Zusammen mit den Seminar- und Vorlesungsfolien und ein gelegentliches nachlesen im Internet, war das Basics auch eine gute Vorbereitung für die schriftliche Prüfung am Ende des Semesters.

AllEx – Alles fürs Examen

 

Das Kompendium für die 2. ÄP Band A-C, Georg Thieme Verlag, 2.Auflage 

Preis: 159,90 €

 

Allgemeines:

Für 159,90 € bietet Thieme ein Kompendium unter Berücksichtigung der Staatsexamina bis 2013. Beim Kauf der Printversion, ist eine E- Medien Freischaltung unter campus.thieme.de inklusive. Das Kompendium ist mit dem ALLEX 100 Tage Lernplaner auf Thieme Examen Online abstimmbar. Der Lieferumfang beinhaltet drei Bände im DINA4 Format (Softcover) in einer Box mit rückwärtiger Inhaltsangabe zu dem jeweiligen Buch.Inhalt:Die drei Bände Gliedern sich wie folgt:Aufbau:Die Kapitel sind Organ- und Krankheitszentriert angelegt. So findet man z.B. zum Thema Chronische interstitielle Nephritis alles Wichtige aus den Bereichen der Nephrologie, Radiologie, Pathologie und Pharmakologie. Eine farbkodierte Markierung (blau für Radio) an der Seite des jeweiligen Blocks erleichtert die Orientierung.

Der Inhalt der Kapitel ist folgendermaßen strukturiert:

  1. Definition
  2. Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Risikofaktoren
  5. Klinik
  6. Komplikationen
  7. Diagnostik
  8. Differezialdiagnosen
  9. Theraphie
  10. Prognose

In jedem Kapitel (z.B. Herz-Kreislauf-System) ist eine kurze Zusammenfassung der Grundlagen vorgeschalten. Hier bekommt der Leser einen kurzen aber prägnanten Überblick über die jeweilige Pathophysiologie und Diagnostik. Häufig vorkommende Abbildungen und Schemazeichnungen (bekannt aus der einschlägigen Thieme Literatur) erleichtern das Verständnis und lockern den Text etwas auf. Es finden sich (ganz nach Thieme Art) auch viele, zum Teil sehr ausführlich gestaltete Tabellen, also gut geeignet für „Übersichtslerntypen“. Diagnostisch/Therapeutische Algorithmen wurden von Thieme zu bestimmten Themengebieten mit aufgenommen, jedoch nicht konsequent durch alle Kapitel.Gelbe Markierungen einzelner Textabschnitte unterstreichen die IMPP- Relevanz des Inhaltes. Rote „MERKE Boxen“ heben allgemein wichtige Fakten hervor. Blaue Boxen beinhalten Definitionen.Ein 100 Tage Lernplaner befindet sich in jedem Band auf der letzten Seite.Ein Rechtsseitiger Index erleichtert die Navigation durch die Themengebiete.Vorteile: Deutliche Pluspunkte erhält der ALLEX für seine leichte Navigation, die Struktur und Übersicht. Für ein Kompendium beinhaltet er auch viele gute Bilder und Zeichnungen gerade aus den Gebieten der Radiologie und Pathologie. Das empfinde ich als einen wesentlichen Vorteil, da sie zum einen wirklich wichtig sind und zum anderen das Lernen nicht ganz so trocken gestalten. Mir gefällt auch die Aufteilung der Bände sehr gut.Da die Grundlagen und Querschnittfächer alle in Band C untergebracht sind, eignet sich dieser hervorragend als Nachschlagewerk für das gerade bearbeitete Kapitel aus z.B. der Inneren.   Die gelben Markierungen der IMPP- Relevanz sind gleich gehalten wie in der Endspurt Reihe und dadurch auch für „Endspurt Vorklinik Lerner“ leicht zu handeln. Die Markierungen finden sich auch in Bildunterschriften zu IMPP relevanten Abbildungen.  Der einzige Unterschied hierbei ist eine fehlende Gewichtung der IMPP Relevanz durch die Ausrufezeichen.Ein weiterer Vorteil ist, wie ich finde, das eigenständige Kapitel zur Chirurgie und das zur Onkologie.Diese sind z.B. in der Endspurtreihe eher in die Lernpakete integriert jedoch nicht separat aufgeführt. Im Chirurgischen Kapitel finden sich sehr viele schöne Zeichnungen zu Operationstechniken und zur Anatomie, so dass es leicht fällt die jeweiligen Schritte gut nachzuvollziehen. Einziges Manko ist das nur spärliche Vorkommen von „InSitu“ Bildern sowie die etwas kurz gehaltenen Kapitel zur Transplantations- und Neurochirurgie, was andererseits für ein Kompendium aber auch sicherlich ausreichen ist.Insgesamt lässt es sich mit dem ALLEX ganz gut auch auf Verständnis lernen. So ist vor manche Kapitel sogar noch ein kleines Propädeutikum vorgestellt was ganz klar einen ganzheitlichen Ansatz schafft und nicht nur auf reines IMPP-Fakten lernen abzielt. Die vielen Schemata und Abbildungen sowie die Algorithmen bieten hierbei ebenfalls eine wertvolle Unterstützung. Auch die Grundlagen und Querschnitts Kapitel verschaffen noch einmal eine gute Übersicht und erleichtern das Verständnis. So lässt es sich mit dem ALLEX durchaus auch auf die ein oder andere Klausur lernen.        Nachteile:Die Thieme typischen Tabellen sind zwar gut für eine Übersicht, sie sind aber auch sehr ausführlich gestaltet. Für meinen Geschmack vielleicht ein wenig zu umfangreich, sodass es zum Teil schwer fällt das wirklich Wichtige zu selektieren oder diese auswendig zu lernen. Was ich ein wenig verwirrend finde ist das Abweichen von der Struktur innerhalb der Kapitel. So kommt es vor, dass zu manchen Krankheiten der Punkt Epidemiologie fehlt oder anderweitig in den Text integriert ist.Layoutbedingt sind leider auch einige Abbildungen nicht an der Stelle zu finden an der man sie von der Textstruktur her erwarten würde, was dann wiederum ein lästiges Suchen der Abbildungen mit sich zieht. Dies stellt jedoch nur einen schwachen Kritikpunkt dar.Leider ist in dem Grundlagen- und Querschnitts Band das Kapitel der Pharmakologie etwaskurz. Hier findet man zwar das Nötigste es dürfte allerdings auch etwas mehr sein.Ganz nett wäre auch noch eine Übersicht mit Laborwerten und Normalwerten oder auch eine Übersicht zu Klinischen Zeichen am Anfang oder am Ende der Bände auf den Coverseiten. Diese findet man im ALLEX leider nicht.Fazit:Für 159,90€ biete der ALLEX doch recht viel und ist stellenweise ausführlicher als z.B. die Endspurtreihe für 30€ mehr. Allerdings ist der ALLEX wohl auflagebedingt in Punkto Aktualität der IMPP Fragen ein wenig hinterher. So schenken sich die Beiden Inhaltlich also nicht wirklich viel. Man muss auch berücksichtigen, dass die Endspurtreihe durch die einzelnen Hefte im Unialltag viel Handlicher ist als ein großer Band des ALLEX. Dafür ist der ALLEX eben etwas Günstiger und ein wenig Umfangreicher. Für die Examensvorbereitung sind beide gleich auf. Wenn man auch auf Klausuren lernen will, würde ich mich eher für den ALLEX entscheiden.   

 
 
 

mediscript StaR, Elsevier,  1. Auflage, Angstwurm, Kia

Allgemeines:08852bb72b
Der Ersteindruck: imposant. Zwei Lehrbuchbände in einer Box mit 1000 bzw. 1300 Seiten zzgl. Anhang – macht im Bücherregal durchaus was her. Vor dem inhaltlichen Aspekt, kurz etwas zur Entstehungsgeschichte. Thomas Kia, der Herausgeber, hat bereits den EXAPLAN geschrieben. Nachdem die EXAPLAN-Reihe etwas in die Jahre gekommen ist, gibt es jetzt die überarbeitete Version unter dem Titel „mediscript StaR“ (Erstausgabe 2012). Coautor ist unser PD Dr. M. Angstwurm aus der Med. Klinik Ziemssenstraße. Großer Kritikpunkt am EXAPLAN waren die nicht mehr zeitgemäßen Inhalte (vor allem Innere Medizin), die laut Verfassern aus aktuellen Lehrbüchen (Erstauflagen von 2008, 2011) entnommen und damit erneuert wurden. Auch die Ausrichtung auf das HEX wurde überarbeitet und die Inhalte der letzten Examina integriert.
Alle Examensinhalte sind in insgesamt 32 Kapitel unterteilt. Die Kapitelgröße schwankt je nach Gebiet zwischen 50 und 120 Seiten. Ganz zu Anfang jedes Kapitels findet sich ein Kästchen, in dem in Stichpunkten die Prüfungsschwerpunkte im Examen aufgelistet sind. Das soll dabei helfen, ein Gefühl für die Relevanz des Themas zu bekommen und hilft beim Setzen entsprechender Lernschwerpunkte. Anschließend wird noch einmal kurz die Vorklinik (Anatomie und Physiologie) rekapituliert und auf Anamnese, körperliche Untersuchung und Diagnostik eingegangen. Der Großteil der Kapitel behandelt die HEX-relevanten Themen. Prüfungsrelevante Themen werden mit einem blauen Rand markiert, zusätzlich finden sich regelmäßig Tabellen, Info-Boxen (Pharma- und Chirurgie-Info) mit passenden Exkursen und kurzen Merksätzen. Im Vergleich zum EXAPLAN wirken die Inhalte leicht gekürzt und besser strukturiert. Wer allerdings eher mit Stichpunktlisten (im Sinne der „last minute“-Reihe) arbeitet, der sollte sich nach einer Alternative umschauen. Der Stoff ist inhaltlich klar strukturiert und ist mit gängigen Lehrbüchern vergleichbar. Das heißt, dass es ausführlicher ist als ein Kurzlehrbuch und knapper als ein Fachwälzer. Wer das gesamte aktuelle Prüfungswissen in moderatem Umfang in einem Werk haben möchte, ist hier genau richtig. Bleibt nur noch offen, ob man ein solches Werk überhaupt braucht. Die Frage sollte sich jeder stellen. Fakt ist, dass sich das HEX auch problemlos mit herkömmlichen Fachbüchern bestehen lässt und der Preis lässt einen doch zweimal über einen Kauf nachdenken.

Fazit:
Alles in allem ein solides Repetitorium, das durchaus überzeugt. Gut um einen soliden Überblick über den Stoff zu erhalten, nichts für Leute, die gerne in die Tiefe gehen. Wer das Geld hat und die Möglichkeit, alles in einem Band zu lernen, schätzt, kann gerne zugreifen, alle anderen sollten ihr Geld lieber in den Urlaub investieren.

Preis: 149,99€

Die beiden Werke „Exaplan“ und „Hammerexamen“ waren bis jetzt die Standardwerke für die Examensvorbereitung. Neu hinzugekommen ist nun das Mediscript StaR. Da ich selbst bald ins PJ komme und das Hammerexamen somit näher rückt, habe ich mich entschlossen, dieses neue Werk zu erwerben.

Umfang:
Der erste Eindruck der zweiHardcoverbände mit jeweils gut 1000 Seiten mit inkludiertem Zugang zur Mediscript-Lernwelt wirkt gut verarbeitet und solide. Band 1 beschäftigt sich vor allem mit internistischen Themen, die letzten 100 Seiten teilen sich Allg. Pharmakologie/Pathologie, Hygiene und bildgebende Verfahren. Alle anderen Fächer finden sich in Band 2.

Design und Organisation:
Beim ersten Durchblättern fiel mir auf, dass StaR recht übersichtlich erscheint: Der Text ist zweispaltig, Überschriften sind klar zu erkennen, der weitere Text ist sehr oft in kurzem, stichwortartigen Stil gehalten. Am Anfang eines neuen Kapitels werden prüfungsrelevante Themen mit +++,++,+ aufgelistet. Besonders wichtige Abschnitte sind mit einem blauen Balken am Rand markiert. Zusätzlich gibt es „Merke-Kästen“ und „Info-Kästen“ (Pharma, Patho, Radio, Chirurgie). Tabellen und Abbildungen sind auf den ersten Blick ausreichend vorhanden.

Die folgende Beschreibung bezieht sich auf Band 1, Kapitel 1.6, Akutes Koronarsyndrom, das ich bis jetzt Probe gelesen habe: Der Aufbau in Symptome, Ätiologie/Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie und Komplikationen überrascht wenig und macht Sinn. Mit meinem Vorwissen war das Kapitel (angemessen) komplett (soweit ich das beurteilen kann) und ohne Probleme verständlich, wenn auch die Informationsdichte natürlich sehr hoch ist. Abbildungen zu den unterscheidbaren Stadien im EKG, den Serumenzymen sowie Tabellen zur Infarktlokalisation, Fibrinolyse und ein Pharma-Info Kasten vervollständigen das Kapitel. Rechtschreibfehler oder falsche Abbildungsverweise fielen mir keine auf (positiv bei einer Erstausgabe).

Fazit:
Auf den ersten Blick wirkt das neue StaR übersichtlich, frisch und gut organisiert mit einer angemessenen Anzahl an Abbildungen. Das Probekapitel war für mich gut verständlich und inhaltlich absolut ausreichend. Ich bin froh, dieses Buch zu besitzen und damit arbeiten zu können. Einen Vergleich zu Alternativen wie Exaplan und Hammerexamen konnte ich zwar noch nicht durchführen, allerdings muss wohl auch jeder selbst entscheiden, welcher Stil ihm besser liegt.
Vepackt in 2 dicken Bänden mit einem symbolisch wertvollen Cover – der gesamte Stoff des Medizinstudiums – beziehungsweise das, was wir am Ende desselben fürs HEX können müssen…also was is dran und drin und was kann das Ganze:

Erster Eindruck:
das Ganze kann ziemlich viel…Handliches Format, welches in jede Tasche passt, nicht zu schwer und auch noch in einem praktischen Pappschieber…:)
Durchdacht strukturierte 2 Bände – einmal Innere, Pharma, Hygiene – im anderen Chirurgie, Ortho und die sog. “kleinen” Fächer.
Alle Kapitel sind detailiert gegliedert, so dass man auch gezielt die einzelnen Krankheitsbilder/Techniken/etc. nachschlagen und lernen kann.
Für Abwechslung im Text sorgen die farblich abgesetzten Merke-Boxen (sinnvoll als solche deklariert!!), Tabellen und so viele Bilder wie möglich, welche die Inhalte sinnvoll ergänzen. Denn schließlich soll es ja auch kein Atlas/Bilderbuch sein sondern ein Repetitorium.

Kapitel:
Vor jedem Kapitel: Prüfungsschwerpunkte mit +++/++/+ Bewertung, um besonders wichtige Prüfungsthemen fürs Examen hervorzuheben.
wirklich wichtige Inhalte der jeweiligen Fächer werden mit einem blauen Balken am Rand markiert, so dass man auch mit weniger Zeit noch die wichtigsten Themen erkennen und durcharbeiten kann.
Über die blauen Infoboxen werden die Inhalte dann auch untereinander vernetzt, so dass man am Ende ein gesamtheitliches medizinisches Konzept fürs HEX erarbeitet hat.
Der Text ist kurz und streckenweise auch in Stichpunktform gefasst, was aber nicht nachteilig ist und die relevanten Inhalte dadurch nur deutlicher macht.

Wermutstropfen:
Manche Texte sind gefühlsmäßig etwas zu knapp gehalten. Die “fehlenden” Inhalte finden sich dann aber in einer Info-Box wieder. So z.B. bei einigen Pharma-Kapiteln.
Streckenweise finden sich Abbildungen/Texte aus der ähnlich knapp gehaltenen BASIC-Reihe (liegt wohl daran, dass diese z.T. die gleichen Autoren haben)

Fazit:
Das mediscript StaR bietet eine fachlich überzeugende, übersichtliche und so detailiert wie nötige Examensvorbereitung. Vor allem für die visuellen Lerner unter uns wird dieses Werk sicher einen festen Platz im Regal bekommen.
Für alle LMU-Medizinstudenten ist das Werk sowieso zu empfehlen, da es sich ja auch an der “hauseigenen” LMU StaR – Repetitorien-Vorlesungsreihe orientiert.
Kostenpunkt 149,99€ – aus meiner Sicht ein fairer Preis für das gesammelte und komprimierte Wissen aus 10 Semestern Studium.

 
 
 
 

Rezension Mediscript StaR, 19. September 2014
Elsevier 2.Auflage Matthias Angstwurm & Thomas Kia

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Das Mediscript StaR umfasst 21 Bände einen Register und einen 100 Tage Lernplan. Die Bände sind einzeln und sind zwischen 40 (Humangenetik) bis 200 Seiten à Din A5 lang. Das Kompendium richtet sich „nach den IMPP- Schwerpunktthemen“ und soll so eine optimale Vorbereitung für das 2. Staatsexamen sein.
Aufbau & Inhalt
1. Kardiologie, Angiologie
2. Hämatologie, Hämatoonkologie
3. Immunologie, Pneumologie
4. Gastroenterologie
5. Endokrinologie, Stoffwechsel und Ernährung
6. Nephrologie, Wasser- und Elektrolythaushalt, Rheumatologie
7. Infektiologie, Mikrobiologie
8. Allgemeinen und klinischen Pharmakologie,allg. Pathologie,Hygiene
9. Bildgebende Verfahren, Chirurgie
10. Orthopädie, Unfallchirurgie
11. Neurologie
12. Psychiatrie u. Psychosomatik
13. Gynäkologie u. Geburtshilfe
14. Pädiatrie
15. Humangenetik
16. Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie
17. Urologie
18. HNO
19. Augenheilkunde
20. Dermatologie
21. Allgemein-, Rechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Statistik
Registerheft mit 100 Tage Lernplan
Am Anfang eines Kapitels gibt es „IMPP-Hits“: Hier wird angegeben, wie oft welches Teilgebiet abgefragt wurde. In den Kapiteln selbst sind bereits abgefragte Inhalte gelb hinterlegt. Wichtige Zusammenhänge werden gesondert nochmal in roten Kästen hervorgehoben.
Die Fächer Chirurgie, Pathologie, Pharmakologie & Radiologie werden in „ integrativen Kästen mit Zusatzinfos“ zu den jeweiligen Kapiteln abgehandelt.
Beispiel Kapitel aus der Kardiologie
Zuallererst gibt es eine Wiederholung in Anatomie und Physiologie. Hier geht es unteranderem um Herzkranzgefäße, was sind Aktionspotentiale und wie funktioniert das Reizleitungssystem am Herzen? Anschließend werden kardiologische Leitsymptome und die Kardiologische Diagnostik vom Thoraxschmerz, über EKG bis zur Myokardbiopsie erklärt.
Das Kapitel „Koronare Herzkrankheit“ ist exemplarisch wie auch die anderen Kapitel in diesem Repititorium untergliedert in:
 Klinik
 Ätiologie und Pathogenese
 Diagnostik
 Therapie
 Ggf. Komplikationen, Formen, Stadien (bei anderen Kapiteln)
Der Text ist in Prosa als Fließtext in zwei Spalten pro Seite geschrieben. Wichtige Einteilungen sind Fett hervorgehoben. Ergänzend gibt es Tabellen, Zeichnungen, Fotos & Schnittbilder (alles in Farbe).
Mir hat gut gefallen, dass die Kapitel einfach geschrieben und gut zu verstehen sind. Es wird das Nötigste abgehandelt und nicht so sehr in die Tiefe gegangen. Beim Lesen waren die Abbildungen etc. abwechslungsreich und haben dazu beigetragen, die Kapitel schnell durch zu arbeiten. Es ist einfach gut optisch aufgebaut und angenehm zu lesen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit den 100 Tage-Lernplan mit Kreuzprogrammen von Amboss oder Thieme abzustimmen.
Leider fehlt mir an dem Repititorium das differentialdiagnostische Denken. Bei der Angina Tonsillaris bei Streptokokken wurde zum Beispiel gar kein Verweis auf ähnliche Erkrankungen gegeben. Gerade diese integrativen Fakten helfen mir aber die einzelnen Erkrankungen besser voneinander zu unterscheiden und erleichtern mir Zusammenhänge und spezifische Symptome zu verstehen als sie lediglich einzeln auswendig zu lernen. Nicht unerheblich ist auch der stolze Preis:
149,99€ als Buch
oder
119,99€ als eBook
Letztendlich ist es ein gutes Repititorium, mit dem man sowohl im Studium als auch für das Staatsexamen lernen kann. Es ist sicherlich kein Nachschlagewerk und an einigen Stellen lückenhaft – dennoch hat es die wichtigsten Informationen einfach, anschaulich und prägnant zusammengefasst. Abschließend muss man sich auch entscheiden, ob man eher am PC lernt und schnell noch einen Link öffnet oder ob man entspannt auf der Couch liegt und gemütlich auf klassische Weise lernt.
Ich selbst bin gerade im 100 Tage-Lernplan für das Examen und habe festgestellt, dass ich Online besser lernen kann als mit den Büchern.

 
 
 

„Checkliste Chirurgie“, Thieme Verlag, 11. Auflage (September 2016)

Ich studiere im Moment im 11. Semester und bereite mich gerade auf das schriftliche Examen vor. Die Checkliste Chirurgie habe ich als Nachschlagewerk beim Chirurgie lernen benutzt, vor allem um einen praktischeren Blick auf die Krankheitsbilder und Therapien zu bekommen, als es von Amboss geboten wird.

Allgemeines und Aufbau: Die „Checkliste Chirurgie“ ist ein sehr kompaktes Buch, welches auf die Praxis orientiert ist und sich gut für ein Blockpraktikum, eine Famulatur oder das Chirurgie-Tertial im PJ eignet.

Das Buch hat insgesamt 892 Seiten und ist durch eine farbliche Seitenkodierung sehr übersichtlich in vier Teile gegliedert: Grau für die Grundlagen, Grün für Notfallmanagement, Blau für die Chirurgischen Krankheitsbilder und Rot für die Operationslehre.

Diese einzelnen Teile sind nochmal in Unterkapitel eingeteilt, sodass ein schnelles nachschlagen immer gut möglich ist.

Inhalt: Die Grundlagen befassen sich mit gezielter Anamnese und körperlicher Untersuchung, dem Alltag auf einer chirurgischen Station, sowie Arbeitstechniken die in der Chirurgie gebraucht werden und perioperative Maßnahmen. Unabhängig von der Art der Chirurgie, in der man gerade tätig ist, sind dies sehr wertvolle Grundbausteine, die oft von einem Medizinstudenten auf Station erwartet werden aber nicht immer von den Ärzten ausführlich beigebracht werden. Vor allem die schematischen Abbildungen sind da sehr hilfreich.

Der Notfallmanagement-Teil gibt in einer übersichtlichen Art und Weise nochmal alle essentiellen Informationen, sodass man sich nach dem Durchlesen auch im Schockraum und mit Notfallmaßnahmen gut auskennt.

Am umfangreichsten ist sicherlich der Teil der chirurgischen Krankheitsbilder, der sehr klar gegliedert ist in die unterschiedlichen Körperteile bzw. Organsysteme, sodass man hier auch immer gezielt je nach Schwerpunkt nachlesen kann. Die Krankheitsbilder sind wirklich gut und strukturiert dargestellt, mit vielen Zeichnungen und übersichtlichen Tabellen.

Schlussendlich bietet der Teil zur Operationslehre einen sehr praktischen Einblick in die Chirurgie, mit ausführlichen Erklärungen sowohl zu den Basics wie chirurgische Naht und chirurgische Instrumente, als auch die einzelnen Schritte in unterschiedlichen Operationen.

Dem Sachverzeichnis ganz am Ende, wodurch man sehr schnell Themen zum Nachschlagen findet, schließt sich noch eine Tabelle mit Laborwerten und Normbereiche an, sodass man diese auch immer parat hat.

Fazit:

Inzwischen handelt es sich um die 11. Auflage aus 2016, sodass die Inhalte sehr aktuell sind. Es ist auf jeden Fall vielseitig anwendbar, sowohl für Prüfungen (in dem Fall vor allem der Teil zu den Krankheitsbildern), als auch für Praktika.

Insgesamt ein wirklich tolles Buch, das alle Grundlagen zur Chirurgie, die man sich als Medizinstudent für die Praxis wünschen kann, umfasst. Trotzdem ist es gleichzeitig sehr kompakt, sodass man es gut mit auf Station dabei haben kann und sogar in der Kitteltasche verstauen kann und immer parat hat. Darüber hinaus ist es sicherlich weiterhin in der Assistenzarztzeit gut anwendbar, sodass sich die Investition noch mehr lohnt, wenn man in die Richtung gehen möchte.

 
 
 

Leitsymptome, Annemarie Heilmann, 7. Auflage, Elsevier Verlag 

Das Buch „Leitsymptome“ von Annemarie Hehlmann, erschienen im Elsevier Verlag, in der 7. überarbeiteten und erweiterten Fassung gibt einen systematischen Überblick über die Differenzialdiagnosen der gängigsten Leitsymptome.Mit dem Leitsymptom „Akutes Abdomen“ können die meisten Mediziner etwas anfangen, doch wo fängt man an, wenn der Patient über Hypertrichose oder Fieber klagt?

Auf ca. 440 Seiten, behandelt das Buch fast alle Leitsymptome aus den verschiedensten Fachrichtungen und gibt Tipps zu Untersuchung und Diagnostik.

POSITIV:

Sehr übersichtlicher Aufbau und gute Struktur, die Symptome sind alphabetisch sortiert und folgen immer dem gleichen Aufbau, bestehend aus Definitionen, Ursachen, Differentialdiagnosen und Diagnostik. Die Diagnostik wiederum unterteilt sich in Anamnese, Klinik, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren. Auch wird immer wieder klinisches Zusatzwissen, wie Krankheitsstufen, typische Laborkonstellationen und Vorschläge zum Patientenmanagement eingebaut. Auf der letzten Seite bekommt man nochmal eine kompakte Übersicht über Normalwerte im Labor. Sachlich und fachlich ist es auf dem neuesten Stand der Medizin.

NEGATIV:

Das Buch ist definitiv ein Werk zum Nachschlagen. Es enthält keine Abbildungen und ist in Stichpunkten verfasst, so dass es sehr anstrengend wäre, es von Anfang bis Ende durchzuarbeiten. Für mich stellt sich die Frage, ob ich, wenn ich schon ein Buch mit Leitsymptomen zum Nachschlagen anschaffen möchte, nicht lieber auf die großen Standardwerke wie Siegenthaler’s Differentialdiagnose zurückgreifen möchte, oder mit dem Internet arbeite.

FAZIT:

„Leitsymtpome“ hat inhaltlich viel zu bieten, kann sich aber meiner Meinung nach nicht zwischen Nachschlagewerk und Kitteltaschenlektüre entscheiden. Für 28.99€ eine Investition, die man sich gut überlegen sollte.

Zum Nachschlagen sicherlich gut, aber für die Kitteltasche für mich persönlich viel zu dick! Das Buch in Form einer App wäre da sicherlich sehr praktisch

 

 
 
 

Endspurt Klinik Skriptenreihe

Komplettpaket: 179,99€, 1. Auflage

Weiter Information: siehe www.thieme.de

Die Endspurt Klinik Reihe enthält 20 Bänder (zu jeweils ca. 100 – 200 Seiten) mit insgesamt 90 Lernpaketen. Jedes Skript kann man auch zu einem Einzelpreis von 12,99 € erwerben. Bei Kauf des Komplettpakets lässt sich dadurch allerdings einiges sparen. Das Kompendium baut auf den IMPP Schwerpunktthemen der letzten Jahre (seit 2006) auf und bietet durch den Aufbau eine gute Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen. Die Skripten sind aber auch ausreichend genug, um einzelne Fächer für das Studium in der Klinik zu lernen, was empfehlenswert sein könnte, da man sich bei späterem Durcharbeiten zum Examen durch den Wiedererkennungswert viel Zeit ersparen würde.

 

 

1.) Aufbau und Struktur:

20 Bänder:

 – Innere und Chirurgie (6 Bänder)

  1. Herz-Kreislauf System, Gefäße
  2. Blut, Blutbildung, Atmungssystem
  3. Verdauungssystem, Abdomen
  4. Endokrines System, Stoffwechsel, Niere, Wasser, Elektrolyte
  5. Immunsystem, Rheumatologie, Infektionserkrankungen
  6. Onkologie und chirurgisches Grundwissen

 – Klinische Fächer (8 Bänder)

  1. AINS
  2. Orthopädie, Unfallchirurgie
  3. Gynäkologie, Geburtshilfe
  4. Pädiatrie
  5. Urologie, Dermatologie
  6. HNO, Augenheilkunde
  7. Neurologie
  8. Psychiatrie, Psychosomatik

 – Übergreifende Fächer (6 Bänder)

  1. Anamnese, Leitsymptome
  2. Pharmakologie
  3. Hygiene, Mikrobiologie
  4. Pathologie, Radiologie, Klinische Chemie
  5. Rechtsmedizin, Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, Toxikologie
  6. Querschnittsfächer (Allgemeinmedizin, Medizin des Alterns, Palliativmedizin, Prävention, Rehabilitation, Gesundheitsökonomie,

Epidemiologie, GTE)

 

Sofort auffallend ist, dass Pharmakologie und Radiologie (trotz eigenen Skripten), spezielle Pathologie und auch Chirurgie im jeweiligen Krankheitsbild integriert sind, was ich als sehr angenehm empfand und mir das Erkennen und Verknüpfen von Zusammenhängen erleichterte.

Die Skripten sind in ganzen Sätzen mit reinem Prosatext geschrieben und über Überschriften zu den jeweiligen Kranheitsbildern in Kapitel unterteilt. Die meisten Krankheitsbilder sind über folgende klinisch übliche Struktur übersichtlich gegliedert:

– Definition

– Epidemiologie

– Ätiologie

– Pathogenese

– Klinik

– Komplikation

– Diagnostik

– Schweregradeinteilung

– Therapie

– Prognose

Symptome, Komplikationen oder z.B. aufgezählte Laborwerte (Diagnostik) werden sehr oft durch Aufzählungszeichen nacheinander übersichtlich aufgelistet.

Neben dem Text  finden sich zahlreiche Tabellen, Bilder und farbliche Kästchen, die den Text auflockern und nützliche Information liefern.

Die Lerntippkästen (grün) zwischendurch ziehen einen direkten Bezug zu den IMPP Fragen mit Merkhilfen wie Eselsbrücken oder Tipps/Hinweise, wie IMPP Fragen zu einem Thema bisher meist gestellt hat (Schlüsselwörter). Manchmal sind diese Tipps sehr nützlich, öfter aber auch unnötig, da bereits im Text kurz vor den Kästchen die abgefragten IMPP Inhalte gelb markiert und klar dargestellt werden. Es finden sich auch immer wieder solche Kästchen mit Lerntipps allgemeiner Natur, welche unabhängig von bisher gestellten Examens Fragen sind und auf wichtiges klinisches Wissen hinweisen sollen.

Die roten Praxiskästchen enthalten interessante Tipps/ Fakten, die man später im klinischen Alltag brauchen kann. Dadurch sind sie für das reine IMPP Lernen teilweise überflüssig; für diejenigen, die mit den Endspurt Bändern auch für die regulären Prüfungen vor dem Staatsexamen lernen wollen, aber auf jeden Fall spannend und nützlich, um Zusammenhänge zu erkennen.

Gelb hinterlegt sind alle Fakten, die in Fragen bereits eingebaut wurden (seit 2006). Da allerdings die neu gestellten Fragen (welche nach dem Herauskommen des Skripts gestellt wurden) natürlich nicht in einer älteren Auflage markiert sein können – aufpassen! Am Ende eines jeden Kapitels findet man außerdem das gelbe „Prüfungshighlights“ Kästchen, in welchem nochmal alle diese in den Examina  abgefragten Facts aufgezählt werden. Die Anzahl der Ausrufezeichen zeigt an, wie oft das Thema bisher vom IMPP abgefragt wurde:

– 1 Ausrufezeichen (!): Bisher eine Frage dazu

– !! 2 – 3 Fragen

– !!! Thema wurde mind. 4x abgefragt

Die gelbe Markierung und das Prüfungshighlight Kästchen helfen, das Relevante rauszufiltern und geben einen Hinweis, wo man einen Lernfokus legen und mehr Zeit investieren sollte.

 

2.) Optik:

Die Skripten mit Format Din A4 liegen gut in der Hand und  sind durch das gesamte Layout übersichtlich und auch grafisch sehr ansprechend dargestellt. Blau hinterlegt und dadurch klar auffindbar sind alle Überschriften und Unterkapitel eines jeweiligen Themas. Dick hinterlegt findet man im Text immer wieder  Stichworte, die auch das Wiederauffinden von Key Facts erleichtern. Die Kapitel sind durch die farblichen Kästchen und Bilder aufgelockert und sorgen dadurch für eine gute Abwechslung und ein leichteres Durcharbeiten. Manche Bilder/ Grafiken sind teilweise für das Examen nicht unbedingt essentiell, erleichtern allerdings das Lesen und Verständnis. Alle Kapitel sind einheitlich gegliedert und strukturiert, so dass man gezielt die einzelnen Krankheitsbilder leicht über das Sachverzeichnis am Ende eines jeden Skripts nachschlagen kann.

 

3.) Lernpakete:

Insgesamt bietet die gesamte Endspurt Reihe 90 Lernpakete, was 90 Lerntagen entsprechen soll. Das Durcharbeiten der einzelnen Skripten ist allerdings sehr stark variabel vom Vorwissen und dem individuellem Lernverhalten, wodurch sich die Lerngeschwindigkeit stark unterscheiden kann. Die Lernpaketgröße schwankt teilweise sehr. Manche sind mit ca. 15 Seiten knapp und überschaubar, andere Lernpakete mit 30 bis sogar 50 Seiten allerdings für einen Lerntag auch schonmal überfordernd und die Informationsdichte dadurch dementsprechend hoch. Daher empfiehlt es sich, individuell nach Lerngeschwindigkeit auch mal ein paar zusätzliche Seiten eines anderen Lernpakets an einem Lerntag vorzuziehen, um an einem anderen Tag Zeit einzusparen. Auf der anderen Seite spiegelt die Länge eines Lernpakets dementsprechend die Wichtigkeit (IMPP Relevanz) der dort aufgeführten Themen;  weniger Seiten/ Stoff bei wichtigeren Themen, die man dafür besonders gründlich lernen sollte.

Möchte man nach dem Durcharbeiten nochmal alles wiederholen, bzw. lernfreie Tage einplanen, was aufgrund der Lernmenge empfehlenswert ist, sollte man nochmal ein paar extra Lerntage zusätzlich einplanen.

Insgesamt sind die Lernpakete sehr detailliert und ausführlich, für das Staatsexamen teilweise vielleicht auch zu ausführlich, aber dafür wird man nicht das Gefühl haben, dass etwas zu einem Kapitel fehlt. Es empfiehlt sich, beim Lernen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ggf. mit einem Textmarker seine Schwerpunkte zu setzen.

Thieme hat für seine 20 Skripten Reihe online einen individuellen Lernplan erstellt. Aber aufpassen: Online findet man den ALLEXX! Lernplan, der nicht mit den Skripten kongruent bzw. vereinbar ist. In den ALLEXX Bändern sind Chirurgie wie auch onkologische Krankheitsbilder teilweise in separaten Kapiteln (und nach Fächern geordnet). In Endspurt ist dies aber in den jeweiligen Skripten bereits integriert, daher muss man diese Fächer auch nicht nochmal separat lernen.

Ich würde mich freuen, wenn Thieme auch für die Endspurt Hefte einen übersichtlichen Lernplan online stellt und für den bereits existierenden Plan eine Beschreibung auf ihrer Homepage, dass dieser nur für die ALLEX Reihe gilt, ergänzt.

Abschließend meine (subjektiv eingeschätzte) Einschätzung und Empfehlung, wie viele Lerntage man für die jeweiligen Skripte aufwenden sollte, bzw. in welchem Ablauf man manche Skripten vorziehen könnte:

Das Skript 15 mit den Leitsymptomen und Anamnese bzw. Skript 18 mit Klinischer Chemie würde ich passend mit den anderen Skripten zu den jeweiligen klinischen Fächern zusammen lernen. Für die restlichen Seiten aus Skript 15 reicht dann ein weiterer Lerntag, den man gegen Ende einplanen kann.

Für die Inneren Skripte empfehle ich, genügend Zeit einzuplanen. Skript 1, 2, 3 und 4 haben jeweils 7 Lernpakete. Eventuell ist es möglich, diese Skripten in bereits 6 Tagen auszuarbeiten, wenn man manche Themengebiete in einem anderen Lerntag vorzieht (absolut schaffbar!). Skript 5 würde ich parallel mit Skript 17 (Hygiene und Mikrobiologie) lernen und auch die insgesamt 8 Lernpakete (6 + 2) in 7 Tagen durcharbeiten. Skript 17 hat ohnehin weniger IMPP relevante Inhalte. Definitiv nicht zu viel Zeit damit verbringen!

Mit dem Skript 6 zu Onkologie und Chirurgie hatte ich persönlich einige Probleme, mir ein passendes Konzept zu überlegen. Für dieses Skript ist nur 1 Lerntag (80 Seiten!) eingeplant, Chirurgie und Onkologische Krankheitsbilder sind allerdings auch bereits in den anderen Innere Skripten integriert. Ich empfehle hier dennoch 4 Tage einzuplanen und ggf. nochmals die chirurgischen Themen für 2 Tage aus den vorigen Skripten zu wiederholen. Da die Krebserkrankungen immer passend zu den jeweiligen Themen in den vorigen Skripten behandelt werden, kann man für die restlichen Seiten zur Onkologie einen Tag einplanen. Außerdem wäre es ratsam, Pathologie und Radiologie aus Skript 18 in diesen bei Onkologie zu integrieren (2  Lerntage). Dadurch ergeben sich für Skript 6 und 18 insgesamt 4 Lerntage.

Bei den restlichen klinischen Fächern und Skript 16 (Pharmakologie) ergibt sich meines Erachtens kein Problem mit den Lernpaketen/ Lerntagen. Die Seitenanzahl und der resultierende Stoffumfang für ein Lernpaket passen absolut.

Skript 19 und 20 sind mit 2 und 3 Lernpaketen, aber einer Unmenge an Stoff, nicht schaffbar. Hier auf jeden Fall jeweils einen extra Lerntag einzuplanen.

Hier eine Übersichtstabelle:

– Skript 15 immer zu den jeweiligen Themen vorziehen, restliche Themen an einem Tag durcharbeiten

– Skript 18 Klinische Chemie zu den jeweiligen Themen vorziehen

– Skript 18 Pathologie und Radiologie mit Skript 6 zu Onkologie vorziehen

– Skript 17 Hygiene, Mibi mit Skript 5 (1 Lerntag ausreichend)

Letztendlich ist es jedem selber überlassen, in welcher Reihenfolge und in welchen Umfang man seine Lerntage gestalten will.

 

4.) Negatives:

Wie bereits weiter oben erwähnt, sind die einzelnen vorkonzipierten Lernpakete vom Umfang sehr variabel. Dies kann einerseits manchmal sehr frustrieren und demotivieren, wenn man mit seinem 8 Stunden Lerntag nicht mehr zurecht kommt, manchmal ist man aber auch über das „schnellere“ Durcharbeiten an einem anderen Tag überrascht, was wiederum motivierend sein kann.

Ich hatte in keinem einzigen Kapitel das Gefühl, dass etwas zu unausführlich oder knapp gehalten wurde, eher im Gegenteil. Die zahlreichen Tabellen (z.B. zu Differentialdiagnosen oder Aufzählung vieler verschiedenen Subtypen einer Krankheit) wirken manchmal abschreckend/ überladend, bzw. zu ausführlich und verleiten eher dazu, diese überhaupt nicht anzuschauen. Diese Tabellen helfen allerdings, differentialdiagnostisch zu denken, was schlussendlich beim Kreuzen und später in der Klinik relevant ist. Oft findet man hier Vergleiche bzw. einen Verweis zu ähnlichen Krankheitsbildern.

Was man einerseits als negativ werten könnte, muss man hierbei thieme hoch anrechnen: Auch nicht „relevante“ (von IMPP abgeprüfte) Krankheitsbilder werden vollständigkeitshalber aufgelistet. Es bleibt so jedem selber überlassen, ob man diese Themen auslassen möchte, oder dennoch sicherheitshalber drüber lesen sollte.

 

Sehr oft werden Symptome mit Fachbegriffen beschrieben. Wer also die einzelnen Fremdwörter nicht passend zuordnen kann, ist auf Google angewiesen. Dies ist allerdings ein Problem, welches man bei den meisten Lehrbüchern haben wird.

 

Wer nur mit den einzelnen Skripten lernt (z.B. für Prüfungen in der Klinik), wird öfters enttäuscht werden, da manche Themen nur mit Überschriften erwähnt werden und auf ein anderes Skript verwiesen wird (z.B. bei Kinderherzchirurgie und kardiologischen Fehlbildungen nicht im Kardiologie Skript, sondern Verweis auf das Pädiatrie Skript, etc.).

Die letzten Bänder (Skript 18, 19 und 20; Querschnittsfächer und kleinere Fächer wie z.B. Epidemiologie, Radiolologie, Geriatrie, etc.) sind laut konzipierten Lernpaketen und der entsprechenden Seitenanzahl meines Erachtens nicht schaffbar. Für das Skript 18 (Radiologie, klinische Chemie und Pathologie) sind z.B. für insgesamt ca. 130 Seiten nur 2 Lerntage konzipiert. Man sollte für diese Skripten 1-2 zusätzliche Tage einplanen und diese bereits bei Erstellung seines Lernplans vorher einplanen.

Das Skript 15 zu Anamnese und Leitsymptome soll laut thieme Lernplan jeweils mit den vorigen Skripten den Themen entsprechend durchgearbeitet werden, ansonsten wäre es mit nur 2 Lerntagen und ca. 200 Seiten auch relativ schwer schaffbar, diese Seitenzahl zu stemmen. Dieses Skript würde ich zum mündlichen Examen bzw. während des PJ’s  auf jeden Fall empfehlen, um im differentialdiagnostischen Denken fit zu werden. Für das schriftliche Examen kann man es allerdings meiner Meinung auch mit gutem Gewissen auslassen, bzw. komprimiert an einem Tag nur die gelb markierten Textteile durchlesen, da es sich um eine Wiederholung der bereits gelernten Krankheitsbilder handelt und dank des Informationsreichtums überfordernd sein kann. Selbiges gilt auch für Skript 17 zu Hygiene und Mikrobiologie. Beim Durchblättern beider Skripten fällt einem schnell auf, dass das IMPP in diesen Kapiteln fast noch nie etwas abgefragt hat, daher auch generell die Frage nach der Relevanz dieses Skripts.

 

5.) Weiteres:

Thieme bietet zur Examensvorbereitung zu seinen Skripten auch die Möglichkeit, die jeweiligen Lernpakete auch passend online zu kreuzen. Ich entschied mich, den Universitätszugang zu nutzen und auf Amboss den jeweiligen Lerntag zu kreuzen, was ebenfalls super funktioniert hat.

 

Vergleicht man das ALLEX Kompendium und die jeweiligen Endspurt Skripten, fällt auf, dass Thieme das Layout, die Struktur und den Inhalt des ALLEX’ im Grunde größtenteils in der Endspurt Reihe übernommen hat. Daher handelt es sich bei den Endspurt Bändern zwar um die erste Auflage, der stoffliche Inhalt ist aber im Grunde bereits über die Auflagen der ALLEX Reihe „korrigiert“ worden und daher bis auf ein paar Rechtschreibfehler auch relativ fehlerfrei und verlässlich.

Die ALLEX Bänder sind um 20€ günstiger als die Endspurt Reihe, doch gefiel es mir besser, aus einzelnen Skripten zu lernen und diese nach erfolgreichem Durcharbeiten (gedanklich) vorerst mal weglegen zu können. Außerdem sind die dünnen Endspurt Skripten handlicher und vom Gewicht leichter als eines der drei ALLEX Bänder und dadurch für den Unialltag leichter zu transportieren und praktikabler. Außerdem liegen die Endspurt Bänder dank dem härten Papier besser in der Hand und sind dadurch angenehmer zum Durcharbeiten.

 

6.) Fazit:

Die Endspurt Skripten Reihe erlaubt durch das gut übersichtliche Layout und die tolle Ausarbeitung eine optimale und effiziente Prüfungsvorbereitung. Wer als visueller Lerntyp seine Lerntage lieber mit Papier und Textmarker verbringen will (und auch auf visuellen Wiedererkennungswert setzt) als den ganzen Tag vorm Computer zu sitzen und über eine Internet Plattform zu lernen, ist hier gut bedient. Wer aber mit der Fülle des Textes nicht zurechtkommt, sondern lieber mit Stichpunkten arbeitet, sollte sich für eine andere Alternative umschauen oder z.B. beim Durcharbeiten der Skripte wenigstens mit einem Textmarker Wichtiges markieren, um einen Fokus zu legen. Es empfiehlt sich, vorher bereits mal in unterschiedliche Kompendien und Lernprogramme reinzuschnuppern, um das jeweils optimale für sich herauszufinden. Da ich auch bereits zum Physikum mit der Vorklinik Reihe gut und erfolgreich lernen konnte, vertraute ich auch dieses Mal auf das Konzept von Endspurt.

 

Mir hat es gefallen, aus dem gut und leicht verständlich geschriebenen Text zu lernen (was „Stichwort Lerner“ eventuell auch vorerst abschrecken könnte), da dadurch erst viele Zusammenhänge klar nachvollziehbar werden. Man erspart sich beim Lernen viel Zeit und Stress, da das Kompendium kompakt und professionell ausgearbeitet wurde. Die vorkonzipierten Lernpakete bieten eine verlässliche und übersichtliche Struktur in dem recht umfangreichen Gesamtstoff und einen guten Überblick über die gesamte (noch bevorstehende) Lernzeit. Die Endspurt Klinik Reihe mit 20 Bändern und 179,99€ Gesamtpreis ist zwar nicht unbedingt günstig, für den Umfang und die komprimierte Stoffmenge aber auf jeden Fall fair und preiswert. Zusammenfassend ist diese Skripten Reihe ein herausragendes Kompendium, welches nicht nur für das Staatsexamen, sondern auch für das Studium und die einzelnen Prüfungen ideal herangezogen werden kann.

 

Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe
Thieme Verlag, 2. Auflage

Allgemeines: 9783131478825_cover_m
Vor einigen Wochen habe ich die Möglichkeit bekommen, mich mit dem Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, 2. Auflage, von dem Verlag Thieme auf die mündliche Prüfung in Gynäkologie vorzubereiten. Dieses knapp 520 Seiten lange Buch ist in 19 Kapitel quer durch das Fachgebiet gegliedert. Jedes Kapitel fängt mit einer Geschichte an, die meistens ungefähr eine Seite lang ist, und stellt eine Art Fallszenario mit der Problematik des jeweiligen Kapitels dar.

Im gesamten Buch gibt es viele diverse Übersichtstabellen, Graphiken und Diagramme. Oft kommen ebenfalls kleine grünen Texte – die Praxistipps – vor, die mir teilweise das Blockpraktikum erleichtert haben. Ebenfalls grün sind die kurzen Key Points – Texte am Anfang des Kapitels, in dem die Relevanz des jeweiligen Themas betont wird. In der orangen Durchführung sind wiederum die Merke-Kästen, die auf die essentiellen Informationen aufmerksam machen. Ich darf natürlich nicht das Bildmaterial vergessen – sehr viele Photos und Bildgebung (Sono, MRT, CT). Die Texte sind verständlich und praxisorientiert geschrieben, wichtige Begriffe sind fett gedruckt.

Plus:
Eine sehr übersichtliche Struktur und sinnvolle Gliederung. Dank der verständlichen Texte konnte ich schon nach einmaligen Durchlesen recht viel mitnehmen. Der Praxisbezug ist sehr präsent und gut ausgearbeitet. Durch die aktuelle Auflage bekommt man auch die neusten Daten mit, was den epidemiologischen Teil sehr attraktiv macht. Die Bilder zur Erläuterung der jeweiligen Untersuchungen fande ich extrem gut und habe davon nicht nur im Blockpraktikum profitiert.

Minus:
Die Stories am Anfang des Kapitels waren teilweise zu lang und offensichtlich. Manchmal habe ich mich gefragt, ob die Autoren bedacht haben, dass diese von 22+-jährigen Studenten gelesen werden. Weiterhin fand ich den Bildgebungsschwerpunkt im Ultraschall etwas fragwürdig. Ohne Zweifel ist es die häufigste Bildgebungsmethode in der Gynäkologie, trotzdem ist es schwierig, die Bilder so auszusuchen, dass sich die Studenten etwas darunter vorstellen können, bzw. es in der Praxis wiedererkennen können. Als ein kleines Manko würde ich ebenfalls die Durchführung des Kapitels „Ärztliche Betreuung und Untersuchungen in der Schwangerschaft“ sehen. In diesem Kapitel wurden die üblichen Diagnostikmethoden meiner Meinung nach zu wenig und zu unübersichtlich beschrieben und erläutert (CTG).

Fazit:
Ein sehr gutes Lehrbuch, das meiner Meinung kein Kurzlehrbuch im eigentlichen Sinne ist. Für diejenigen, die sich später in der Famulatur oder in der Facharztausbildung mit der Gynäkologie nicht beschäftigen wollen, ist dieses Buch eventuell zu ausführlich. Umgekehrt ist das Buch sicher nicht genug für die künftigen Gynäkologen.
Ich konnte die Lernziele meiner Uni sehr gut nachlesen und würde mich für die schriftliche Klausur sicher mit diesem Buch wieder vorbereiten.

HNO
Springer Verlag, 14. Auflage, Lenarz, Boenninghaus

41q7BPnQIdL._SX349_BO1,204,203,200_Für die Vorbereitung auf die Prüfung in Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde habe ich mir das gleichnamige Buch vom Springer Verlag, die 14. überarbeitete Auflage, ausgesucht. Das Buch ist 445 Seiten lang und ist in 10 Hauptkapitel gegliedert: Ohr (mit 134 Seiten das längste Kapitel); Nase, Nebenhöhlen und Gesicht; Mundhöhle und Pharynx; Larynx und Trachea; Ösophagus und Bronchien; Hals; Kopfspeicheldrüsen; Stimm-, Sprech- und Sprachstörung; Begutachtung; Leitsymptome und Differenzialdiagnosen.
Jedes Kapitel (bis auf die letzten drei genannten) hat folgende Unterkapitel: Anatomie und Physiologie; Untersuchungsmethoden und Klinik.
Diese Gliederung halte ich persönlich für äußerst sinnvoll, denn Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde befindet sich in den meisten medizinischen Curricula eher in höheren Semestern, deswegen sind die anatomischen Kenntnisse oft nicht mehr so parat. In diesen Abschnitten gibt es auch einige Bilder, meiner Meinung nach könnte es da allerdings noch mehr geben, denn in diesem Fach ist vor allem die räumliche Orientierung wichtig, denn an die meisten Begriffe kann man sich schon erinnern, aber die Zuordnung zu den zusammenhängenden Krankheitsbildern könnte man anhand mehrerer Bilder vielleicht klarer darstellen. Ebenfalls würde ich eventuell die Texte in Physiologie kürzen, weil man doch genügend Informationen zur Pathophysiologie in dem Klinik-Teil erhält. Das ist aber nur mein persönliches Gefühl, das bei den Studierenden in Modulstudiengängen anders sein könnte und ich kann mir auch vorstellen, dass es da durchaus mehr Sinn macht.
Ähnliche Anmerkungen hätte ich auch zu dem Untersuchungsmethoden-Kapitel. Ich hätte mir eventuell eine detailliertere Ausarbeitung von den Untersuchungsmethoden des Klinikalltags gewünscht und andersrum. Diese Kapitel sind sehr gut, kein Zweifel, aber beim Nachschlagen der Untersuchungsbefunde bei der z.B. Rhinoskopie habe ich außer einer Beschreibung des physiologischen Befundes nichts gefunden und selbst die fand ich mangelhaft, bzw. meine Fragen (was ist was, ist es normal, was sehe ich eigentlich) konnte es nicht wirklich beantworten.

Dafür muss ich die Klinik-Kapitel nur loben. Total übersichtliche Aufteilung von sehr vielen Krankheitsbildern wie man sich es nur wünschen kann: Definition, Ursachen, Einteilung, Symptome, Befunde, Therapie, Folgen. Wenn man alles ausreichend lernt, muss man eigentlich die meisten HNO-Prüfungen auch bestehen.

Fazit:
Ein sehr gutes Lehrbuch für alle, die mehr als nur Basics wissen wollen/müssen. Für das 2. STEX mehr als genug, für das 3. bzw. als Vorbereitung für Bed Side Teaching wegen mangelnden Beschreibungen der praktischen Tätigkeiten eher nicht ausreichend.

 
 
 
 

Basics HNO

Aufbau

Das Basics Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gibt es nun in der vierten Auflage (19,99 €) und es beinhaltet die wichtigsten Krankheitsbilder der HNO auf ca. 120 Seiten. Es gliedert sich nicht – wie die meisten anderen Bücher der Basics Reihe – in einen Allgemeinen und einen Speziellen Teil. Stattdessen werden die Kapitel nach einzelnen Organen aufgeteilt. Ohr, Nase und Nasennebenhöhlen, Mundhöhle und Rachen, Larynx und Trachea und die Halsregion mit lymphatischen Strukturen trennt das Buch in fünf annähernd gleich große Abschnitte. Das Ganze wird am Ende durch fünf Fallbeispiele mit typischen Fällen aus der HNO abgerundet.

Jedes Krankheitsbild wird nach dem Schema Ursache, Klinik, Diagnostik und Therapie kurz und prägnant beschrieben. Dieses Schema zieht sich durch das ganze Buch und man bekommt dadurch leicht die gewünschten Informationen. Will man beispielsweise die Therapiemöglichkeiten von Nasenbluten nachlesen, muss man nicht mühsam den ganzen Artikel durchforsten, sondern wirft einen kurzen Blick auf die Zwischenüberschriften und liest dann den Abschnitt „Therapie“. Dieser klare und einfache Aufbau ermöglicht effizientes und entspanntes Lernen.

Die einzelnen Themen sind meist auf eine Doppelseite beschränkt und schließen mit einem Fazit-Kasten am Ende ab. Der Vorteil ist, dass alles kurz gehalten wird und man keine Angst vor zu vielen Details haben muss. Der Nachteil ist allerdings, dass einige Themen im Vergleich zu Vorlesungen und Seminaren sehr knapp abgehandelt werden.

Inhalt

Zu Beginn jedes Kapitels wird das anatomische und physiologische Grundwissen aufgefrischt und man bekommt einen kompakten Überblick über die wichtigsten Funktionen der jeweiligen Organe. Das hilft besonders, wenn die Erinnerungen an die Vorklinik nicht mehr ganz so präsent sind. Danach werden die häufigsten Leitsymptome und deren mögliche Ursachen beschrieben.

Ebenfalls werden zu Beginn des Kapitels die wichtigsten Untersuchungstechniken erklärt und oftmals mit Schemazeichnungen verdeutlicht. Dies ist als Vorbereitung für den Unterricht am Patienten gut geeignet, da man dann schon weiß, welche Instrumente wofür benötigt werden und worauf bei der Untersuchung besonders geachtet werden soll.

Fazit

Das Basics HNO ist gibt einen guten Überblick über die Grundlagen der HNO. Vor allem das ansprechende Layout macht das Lernen sehr angenehm und die vielen qualitativ sehr hochwertigen Bilder sind ideal, um sich Krankheitsbilder besser einzuprägen.

Das Buch ist als Lektüre im Studium zur Prüfungsvorbereitung in Ordnung. Für die Vorbereitung auf den Patientenunterricht ist es sehr gut geeignet.

Allerdings ist es für die schriftliche Klausur im Fach HNO nicht ausreichend, da es bei einigen Krankheiten nicht detailliert genug ist. Es empfiehlt sich, Schwerpunktthemen noch einmal in ausführlicheren Quellen nachzulesen. Zusätzlich muss man seltene Erkrankungen („Kolibris“), die gelegentlich in Vorlesungen und Seminaren erwähnt und in den Prüfungen abgefragt werden, gesondert lernen.

Basiswissen Innere Medizin
Springer Verlag, 1. Auflage, Prinz

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Allgemeines:
„Viel Stoff und wenig Zeit?“, damit wirbt der Klappentext dieses Kurzlehrbuches von C. Prinz, Facharzt für Innere Medizin. Für Medizinstudenten ist dieser Slogan sehr ansprechend, da die Fülle an Informationen die Zeit, die zur Verfügung steht, oftmals übersteigt. Für Neueinsteiger ist dieses Problem in diesem Fall gut gelöst, da das Buch einen unkomplizierten Einblick in die einzelnen Fächer bietet. Das Buch ist knapp 400 Seiten lang, zum Teil in Stichpunkte geschrieben, doch sind überwiegend ganze Sätze ausformuliert.

Die einzelnen Kapitel beinhalten:

  • Herzkreislauf (Kardiologie)
  • Atmungsorgane (Pneumologie)
  • Niere und ableitende Harnwege (Nephrologie)
  • Verdauungsorgane (Gastroenterologie)
  • Stoffwechselerkrankung (Endokrinologie)
  • Blutbildende Organe (Hämatologie)
  • Bewegungsapparat
  • Infektionskrankheiten (Infektiologie)

Zusätzlich gibt es noch Fallbeispiele, die den einzelnen Kapiteln zugeordnet sind.
Die einzelnen Kapitel folgen einer mehr oder weniger einheitlichen Struktur:

Anatomie/Physiologie: Hier werden grundlegende Informationen zum betreffenden Thema aufgefrischt. Dieser Abschnitt ist nur rudimentär und ersetzt nicht das Wissen, dass man sich im vorklinischen Teil des Medizinstudiums angeeignet hat. Dennoch ist es ganz hilfreich, da sich mit der Zeit die ein, oder andere Wissenslücke aufgetan hat.

Diagnostische Methoden: Zu dem jeweiligen Fach (z.B. Kardiologie )werden kurz Maßnahmen, wie klinische Untersuchungen, Labordiagnostik, Röntgenthorax, Echokardiographie (Stress-Echo), Kardio-MRT, EKG, Herzkatheter erläutert und vorgestellt.

Erkrankung: Die häufigsten und wichtigsten Erkrankungen werden hier genannt. Dabei wird auch einem Schema gefolgt (Definition, Epidemiologie, Pathogenese, Symptome, Diagnostik, Therapie, Komplikationen). Die einzelnen Punkte werden jeweils nur kurz abgehandelt.

Leitsymptome: Jeweils ein kurzer zusammenfassender Abschnitt am Ende, der die wichtigsten Symptome auflistet und nochmal kurz wiederholt, was zu den einzelnen Erkrankungen geschrieben wurde.

Algorithmen: Hier wird kurz geschildert wie man bei bestimmten Leitsymptomen weiter vorgeht. Ziel ist es eine Diagnose zu stellen oder auszuschließen, mittels verschiedener diagnostischer Maßnahmen. Erklärungen im Text erläutern übersichtliche Graphiken zu den Herangehensweisen.

Tabellen und farbige Abbildungen ergänzen zudem den Text. Im Text selbst gibt es Querverweise auf diese. Wichtige Sachverhalte sind hervorgehoben und sind stichpunktartig in „Übersichten“ festgehalten. Zusätzlich wird man darauf aufmerksam gemacht, welches Thema schon einmal im Stex (mit Jahr) vorkam.

Dieses Buch verschafft einen guten Überblick über die Inneren Medizin. Es lohnt sich am Anfang ohne Vorerfahrung dieses Buch zur Hand zu nehmen. Es ist nicht alles darin enthalten, spezielle Sachverhalte sollten aus Vorlesungen, etc. ergänzt werden. Hierbei handelt es sich auch nicht um ein Nachschlagewerk. Nur dieses Buch alleine für Prüfungen zu verwenden würde ich nicht empfehlen – 90% als Ergebnis halte ich nicht für realistisch, dass man damit eine Prüfung bestehen kann schon. Dennoch sollte man noch andere Lernquellen haben und sich nicht nur hierauf verlassen.

 
 
 

Sono Grundkurs- Ein Arbeitsbuch für den Einstieg
Thieme, 8. Auflage, Hofer

51nazVWs10L._SX369_BO1,204,203,200_Die Ultraschall-Diagnostik ist ein kostengünstiges und sehr sensitives Werkzeug zur Diagnose von Krankheiten. Umso wichtiger ist es, dass man eine strukturierte Herangehensweise bei der Untersuchung befolgt.
Das Buch „Sono Grundkurs“ von Matthias Hofer, erschienen im Georg Thieme Verlag, in der 8. überarbeiteten und erweiterten Fassung führt sehr gut in die Grundlagen der Ultraschalldiagnostik ein. Auf ca. 150 Seiten, unterteilt in neun Kurstage behandelt das Buch fast alle Organsysteme, außer das Herz und den Gewebeultraschall.

Positiv:
Sehr übersichtlicher Aufbau und gute Struktur, jedes Kapitel startet mit Anatomie und sonographischen Normalbefunden, bevor dann, neben Tipps zur richtigen Darstellung, auch die wichtigsten pathologischen Befunde gezeigt werden. Besonders positiv empfand ich, dass auf jeder Abbildung dieselbe Legende verwendet wurde. Haut ist zum Beispiel immer Nr. 1, so dass man sich im Laufe der Bearbeitung schon selbst sehr gut orientieren kann. Außerdem kann die Legende ausgeklappt werden, damit man immer weiß, was was ist. Neben den Ultraschallbildern sind jeweils noch gezeichnete Skizzen, die die Orientierung noch mehr erleichtern. Am Ende jedes Kapitels gibt es ein Quiz mit einigen Fragen und einer praktischen Lösung.
Zusätzlich gibt es mehr als 40 Videos im Onlinebereich des Buches, die die Plastizität und Dynamik einer sonographischen Untersuchung sehr genau darstellen. Im Anhang gibt es noch ein sehr umfangreiches Stichwortverzeichnis, vor allem die Hinweise zur Erstellung eines korrekten Untersuchungsbefundes und ein ausformulierter Normalbefund helfen sehr gut weiter.

Negativ:
Ist mir eigentlich nichts aufgefallen. Lediglich ein kurzer Überblick zum Herzen wäre schön gewesen. Allerdings ist die Echokardiographie ein sehr umfangreiches Gebiet und eine Wissenschaft für sich, so dass sie in kurzem Umfang wahrscheinlich schwer abzuarbeiten gewesen wäre.

Fazit:
Ob als Vorbereitung fürs OSCE, zum Probieren in Famulatur oder PJ, als Vorbereitung auf einen Sonographiekurs, oder zum Auffrischen, dieses Buch ist wirklich für jeden Mediziner geeignet, der vorhat, klinisch medizinisch tätig zu sein.
Das Lesen und Bearbeiten dieses Buches hat wirklich Spaß gemacht!

 
 
 

Checkliste Echokardiographie
Thieme Verlag, 5.Auflage, Böhmeke, Schmidt

41KFuKTS4vL._SX292_BO1,204,203,200_Allgemein:
Das Buch umfasst 204 Seiten und kommt in einem handlichem 18,5 x 11,5cm Format daher. Es enthält einen eRef-Onlinecode, mit dem man auf eine digitale Version des Buches für Smartphone, Tablet oder Computer zugreifen kann.

Layout:
Ein fester Plastikeinband schützt das Buch im klassischen Klinikalltag vor Verschleiß und passt sich flexibel der Kitteltasche an. Dazu soll ein rotes Einmerk-Band das Nachschlagen erleichtern.
Der Aufbau ist etwas anders als in den Vorauflagen. Gleich zu Beginn, beim Anheben des Deckels, findet sich (noch vor den Seiten bibliografischer Angaben) das Inhaltsverzeichnis aufgeteilt in die zwei wesentlichen Überkapitel „Grundlagen der Echokardiographie“ und „Organveränderungen im TTE und TEE“. Letzteres enthält am Ende noch einige Seiten über physikalische Grundlagen der Sonographie, die in den Altauflagen zu Beginn des Buches standen. Die letzten beiden Seiten des Buches zeigen Tabellen mit möglichen Befunden, Normwerten und Differenzialdiagnosen.
Die Überkapitel sind farblich voneinander abgegrenzt, Alles in Allem sieht man, dass der Verlag sich viel Mühe gegeben hat, ein handliches Werk mit schneller Infosuche herauszugeben.

Inhalt:
Das Buch wartet mit sehr vielen Bildern auf, dabei wird man nie mit einem Echo-Foto alleine gelassen, sondern findet stets daneben eine farbige Zeichnung, die topographisch den Herzausschnitt zeigt, den man im Echo sieht mit entsprechenden Hervorhebungen.
Die Beschreibungen sind knapp formuliert und für die klinische Untersuchung aufs Wesentliche beschränkt. Trotzdem enthalten die Grundlagenkapitel ‚Echokardiographie’ zu Beginn des Buches und ‚Physikalische Grundlagen’ am Ende überraschend viel Lehrbuchwissen.

Fazit:
Das Buch eignet sich hervorragend als kardiologisches Nachschlagewerk für die Kitteltasche und auch lernen lassen sich daraus alle Essentials der Echokardiographie.
Für Studierende geht es über das prüfungsrelevante Wissen weit hinaus, da lohnt es sich mehr, es auszuleihen, um die Diagnostik, Pathologien, Bildschnitte und Techniken aus den Praktika nachvollziehen zu können. Bei weitergehendem Interesse an der Kardiologie ist es dagegen eine sehr sinnvolle Anschaffung.
Der Preis mit aktuell EUR 49,99 scheint für ein kleinformatiges 204 Seiten-Buch recht hoch, allerdings ist das Werk für einen Kardiologen – ob angehend oder nicht – fast obligatorisch. Für Studierende, wie bereits erwähnt, lohnt es sich bei Interesse auszuleihen und ist neben „EKG-Kurs für Isabel“ während einer Famulatur beim Kardiologen die Bestausstattung.

 
 
 

Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose

Thieme, 21. Auflage (5. April 2017), Edouard Battegay
1352 Seiten
ISBN-10: 3133448218

Neupreis: 149,99€

Aufbau:

Das Buch „Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten“ ist im groben in 37 Kapitel geteilt, welche jeweils einen Leitsymptomkomplex abbilden, wie z.B. „Dyspnoe“. Auf den folgenden Seiten wird dann zunächst das/ die betroffenen Organsysteme minutiös und mithilfe vieler übersichtlicher Schaubilder „seziert“, so dass man einen guten Überblick erhält. Im Anschluss daran geht es immer weiter in die Tiefe und es wird auf die verschiedenen Differenzialdiagnosen im Detail eingegangen. Hierbei liegt der Fokus eher auf der sachlichen Beschreibung des Krankheitsbildes und der harten Fakten, denn auf der Therapie nach Diagnosestellung. Jedoch auch diese wird nicht vernachlässigt. Hilfereich sind auch die vielen MERKE-Kästen zwischendurch, die noch einmal das wesentliche aufsummieren. Zu Ende jedes Unterkapitels gibt es dann noch weitergehende Literaturempfehlungen, für alle, denen das noch nicht umfangreich genug ist.

Fazit:

Das Werk fasst, wie bereits erwähnt, 1352 Seiten. Mit diesem Umfang ist es mit Sicherheit eher den schwereren „Schinken“ zuzuordnen, den großen Lehrbüchern an die jeder Student so insgeheim die Erwartung hat, sämtlichen existenten Stoff zu einem Fach zu beinhalten. So verkommt ein Buch diesen Umfangs nicht selten zum reinen Nachschlagewerk, in welches man nur mit gemischten Gefühlen einen tieferen Blick wirft, aus Angst gleich erschlagen zu werden. Durch den hier gewählten Ansatz von Symptom-Gliederung-Differenzialdiagnosen wird das ganze etwas aufgelockert, man hat das Gefühl, nicht sofort völlig die Orientierung zu verlieren. Selbstverständlich erfüllt es den Anspruch, auch absolute Raritäten abzubilden, wer also nur mal eben einen groben Systemüberblick erwartet, dem wird dieses Buch so oder so zu viel sein. Alle, die mehr in die Tiefe gehen wollen, werden mit „Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten“ sicherlich nicht enttäuscht. Jeder, der sich schon näher mit den Lehrbuchreihen von thieme befasst hat, stellt fest, dass die grafische Aufmachung und Einteilung der verschiedenen Kapitel, Textblöcke etc. durchaus Wiedererkennungswert hat. Für mich persönlich ist das zum Einen Vorteil, da dieser stets schlicht und prägnant ist, andererseits allerdings leider auf Dauer auch etwas monoton. So wünscht man sich teilweise etwas pfiffigere Aufmachungen von Grafiken oder Tabellen oder vielleicht das ein oder andere schönere Bild. Das lässt sich bei einem Buch dieser Preisklasse und dieses Kalibers durchaus erwarten. Sehr gut gelungen sind dagegen die Abbildungen zu den Leitsymptomen jedes Kapitels, diese sind farblich gut aufbereitet und sehr intuitiv gestaltet. Somit erhält man einen guten Überblick über den Inhalt jedes Kapitels, bevor es „ans Eingemachte“ geht. Der Neupreis von fast 150€ ist für den studentischen Geldbeutel sicherlich auch keine leichte Aufgabe. Sollte man dennoch das nötige Kleingeld haben (oder eine gut ausgestattete Universitätsbibliothek) kann ich das Buch durchaus sehr empfehlen. „Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten“ ist im Großen und Ganzen genau ein Buch von denen, die gemeint sind mit „Schlag das doch mal in einem großen Lehrbuch nach.“ und hat diese Bezeichnung in jeder Hinsicht verdient!

Basics Kardiologie

Urban & Fischer Verlag/ Elsevier GmbH,
4. Auflage – 19,99€

Ich habe das Basics Kardiologie für den Kardioblock im Modul 23 der LMU München genutzt.

Das Buch ist in einen allgemeinen und einen speziellen Teil aufgeteilt. Am Ende sind drei Fallbeispiele beigefügt, anhand derer man sein erlangtes Wissen prüfen kann.

Der allgemeine Teil beschäftigt sich anfangs mit der Anatomie und Physiologie des Herzens, außerdem mit verschiedenen Diagnostikmethoden und zuletzt mit Therapiemöglichkeiten verschiedener kardiologischer Erkrankungen. Dieses Wissen sollte man an der LMU aus der Vorklinik, den Untersuchungskursen und Pharma Modul 1 bereits weitestgehend haben, er ist jedoch zur kurzen und schnellen Auffrischung recht hilfreich.

Der spezielle Teil behandelt schließlich verschiedene Arten von kardiologischen Erkrankungen wie der Hypertonie, koronaren Herzerkrankungen, Rhythmusstörungen, Erkrankungen von Endokard und Herzklappen, des Myokards und des Perikards, angeborenen Herzfehlern und kardiopulmonaler Reanimation.

Allgemein ist das Basics Kardiologie gut und ansprechend geschrieben, sodass man direkt einen guten Einblick in das Fach Kardiologie bekommt. Auch sind genug Bilder und Tabellen beigefügt, die den Text gut ergänzen und einem an vielen Stellen eine bessere Vorstellung bzw. auch einen besseren Überblick geben. Bei den Bildern handelt es sich einerseits um Grafiken, andererseits findet man auch viele Echo-, sowie Kardio-MRT-Bilder. Dadurch schult man sein Auge direkt in der kardiologischen Bildgebung, was auch für Famulaturen eine sehr gute Vobereitung sein kann.

Leider ist es jedoch, wie es allgemein von den Basics bekannt ist, eher oberflächlich geschrieben. Deshalb habe ich schnell noch ein weiteres Buch bzw. auch die Vorlesungsfolien zum Lernen genutzt. Des Weiteren handelt es sich bei dem Buch um ein reines Kardiologiebuch: Angiologie, sowie Herz- und Gefäßchirurgie, die auch Teil der Modul 23-Prüfung sind, werden weitestgehend ausgelassen. Das Buch alleine reicht also denke ich nicht für ein Bestehen dieses Blocks an der LMU.

Fazit:

Um einen ersten Überblick über das Fach Kardiologie zu erhalten, ist das Buch meiner Meinung nach bestens geeignet. Möchte man jedoch etwas profunder in die Thematik einsteigen, empfehle ich, zu einem weiteren Buch zu greifen. Ich persönlich habe mich dabei für die Dualen Reihen Innere und Chirurgie entschieden.

Kinder- und Jugendmedizin
Springer, 14. Auflage, Koletzko
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Die 14. Auflage dieses Buches ist mit ca 650 Seiten recht umfangreich. Allerdings bekommt man durch die insgesamt ziemlich ausführlichen 23 Kapitel einen guten Überblick über alles was die Kinder- und Jugendmedizin zu bieten hat.

Aufbau:
Zu Beginn jeden Kapitels werden Leitsymptome und allgemeine Grundlagen eines Krankheitsbildes dargestellt. In diesem Lehrbuch werden aber nicht nur die Pathologien thematisiert, sondern auch die einzelnen Entwicklungsstufen des Kindes und kindgerechte Untersuchungsmethoden. Auch Besonderheiten in der kindlichen Anatomie oder Physiologie werden besonders vorgestellt, was es vor allem für „Anfänger“ erleichtert, die Zusammenhänge in der Pädiatrie zu verstehen. Des Weiteren gibt die kurze Einführung vor jedem Kapitel einen Überblick was einen auf den kommenden Seiten erwartet. Zusätzlich findet man in jedem Kapitel zahlreiche anschauliche Bilder. In farbig abgehobenen Kästen werden die Kernaussagen noch einmal wiederholt und verschiedene Definitionen und Normwerte (z.B. APGAR-Schema, U-Untersuchungen) in Tabellen dargestellt. Diese liefern eine kurze Übersicht über die wichtigsten Fakten. Um die verschiedenen Krankheitsbilder zusätzlich besser verstehen zu können, wurden viele Schaubilder erstellt, die die Sachverhalte zusätzlich erklären (z.B. bei den Herzvitien). Durch die Graphiken, Bilder und Tabellen, auf die der Text auch immer wieder verweist, wirkt das Buch gut strukturiert. Zusätzlich erleichtert es jedem das Lernen, der nicht gerne aus Fließtext lernt. Mit einem roten „Cave!“ wird auf Gefahren und Besonderheiten hingewiesen, die in der Praxis potentiell für den Patienten gefährlich werden können. Des Weiteren finden sich immer wieder Fallbeispiele eingestreut, in denen klinische Befunde noch einmal wiederholt und in einen praktischen Zusammenhang dargestellt werden.

Inhalt:
Das Buch beinhaltet die folgenden Kapitel: Wachstum, Entwicklung und Reife; Anamnese und Untersuchung; Medizinische Genetik in der Pädiatrie; Neonatologie; Ernährung und Ernährungsstörungen; Stoffwechselstörungen; Endokrinologie; Infektionskrankheiten; Erkrankungen des Immunsystems; Hämatologische Erkrankungen; Krebserkrankungen; Erkrankungen des Nervensystems; Sozialpädiatrie; wichtige psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen; Notfälle und erste Hilfe; Tropenmedizin und Pädiatrie in Entwicklungsländern; Arzneimitteltherapie im Kinder- und Jugendalter.

Jedes Kapitel ist eingeteilt in Definition, Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dies vermittelt einen guten Überblick und eine Struktur. Die Pathologien werden in jedem Kapitel sehr detailliert aber leicht verständlich dargestellt. Es gibt jedoch einige Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler, was das sonst sehr angenehme Lesen des Buches etwas stört. Außerdem werden gewisse Inhalte, wie die Purpura Schoenlein-Henoch, mehrfach wiederholt, sodass es etwas redundant wirkt. Alles in allem lässt es sich durch den angenehmen Schreibstil und die zahlreichen Bilder jedoch gut lesen und man nimmt aus dem Gelesenen auch etwas mit. Auch zu erwähnen ist, dass gerade die Tabellen oft die Schwerpunkte des IMPP abdecken.

In der Mitte des Buches findet man noch ein Fallquiz, das in 14 Fällen mit je 4 Schritten das Gelernte überprüft und die wichtigen Fakten noch einmal auffrischt. Hier kann man z.B. die Beurteilung von Rötgenbildern oder die Verwendung von Wachstumskurven üben.

Fazit:
Trotz einiger Redundanzen ist es ein gelungenes Lehrbuch zur ausreichenden Vorbereitung auf ein Staatsexamen oder auch zum Nachschlagen im späteren Klinikalltag. Für die, die es kurz und prägnant wollen ist es nicht zu empfehlen. Für den, der sich für die Pädiatrie interessiert, ist es eine gute Investition.

Preis:49,95€ (Hardcover-Buch)

Lunge und Atemwege
Springer Verlag, 1. Auflage, Lüscher, Steffel

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In dem Buch werden Grundlagen, diagnostische Techniken und die meisten Erkrankungen im Bereich der Lunge und der Atemwege behandelt und das kurz und knapp zusammengefasst auf 160 Seiten. Erschienen ist es 2014 als Teil der Reihe „Module Innere Medizin“, die besonders für Medizinstudenten und junge Assistenzärzte geschrieben sind um einen groben Überblick zu geben oder die wichtigsten Dinge noch einmal zu wiederholen ohne zu sehr in die Details zu gehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Inneren Medizin während chirurgische Methoden eher vernachlässigt werden oder in einem Nebensatz auftauchen. Neben dem Text werden viele Abbildungen verwendet wie CT- und MRT-Bilder, Tabellen, histologische Schnitte und noch vieles mehr.

Das erste Kapitel befasst sich mit der Anatomie und der Physiologie der Lunge, um einen guten Einstieg in das Thema Lunge und Atemwege zu gewährleisten. Es ist kein ausführliches Kapitel, sondern dient mehr der allgemeinen Wiederholung. In den nächsten zwei Kapiteln wird die Diagnostik und die Epidemiologie pneumologischer Krankheiten besprochen. Darauf folgen Kapitel die in Übergruppen von verschiedenen Krankheiten eingeteilt sind: Obstruktive-, infektiöse Atemwegs- und Lungenerkrankungen, diffuse Lungenparenchym-, Lungengefäßerkrankungen, Lungen- und Bronchialtumore, Pleuraerkrankungen und zum Schluss wird noch auf Atemstörungen und Atemregulationsstörungen eingegangen und ein kleines Kapitel zur Tabakentwöhnung bildet den Abschluss.

Mir persönlich hat das Kurzlehrbuch „Lunge und Atemwege“ sehr gut gefallen. Es ist kurz und praktisch zusammengefasst und man kann sich in kurzer Zeit einen guten Überblick verschaffen. Außerdem finde ich auch das Anfangskapitel mit Anatomie und Physiologie gut, um nochmal die wichtigsten Grundlagen zu wiederholen und sich in das Thema einzulesen. Diagnostische Methoden werden sehr gut beschrieben und auch mit vielen Bildern verständlich gemacht. Die in Farbe hervorgehobenen Kästchen mit wichtigen Informationen sind sehr hilfreich und nicht zu häufig. Alles in allem wird man mit diesem Kurzlehrbuch gut für den Klinikalltag vorbereitet und kann damit auch die dazugehörigen Prüfungen bewältigen. Wer sich besonders für die Chirurgie interessiert, sollte sich überlegen ein anderes Buch zu kaufen, da dieses sich besonders mit der Inneren Medizin befasst.

Checkliste Neonatologie
Thieme Verlag, 5. Auflage, Genzel-Boroviczény, Roos

Die „Checkliste buecher-medien-checkliste-neonatologie-DNeonatologie” von Thieme in der 5. Auflage (2015) ist ein kompaktes Buch, das gut in die Kitteltasche passt und ziemlich alles, was man zur Neonatologie wissen möchte, in einer übersichtlichen Art und Weise zusammenbringt.

Es ist sehr übersichtlich gegliedert, mit vier Hauptteilen: der graue Teil für die Grundlagen, der grüne Teil für Leitsymptome und Notfälle, der blaue Teil für die Versorgung gesunder und kranker Neu- und Frühgeborener und der rote Teil für Reanimation und Pharmakologie. Diese sind jeweils wieder in eigene Kapitel eingeteilt, die klar strukturiert sind und das kurze Nachschlagen gut ermöglichen.

Daran schließt sich noch ein Anhang mit praktischen Formblättern und Perzentilen, sowie Tabellen mit Labornormwerten zur Orientierung.

Das Buch ist als sehr praktisches Lehrbuch aufgebaut, und beschreibt auch das genaue Vorgehen bei praktischen Tätigkeiten, z.B. Zugänge legen oder Intubieren. Dazu gibt es auch viele sehr hilfreiche Abbildungen und Zeichnungen. Dadurch ist es etwas weniger als Werk für reines Prüfungslernen im Pädiatrieblock oder für das Examen geeignet und vermutlich auch zu detailliert dafür. Es eignet sich aber umso mehr für jemanden mit einem tieferen Interesse, der gerne mehr über das Fachgebiet und wie es in der Praxis aussieht, lesen möchte. Es ist ideal für eine Famulatur oder das PJ, sowie den Einstieg als beginnender Arzt in dem Bereich. Das Buch enthält die Beschreibung von allen relevanten Krankheitsbildern und die Vorgehensweisen in den jeweiligen Situationen. Auch zu Umgangsweisen mit Eltern in schwierigen Situationen und Gesprächs

Außerdem bietet es eine gute Übersicht und Auffrischung der Geburtshilfe, die für jeden, der irgendwie im neonatologischen Bereich tätig ist, wichtig ist.

Da es sich hier schon um die 5. Auflage handelt, ist dieses Werk auch vom Inhalt her gut überarbeitet und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Als kleines Bonus gibt es für Apple-User mit dem Buch einen Code für die zugehörige iOS- App, um auch vom Handy aus nachschlagen zu können.

Zusammenfassend bietet die „Checkliste Neonatologie“ viele praktische Hinweise und ausführliche Erklärungen zu allem rund um die Neonatologie an. Es ist für eine praktische Tätigkeit in der Neonatologie hoch empfehlenswert. Allerdings würde ich bei dem Preis von ca. 40€ empfehlen, das Buch zunächst aus einer Bibliothek auszuleihen.

 
 
 

Neugeborenennotfälle – Erstversorgung und Intensivmedizin
Schattauer Verlag, 2. Auflag, Hansmann

51Z2uCrcuEL._SX342_BO1,204,203,200_Das Buch ist ein sehr umfangreiches Werk, das die komplette Palette der Versorgung von Neugeborenen-Notfällen sowie auch das gesamte Spektrum der relevanten intensivmedizinischen Versorgung umfasst.

Es ist eingeteilt in Teil I (Epidemiologie, Richtlinien und Organisation von Neugeborenen-Notarztdienst, Neonatologie und Geburtshilfe), Teil II (Basics für die Erstversorgung und Reanimation Neugeborener), Teil III (typische Szenarien im Neugeborenenalter), Teil IV (spezielle Notfälle und Probleme im Neugeborenenalter und jungen Säuglingsalter), Teil V (Notfallmedikamente zur Versorgung Neugeborener), Teil VI (Transport von Früh- und Reifgeborenen), Teil VII (Entscheidungsfindung in ethischen Grenzsituationen) und Teil VIII (Anhang mit Perzentilenkurven, Bilirubinkurven, Labor-Normwerte etc). Das Buch ist auf dem neusten evidenzbasierten Standard und auf Basis der aktuellsten internationalen Richtlinien. Didaktisch ist das Buch hervorragend konzipiert.

Sehr hilfreich sind das Abkürzungsverzeichnis und die Definitionen am Anfang sowie die Perzentilenkurven, Bilirubinkurven, Blutaustauschgrenzen, Normogramme der arteriellen Blutdrücke und Labor-Normalwerte am Schluss des Buches. Diese garantieren einen schönen schnellen Einstieg in das Thema und sind für eine Famulatur auf der Neointensiv ohne Vorwissen sehr gut.

Die Kapitel sind alle strukturell gleich aufgebaut, was ein schnelles Einlesen ermöglicht. Es gibt im Fließtext fett gedruckte wie auch kursive Satzteile und Aufzählungen, die bereits beim Überfliegen des Textes das Wesentliche gut gegliedert erfassen lassen und jeweils sinnvolle Merkkästchen mit prägnanten Merksätzen. Der Fließtext ist angenehm geschrieben und enthält das Wichtigste ohne zu weit auszuholen. Anschauliche Bilder mit sinnvollen Erklärungen daneben wie auch übersichtliche Tabellen und Algorithmen komplettieren das Ganze. Online-Refresher Fragen sorgen zusätzlich für den Wissenserhalt.

Eine weitere Stärke dieses Werkes ist die klare Praxisnähe. Es ist ein Handbuch mit konkreten Angaben (z.B. übersichtliche Dosierungstabellen sämtlicher Medikamente) und praktischen Anleitungen (z.B. Herzdruckmassage, Legen von Zugängen etc…).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Buch seinen Preis absolut wert ist. Es ist so umfassend, dass man kein anderes Buch zusätzlich benötigt. Wer nach dem Studium in der Neonatologie und Pädiatrie (aber auch Geburtshilfe oder Anästhesie) arbeiten will, ist sehr gut beraten mit diesem Werk. In der Famulatur auf der Neointensiv war es mir auch persönlich eine große Hilfe. Als reines Lehrbuch oder als Einstig in das Thema ist es aber sicher zu fundiert.

Kurzlehrbuch Neurologie
Elsevier, 2. Auflage, Rémi, Fesi

Es ist ein etwas um9783437411557_6fassenderes Kurzlehrbuch für Neurologie in der 2. Auflage von Elsevier, in 19 Kapitel gegliedert und hat 420 Seiten. Jedes Kapitel ist für sich kurz und prägnant, enthält aber genau die Informationen und ausführliche Erklärungen, die für die komplexen Themen der Neurologie notwendig sind, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Didaktisch ist das Lehrbuch sehr gut aufgebaut. Jedes Kapitel ist schön übersichtlich gegliedert. Trotz Fachsprache sind die Sachverhalte sehr verständlich und absolut ausreichend erklärt. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Top-Ranking der wichtigsten IMPP-Themen, die am häufigsten gefragt werden. So ist es möglich individuell zu gewichten, je nachdem, ob man aus Zeitnot nur kurz einen groben Übelblick haben möchte oder sich vertieft in die Thematik einarbeiten will.
Pro Thema gibt es ein „Merke“-Kästchen, in dem das Wesentliche kurz zusammengefasst ist. Prüfungsrelevante und besonders wichtige Abschnitte (v.a. für das IMPP) sind deutlich gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es nützliche Lern- und Praxistipps und am IMPP-orientierte klinische Fälle.

Das Kurzlehrbuch wird seinem Namen gerecht, da es viele nützliche Tabellen gibt, die einen schnellen Überblick und eine gute Zusammenfassung bieten.

Es hat didaktisch gut durchdachte Abbildungen (CTs, MRTs und viele andere für die jeweilige Erkrankung typischen Befundungsergebnisse z.B. EEGs) mit kurzen Beschreibungen, die das Wesentliche gut herausarbeiten.

Sehr nützlich sind auch die empfohlenen Youtube-Links. Die Youtube-Videos zeigen typische Untersuchungstechniken und Symptome verschiedenster Krankheitsbilder der Neurologie, die durch alleinige schriftliche Beschreibungen nicht so geeignet sind.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch! Geeignet als Kurzlehrbuch, wenn man grob einen Überblick haben möchte und keine Zeit mehr hat. Aber genauso auch für diejenigen, der sich tiefer einlesen und ein breites Wissensspektrum mit fundiertem Hintergrundwissen erwerben möchten.

 


 

Checkliste Neurologie

Thieme, 6. Auflage, 49,99€

Allgemeines

Das Buch ‚Checkliste Neurologie‘ (Thieme, 6. Auflage, 49,99€) ist ein Taschenbuch mit 800 Seiten, in dem kompakt alle neurologischen Krankheitsbilder und Untersuchungsmethoden zusammengefasst sind. Beim Lesen fällt auf, dass es vor allem als Nachschlagewerk für die Klinik nützlich ist. Durch sein kleines Format lässt es sich gut mitnehmen und durch die sehr übersichtliche Gliederung ist es leicht, sich über eine bestimmte Krankheit oder ein Symptom zu informieren. Das Augenmerk wird hier auf detaillierte Beschreibungen gelegt, in vielen Tabellen kann man Symptome, Normwerte und Krankheitsformen nachschlagen. Bilder findet man im Buch fast keine, und auch die Beschreibungen sind kurz und stichpunktartig gehalten, sodass es nicht als Lehrbuch geeignet ist, sondern vor allem bei selteneren Krankheitsbildern oder Untersuchungsmethoden zu Rate gezogen werden kann.

Aufbau

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die sehr übersichtlich am äußeren Rand durch Farben markiert sind: Der erste Teil (Diagnostische Grundlagen und Therapieprinzipien) beschreibt ausführlich die körperliche Untersuchung, Bildgebung, Labordiagnostik, und die neurophysiologische Diagnostik.
Alle Untersuchungsmethoden sind sehr ausführlich mit genauen Winkelangaben, Normwerten etc. beschrieben. Außerdem ist hier ein informativer Teil zu rechtlichen Aspekten enthalten.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit neurologischen Leitsyndromen und Leitsymptomen. Auf 80 Seiten sind alle möglichen Symptome detailliert  beschrieben, und in Tabellen sind Verdachtsdiagnosen, wegweisende Befunde und mögliche Ursachen genau aufgelistet.

Der Hauptteil des Buches beschreibt die neurologischen Krankheitsbilder. Die Krankheiten sind sinnvoll nach Ätiologie und Art sortiert. Zu jeder Krankheit sind Grundlagen, Einteilung, Formen, klinisches Bild, Diagnostik und Therapie stichpunktartig aufgelistet. Hier findet man auch seltene Krankheiten, Ausprägungsformen und Syndrome, die durch die thematische Nähe zu ähnlichen Krankheiten sinnvoll voneinander abgegrenzt werden können. Auch hier findet man viele Tabellen, die die Abgrenzung noch einfacher machen.

Der letzte Teil beschäftigt sich mit der neurologischen Intensivmedizin. Hier wird auf Besonderheiten bei neurologischen Krankheiten bei der Beatmung, Analgosedierung etc. eingegangen. Außerdem gibt es auch hier einen Teil über ethische und juristische Aspekte.

Vorteile

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut, wenn man eine bestimmte Methode oder Krankheit nachschlagen will weiß man sofort, wo man suchen muss. Durch die tabellarische, stichpunktartige Aufmachung verliert man nicht den Überblick und kann im Klinikalltag schnell und präzise Informationen finden.

Nachteile

Durch die knappe Beschreibung der Themen ist es manchmal schwierig, Krankheiten richtig zu verstehen oder Sachverhalte nachzuvollziehen. Wenn man also noch während dem Studium oder am Anfang der Facharztausbildung ist, kann man hier Schwierigkeiten haben und zieht möglicherweise lieber ein ausführlicheres Buch zu Rate. Durch die wenigen Bildern und Grafiken und die zahlreichen Tabellen wird man manchmal (vor allem bei ausführlichen Krankheitsbildern, die sich über mehrere Seiten erstrecken), etwas mit Text ‚erschlagen. ‘

Fazit

Das Buch ist sehr praxisorientiert und als Nachschlagewerk für Neurologen in der Klinik gut geeignet. Es geht auf alle Details und Ausprägungsformen ein, und man kann schnell Symptomkombinationen, Laborwerte und  Vorgehensweisen nachschlagen. Allerdings sollte man schon ein gewisses Vorwissen haben, um in der Lage zu sein die wesentlichen Grundlagen von Detailwissen zu unterscheiden. Alles in allem kann ich das Buch sehr als Nachschlagewerk empfehlen!

 

Neurochirurgie Live – Präoperative Diagnostik, Lagerungen, Zugangswege und Operationstechniken
Schattauer Verlag, Nazir, Donauer

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In ihrem USB-Stick Neurochirurgie Live präsentieren die beiden Autoren Suhail Nazir und Erich Donauer 45 Videos zu gängigen neurochirurgischen Operationen. Vom Aneurysma-Clipping über die Resektion eines Hypophysen-Tumors bis hin zur operativen Versorgung des Bandscheibenvorfalls werden diverse klassische Eingriffe des Fachs dargestellt.

Die Unterteilung in 19 Kapitel ist übersichtlich gestaltet und deckt ein breites Spektrum an Krankheitsbildern ab. Allein zu degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule finden sich zehn OP-Videos. Auch das Management von neurochirurgischen Komplikationen – beispielsweise die Versorgung eines Duralecks nach Entfernung eines Bandscheibenvorfalls – wird mit einem eigenen Kapitel bedacht. Allerdings beschränkt sich diese Vielfalt nur auf ausgewählte Teilgebiete (wie die Wirbelsäulenchirurgie). Die Herausgeber verfolgen keineswegs den Anspruch, das gesamte Spektrum ihres breit gefächerten Handwerks abzudecken. So wird der funktionellen Neurochirurgie, der Epilepsie-Chirurgie, der pädiatrischen Neurochirurgie oder anderen Teildisziplinen weniger bis gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Vielmehr handelt es sich um – wie im Inlay der USB-Box trefflich beschrieben – „45 Kasuistiken“.

Zu Beginn der Videos erscheint eine sehr kurze Fallpräsentation, in der Regel bestehend aus einer Textfolie und einer Übersicht zur präoperativen Bildgebung des jeweiligen Falls. Die anschließenden OP-Videos sind auf die entscheidenden Sequenzen gekürzt, was bei den teilweise langen operativen Eingriffen in diesem Fachgebiet sehr gut nachvollziehbar ist und der Verständlichkeit nicht schadet. An relevanten Stellen erscheinen kurz eingeblendete Hinweise, zum Beispiel zur Beschriftung wichtiger anatomischer Landmarken. Die Autoren weisen diesbezüglich darauf hin, dass die Operationsschritte mit „knappen Texten“ versehen sind und dämpfen so zu Recht die Erwartungen auf umfassendere Wissensvermittlung. Der Fokus liegt ganz klar auf der Veranschaulichung und der visuellen Konfrontation mit der OP-Situation, was überwiegend gut gelingt. Auf ein Lehrbuch oder weitere Quellen zur grundlegenden Wissensvermittlung sollte aufgrund der mageren didaktischen Aufbereitung also in keinem Fall verzichtet werden.

Gut geeignet scheint die Sammlung primär für interessierte Studierende oder junge Assistentinnen oder Assistenten zu sein, welche vor ihren ersten OPs einen visuellen Eindruck des theoretisch Gelernten erhalten wollen. In der permanenten Verfügbarkeit der überwiegend sehr guten Filmaufnahmen liegt der klare Vorteil dieser Video-Sammlung: Unerfahrene können die für sie teilweise sehr komplexen Lagerungsverfahren und Zugangswege der Neurochirurgie in aller Ruhe studieren und ihre – für die Neurochirurgie unabdingbare – anatomische Orientierung im OP-Situs schärfen. Der USB-Stick kann somit eine wichtige Vorbereitung für die Konfrontation mit der Realsituation im Arbeitsalltag sein. Es ist allerdings fraglich, in welchem Maße „auch erfahrene Ärzte davon noch profitieren“ – wie der selbstverfasste Anspruch im Vorwort lautet.

Ein dicker Minuspunkt ist die besonders nervige und den Videoinhalten nicht angemessene musikalische Begleitung der Video-Clips. Hier wurde die Chance vertan, wichtige Operationsetappen mit mündlichen Kommentaren – wie etwa Tipps zum handwerklichen Vorgehen – zu versehen.
Summa summarum ist Neurochirurgie Live eine abwechslungsreiche und gut anschauliche Zusammenstellung typischer neurochirurgischer Operationen. Insbesondere Unerfahrenen mit besonderem Interesse für das Fach gewährt die Video-Sammlung spannende Einblicke mit hochwertigen OP-Aufnahmen. Aufgrund des stattlichen Preises von knapp 100€ ist dieser USB-Stick unter den Studierenden nur den besonders Interessierten zu empfehlen.

Checkliste Traumatologie

Bühren, M. Keel, I. Marzi, 1.Auflage, Georg Thieme Verlag, Preis: 49,99 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeines: 

Praktisches Nachschlagewerk für Traumatologie im Kitteltaschenformat, Softcover gebunden. Auf 629 Seiten findet man die wichtigsten Fakten zur Unfallchirurgie, dabei werden ebenfalls Bereiche der Notfallmedizin, Neurochirurgie sowie der Allgemeinchirurgie angeschnitten. Die Farbkodierung am rechten Seitenrand und ein Lesezeichen erleichtern die Navigation und ermöglichen ein schnelles Nachschlagen. 

 

Inhalt:

Die Themenbereiche sind nach Farben sortiert:

  • Grauer Teil: Erstversorgung, diagnostische und therapeutische Grundlagen
  • Grüner Teil: Organtraumata und spezielle Verletzungsformen
  • Blauer Teil: Traumatologie des Skelettsystems
  • Roter Teil: Allgemeine Operationstechniken und Frakturbehandlung
  • Anhang

 

Aufbau:

Checklisten gemäß ist das Buch im Aufzählungsstil gehalten. Unter der jeweiligen Themenüberschrift finden sich auf durchschnittlich ca. einer halben bis drei Seiten die wichtigsten Fakten (drei bis vier Sätze). Ergänzend dazu existieren auch Tabellen z.B. zur GCS oder zur Einteilung von Frakturen. Boxen in der jeweiligen Kapitelfarbe unterlegt heben besonders wichtige Fakten hervor. Fett formatierte und ebenfalls in der Kapitelfarbe gedruckte Schlagworte markieren Hinweise oder mahnen zur „Cave“.

Auf den letzten Seiten befindet sich eine Übersicht zu Laborwerten.

 

Vorteile:

Klein aber fein. Ich selbst war teilweise sehr positiv überrascht wie umfangreich und detailliert das Buch gehalten ist. So wird z.B. im Grauen Teil sehr ausführlich auf die Maßnahmen eine Reanimation eingegangen. Man findet detaillierte Fakten zu den verwendeten Medikamenten und zur Diagnostik. Auch im grünen Teil finden sich viele nützliche Informationen die über das klassische Verletzungsmanagement hinausgehen.  Es wird auf Impfungen und Antibiotikatherapie mit Komplikationen eingegangen. Im Anhang befindet sich sogar ein Verzeichnis mit den Zentren z.B. zu Brandverletzungen oder Querschnittlähmungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

 

Nachteile:

Ein kleineres Manko ist, wie ich finde, dass zu wenig Abbildungen von Traumata und OP- Techniken vorkommen. Diese Kritik ist jedoch auch wieder relativ da es sich um eine „Checkliste“ im Taschenbuchformat handelt. Ansonsten ist mir wirklich nichts Negatives aufgefallen.

 

Fazit:

Nicht ganz billig aber gut. Für 49,99€ stellt Thieme ein wirklich gutes Nachschlagewerk für die Traumatologie bereit. Trotz des Kitteltaschenformates findet man noch viele weitere nützliche Informationen rund um die Traumatologie. Ein sehr sinnvoller Ausrüstungsgegenstand für jede Notfallambulanz. 

 

 

 

 

 
 
 

Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie

Thieme Verlag, 3. Auflage, Wülker 

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Aufbau:
Das Lehrbuch für Orthopädie und Unfallchirurgie besitzt das handliche Taschenformat mit ca 12 x 19 cm. Die einzelnen Kapitel sind am Seitenrand farblich markiert um ein schnelles Nachschlagen und eine gute Übersicht zu gewährleisten.
Es ist inhaltlich nach den jeweiligen Abschnitten des Bewegungsapparates und nach System/Tumorerkrankungen gegliedert. Somit werden je Abschnitt, verschiedene Erkrankungen der Orthopädie, sowie Traumatas und Verletzungsmuster der Unfallchirurgie in einem Kapitel abgehandelt. Abgegrenzt durch eine Einleitende Überschrift.
Die spezifischen Erkrankungen werden unter den Punkten Ätiopathogenese, Diagnostik (Klinik, Bildgebung etc.) und Therapie abgehandelt. Ergänzt werden diese Unterpunkte ggf. durch blaue „ Gut zu Wissen“ Kästen in denen wichtige Sachverhalte hervorgehoben werden. Weiterhin dienen braune „Zusatzinfo“ Kästen der weiteren Vertiefung des Lernstoffes.

Inhalt:

Folgende Kapitel beinhaltet das Taschenlehrbuch:

  1. Hüfte, Becken, Oberschenkel
  2. Fuß und Sprunggelenk
  3. Wirbelsäule und Brustkorb
  4. Schulter und Oberarm
  5. Ellenbogen und Unterarm
  6. Hand und Handgelenk
  7. Tumorerkrankungen des Bewegungssystems
  8. Systemerkrankungen, Syndrome

Fazit:
Das Buch ist sehr handlich und bietet ein ausreichendes Maß an Informationen zum schnellen Nachschlagen und zum Bestehen von Prüfungen. So ist es im Vergleich zu anderen Kurzlehrbüchern auf keinen Fall im Nachteil, was die bloße Information in Schriftform angeht. Es sind viele Bilder der Radiologischen Diagnostik und Schemazeichnungen vorhanden. Etwas weniger Bilder gibt es für den intraoperative Situs oder von Verletzungen. Dafür jedoch von orthopädischen Deformitäten.
Aufgrund des Formates sind die Bilder klein gehalten, jedoch in ausreichender Qualität. Sehr nützlich und sehr angenehm zu lernen sind die Tabellen zu jeweiligen Untersuchungstechniken mit Bezeichnung der Technik, Bildern zum Ablauf und Deutung der Befunde.

 
 
 
 

BASICS: Lehrbuch Notfall- und Rettungsmedizin, 3. Auflage, Tobias Helfen, Elsevier Urban&Fischer

Das Lehrbuch „Notfall- und Rettungsmedizin – BASICS“ (3. Auflage, Tobias Helfen, Elsevier Urban&Fischer) bietet einen knappen und zusammengefassten Überblick über das breite Spektrum der Notfall- und Rettungsmedizin und eignet sich somit gut als Repetitorium oder um einen groben Überblick über das Thema zu erlangen. Das Buch punktet durch ein angenehmes und portables Format und durch seine Übersichtlichkeit. Farblich codierte Unterteilung der Kapitel sowie kurze Absätze erleichtern das Zurechtfinden. Von den Grundlagen wird der Leser über die allgemeine Notfallmedizin mit Diagnostik, Therapie und einer Medikamentenübersicht zu speziellen Notfällen der einzelnen Disziplinen hingeführt, welche man in einigen Fallbeispielen abschließend rekapitulieren kann. Die Visualisierung des Gelernten erfolgt durch außerordentlich viele Bilder, die detailgetreu die verschiedenen Materialien, Methoden und Arten von Verletzungen präsentieren. Nach den einzelnen Themenblöcken, welche nicht länger als vier DINA4-Seiten einnehmen, folgt immer ein farblich hervorgehobener Kasten mit einer knappen Zusammenfassung. Hier wäre es allerdings wünschenswert gewesen, die relevanten Punkte stichpunktförmig zu formulieren anstatt die Sätze aus dem Fließtext zu wiederholen.

Weitere Kritikpunkte sind neben einigen grammatikalischen und Rechtschreibfehler (vorallem wird oft CRP anstelle von CPR verwendet, was durch die Assoziation mit dem C-reaktiven Protein etwas zu Verwirrung führt) einige inhaltliche Unklarheiten, so zum Beispiel die fehlende Erklärung, dass der Rettungssanitäters, welcher auf Seite 10 erwähnt wird, heutzutage durch den Notfallsanitäter abgelöst wurde. Auch die 5er-Regel auf Seite 46 wird nicht weiter erläutert und wirft somit Fragen auf.

Abgesehen von diesen kleinen Mängeln liest sich das Buch aber sehr flüssig, ist klar formuliert und überfordert den Leser nicht durch seitenlangen, ununterbrochenen Fließtext. Man fühlt sich nach der Lektüre gut informiert, die relevantesten Punkte werden deutlich hervorgehoben und bekommt einen Einblick in dieses relevante Thema. Die Sprache ist vorallem für eine Zielgruppe von Menschen mit medizinischem Vorwissen konstruiert, eine Tabelle mit Erläuterungen der vielen Abkürzungen trägt allerdings auch zum allgemeinen Verständnis bei.

Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Überblick gewinnen und Wiederholen!

Intensivkurs Pädiatrie
Elsevier Verlag, 1. Auflage, Muntau

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Der Intensivkurs Pädiatrie von Muntau ist die “Pflichtlektüre”, wenn man Modul 5 an der LMU absolviert. Zunächst einmal allein wegen der Tatsache, dass die besagte Autorin des Buches maßgeblich an der Gestaltung der Pädiatrie-Zwischenprüfung und Endklausur beteiligt ist und man dies sowohl an den verwendeten Bildern, als auch an der Art der Fragen erkennt. Schwerpunkte im „Muntau-Buch“ finden sich auch in Seminaren und Vorlesungen wieder, was die Mitarbeit erheblich erleichtert.

Allerdings hat der Intensivkurs auch ohne seinen LMU-internen Bezug einiges zu bieten: Die Gliederung ist klar und übersichtlich. Der Text überaus verständlich und mit passenden Bildern und Tabellen veranschaulicht.

Das Wichtigste wird immer entsprechend durch einrahmende Kästchen hervorgehoben. Anders als bei vielen anderen Lehrbüchern ist man nicht von der schieren Masse der Inhalte und der Komplexität der Themen abgeschreckt, sondern es macht fast „Spaß“ hierin zu lesen.

Es werden im Wesentlichen alle Themen zur Genüge abgedeckt ohne sich dabei in Details zu verlieren.

Das Buch ist ein gelungener Mittelweg zwischen „dickem Wälzer“ und Kurzlehrbuch. Allerdings ist es für ein Taschenbuch, dass man beim Blockpraktikum in die Kitteltasche stecken kann zu groß und als ultimatives Nachschlagewerk nicht umfangreich genug und zu oberflächlich.

Für die Vorbereitung zum Staatsexamen reicht es im Großen und Ganzen ebenfalls aus, aber man merkt doch, dass anders als in den LMU-Klausuren, die Themenschwerpunkte von Buch und Examen manchmal etwas voneinander abweichen.

Als Bonus bietet der Elsevier Verlag den Zugangs-Pin für die Student Consult Funktion, wo man sich Bilder, Text und Videos im Internet ansehen kann, was ich persönlich allerdings nicht genutzt habe.

Mein Fazit: Der Intensivkurs von Frau Muntau bereitet optimal auf die von ihr gestellten Prüfungen vor und bietet mit seinen leicht verständlichen Texten einen guten Einblick in die Pädiatrie.

€44,95

 
 
 

BASICS: Pädiatrie
Elsevier, 3. Auflage, Hasselblatt, Förg, Gruber, Gruber

4195ym1tgVL._SX346_BO1,204,203,200_Das Buch ist aufgeteilt in einen allgemeinen Teil (Untersuchung, Neugeborenes und Frühchen, Wachstum und Entwicklung, Vorsorgeuntersuchung), einen speziellen Teil (spezielle Krankheitsbilder gegliedert nach Organsystemen) und in Fallbeispiele und Anhang (Normwerten, Perzentilen und differentialdiagnostische Übersichten).

Typisch für die Basics-Reihe ist dieses Buch prägnant und einfach geschrieben. Im Vergleich zu den vorherigen Auflagen ist der spezielle Teil nun nach Organsystemen gegliedert, was es übersichtlicher macht. Als erster grober Einstieg in das Thema Pädiatrie ist es geeignet. Als nützlicher Helfer in der Famulatur oder als komprimierte Prüfungsvorbereitung leider nicht.

Der allgemeine Teil ist viel zu knapp gehalten und trifft manchmal auch nicht ganz das Wesentliche (z.B. Wachstum und Entwicklung). Zum Teil wirft der Text mehr Fragen als Erklärungen auf. Hier würde es Sinn machen das Doppelseitenprinzip zu verlassen und den Inhalt aufzustocken, gerade beim Thema Frühgeborene. Die Tabellen sind zum Teil sehr klein, was es schwierig macht in einem kurzen Blick das Wesentliche schnell zu überfliegen (z.B. Entwicklung des Kindes). Da kann man dann auch gleich ein ausführliches Buch nehmen mit dem gleichen Zeitaufwand.

Der spezielle Teil wurde im Vergleich zur vorherigen Auflage inhaltlich aufgestockt und neu gegliedert. Als Übersicht ist dieser Teil geeignet. Dennoch kommt man auch hier nicht umhin genauer in einem ausführlicheren Lehrbuch nachzuschlagen, da öfter nicht alle wesentlichen Aspekte des jeweiligen Krankheitsbildes im Basics behandelt werden.

Sehr nützlich sind die Fallbeispiele und der Anhang. Die differentialdiagnostischen Übersichten finde ich allerdings zu den Fallbeispielen etwas redundant, da sie sich um die gleichen Themen drehen. Hier könnte man das Repertoire sinnvoller gestalten.
Zusammenfassend empfehle ich dieses Buch nur in Kombination mit einem ausführlicheren Lehrbuch und für Studenten, die die Pädiatrieprüfung lediglich bestehen wollen. Für Pädiatrieinteressierte und Famulanten/PJ-ler ist es zu ungenau und knapp.

 
 
 

Endspurt Klinik: Pädiatrie
Thieme Verlag, 1. Auflage

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Allgemeines:
Ich habe mich mit dem Endspurt Pädiatrie auf die MC-Prüfung am Ende von Modul 5 an der LMU vorbereitet und war sehr zufrieden damit.
Die Endspurthefte sind vor allem an Studenten gerichtet, die sich aufs 2. Staatsexamen vorbereiten wollen. Daher werden die vom IMPP häufig geprüften Fakten markiert und in den „Prüfungshighlights“ wiederholt. Das Skript umfasst 171 Seiten, die in 7 Lernpakete gegliedert sind. Auf Examen online kann man die zu den Lernpaketen passenden Fragen kreuzen.
Da es sich um ein Skript handelt werden einige Themen deutlich weniger ausführlich behandelt als in den entsprechenden Lehrbüchern. Trotzdem werden die wichtigsten Fakten verständlich und anschaulich vermittelt.

Aufbau:
Das Skript beginnt mit den Grundlagen Pädiatrie bei Neugeborenen und behandelt dann über die Neonatologie die Entwicklung vom Säugling bis zum Kind. Danach werden nach Organsystemen sortiert die einzelnen Krankheitsbilder vorgestellt.
Infektionserkrankungen, Tumorerkrankungen Notfälle im und Kinder- und Jugendpsychiatrie sind einzelne Themenblöcke. Das Skript ist generell sehr übersichtlich, da sie Krankheitsbilder immer anhand desselben Schemas dargestellt werden (durch die Unterpunkte Definition, Epidemiologie, Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie). Am Ende eines Themenblocks werden immer die fürs IMPP wichtigsten Fakten wiederholt.

Positives:
Sehr am Pädiatrieskript gefallen mir die vielen Tabellen, gerade im Teil der sich mit Neugeborenen und Entwicklung beschäftigt. Dadurch werden ausführliche Themen wie Meilensteine der Entwicklung oder Vorsorgeuntersuchungen übersichtlich und kompakt dargestellt.
Auch bei Krankheitsbildern die diagnostisch schwierig voneinander zu unterscheiden sind wird auf Tabellen zurückgegriffen um sie einander gegenüber zu stellen.
Sehr praktisch zum Lernen ist auch, dass weniger prüfungsrelevante Themen verkürzt dargestellt werden, zum Beispiel bei den Stoffwechselkrankheiten.
Wenn die Diagnose über ein Bildgebendes Verfahren gestellt wird ist häufig auch das passende Sono/Röntgenbild gezeigt. Das letzte Lernpaket im Skript ist eher eine Wiederholung der allgemeinen Genetik, allerdings sehr praktisch um die Grundlagen nachzulesen wenn man etwas im Kapitel „genetisch bedingte Fehlbildungen und Syndrome“ nicht versteht.

Negatives:
Vor allem bei Infektionskrankheiten und genetischen Syndromen könnten mehr Bilder gezeigt werden.
An der LMU wird bei der Pädiatrie Zwischenprüfung viel Wert auf das Erkennen von Krankheitsbildern anhand von Fotos gelegt, daher sollte man sich dafür beispielsweise die Bilder aus der Vorlesung oder aus anderen Lehrbüchern ansehen. Die Dysmorphien die bei genetischen Fehlbildungen und Syndromen beschrieben werden könnte man sich leichter mit dem passenden Bild dazu einprägen.

Fazit:
Ich würde das Skript zur Vorbereitung für die Pädiatrie MC-Klausur weiterempfehlen, für die Zwischenprüfung sollte man sich zusätzliche Bilder anschauen.
Mit dem Endspurt Pädiatrie kann man sich zweifellos gut auf den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens vorbereiten. Mich überzeugen der Aufbau des Skripts und sein Umfang, alle wichtigen Themen sind verständlich und anschaulich erklärt und übersichtlich mit Tabellen dargestellt.

Kurzlehrbuch Pathologie
Thieme Verlag, 2. Auflage, Krams, Frahm, Kellner, Mawrin

51jpM0zWhxL._SX352_BO1,204,203,200_Allgemein:
Trotz des Titels „Kurzlehrbuch“ umfasst das Werk 561 Seiten, was daran liegt, dass es sämtliche wichtigen Themen sowohl der allgemeinen, als auch speziellen Pathologie beinhaltet. Die Abbildungen sind in Farbe und das Buch enthält einen Freischaltcode für die Thieme Campus-App.

Layout:
Das Softcover-Lehrbuch ist mit 24 x 17cm etwas größer als DinA5 und passt so in die meisten Taschen. Die Einteilung erfolgt neben Inhaltsverzeichnis in 29 Kapitel zuzüglich Glossar und Sachverzeichnis, die sich in 13 Überkapitel von „Allgemeine Pathologie“ bis über die einzelnen Organsysteme gliedern.
Der Lehrbuchaufbau ist recht übersichtlich gelungen und jedes der 29 Kapitel ist in Unterpunkte gegliedert, die jeweils mit einem ‚Key Point’, also einer Kurzinhaltsangabe des nachfolgenden Textes, beginnen. Zusätzlich finden sich zahlreiche farbig hervorgehobenen „Merke“-Kästen im Text, damit man wichtige Details nicht einfach überliest.
Nutzt man es als Nachschlagewerk, findet man mithilfe der Inhaltsangabe und farbigen Randmarkierungen sehr schnell, was man sucht. Die eben beschriebene didaktische Themenaufteilung ist dabei recht hilfreich.

Inhalt:
Das Buch liest sich flüssig und fasst die Pathologie sinnvoll zusammen. Enthalten sind sämtliche wichtige Themen, so kann man das Lehrbuch aus Studierendensicht durchaus als „vollständig“ bezeichnen. Ein Schwachpunkt sind einige der 127 Tabellen, die teilweise extrem überladen oder überflüssig und deshalb nicht immer hilfreich beim Lernen sind.
Die sehr zahlreichen Bilder andererseits wurden gut gewählt – es handelt sich zum Teil um histologische Ausschnitte, Fotografien, sowie Grafiken und sie zeigen anschaulich die Beschreibungen im zugehörigen Text.
Das Glossar dient dazu, schnell einzelne Begriffe nachzuschlagen. Das soll insbesondere dann helfen, wenn man nicht von vorne anfängt zu lernen und deshalb einige Begriffserklärungen „verpasst“ hat.

Fazit:
Zum Lernen der Grundthematiken und Nachschlagen im späteren Studienverlauf eignet sich das Buch gut. Wer allerdings wenige Tage vor der Klausur steht, sollte sich besser etwas Kürzeres holen, da es für ein Kurzlehrbuch doch sehr umfassend ist.
Der Preis ist mit derzeit EUR 34,99 gerechtfertigt, da man es als Begleiter des gesamten klinischen Studienabschnittes nutzen kann und es vermutlich nicht nach der allgemeinen Pathologieprüfung zum verstauben ins Eck stellen wird.

Endspurt Klinik: Pharmakologie
Thieme Verlag, 1. Auflage

41S+hwzGovL._SX373_BO1,204,203,200_Gestaltung:
Das Format des Heftes bzw. der gesamten Heftreihe erwies sich als sehr handlich und praktisch zum Mitnehmen in die Universität. So konnte es bei diversen Unterrichtsveranstaltungen ohne viel Transportgewicht genutzt werden. Die Klebebindung ist leider etwas schwach ausgelegt, sodass der Buchrücken schon nach einiger Zeit seine Festigkeit verliert. Das Heft ist ansprechend gestaltet, vor allem das Inhaltsverzeichnis ist sehr gut und übersichtlich gegliedert, sodass man sehr schnell einen Überblick über die Inhalte erhält. Die Farbgebung ist ansprechend gestaltet und einheitlich verwendet. Insbesondere die Fazit-Kästen und Infoboxen sorgen für kleine grafische und inhaltliche Auflockerungen. Dadurch wird der Lernprozess erleichtert. Eine Legende zu den entsprechenden Farbcodierungen ist mit inkludiert. Allerdings stören die teilweise sehr groß geratenen Tabellen, die mit vielen Details große Hindernisse darstellen. Dieser Lernumfang ist jedoch wohl dem Fach der Pharmakologie zuzuschreiben, das sich insgesamt als sehr lernintensiv erweist. Eventuell wäre die Aufteilung in kleinere Tabellenblöcke sinnvoll.

Inhalt:
Inhaltlich gesehen fasst das Heft die essentiellen und notwendigen Inhalte strukturiert zusammen. Dabei verzichtet der Autor auf nachrangige Details, die den Rahmen des Heftes sprengen würden. Verständlicherweise werden so einige Aspekte der Pharmakologie, insbesondere tiefergehende Medikamentendetails sowie Wirkprinzipien nicht berücksichtigt. Dazu muss ein umfangreicheres Werk herangezogen werden. Dagegen werden die relevanten Inhalte einprägsam formuliert und hervorgehoben. Die Gliederung der einzelnen Themengebiete in die Kapitel ist sehr gut gelungen. Für mich ist es in einem Fach wie Pharmakologie essentiell, den Überblick über die Medikamentengruppen zu behalten. Oftmals sind entsprechende Medikamente ähnlich zueinander. Wenn diese zusammen gelernt werden können, dann spart das viel Zeit. Entsprechend erhält der Leser die Möglichkeit, abschnittsweise in kleinen zusammenhängenden Blöcken (Lernpakete) zu lernen. Diese Lernpakete entsprechen dem Thieme SteX- Vorbereitungsplan. Für eine Einteilung mit einem Lernpaket pro Tag ist zwar viel zu tun, dennoch ist dies meiner Ansicht nach bei der Fülle des Inhaltes gerechtfertigt.

Fazit:
Das Heft Endspurt Klinik: Pharmakologie ist inhaltlich und optisch sehr ansprechend gestaltet. Vor allem die Aufteilung in Lernpakete hilft sehr stark beim strukturieren Lernen. Teilweise sind die Tabellen etwas groß geraten und können beim Lernprozess stören. Inhaltlich gesehen wird viel Wert auf den thematischen Überblick gelegt. Für mich eignet sich das Heft als Übersichtswerk, das ich im laufenden Semester mit in die Lehrveranstaltungen nehmen kann, um dort die relevantesten Informationen kurz und bündig einzusehen. Für SteX-Studierende eignet sich das Heft bzw. die Heftreihe als Repetitorium, um die
wichtigen Inhalte der anstehenden Prüfungen zu wiederholen. Insgesamt ergibt sich neben etwas Verbesserungspotenzial ein sehr gutes Begleitwerk für das Studium oder als Prüfungsvorbereitung. Preislich gesehen erhält der Studierende mit 12,99€ ein mit viel Mühe gestaltetes Werk, das es wert ist und nicht den Geldbeutel sprengt.

 
 
 

Meditricks – Antibiotika 

 

Allgemein:

Das Buch umfasst 104 Seiten in A5 Größe und kostet ca 20 Euro. Die verschiedenen Kapitel sind anschaulich mit verschiedenen Farben gekennzeichnet, sodass man schnell zur entsprechenenden Antibiotikagruppe vorblättern kann.

Aufbau

Die Gliederung entspricht den verschiedenen Antibiotikaklassen: Beta-Laktame, Aminoglykoside, Makrolide, etc. Am Anfang steht eine kurze Übersicht über die verschiedenen Klassen, was sehr sinnvoll erscheint falls der Studierende noch keinen Kontakt mit der Einteilung der Antibiotika hatte. Der Hauptteil des Buches beinhaltet die verschiedenen wichtigsten Antibiotika, jeweils mit Erklärungstext und Bild. Die Zusammenfassung am Ende des Buches wiederholt alle wichtigesten Wirkungen und Nebenwirkungen. Hier werden auch Tuberkulostatika, Resistenzprobleme und allgemeine Wirkspektren angesprochen. Viele Informationen sind tabellarisch zusammengefasst, was sehr übersichtlich und kompakt erscheint.

Inhalt

Auf den ersten Blick scheint das Buch nicht wie ein klassisches Lehrbuch sondern eher wie Zusatzliteratur. Doch sobald man die ersten Seiten aufschlägt, merkt man, dass sich dahinter viel mehr versteckt.

Im Hauptteil des Buches gibt es zu jedem Medikament mindestens zwei Seiten: auf der linken Seite immer einen Text mit Erklärungen über Wirkmechanismus, Wirkspektrum, Indikationen, Nebenwirkungen und anderen prüfungsrelevanten Informationen. Der Text ist auch immer sehr verständlich geschrieben, damit auch jeder, der ganz neu mit Antibiotika in Kontakt kommt, die Möglichkeit hat, diese zu verstehen.

Auf der rechten Seite imponiert ein sehr komplexes Bild zu jedem Wirkstoff: hier sind die wichtigsten Informationen bezüglich Wirkung, Nebenwirkung, Indikation etc bildlich zusammengefasst. Auf den ersten Blick erkennt man nur einen Bruchteil der Informationen, die in dem Bild versteckt sind. Wenn man sich aber etwas länger mit den Details und dem Erklärungstext zu dem Bild beschäftigt, erkennt man alle Einzelheiten. Es ist wie ein langer Merksatz, der bildlich zusammengefasst wurde. Das Buch umfasst über 100 Illustrationen, man sollte also genug Zeit einplanen, damit jedes Detail aus den Bildern rausgelesen werden kann.

Fazit

Bevor ich das Buch aufgeschlagen habe, hatte ich noch nie von ‘Meditricks’ gehört. Ich war etwas skeptisch, weil das Buch eher nach Lernzusatz als nach Lehrbuch aussieht.

Doch die Bilder sind so anschaulich, mit Liebe gestaltet und enthalten richtig viel Informationen, sodass meine Skepsis schnell beseitigt war.

Zu beachten ist aber dennoch , dass dieses Buch nicht für jeden Lerntypen geeignet ist. Vor allem Studierende, die mit Merksätzen, visuellen Eselsbrücken oder Ähnlichem lernen, profitieren davon, dass sie sich diese nicht mehr selbst einfallen lassen müssen.

Meiner Meinung nach ersetzt Meditricks aber kein klassisches Lehrbuch, wenn man seit Anfang immer mit solchen lernt. Hier dient das Buch eher als Ergänzung und Wiederholung, eventuell um sich die Sachen zu merken, die man sonst immer vergisst. Wer jedoch eher bildlich lernt und eine Alternative für den dicken Schmöker sucht, sollte unbedingt reinschauen.

Kleiner Tipp: Es gibt nicht nur die gedruckte Form, sondern auch eine Software dazu, welche als Zusatzangebot auch sehr interessant sein kann (ob zum Lernen, zum Vertiefen oder zum Wiederholen). Diese ist schon auf Amboss vertreten.

 
 
 

Lernkarten Pharmakologie 

Klem, S. Blanck, 1. Auflage, URBAN & FISCHER, Preis: 34,99 €

1.Allgemeines:

Zum Thema Pharmakologie liefert URBAN & FISCHER 271 Lernkarteikarten in Posstkartenformat. Die Karten sind praktisch verpackt in einer Box. Auf einer Karte sind die Benutzerhinweise, auf einer weiteren ein Abkürzungsverzeichnis. Drei Karten beinhalten ein Inhaltsverzeichnis.  

 

2.Inhalt:

Auf den 271 Karten finden sich folgende thematische Schwerpunkte:

  1. Grundlagen der Pharmakologie
  2. Vegetatives Nervensystem
  3. Kardiologie
  4. Pulmologie
  5. Gastroenterologie
  6. Nephrologie: Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt
  7. Stoffwechselstörungen und Endokrinologie
  8. Hämatoonkologie
  9. Infektiologie
  10. Anästhesie
  11. Analgetika
  12. Neurologie
  13. Psychiatrie
  14. Hormone
  15. Toxikologie

 

3.Aufbau:

Die Karten besitzen eine Fragenseite und eine Antwortseite, jeweils gekennzeichnet mit einem Frage- und Ausrufezeichen. Neben der Kartennummer befinden sich auf der Fragenseite, in der rechten oberen Ecke, weitere Ausrufezeichen in einem blauen Kasten. Diese kennzeichnen die IMPP- Relevanz. Von ein bis drei Ausrufezeichen wir so die Wichtigkeit abgestuft. In der linken unteren Ecke befindet sich die Gesamtzahl der zu dem Lernthema gehörenden Karten und die Kartennummer aus der Menge des jeweiligen Themas. Bspw. 3/15 also Lernkarte 3 von 15 Karten des Themas. Somit hat man zu jeder Zeit einen guten Überblick über den Lernstand.

Auf der Fragenseite befinden sich zwischen ein bis 4 offene Fragen. Die Fragen beginnen meist mit einem allgemeinen Einstig in das Thema und nehmen dann an Schwierigkeit und Detailreiche zu. Auf der Rückseite (also der Antwortseite) befinden sich dann die Musterlösungen zu den Fragen.

 

4.Vorteile:

Wer gerne mit Karteikarten lernt kann mit diesen Karten nicht falsch machen. Sie sind schön handlich und übersichtlich gestaltet. Ich persönlich finde den Stil der offenen Fragen sehr gut. So wird man mehr oder weniger gezwungen sich ein etwas umfangreicheres Wissen anzueignen, anders wie wenn es der Fall wäre wenn nur Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Auch Inhaltlich sind die Karten sehr gut aufgestellt.

 

5. Nachteile:

Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse kommen so gut wie keine Abbildungen oder Schemata vor. Man findet sie zwar vereinzelt auf den ersten Karten zu Beginn eines Unterthemas das war`s dann aber auch schon. Hier sind die Verhältnisse in einem ordentlichen Pharmakologie- Lehrbuch natürlich ganz andere. Gerade für visuelle Lerntypen oder gar Textlerntypen sind die Lernkarten somit nicht unbedingt eine gute Option. Leider kommt es doch immer wieder vor, dass der riesen Stapel an Lernkarten irgendwie durch einander gerät. So ist dann eine Karte in einem anderen Lernthema oder fehlt da wo sie eigentlich sein sollte. Das kostet dann wieder Sortierzeit und etwas Nerven. Wenn man allerdings behutsam ist und sich einzelne Stapel zurecht legt kann man dieses Problem vermeiden. Es ist also sehr relativ.    

 

6.Fazit:

Ich finde für 34,99 € kann man mit diesen Karten nichts falsch machen. Vorausgesetzt natürlich man ist der Lerntyp dafür. Die Karten decken Inhaltlich eine Menge Stoff ab, jedoch würde ich für die Klausurvorbereitung nicht alleine auf sie zählen. Gerade beim Thema Grundlagen der Pharmakologie fehlen teilweise nützliche Abbildungen zum Verständnis. Auch in Punkto UAW oder Kontraindikationen fehlen stellenweise doch ein paar Fakten die so meist nur in dickeren Büchern zu finden sind. Alles in allem jedoch ein sehr hübschen Lernmedium. Ich finde es macht auf jeden Fall auch ein wenig mehr Spaß mit den Karten zu lernen wie wenn man nur dicke Bücher wälzen muss.    

 
 
 

Pharmakologie und Toxikologie

Lüllman, Mohr, Wehling, Hein, 18. Auflage, Thieme, Preis: 69,99 €

Allgemeines:

Pharmakologie und Toxikologie auf 611 Seiten im Hardcover gebunden. Ein farbkodiertes Seitenregister erleichtert die Handhabung. Im Lieferumfang ist ein Thieme-Online Zugang inklusive. Eine kleine Besonderheit stellt der Anhang dar, hier findet sich auf zwei Seiten eine Übersicht mit chemischen Grundstrukturen, sowie Zeittafel mit den wichtigsten Meilensteinen der Pharmakologie.  

Inhalt:

Teil1: Generelle Prinzipien

  • Pharmakodynamik
  • Pharmakokinetik
  • Nebenwirkungen
  • Arzneistoff-Interferenzen
  • Pharmakogenetik
  • Einfluss des Lebensalters auf die Dosierung
  • Einführung und Bewertung von Arzneimitteln
  • Alternative Heilverfahren
  • Medizinischer Alltag

 

Teil2: Organ- und Funktionssytem-bezogene Pharmakologie

 

  • Vegetatives Nervensystem
  • Andere Überträgerstoffe und Mediatoren
  • Herz und Kreislauf
  • Respirationstrakt
  • Blut
  • Niere und Elektrolyte
  • Verdauungstrakt
  • Stoffwechsel
  • Bewegungsapparat
  • Nozizeptives System
  • Immunsystem
  • Zentralnervensystem
  • Haut
  • Hormonsystem 

Teil 3: Wirkstoffgruppen ohne Organbezug

  • Maligne Neoplasien, Zytostatika
  • Infektionskrankheiten

 

Teil 4: Gifte und Antidota

  • Vergiftungen

 

Aufbau:

Die jeweiligen Kapitel beginnen zunächst mit einer Einführung in das Themengebiet. Dazu dient ein blauer Kasten in dem das Wichtigste kurz und bündig zusammengefasst ist. Im Haupttext kennzeichnen farbige Pfeile das jeweilige Schwerpunktthema, z.B. Lila für Pharmakokinetik oder Orange für die Wirkweise. Daneben sind Textabschnitte mit einer besonderen klinischen Relevanz, seitlich mit   einem grünen Balken markiert. Zusätzliche Informationen mit weniger Relevanz sind entweder in einer kleineren Schrift oder in einem grauen Kasten abgedruckt. Es sind immer wieder grüne Tabellen mit den besonders wichtigen Wirkstoffen inklusive den Handelsnamen aufgeführt. Ergänzt werden die Inhalte durch zahlreiche Abbildungen und Skizzen die das Verständnis erleichtern. Alles in Allem wie ich finde eine sehr gute Struktur die das Lernen übersichtlich gestaltet.    

 

Vorteile: 

Die blauen Kästen zu Beginn eines Kapitels geben einen sehr guten Überblick über die jeweiligen Stoffklassen, sodass man einfach und schnell einen Zugang zur Thematik bekommt. Wirklich wertvoll sind auch die grünen Kästen, in denen man die wichtigen Wirkstoffe mit Handelsnamen und Generikakennzeichnung  auf einen Blick vor sich hat. Viele Abbildungen und Schemazeichnungen helfen bestimmte Wirkprinzipen besser zu verstehen. Auch die grün Markierten Textabschnitte zur klinischen Relevanz bieten wirklich nützliche Informationen. Allgemein ist der Informationsgehalt schon sehr detailliert, so findet man zum Beispiel auch Informationen über die Zubereitung und Herstellung mancher Medikamente, was sehr nützlich für das Verständnis über die Pharmakokinetik und die Applikation ist. 

 

Nachteile:

Da das Buch in reinem Fließtext verfasst ist, ist es manchmal etwas Mühsam die relevanten Fakten zu extrahieren. Was hier wünschenswert wäre, ist die ein oder andere Tabelle in der Punkte wie UAW, Indikation und Kontraindikationen aufgeführt sind.

 

Fazit:

Wer gut und gerne aus Büchern mit viel Text lernen kann sollte sich dieses Buch zulegen. Es bietet wirklich sehr umfangreiche Informationen und ist didaktisch eher auf Verständnislernen, als auf reines Auswendig lernen ausgelegt. Manchmal sind die aufgeführten „Sidefakts“ viele interessanter als der eigentliche Stoff, was natürlich auch etwas ablenkend sein kann. Wer eher der Übersichtlerntyp ist und Tabellen gerne mag für den eignet sich dieses Buch weniger als Hauptmedium. Allerdings bietet es sich an auch hier Fakten noch einmal nachzuschlagen, zu vertiefen und zu verstehen um sich unnötiges Auswendiglernen zu ersparen. Für das bestehende Preisleistungsverhältnis finde ich das Lehrbuch absolut empfehlenswert.

Lehrbuch Psychiatrie
Springer-Verlag, 1. Auflage, Fleischhacker, Hinterhuber

Dieses Lehrbuch prä51s0PwmhLyL._SX349_BO1,204,203,200_sentiert sich als Taschenbuch mit knapp 600 Seiten. Es umfasst psychische Störungen nach aktueller ICD-10-Klassifikation mit entsprechenden Erklärungen. Die Kapitel sind in Oberthemen gegliedert. Jedes Krankheitsbild beinhaltet die Psychopathologie, Ätiologie, Klassifikation und Therapien. Untermauert werden die jeweiligen Themen mit Diagrammen, Tabellen und etwaigen Fallbeispielen. Am Ende jedes Kapitels sind Vorschläge für weiterführende Literatur zu den jeweiligen Störungen aufgelistet. Ergänzend zu den Standardthemen umfasst das Buch wichtige aktuelle Themen wie Kinder und Jugendpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suizid und Suizidalität, Psychiatrischer Notfall, Psychotherapeutischer Verfahren, Sozialpsychiatrie, Psychiatrische Rehabilitation, Konsiliar-/Liaisonpsychiatrie und Forensische Psychiatrie. Neueste Forschungsergebnisse aus Pharmakologie, Psychotherapie sowie aus der Sozialpsychiatrie wurden eingearbeitet.

Der psychopathologische Befund ist leider sehr knapp geraten. Die jeweiligen Themen sind sehr umfangreich und detailliert, bis hin zu Hintergrundinformationen zur Geschichte der Psychiatrie.

Sehr hilfreich ist das Glossar am Ende des Buches mit Erklärungen vieler psychiatrischer und psychopathologischer Fachausdrücke.

Fazit: Dieses Buch ist geeignet für Medizinstudenten, die sich tief in die Thematik einarbeiten wollen. Als Kurzlehrbuch, das einen schnellen prägnanten Überblick bietet und als Prüfungsvorbereitung unter Zeitdruck ist es nicht geeignet. Es geht sehr ins Detail und ist so umfassend, dass es für Assistenten in der Weiterbildung, Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten empfehlenswert ist.

 
 
 

Duale Reihe: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Thieme Verlag, 6. Auflage, Möller, Laux, Deister

51iHyLc0lqL._SX359_BO1,204,203,200_Ich bin Medizinstudentin im neunten Semester an der LMU München und verwende sehr gerne die „Dualen Reihen“, um mich auf Prüfungen & Co vorzubereiten.

Aufbau:
Das Fachwissen der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wird auf 670 Seiten vermittelt und ist in vier übergeordnete Abschnitte aufgeteilt. Teil A widmet sich den allgemeinen
Grundlagen, Teil B erläutert einzelne Erkrankungen näher, Teil C vermittelt Therapievorschläge und Teil D geht auf die juristischen Aspekte dieser Fachgebiete ein.
Ein Kapitel ist in mehrere Unterkapitel und Unterpunkte aufgeteilt, was strukturiertes Lernen ermöglicht. Insgesamt finde ich den Aufbau, die Gliederung und die graphische Gestaltung dieser Dualen Reihe sehr ansprechend.
Inhalt:
Wie jede „Duale Reihe“ ist auch diese dual aufgebaut: Die Seiten liefern ein ausführliches
Lehrbuch mit zusammenhängenden Texten, Diagrammen und Bildern. Die Randspalte dagegen
fasst die wichtigsten Fakten stichpunktartig zusammen und erlaubt es Sachverhalte
schnell zu verinnerlichen oder zu wiederholen. Somit erhält man zeitgleich Lehrbuch und Kurzlehrbuch
in einem.
Besonders gut haben mir die „Klinischen Fälle“ und „Patientensichtweisen“ gefallen, die es mir
erlaubten, ein tieferes Verständnis für die komplexen Sachinhalte zu erlangen.
Als neu in dieser Auflage deklariert sind die Hinweise auf das US-amerikanische Diagnosesystem
DSM5 zusätzlich zu dem bis jetzt verwendeten ICD-10 Klassifikationssystem, so dass
die Auflage auf den neuesten Stand gebracht wurde und den aktuellen Anforderungen entspricht.

Extras:
Der Zugang zum „Thieme-Campus“ (= Online Zugang zum Buch) ist ein großer Vorteil. Ich
persönlich bevorzuge es, in Büchern zu blättern und zu lesen, aber die Such-Funktion einer
Online-Version ist doch in vielen Situationen sehr nützlich.
Die dem Buch beiliegende Video-CD-ROM soll Patientengespräche zu den häufigsten psychiatrischen
Erkrankungen beinhalten, da ich allerdings keine Möglichkeit habe diese CD abzuspielen,
ist es mir leider nicht möglich den Inhalt bzw. die Qualität besagter Patientengespräche
zu beurteilen. An dieser Stelle möchte ich Thieme dazu anregen, in Zukunft auf DVD/CDs
zu verzichten und die Daten über den Online-Zugang zum Buch zum Download zur Verfügung
zu stellen.

Fazit:
Abschließend kann ich allen Studenten/innen, die sich näher für die Psychiatrie interessieren,
dieses Buch empfehlen, da es auf dem aktuellsten Stand ist und sowohl Basics als auch profundes
Fachwissen vermittelt und so sowohl zur Prüfungsvorbereitung also auch zur individuellen
Interessensvertiefung genutzt werden kann.

 
 
 

Psychiatrie
Springer Verlag, 16. Auflage, Tölle, Windgassen

416FcMATnCL._SX349_BO1,204,203,200_Aufbau:
Das Buch Psychiatrie (einschließlich Psychotherapie) ist ein kompaktes, 403 Seiten langes Lehrbuch. Im Vergleich zum gewohnten Aufbau anderer Klinikbücher (nach Organen bzw. Organsystemen) ist dieses Werk in 3 große Abschnitte aufgeteilt: Einführung, Krankheiten und Behandlung. Das hat mich beim Öffnen des Buches leicht irritiert, weil ich mir anfangs nichts drunter vorstellen konnte. Allerdings ist dieses Konzept super, weil es in dem Teil „Krankheiten“ natürlich Informationen über Behandlung bei jedem Krankheitsbild gibt, dafür geht es in dem Teil „Behandlung“ viel mehr um die einzelnen Therapiekonzepte.

Inhalt:
Im ersten Kapitel (Einführung) geht es vor allem darum, das Fach an und für sich vorzustellen und zu versuchen, den Studierenden den Unterschied zwischen Psychotherapie und Psychosomatik darzustellen, was manchmal schwer fällt. Die Erklärung samt vielen klinischen Beispielen ist sehr gut und nicht übermäßig kompliziert geschrieben. Weiterhin geht es darum, die Methoden in der Psychiatrie vorzustellen. Alles ist folgendermaßen gegliedert: Bei jedem Unterkapitel gibt es einen blauen Kasten, der eine Art „wichtigste Info“ bzw. ausgearbeitete Definition darstellen sollte. Normaler Text beschreibt dann ausführlich die jeweilige Methode (Einteilung, detailliertere Informationen) und in kleiner Schrift gibt es Aufsätze, die über nicht-Uni-relevante bzw. sehr spezielles Wissen informieren.

Das umfangreichste Kapitel, „Krankheiten“ ist wiederum in 19 Unterkapitel gegliedert, die eigentlich das gesamte Spektrum aller möglichen psychischen Erkrankungen (die man so für IMPP und Uni) wissen muss. Jedes Krankheitsbild wird mit seiner Ätiologie, Symptomatik, Syndromen/Subtypen, Verlauf und Prognose, Diagnose und Abgrenzung und Therapie vorgestellt. Was ich sehr hilfreich fand, waren Ausschnitte „mit den Worten des Patienten“, wo man sich die typischen Äußerungen des Patienten durchlesen konnte. Danach konnte ich mir meistens tatsächlich ein klares Bild von dem Patienten und der Erkrankung verschaffen.

Das letzte Kapitel „Behandlung“ beschreibt die verschiedenen Therapiekonzepte des Psychiatrie: Psychotherapie, Somatotherapie, Notfalltherapie und Krisenintervention. Somatotherapie glänzt mit einer hervorragenden Zusammenfassung der Psychopharmaka. Ein besonderer Wert wird in beiden letzten Kapiteln auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie gelegt, die hier tatsächlich sehr gut ausgearbeitet ist. Es ist ebenfalls das Aushängeschild dieser bearbeiteten Auflage, wozu ich sagen kann: zu Recht!

Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die sich mit der Psychiatrie mehr beschäftigen wollen als die Uni-Skripte oder Amboss anbieten. Es ist auch eine sehr geeignete Grundlage für Praktika (Bedside-Teaching, Famulatur, PJ), denn die Krankheitsbilder werden sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Für die Examensvorbereitung (M2 bzw. M3 Psychiatrie als Losfach) würde ich persönlich dieses Werk wegen seiner Ausführlichkeit nicht empfehlen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es eben deswegen ein guter Begleiter für die Assistenzarztzeit sein kann!

 
 
 

 

50 Fälle Psychiatrie und 

Psychotherapie

Elsevier, 5. Auflage, 2016, Lieb, Klaus; Heßlinger, Bernd; Jacob, Gitta
360 S.
ISBN: 9783437433542

Neupreis: 24,99€

Aufbau:

Das Buch „50 Fälle Psychiatrie und Psychotherapie“ ist im Wesentlichen in, wenig überraschend, 50 Fälle gegliedert. Diese decken die häufigsten Diagnosen der Psychiatrie von Zwangsstörung über Depression bis Substanzabhängigkeit u.a. queerbeet ab.

Hierbei fällt auf, dass es direkt zur Sache geht, nach einem kurzen Vorwort – zack – Fall 1. Die Fälle sind, auch im Vergleich zu anderen Fallbüchern, auch anderer Disziplinen, sehr schön ausführlich gestaltet, man bekommt immer eine ausführliche Anamnese „serviert“ und den Therapieverlauf mit Schwierigkeiten und Abschluss. Zwischendurch werden dann immer kurze, prägnante Fragen formuliert. Zu Abschluss des Falles gibt es dann jeweils einen Kasten mit Lernzielen oben drauf, in dem noch einmal konkretisiert wird, über welche Thematik man denn gerade gelesen hat und was man vielleicht nicht doch besser in einem ausführlicheren Lehrbuch noch einmal nachlesen könnte. Außerdem werden noch die aktuellen ICD-10 Diagnosen ergänzt.

Fazit:

Dieses Buch erhebt explizit nicht den Anspruch, ein weiteres Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie darzustellen. Vielmehr betonen die Autoren bereits im Vorwort, dass dieses Werk vielmehr als Vorbereitung auf den klinischen Alltag und dessen Entscheidungsabläufe in Diagnostik und Therapie zu verstehen ist. Und eben dieser Ansatz wird einem als Leser auch sehr schnell klar. Man wird nicht mit langen Tabellen konfrontiert, die vom Hundertsten ins Tausendste kommen und dabei jede noch so weit hergeholte Differantialdiagnose abdecken müssen, sondern bearbeitet fokussiert einen konkreten Fall. Diese sind durch ihre schönen, detaillierten Fallbeschreibungen durchaus kurzweilig und werden immer wieder über Fragen in Einzeilerform unterbrochen. Dankenswerterweise wird die Antwort auf die Fragen stets im nächsten Absatz gegeben, so dass man einen Fall auch bei Nichtwissen zügig durcharbeiten kann, und sich nicht völlig im Blättern verliert. Hierbei bleibt das Buch prägnanter, jedoch natürlich auch weniger vollständig, gerade im Hinblick auf schriftliche Prüfungen, als ein herkömmliches Lehrbuch. Als „begleitende Lektüre“ zum großen Lehrbuch, oder auch als interessanter Überblick, was denn das Fach überhaupt so zu bieten hat und was einen denn so in etwa erwarten könnte kann ich die „50 Fälle der Psychiatrie und Psychotherapie“ jedoch durchaus weiterempfehlen.

Insgesamt muss man sich bei aller Art Fallbücher die Frage stellen, ob und wie das rapide wachsende Angebot an Online-Optionen dieses Konzept der Interaktion und gezielten Fallbearbeitung nicht doch in Zukunft diese zu Recht verdrängen wird. Vorerst kann ich konkret dieses Buch jedoch jedem empfehlen, der ein kurzweiliges Buch über die Psychiatrie und Psychotherapie sucht, nach dem er zwar nicht unbedingt jedes Medikament oder jede Behandlung strukturiert können wird, aber durchaus einen guten Überblick über das breite Spektrum haben sollte.