Modul 1
Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Physikum !!! Die „Vorklinik“ liegt nun hinter euch und ihr dürft euch – nachdem ihr hoffentlich ausgiebig gefeiert habt – in die „Klinik“ stürzen. Dabei wird dem einen oder anderen der Einstand mit Modul I relativ theoretisch erscheinen: Grundlagen eben!
Struktur
Die Fächer dieses Semesters werden in zwei Blöcke zu je 7 Wochen (+ eine Klausurwoche) aufgeteilt:
A, Pathologie, Humangenetik, Strahlenfächer, Pathophysiologie (Pathologie in der Thalkirchnerstraße und im Pharma-Hörsaal)
B, Klinische Chemie, Pharmakologie, Mikrobiologie (größtenteils im Max-von-Pettenkofer-Institut, Pettenkofer-Straße)
In welcher Reihenfolge ihr die Blocks durchlauft steht im Stundenplan. Die zugehörigen Klausuren finden nach dem jeweiligen Block statt.
Zusätzlich gibt es wie schon in den ersten vier Semestern natürlich auch in Modul I den L- Kurs (L5). Mit Epidemiologie, Psychosomatischer Medizin und Untersuchungskursen ist das Pensum nicht allzu groß, sodass ihr an dem ein oder anderen Mittwochen erfreulicherweise frei habt.
Pathologie
Noch einmal dürft ihr euch in eure Anatomiezeiten, genauer gesagt in den Präpkurs, zurückversetzt fühlen – und zwar in der Pathologie, wenn ihr euch in Kittel und blaue Überschuhe (werden zur Verfügung gestellt) werft und im Makrokurs (anwesenheitspflichtig) verschiedenste Präparate gezeigt bekommt, die ihr beschreiben und zu möglichen Erkrankungen zuordnen sollt. Ansonsten habt ihr Seminare (anwesenheitspflichtig), in denen jeder ein Referat halten muss. Diese werden seit letztem Semester nicht mehr benotet bzw. bepunktet.
Im Weiteren gibt es eine praktische Prüfung zum Mikropathologiekurs (anwesenheitspflichtig). Nomen est omen: In diesem Kurs schaut ihr euch pathologische Organe unter dem Mikroskop an und bekommt dazu außerdem makroskopische Bilder gezeigt. In der zugehörigen Prüfung müsst ihr drei der Präparate (unter dem Mikroskop) und zwei Makrobilder wieder erkennen und verschiedene Fragen dazu beantworten. Hierfür werden freiwillige Mikroskopierstunden angeboten und ihr könnt die Präparate zudem im Zip – Pool (im Pathologiegebäude), oder im Internet, auf dem Computer anschauen.
Last but not least steht noch die Pathologievorlesung auf dem Programm. Es gibt übrigens ein Skript von der Medizinischen Fakultät Erlangen (Präsentationen der Vorlesungen stehen leider nicht im Internet.), das einen ganz guten Überblick vermittelt. Mittlerweile ist dieses Skript auch im Copy-Shop erhältlich - allerdings wurde es nie überarbeitet.
Fehlt nur noch die Klausur (die den größten Beitrag zur Endnote leistet): bei mindestens 24 von 40 Fragen mit Einfach- und Mehrfachauswahl das richtige Kreuz machen ... und – vorausgesetzt ihr habt die anderen Prüfungen (Referat und „Mikro“-Prüfung) auch bestanden – der Pathologieschein ist euer !! :-)
Pathophysiologie
Die Vorlesung ist meistens gut und eigentlich auch sinnvoll für das Grundlagenverständis. Allerdings: sie findet gleich morgens um 8 statt und es gibt keine Prüfung, keinen Schein... Wie gut sie besucht ist, könnt ihr euch also vorstellen!
Humangenetik
Die Vorlesung Humangenetik, zu der man sich auf Moodle die Folien herunterladen kann, ist dreigeteilt. Nach dem theoretischen Teil (der immer wieder durch teilweise „witzige“, oft auch sarkastische Anekdoten aus dem Alltag einer Humangenetikerin aufgeheitert wird) werden verschiedene Krankheitsbilder anhand von Patientenfotos vorgestellt. Abschließend werden pro Vorlesung circa drei mögliche Klausurfragen gezeigt, die das Auditorium gemeinsam beantworten soll. Die Klausur (20 MC - Fragen), in der aufgrund der z. T. langen Aufgabentexte die Zeit knapp werden kann, sollte man trotz der zum Schmunzeln anregenden Veranstaltung nicht unterschätzen. Ein detailliertes Wissen über die in der Vorlesung behandelten Krankheiten kann sich hierbei als Vorteil erweisen.
Strahlenfächer
Hier erwarten euch in Vorlesungen und Seminaren (anwesenheitspflichtig) Zusammenfassungen der Strahlenbiologie, Strahlenphysik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie. Selbst wenn man nach den verhältnismäßig wenigen Veranstaltungen den Eindruck gewinnen kann, von nichts eine Ahnung zu haben, ist die Klausur (30 MC – Fragen) eigentlich gut zu schaffen. Schlecht ist es dabei sicher nicht, sich Fragensammlungen, die ehemalige Modul I - Studenten nach ihren Klausuren niedergeschrieben haben, zu organisieren und zu studieren.
Pharmakologie
Grundlagen der Pharmakologie – hier hat sich in den letzten Jahren ein wenig was verändert. Der früher wohl bekannte Fragenpool mit gesammelten Fragen, die früher immer in den Klausuren dran kamen, gibt es in dieser Art und Weise nicht mehr. Prof. Richter stellt den Fragenpool, sowie die Vorlesungsfolien weiterhin zur Verfügung (man muss einfach mit einem USB-Stick nach der Vorlesung zu ihm gehen, das bietet er ganz offiziell an), allerdings dürfen diese nicht mehr Bestandteil der Klausur sein. Die Klausur mit den 40 MC-Fragen lässt sich trotzdem gut schaffen und vor allem dann, wenn man die letzten Tage bei der Vorlesung von „Franky“(Prof. Richter) anwesend ist. In der letzten Stunde gibt er – je nach Semester – zumindest teilweise sehr gute Tipps. Also, schön zuhören und fleißig mitschreiben, mitschreiben, mitschreiben.
Klinische Chemie
Die Vorlesungen in diesem liebevoll „Klischi“ genannten Fach finden für euch alle in der Innenstadt statt, während ihr in den Seminaren und Praktika an getrennten Fronten kämpft. Die eine Hälfte in Großhadern, wo Seminar und Praktikum jeweils an verschiedenen Tagen stattfinden. In der Innenstadt dagegen, wo die andere Hälfte von euch sein wird, kommt die Klinische Chemie einem Crashkurs gleich. Die Praktika und Seminare finden je als Block von (voraussichtlich) 14 bis 18 Uhr statt. Dafür hat man das Ganze dann mit 1-2 Mal pro Woche hinter sich gebracht ... und außerdem werden in der Innenstadt zu jedem Thema Skripten ausgeteilt (Ruhig die „Großhaderner“ vor der Klausur auch mal hineinschauen lassen !!) und die wirklich absolut fürsorgliche MTA Frau Öttl klebt einem sogar die Ergebnisprotokolle vor jeder Stunde in sein Praktikumsheft, das es obendrein noch geschenkt gibt. Was will man mehr? ... Nur auf die Klausur kann nicht verzichtet werden ;-(. Es gibt hierbei 40 Fragen mit Einfach- und Mehrfachauswahl.
Mikrobiologie
Stoff ist hier die Bakteriologie, Parasitologie, Virologie, Immunologie und Hygiene. Neben der Vorlesung finden ein Praktikum und Seminare (beides anwesenheitspflichtig) statt. In den Seminaren muss jeder Student ein Referat halten, mit dem man sich bis zu drei (!) Bonuspunkte für die Klausur (40 Fragen; Auswählen einer oder mehrerer richtiger Antworten) erarbeiten kann. Für das Praktikum, in dem beim Züchten von Bakterienkolonien auf Agar - Platten ganz heftige Erinnerungen an die Biologie aufkommen, bekommt ihr zu Beginn im Max - von - Pettenkofer - Institut die Praktikumsanleitung. Außerdem braucht ihr einen Kittel. Die Vorlesungsunterlagen werden auf Moodle ins Internet gestellt und sind äußerst klausurrelevant.
L- Kurs
Epidemiologie:
In den sechs Vorlesungen und drei (anwesenheitspflichtigen) Seminaren sollt ihr - um den Aufbau einer klinischen Studie zu verstehen und weil ihr ja sicher alle mal eine statistische Doktorarbeit schreiben wollt - die Grundzüge der Biometrie und Epidemiologie erlernen. Im Internet werdet ihr das Ganze unter http://ibe.web.med.uni-muenchen.de finden. Die Seminare bieten hierbei eine wichtige Grundlage für die Klausur.
Psychosomatische Medizin:
Dieser komplett anwesenheitspflichtige Teil des L-Kurses, in dem ihr euch mit der bio- psycho-sozialen Anamnese befasst, besteht aus einer Einführungsvorlesung, in der der Ablauf der folgenden Kurstage erklärt wird und Filme von Anamnesegesprächen gezeigt werden, einer bio-psycho-sozialen Anamnese, die ihr während eines eurer Stationstage (siehe unten) führen müsst, und zwei Seminaren. Im zweiten Seminar stellt jeder der etwa acht Studenten „seinen“ Patienten vor. Außerdem müsst ihr an diesem Tag ein etwa dreiseitiges Protokoll über euer Anamnesegespräch abgeben. Wichtig hierzu ist, dass jeder Student – auch wenn ihr das Gespräch zu zweit geführt habt – sein eigenes Protokoll schreiben muss. Die Klausur dazu findet erst nach Modul 4 statt (da gibt’s es Psychosomatik-Teil II).
Untersuchungskurs:
Wie in L 3 und L 4 dürft ihr auch dieses Semester an drei Mittwochen euren weißen Kittel überwerfen und in Paaren ins Krankenhaus (Großhadern oder Innenstadtkliniken) pilgern. Der Unterschied zur Vorklinik ist, dass der Kurs dieses Mal von 8 Uhr bis 16 Uhr dauert (zumindest offiziell), ihr möglicherweise also auch die Gelegenheit bekommt, mit den Ärzten Mittag zu essen ;-). Wie viel ihr lernt, wie viel ihr machen dürft, wie viel euch gezeigt wird oder wie viel ihr gelangweilt im Arztzimmer sitzt und das ungute Gefühl habt, überall im Weg zu stehen oder sitzen, hängt wie immer ganz von der jeweiligen Station ab. Ebenso daran liegt, wie ernst die Untersuchungsprüfung, die ihr absolvieren müsst, gesehen wird bzw. ob ihr sie nicht gar ohne jegliche Anstrengung als „bestanden“ abgestempelt bekommt.
Um auf die Tage im Krankenhaus vorbereitet zu sein, findet davor ein ebenso anwesenheitspflichtiger ganztägiger Crashkurs im neuen Skills-Lab statt, in dem ihr nochmal die Anamnese und alle Untersuchungstechniken gezeigt bekommt. Außerdem lernt und übt ihr dort am Ende noch die Blutabnahme – denn auf manchen Stationen werdet ihr auch hierzu aufgefordert.
Und dann braucht ihr für Modul I auch noch drei weitere Stempel in eurem Logbuch, die für den Spiegelkurs. Wieder einmal heißt es, den Kommilitonen die Nasenflügel aufzuspreizen, so lange im Rachen herumzufummeln, bis sie würgen müssen, und die Augen weit zu tropfen. Bella donna !!;-)
Am Ende gibt es dann noch eine U-Kurs-Klausur, auf die ihr euch am besten mit dem Online-Lernsystem auf Casus vorbereitet. Gefragt werden in den 30 Fragen, für die ihr 30 min. Zeit habt auch Details – allerdings wurde auch in den letzten zwei Semestern die Klausur gerne überschätzt. Das kleine rote Buch „Anamnese und körperliche Untersuchung“ bietet einen ganz guten Überblick und wird auch von den Lehrenden empfohlen. Das Bestehen der Klausur ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Veranstaltungen von Modul II/III.
Bei alledem: viel Erfolg und Freude im ersten klinischen Semester! Und nicht den Kopf hängen lassen, wenn es teilweise noch nicht ganz so klinisch zugeht, wie man vermutete…


