Physikum
Wie läuft das eigentlich ab mit demPhysikum? Muss ich mich anmelden? Und bis wann? ...?
Fragen über Fragen - alle durchaus berechtigt, aber selten findet sich jemand, der sie beantwortet.
Daher wollen wir mit dieser Mail über alle wichtigen Details zur ersten großen Hürde im Medizinstudium aufklären.
Anmeldung
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass man sich zumPhysikum anmelden muss. Wer im Herbst 2010 zum Physikum zugelassen werden will, sollte bis dahin nicht nur all seine Vorkliniksscheine bestehen, sondern auch bis zum 10. Juni 2011 die Anmeldung beim Prüfungsamt in der Amalienstraße (Amalienstr. 52; Mo, Di, Do, Fr 9:00 - 12:00Uhr, Mi 13h00 - 16h00) hinter sich bringen (ÄAppO §10.3). Bei selbigem erhält man schon im Vorfeld die dazu nötigen Formblätter ("Antrag auf Zulassung zur Prüfung") - oder im Internet unter
http://www.uni-muenchen.de/studium/administratives/pruefungsaemter/07_med/pruefungsamt_mediz/vordrucke/index.html => Prüfungsanmeldungen.
ACHTUNG! Seit 2009 müssen alle Auslands-Krankenpflegepraktika (und auch Anerkennung von Krankenpflegepraktika nach §6 II ÄAppO wie Zivildienst/Bundeswehr...) für die Prüfungsanmeldung im Herbst bis spätestens 13. Mai im Prüfungsamt abgezeichnet sein.
Auch für in Deutschland absolvierte Krankenpflegepraktika ist die Anerkennung vor der Anmeldung ratsam - denn ein falsch ausgefülltes Zeugnis würde sonst auch zur Nichtzulassung führen.
Vergesst hierfür auf keinen Fall euer Studienbuch (bzw. die zum Nachweis der Studienzeiten an seine Stelle tretenden Unterlagen) und eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung.
Alle Termine findet ihr auch auf der Seite des Prüfungsamtes unter Vordrucke im Merkblatt zum 1. Abschnitt der ärztlichen Prüfung (so heißt das Physikumoffiziell) und auf der Hauptseite des Prüfungsamts.
Wichtig ist auch der Abgabetermin! Wer nach dem 10. Juni 2011 seine Anmeldung noch immer nicht abgegeben hat, wird auch im Herbst 2011 kein Physikum machen dürfen - so oder so.
Nur die Scheine für die noch laufenden Lehrveranstaltungen des Sommersemester dürfen noch bis 1. August 2011 nachgereicht werden. Wer bereits vor dem 10. Juni erhaltene Scheine nicht mit dem Antragsformular abgibt, kann am Physikum nicht teilnehmen. Gleiches gilt, falls die anderen Unterlagen (Geburtsurkunde, Abizeugnis, aber auch Zeugnis über Krankenpflegedienst, etc.) nicht in Ordnung sind.
Wer also bis zum 10. Juni 2011 seine Anmeldung mit den vollständigen Unterlagen und den bisher erhaltenen Scheinen eingereicht und die Scheine laufender Lehrveranstaltungen bis 26. Juli nachgereicht hat, wird auch zugelassen - alle anderen eben nicht.
Es ist sicherlich sinnvoll, sich frühzeitig um diese Formalitäten zu kümmern.
Dies lohnt sich mehrfach für alle Beteiligten: Das Prüfungsamt kann die Anträge besser bearbeiten und ihr habt eher den Kopf frei, um euch auf die Inhalte des Physikums zu konzentrieren. Außerdem werden die Termine für die mündliche Prüfung eher bekannt gegeben, wenn sich möglichst viele früh anmelden.
Es gibt das Gerücht, dass diejenigen, die sich später anmelden, auch einen späteren Termin für's Mündliche bekommen (also nach dem Schriftlichen) - das ist allerdings nachweislich falsch. Die Prüfungstermine werden zugelost - und es scheint sogar zeitweise eher umgekehrt der Fall zu sein (was aber wohl Zufall ist). Ziel des Prüfungsamtes ist aber, möglichst vielen einen Termin nach dem Schriftlichen zu geben.
Es gilt also die Devise: Je eher, desto besser!
Außerdem wünschen sich die Mitarbeiter des Prüfungsamt, dass Zulassungsbewerber, die einen oder mehrere der vorgeschriebenen Scheine nicht erhalten, dem Prüfungsamt dies schriftlich mitteilen und ihren Zulassungsantrag zurückzunehmen. Auch hierdurch wird die Bearbeitung der Anträge erleichtert.
Unterlagen
Um euch zum Physikum anzumelden, werden euch eine ganze Menge Unterlagen abverlangt. Natürlich benötigt ihr eure Scheine, die da wären:
- Praktikum der Physik für Mediziner
- Praktikum der Chemie für Mediziner
- Praktikum der Biologie für Mediziner
- Praktikum der Physiologie
- Praktikum der Biochemie/Molekularbiologie
- Kursus der makroskopischen Anatomie
- Kursus der mikroskopischen Anatomie
- Kursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie
- Seminar Physiologie
- Seminar Biochemie/Molekularbiologie
- Seminar Anatomie
- Seminar der Medizinischen Psychologie und der Medizinischen Soziologie
- Praktikum zur Einführung in die Klinische Medizin (mit Patientenvorstellung)
- Praktikum der Berufsfelderkundung
- Praktikum der medizinischen Terminologie
- Seminare als integrierte Veranstaltungen und Seminare mit klinischem Bezug (i.S.v. §2 Abs. 2 Satz 5 ÄAppO 2002) - für alle, die an der LMU die gesamte Vorklinik absolviert haben integriert in die Scheine „Seminar Physiologie", „Seminar Biochemie/Molekularbiologie" und „Seminar Anatomie"
- Wahlfach Vorklinik
Bitte sortiert die Scheine nach der Reihenfolge im Antragsformular, um eine schnelle Bearbeitung des Antrags und damit eine frühe Bekanntgabe der Mündlichen Prüfungstermine zu ermöglichen.
Dann braucht ihr aber noch eine Menge Bescheinigungen, über deren Sinn und Zweck wohl noch die eine oder andere Diskussion in dem Semester geführt werden wird. Aber man kommt nicht drumrum - denn die Formalitäten sind in der ÄAppO ziemlich genau geregelt, woran sich das Prüfungsamt leider halten muss. Aufpassen: Alle Unterlagen müssen im Original oder in amtlich oder notariell beglaubigter Kopie beigefügt werden. Für fremdsprachige Urkunden müssen beglaubigte Übersetzungen beiliegen! Diese Bescheinigungen wären:
- Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung (Abi-Zeugnis)
Bei im Ausland erworbenem Zeugnis außerdem Anerkennungsbescheid der zuständigen Behörde oder Studienkollegzeugnis! - Geburtsurkunde (oder Auszug aus dem Familienbuch der Eltern)
- evtl. auch Heiratsurkunde oder Auszug aus dem für die Ehe geführten Familienbuch (wenn der jetzt geführte Name von dem in der Geburtsurkunde abweicht)
- vollständiges Studienbuch mit dem Aufkleber vorne drin - Veranstaltungen müssen nicht eingetragen sein (oder die zum Nachweis der Studienzeiten an seine Stelle tretenden Unterlagen)
- laufende Immatrikulationsbescheinigung
- Erste-Hilfe-Bescheinigung
- Zeugnisse über 3 Monate Krankenpflegepraktikum (Zeugnisse nach dem Muster der Anlage 5 zur ÄAppO)
- evtl. angerechnete Studienzeiten nach §12 ÄAppO
Wie gesagt: Diese Unterlagen benötigt ihr im Original (Studienbuch etwa; wichtig: der Aufkleber, den man im ersten Semester bekommen hat, muss vorne drin sein) oder in beglaubigter Kopie (Abi-Zeugnis). Seit WS2011 wird wohl kein Studienbuch mehr ausgegeben. Dafür kann man sich unter
http://www.lmu.de/stud-online eine Studienverlaufsbescheinigung selbst ausdrucken. Einzelheiten entnehmt ihr bitte dem Antragsformular, das ihr euch auf jeden Fall in den rechtzeitig beim Prüfungsamt in der Amalienstraße (oder über dessen Website) besorgen solltet.
Übernahme in die Klinik
Zusätzlich zur Anmeldung gibt es noch ein weiteres Formblatt, das es bei der Studentenkanzlei abzugeben gilt. Dieses erhält man etwa ab Mitte Juni dort. Deshalb vormerken: Mitte Juni "Antrag auf Übernahme in den klinischen Studienabschnitt" bei der Studentenkanzlei besorgen. Aber ehe man sich dort abquält und ewig Schlange steht: Das Formular gibt es dann in der Regel ca. einen Monat vorher auch auf der Homepage der Studentenkanzlei unter "Termine".
Dieses Formular muss dann ausgefüllt und bis zum 15.07.2011 eingereicht werden. Das kann man auf folgende Weise erledigen:
persönlich vorbeibringen (Vorteil: Gewissheit über Empfang; Nachteil: lange Schlange)
- per Post (Vorteil: praktisch und ohne großen Aufwand; Nachteil: Ungewissheit über Empfang)
- per Einschreiben (Vorteil: Gewissheit über Empfang und juristische Absicherung; Nachteil: nicht billig und eventuell nervt man damit die Verwaltungsbeamten der Uni, die dann ewig Einschreiben unterschreiben müssen)
- per Hauspost (Hauspost: am Eingang zum Hauptgebäude beim universitären Postzentrum den Brief abgeben; Vorteil: erspart das ewige Anstehen, Empfang ist relativ sicher, kostet nichts; Nachteil: dennoch Ungewissheit über Empfang, kleiner Umweg trotz Schlangen-Steh-Ersparnis).
Auf diesem Formblatt muss man angeben, an welcher Universität man in der Klinik weiter studieren möchte - denn jetzt wird endlich wichtig, was Professoren und -innen im ersten Semester so eindringlich erläutert haben: Elite-TU oder Elite-LMU? ;)
Jeder Münchner Physikumsanwärter wird nach dem Physikum an eine der beiden Unis geschickt, kann aber vorher noch den Wunsch äußern, wohin er am liebsten geschickt werden mag. Es ist aber immer so, dass sich mehr Studenten für die eine oder die andere Uni entscheiden, dort aber nicht genug Plätze für alle da sind. Dann müssen Studenten an die andere Uni gelost werden. Das trifft in der Regel bis zu 50 Personen.
Folgende Anlagen müssen dem Antrag beigelegt werden:
- vollständige unbeglaubigte Kopie des Zulassungsbescheides von der ZVS oder der LMU
- Aktuelle Immatrikulationsbescheinigung
- Wenn du die Ärztliche Vorprüfung oder den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bereits erfolgreich abgelegt hast, eine vollständige unbeglaubigte Kopie des Zeugnisses.
Zulassung
Später dann, spätestens eine Woche vor der schriftlichen Prüfung, erhaltet ihr dann per Einschreiben euren Zulassungsbescheid. Mit dem Einschreiben erhält jeder Kandidat auch ein kleines Infoheft vom IMPP, in dem sinnvolle Tipps und Hinweise stehen. Zusätzlich erfahrt ihr durch den Zulassungsbescheid auch, wo ihr geprüft werdet (und das ist in der Regel außerhalb Münchens, also etwa Germering; es kann aber auch sein, dass Hörsäle in Großhadern reserviert sind, stellt euch aber trotzdem auf lange Anfahrtszeiten ein) und welche Sitzplatznummer ihr habt. Formelle Hinweise findet ihr dort ebenfalls, etwa die Tatsache, dass ihr für die Prüfung einen gültigen Personalausweis bzw. Reisepass mitbringen müsst, da ihr euch bei Betreten des Prüfungssaals ausweisen müsst. Wer sich nicht ordentlich ausweisen kann, darf auch nicht an der Prüfung teilnehmen!
Mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung findet von Anfang August bis Ende September statt. Im Normalfall werden 4 Prüflinge gleichzeitig zur 4stündigen Physikumsprüfung eingeladen. Wie das dann genau abläuft, ist relativ variabel. Fest vorgegeben ist dagegen immer die Zusammensetzung der Prüfer. Jeder Student wird für ca. 20 minuten von je einem Prüfer in den Fächern Anatomie, Physiologie und Biochemie geprüft. Dabei können 20 Minuten superschnell vergehen, wenn eine flüssige Konversation zustande kommt, oder sterbenslange dauern, wenn Prüfer und Student aneinander vorbeireden.
Eueren definitiven Prüfungstermin und die Namen eurer Prüfer bekommt ihr per Einschreiben 7-10 Tage (rechtlich mind. 5 Tage) vor eurem Prüfungstermin. Dann heisst es schnell anmelden beim
Protokolldienst.
Ab Mitte/Ende Juli befindet sich auf den Seiten des Prüfungsamts eine Liste mit unverbindlichen
Prüfungsterminen. Diese Liste wird einige Tage nach Ende der Nachreichfrist für ausstehende Scheine um ebendie Studenten erweitert, die noch Scheine nachzureichen haben (also alle, die regulär im 4. Semester sind). Möglicherweise, wenn ihr gleich Anfang August dran seit, erreicht euch das Einschreiben allerdings auch schon, bevor die Liste aktualisiert wird.
Keine Panik, wenn ihr zu den wenigen gehört, die ihre mündlich Prüfung VOR der schriftlichen haben. Dafür dürft ihr euch entspannt Mitte August in den Urlaub verabschieden, wenn die anderen noch lernen müssen, das entschädigt dann wieder für die etwas stressigere Zeit Anfang August.
Schriftliche Prüfung
Am Dienstag, den 23. August 2011, und Mittwoch, den 24. August 2011, ist es so weit: 2 Tage lang wird jeweils 4 Stunden lang das Wissen um die Fächer, die die Vorklinik ausmachten, geprüft. Morgens um 9:00 Uhr (s.t.) wird es dann ernst. Im Einzelnen sieht das so aus:
1. Tag
80 Aufgaben Physik und Physiologie
80 Aufgaben Chemie und Biochemie/Molekularbiologie
= 160 Aufgaben
2. Tag
100 Aufgaben Anatomie und Biologie
60 Aufgaben Psychologie/Soziologie
= 160 Aufgaben
bei je 240 Minuten: 90 Sekunden pro Aufgabe
Das erscheint vielleicht auf den ersten Blick recht wenig Zeit pro Aufgabe, ist aber eigentlich genug und dürfte vollends ausreichen. Wie Tobias Hertle, ehemaliger Student der Uni Heidelberg (Homepage siehe unten), vorrechnet: "Die Fragen, die man beantworten kann, hat man in 20 Sekunden gelesen und angekreuzt, die Fragen, die man garantiert nicht beantworten kann, hat man nach nochmaligem Lesen in 20 Sekunden geraten und für den Rest bleibt reichlich Zeit inklusive Pause von ein paar Minuten und den Fragen mit Berechnungen."
Pausen sollte man indes wirklich einplanen, denn es hat sich erwiesen, dass bei Studenten, die stur die Fragen durcharbeiten, immer wieder Reihen von Fehlantworten auftreten. Obwohl eigentlich gewusst, antwortet man so in Phasen der Konzentrationsschäche unbewusst falsch. Und das muss ja nicht sein, oder? Daher empfiehlt es sich dann und wann mal fünf Minuten Pause zu machen. Dabei kann man ja einen Apfel oder ein mitgebrachtes Sandwich essen oder einfach nur relaxen. Man kann sich etwa alle 40 Minuten eine fünfminütige Pause einplanen.
Wie auch immer man seine Pausen plant, man sollte sie strikt einhalten und sich während der Prüfung nicht beirren lassen ("Nein, jetzt geht's nicht, ich hänge zu weit hinten an."). Kreuzt man stur weiter, um wieder einigermaßen Zeit aufzuholen, riskiert man eher, dass Fehler sich häufen. Daher ist es immer besser, die Pause wahrzunehmen und kurz Energie zu tanken.
Sicher, das Physikum ist eine große Hürde, doch vielen erscheint sie zu unrecht unüberwindbar. Die Angst davor rührt vor allem von der Stoffmenge und den Erzählungen anderer Studenten, die von horrenden Stundenzahlen betrüblichen Lernens berichten. Auch die Durchfallquote (bundesweiter Schnitt der letzten Physika: ca. 20,0%; im Herbst übrigens weniger als im Frühjahr: z.B. Herbst 2008: 13,7% contra Frühjahr 2009: 22,9%) flößt allen Medizinstudenten gehörigen Respekt ein. Fragt man aber nochmal nach, bei denen, die es schon geschafft haben, hört man aber, dass es letztlich nicht ganz so schlimm ist, wie man immer denkt. Eine gute Vorbereitung und ein starkes Selbstbewusstsein haben schon so manchem durch die Prüfung geholfen - selbst bei nur 14 Tagen Vorbereitung. Das macht Mut.
Und übrigens: in München betrug die Durchfallquote zuletzt im Herbst 'bloß' 8,9% (kontra den bundesweiten 13,7%).
Noch erfreulicher ist es für die Münchner Referenzgruppe. Was eine Referenzgruppe ist? Alle bundesweiten Examina werden nicht nur an der Gesamtteilnehmermenge gemessen, sondern vor allem an der so genannten Referenzgruppe. Die Referenzgruppe ist die Teilmenge der Gesamtteilnehmer, die sich innerhalb der Regelstudienzeit befindet. Nehmen an einem Physikum 7000 Leute teil, so ist die Gesamtmenge 7000. Wenn davon 4000 im vierten Semester sind (Regelstudienzeit fürs Physikum), so ist die Teilmenge "Referenzgruppe" 4000. Demnach sind 3000 Studenten bereits im 5. Semester (oder noch höher).
Die Referenzgruppe ist aus vielerlei Gründen wichtig (wie ihr im Folgenden erfahren werdet). Statistisch gesehen schneidet die Referenzgruppe immer besser ab als der Rest. Bundesweit sieht das so aus, dass in der letzten Zeit die Durchfallquote für die Referenzgruppe im Herbst nur 6,0% betrug. Dementsprechend dürfte euch die Durchfallquote der Münchner Referenzgruppe im Herbst (über die letzten vier Jahre gemittelt) erfreuen: Mit nur 4,7% Misserfolgsrate haben [statistisch] 19 von 20 Referenzgruppenkandidaten aus München die schriftliche Prüfung bestanden - im Herbst 2008 waren es sogar nur 3,7%. Damit erwarten euch eigentlich ausgezeichnete Bestehenschancen. Ausführliche Statistiken findet ihr auf der Homepage des IMPP (Link: siehe unten).
Die Altphysika und die bevorstehende Prüfung haben mehr gemeinsam, als manch anderer glauben machen möchte. Tatsächlich werden viele Fragen, die früher schon mal gefragt wurden, in variierter Form nochmals gestellt. Daher ergibt es Sinn, sich mit Altfragen vorzubereiten, dabei ist aber stets zu bedenken, dass es dabei auf die Lerninhalte ankommt und nicht bloß auf das Auswendiglernen der speziellen Fragestellung und ihrer Antwortmöglichkeiten. Denn: Fragen werden auch gerne mal negiert oder mit feinen Nuancen anders gestellt, so dass man sich schnell mal in die Nesseln setzen kann mit einer automatisierten Antwort ("Klar, die Frage kenne ich. Da ist C die richtige Antwort."). Gerade in den letzten Semestern hat man die Fragen so gestaltet, dass fächerübergreifend Wissen verknüpft werden muss. Dadurch ist es manchmal nicht immer eindeutig, zu welchem Fach eine solche Frage eigentlich gehört. Diese Veränderung erfolgte im Herbst 2001. Damals wurden viele neue Fragen eingebracht, die sich aber seither wiederholen (das merkt man dann, wenn man die Altfragen durcharbeitet). Dabei hilft es sicherlich, sich im Schnelldurchlauf immer wieder mal alle Aufgaben durchzulesen. Die Kommentare der Schwarzen bzw. Gelben Reihe (das sind die gesammelten Altphysika entweder in Buchform nach Fächern sortiert bzw. als CD-ROM) sind dabei für das Verständnis von unschätzbarem Wert. Kostenlos bei uns in der Fachschaft bekommt ihr die Orange Reiche - bei der die Kommentare deutlich kürzer ausfallen. Außerdem gibts noch
Examen Online.
Tipps
Viele weitere nützliche Tipps zum 'Schriftlichen' finden sich in einem
Artikel von ViaMedici online.
Die besten Tipps möchten wir gleich hier zusammenfassen.
- Aufgaben der Reihe nach durcharbeiten und nicht erst blättern, um die Lieblingsfragen oder Lieblingsfächer zu identifizieren, denn alleine damit ist das Physikumnicht bestanden. Beim Blättern verliert man zu viel Zeit und läuft auch noch Gefahr, Fehler bei der Übertragung auf den Computerbogen zu machen (Hinweis: Man erhält ein Heft mit den Aufgaben und einen Zettel, auf dem die Lösungen markiert werden müssen. Den Zettel gibt man ab, das Heft darf man behalten.)
- Knifflige Aufgaben kann man gemäß dem Schema "Nach mir die Sintflut" raten oder zumindest versuchen, zu lösen. Dabei sollte man sich ein System ausdenken, mit dem man Antworten markieren kann, z.B. je ein Symbol für "definitiv richtig", "vielleicht richtig", "keine Ahnung", "vielleicht falsch" und "definitiv falsch". Damit sieht man später auf einen Blick, was man definitiv ausschließen kann und was nicht; so verliert man weniger Zeit.
- Dennoch sollte man alle Aufgaben direkt nach der Bearbeitung auf den Computerbogen übertragen. Auch wenn man sich nicht sicher ist oder schlichtweg geraten hat; "keine Antwort" ist schließlich immer eine Falschantwort (und demnach ein Punkt weniger kontra 20% Richtigratewahrscheinlichkeit). Außerdem sind, wie oben erwähnt, Lücken auf dem Bogen eine potenzielle Gefahr zu Fehlübertragungen zu verleiten. Nicht gewusste Aufgaben sollten dann markiert werden, damit man sie sich später nochmal anschauen kann.
- Manchmal hat man eine Prüfung schnell hinter sich gebracht. Dann bleibt noch viel Zeit und aus Verlegenheit, Angewohnheit oder einem Bestreben nach Überprüfung sieht man sich nochmal alles durch. Dabei werden oft ursprünglich richtige Antworten nachträglich falsch korrigiert. Man sollte sich stets der Tatsache bewusst sein, dass nach einigen Stunden die Leistungsfähigkeit einfach reduziert ist. Darum sollte man sich beim Korrigieren und Überprüfen wirklich ausschließlich auf die Fragen konzentrieren, die man sich zur späteren Bearbeitung markiert hat. Wenn man bereits nach zwei Stunden fertig ist, ist das kein Grund nicht abzugeben und zumindest ein paar Stunden das Leben wieder zu genießen.
- Nochmals: Nichtantworten sind Falschantworten. Also: im Zweifelsfall einfach etwas ankreuzen und bloß nicht Schummeln. Wegen eines Täuschungsversuchs komplett durchzufallen wäre einfach zu schade; das Physikum ist keine Termi-Klausur! Sollte am Ende doch die Zeit nicht mehr reichen, alle Fragen noch zu beantworten, sollte man versuchen im Schnelldurchlauf den Computerbogen aufzufüllen. Dabei kann man Fragen, die man kennt, schnell noch instinktiv beantworten, andere Fragen schnell raten. Von 50 Punkten, die man nicht hätte, kriegt man so -beim reinen Raten- statistisch gesehen immer noch 10 Punkte. Wenn man dann noch ein paar wieder erkennt, umso besser.
Wer abends dann unbedingt wissen möchte, wie er abgeschnitten hat, sollte unbedingt den
Examensservice von Medi-Learn ansurfen (Link: siehe unten). Dort wird nämlich von einer Riege Experten die aktuelle Prüfung bearbeitet und eine Lösung ins Netz gestellt. Es handelt sich hierbei nicht um eine offizielle Lösung, denn diese wird erst viel später vom IMPP bekannt gegeben. Dennoch hat man dort bei den letzten Prüfungen Lösungen mit über 90% Richtigkeit vorfinden können, so dass es definitiv ausreicht, um die eigene Leistung einzuschätzen.
Wer meint, viel zu spät dran zu sein, für den dürfte das
"Notphysikum in 20 Tagen" interessant sein. Das Skript wurde von Tobias Hertle geschrieben und findet sich auf seiner Homepage. Aber keine Sorge: es gibt an unserer Uni auch Leute, die es mit weniger Zeit geschafft haben!
Übrigens: Solltet ihr Fragen zum Physikum haben, schickt sie uns per Mail an zu. Nur so können wir am besten erfahren, welche Fragen ihr noch zum Physikumhabt. Diese Fragen werden dann in den nächsten Semesterverteilermails als Physikums-FAQ beantwortet (und natürlich mit Fragen aus dem letzten Jahr vermengt, sofern relevant).
Gerade zur Physikumszeit werden viele Halb- und Unwahrheiten verbreitet - glaubt nur Informationen aus glaubwürdigen Quellen: Prüfungsamtsseite, MeCuM-online, ÄAppO,...
Und immer dran denken: "Ist der Mensch auch noch so dumm, schafft er doch das Physikum."
[Anm.: Alle Angaben sind selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen mit mehrfacher Prüfung gemacht worden. Allerdings haften wir nicht für Tipp- oder sonstige Fehler - und bitten euch, uns auf Fehler hinzuweisen, damit wir sie umgehend richtigstellen können. Rechtlich verbindliche Auskünfte kann lediglich das Prüfungsamt erteilen.]
