1. Semester

Gerade als motivierter Erstsemester ist man vor Studienbeginn oft hinsichtlich der Anforderungen des Studiums sehr nervös. Deshalb haben wir hier ein paar Informationen für euch, die euch vielleicht die ein oder andere Furcht nehmen.

Medizin ist ein Studiengang mit einer sehr geringen Abbruchquote. Dies liegt einerseits daran, dass die Hürde, zum Studium zugelassen zu werden relativ hoch ist und andererseits daran, dass die Prüfungen, wenn ihr euch gut vorbereitet, zu schaffen sind.

Prinzipiell habt ihr für jede Klausur vier Versuche. Allerdings bestehen bereits mehr als 90% der Studenten alle Klausuren spätestens in der ersten Wiederholungsklausur. Zwischen jedem Versuch liegen oft mehrere Monate, sodass ihr ausreichend Zeit zur Verfügung habt, euch auf die Wiederholungsklausur vorzubereiten. Es besteht also wirklich kein Grund zur Sorge!

Auch solltet ihr die Prüfungen in der Vorklinik eher als persönliche Leistungskontrolle ansehen und versuchen, euch nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Schließlich zählen die Noten der Vorklinik nicht und werden, außer dem verpflichtenden Wahlfach, in keinem Zeugnis aufgelistet.

Wirklich relevant ist nur das Physikum (1. Staatsexamen) am Ende des 4. Semesters, das ein Drittel der Abschlussnote eures Studiums ausmacht.

Es sei hier noch erwähnt, dass viele „Horrorgeschichten“ über das Medizinstudium meist übertrieben sind. Trotz stellenweise hoher Arbeitsbelastung empfinden die meisten Studenten ihr Studium als sehr schön und sind der Meinung, dass durchaus genug Zeit für Freizeitbeschäftigungen bleibt.

Viel Spaß im Studium!

Vorlesungen und Kurse des 1. Semester finden fast ausschließlich in der Innenstadt, d.h. an der Anatomischen Anstalt in der Pettenkoferstr. 11 in der Nähe des Sendlinger Tors (U1, U2, U3, U6) bzw. des Hauptbahnhofs (U1, U2, U4, U5). Dies gilt ebenso für die erste Hälfte des 2. Semesters.

Das Chemie- und Biologie-Praktikum in den Semesterferien, sowie die Veranstaltungen zu Neuroanatomie und Biochemie ab Mitte des 2. Semesters finden am am Biomedizinischen Zentrum statt (Campus Martinsried  Endhaltestelle U6 (Klinikum Großhadern) + Bus 22 Richtung Planegg).

Bücher, Bücher, Bücher…

Gerade im ersten Semester kauft man sich im ersten Semester mehr & dickere Bücher kauft als man wirklich braucht. Lasst euch nicht durch Kommilitonen, die andere oder mehr Bücher besitzen, verunsichern – jeder hat seinen eigenen Lerntyp und daher passen zu jedem auch andere Bücher.

Durch Ausprobieren vor dem Kauf, beispielsweise indem man das Buch zuerst aus der Bibliothek ausleiht, bekommt man meist einen guten Eindruck darüber, ob einem das Buch gefällt und kann kann eventuell etwas Geld sparen. Auch ist das Kaufen der vorletzten oder letzten Auflage eine preisgünstigere Alternative (gerade in Fächern wie Anatomie in denen sich die Lehrbücher weniger schnell verändern, als in Physiologie oder Biochemie). Hierfür ist der semesterlich stattfindende Bücherflohmarkt der Fachschaft eine gute Anlaufstelle.

Die auf dieser Seite bei den Fächern genannten Bücher stellen die Standardlehrbücher dar, mit denen die meisten Studenten arbeiten. Natürlich gibt es, je nach Geschmack und Interesse, auch noch andere gute und sinnvolle Lehrbücher

Inhalt: Verschiedene Fachärzte stellen ihr Fachgebiet vor
Format
  • Blockveranstaltungen in den ersten Tagen des Semester mit Anwesenheitspflicht an 2,5 der 3 Tage (5 von 6 Blöcken), dient als sanfter und angenehmer Einstieg in das Medizin-Studium
Prüfungen
  • Keine
Ort
  • Innenstadt Campus (U-Bahn: Sendlinger Tor)
Bücher
  • Keine
Name des Fachs im Stundenplan
  • Praktikum der Berufsfelderkundung (Anwesenheitskontrolle über Namensliste)

rot= Pflicht / grün= freiwillig

Inhalt: Herkunft und Bedeutung medizinischer Begriffe
Format

Pflichtvorlesung: Es werden drei Kurse (A, B & C) angeboten: A & B wird als Kurs für jene „mit Latein Vorkenntnissen“ bezeichnet. Kurs C als derjenige Kurs, für jene ohne Vorkenntnisse. Beide Kurse setzten aber grundsätzlich für das bestehen keine Vorkenntnisse voraus!

Allgemein: In vergangenen Semestern gab es große Unterschiede zwischen den Kursen, im WS17/18 wurde der TU-Kurs neu umstrukturiert und das Prüfungsniveau angepasst, sodass man nun sagen kann, dass es sich für Studenten ohne Vorkenntnisse tatsächlich lohnt den Kurs zu besuchen.

Ebenso findet ab dem WS 2018/19 keine Selbsteinbuchung in die Terminologiekurse mehr statt, vielmehr werden die Teilnehmer nach ihren Vorkenntnissen (diese werden im Vorfeld über das Campusportal abgefragt) vom Studiendekanat direkt in die Kurse eingeteilt. Lasst euch nicht von Gerüchten von Tutoren verwirren, die ihre Kurse in frühreren Semestern besucht haben.

Das Fach dient eher als sanfter Einstieg und zur Erweiterung des Horizontes, als dass es sich um ein klassisches Prüfungsfach handelt.

Prüfungen ( ~ Mitte November)
  • Klausur für Kurs A & B (Angeboten von der LMU) (Durchfallquote ~ 1%): sehr einfach
  • Klausur im „Kurs ohne Vorkenntnisse“ (Kurs C – an der TUM): dank vergangenen Reformationen auch sehr einfach (Durchfallquote ~ 1%)
Ort
  • Kurs A & B – nahe der Anatomischen Anstalt, Innenstadt
  • Kurs C – TU-Räumlichkeiten, auch in der Innenstadt nahe der Anatomischen Anstalt
Bücher
  • Keine – für Kurs A & B nur das Skript, das es beim Kopierdienst Ibing (von Studenten „Dagobert“ genannt) zu kaufen gibt
  • für Kurs C die von den Dozenten zur Verfügung gestellten Folien und Vokabelliste
Name des Fachs im Stundenplan
  • Praktikum der medizinischen Terminologie

rot = Pflicht / grün = freiwillig

Inhalt: Halsanatomie, Brustsitus, Bewegungsapparat sowie Kopfanatomie
Format
  • Vorlesung: verschiedene Professoren erklären zügig den Stoff der Anatomie (je nach Professor Vorbereitung zum Mitkommen erforderlich/hilfreich)
  • Übungen zum Kurs der makroskopischen Anatomie = „Knochenkurs“: Selbsterarbeitung von Knochenpunkten und anderen anatomischen Strukturen mittels Modellen/Skript in Kleingruppen unter Anleitung durch einen Präp-Dozenten
  • Kurs der makroskopischen Anatomie = „Präpkurs“: Präparation (Freilegung anatomischer Strukturen) einer menschlichen Leiche. Jeweils 10 Studenten und 1 Präparationsassistent (Student höherer Semester) arbeiten zusammen an einer Leiche. Ein Dozent (Professor, wissenschaftlicher Mitarbeiter) betreut zwei benachbarte Gruppen.
Prüfungen

Die Prüfungen finden alle mündlich statt. Das erste Testat wird vom Tischdozenten geprüft, die anderen von einem zufälligen Dozenten. Der Prüfer stellt individuelle Fragen zum Prüfungsstoff und lässt sich anatomische Strukturen an der Leiche & am Modell zeigen.

  • Testat 1 (~ Mitte November): Hals + Brustsitus (Inhalt des Thorax)
  • Testat 2 (~ Mitte Dezember/kurz vor Weihnachten): Bewegungsapparat
  • Testat 3 (~ Ende Januar): Kopf
  • Wiederholungstestate (bei zufälligem Dozenten + Beisitzer): 1. & 2. Nach den Weihnachtsferien, 3. zusammen mit Wiederholungstestat 4. & 5. ~ Ende Mai

Allgemein: Weißer Kittel, Präparationsbesteck und Handschuhe werden benötigt; diese kann man zu Beginn des Semester u.a. im Rahmen der Erstsemesterwoche über „SEG-Med“ erwerben.

Zu Semesteranfang bekommt ihr auch einen Spind zugewiesen, den ihr euch meist mit einem Spindpartner von eurem Präptisch teilt. Hier kann man seinen Kittel bzw. seine Sachen verstauen; Ihr müsst selbst ein Schloss besorgen: dieses sollte nicht zu dünn sein, da man den Spind sonst dennoch öffnen kann!  (weitere Informationen werden rechtzeitig im Semester bekannt gegeben!)

Ort
  • Anatomische Anstalt, Innenstadt
Bücher
  • Atlas: Prometheus Band 1.-3. oder Sobotta Band 1.-3.
  • Lehrbuch: Duale Reihe Anatomie, Sobotta-Lehrbuch Anatomie, Benninghoff Taschenbuch Anatomie
  • Präparationsskript: erhältlich bei Dagobert (beinhaltet Lernzielkatalog, für Übungen zum Kurs benötigt)
  • inoffiziell: Quo-Wadis = eine von einem ehemaligen Studenten, unter Mitarbeit von Prof. Waschke, entwickelte Online-Plattform (steckt Testatinhalt gut ab, ist fachlich aber nicht immer korrekt / ausreichend)

Ein Atlas ist für das gesamte weitere Studium notwendig/sinnvoll. Lehrbücher sind je nach eigenem Interesse/Vorlieben zu erwerben oder nicht erwerben.

Name des Fachs im Stundenplan
  • Vorlesung Funktionelle Morphologie I, Teil 1
  • Vorlesung Funktionelle Morphologie II, Teil 1
  • Kursus der Makroskopischen Anatomie, Teil 1: je 1 1/2 h, teils bis zu 4mal / Woche
  • Übungen zum Kurs der Makroskopischen Anatomie, Teil 1

rot = Pflicht grün = freiwillig

Inhalt: Zytologie (Zellbiologie), Histologie (Gewebearten), Organe
Format
  • Vorlesung: Verschiedene Dozenten stellen die theoretischen Grundlagen dar
  • Kurs: Am Mikroskop und am iMac werden Gewebeschnitte betrachtet, vom Kursleiter erklärt und abgezeichnet.
    • Allgemein: eine saubere Heftführung erleichtert das Verständnis und das Lernen auf die Prüfungen. In der mündlichen Prüfung kann anhand des Heftes abgefragt werden.
    • Tipp: für viele ist der Kurs v.a. vor Weihnachten eher eine lästige Pflichtveranstaltung, dabei kann man sich einiges an Stress sparen, denn wenn man im Kurs etwas aktiver mitarbeitet sind die Schnitte in der mündlichen Prüfung nicht zu schwer zu identifizieren!
Prüfungen
  • Klausur 1 (Multiple Choice; 30 Fragen: 15 Bildfragen & 15 Textfragen): Semestermitte ~ November
  • Klausur 2 (mündliche Prüfung durch Dozenten): Ende Januar
Ort
  • Anatomische Anstalt, Innenstadt
Bücher
  • Taschenlehrbuch Histologie Lüllmann-Rauch
  • Lehrbuch Histologie – Welsch
  • Kurzlehrbuch Histologie – Ulfig
  • online: Histo-Trainer (Zugang über med.moodle) & Histo-Atlas der Uni Hannover
Name des Fachs im Stundenplan
  • Vorlesung Zellbiologie, Zytologie, Histologie und Mikroskopische Anatomie, Teil 1
  • Kursus der mikroskopischen Anatomie, Teil 1
  • Übungen der mikroskopischen Anatomie, Teil 1

rot = Pflicht grün = freiwillig

Inhalt: „Ein Blick über den Tellerrand der Medizin“
Format
  • Ringvorlesung: verschiedene Dozenten halten Vorträge über Ethik und ähnliche, meist aktuelle, Themen
Prüfungen
  • keine
Ort
  • Innenstadt Campus
Bücher
  • Keine
Name des Fachs im Stundenplan
  • Vorlesung Longitudinalkurs, Ringvorlesung

rot = Pflicht grün = freiwillig

Inhalt: Grundlagen der anorganischen & organischen Chemie
Format
  • Vorlesung: größter Teil während des ersten Semesters; Thema der Organik als Block innerhalb einer Woche kurz vor den Semesterferien
  • Praktikum: 7-tägiges Praktikum in den ersten Semesterferien

Allgemein: Ein wenig Zeit für ein chemisches Grundverständnis zu investieren lohnt sich definitiv, da die Erfahrung zeigt, dass dadurch die Biochemie einfacher zu meistern ist.

Prüfungen
  • Am Ende der Semesterferien (~Ende März/Anfang April)

Die Einschätzung der Schwierigkeit der Klausur variiert je nach individueller Vorerfahrung; in den letzten Jahren hat der Anteil an Altklausur-Fragen in der Klausur abgenommen, dennoch ist dies die beste Art sich vorzubereiten.

Ort
  • Vorlesung in der anatomischen Anstalt, Praktikum in den Praktikumsräumen in Großhadern
Bücher
  • Bei Bedarf Zeeck – Chemie für Mediziner
  • Praktikumsskript: erhältlich bei Dagobert
Name des Fachs im Stundenplan
  • Vorlesung Chemie für Mediziner
  • Praktikum Chemie für Mediziner

rot = Pflicht grün = freiwillig

Inhalt: Grundlagen der Mikrobiologie und der Genetik
Format
  • Vorlesung am Ende des ersten Semesters
  • einwöchiges Praktikum (im Zeitraum Februar-Anfang März oder September-Anfang Oktober je nach Gruppen-Einteilung)
Prüfungen
  • innerhalb der ersten oder zweiten Semesterferien
Ort

Biocampus Martinsried (In der Nähe von Großhadern)

Bücher
  • Vorlesungsfolien, Skript und Online-Trainer (vhb-Zugang benötigt) auf Moodle
  • Praktikumsskript: wird im Kurs ausgeteilt
Name des Fachs im Stundenplan
  • Vorlesung der Biologie für Mediziner
  • Praktikum der Biologie für Mediziner

rot = Pflicht grün = freiwillig

Wann? Beginn Anfang Februar, Ende circa Mitte April: verbindliche Daten auf der LMU-Website

Veranstaltungen? Für die Hälfte des Jahrgangs findet das Biologie Praktikum jetzt schon statt, für die andere erst in den Sommersemesterferien. Alle Studenten müssen in diesen Ferien das siebentägige Chemie-Praktikum absolvieren.

Pflegepraktikum? Je nach Gruppe 4.-8. Wochen Zeit für das Pflegepraktikum, wenn Eure Praktikums-Einteilung ungünstig liegt und Ihr noch Euer gesamtes Praktikum absolvieren müsst, lohnt es sich frühzeitig zu versuchen seine Termine mit einer Kommilitonin / einem Kommilitonen zu tauschen.