Die Geschichte der Breiten Liste Gesundheit

 

Die Breite Liste Gesundheit (kurz: BLG) entstand im Sommersemester ’79 als breites Bündnis von Medizinstudierenden links des RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten). Anlaß war die weitverbreitete Unzufriedenheit mit der damals amtierenden konservativen Fachschaftsvertretung und ihrer undemokratischen Interessensvertretung.

Es gibt formell keine Mitgliedschaft in der Breiten Liste Gesundheit, die Liste ist offen für alle, die mitmachen wollen. Im Sinne der Verfassten Studierendenschaft (VS), verstehen wir uns als eine Gruppierung, die für sich selbst, entgegen des Bayerischen Hochschulgesetzes, eine Satzungshoheit, Finanzhoheit, ein imperatives und politisches Mandat beansprucht. Unverzichtbar ist daher für uns das gemeinsame und solidarische Handeln aller Studierenden. Deshalb bemühen wir uns einerseits am Fachbereich mit allen Studierenden, aber auch überfakultär mit Studierenden anderer Richtungen zusammenzuarbeiten.

In der Gremienwahl 1984 erhielt die Breite Liste Gesundheit die meisten Stimmen, stellte zum ersten Mal die Fachschaftsvertretung am Fachbereich Medizin und löste den RCDS nach jahrelanger Untätigkeit ab. Gespannt wartete jeder auf das linke Chaos – doch urteilt selbst, es traf bis heute nicht ein.

 

Fachschaft – Fachschaftsvertretung

Die Fachschaft bilden alle Studierenden eines Fachbereiches – bei uns im Fachbereich 07 ca. 5.000 Personen. Die Fachschaftsvertretung wird von diesen gewählt und ist ihnen (nach unserem Verständnis) auf Vollversammlungen rechenschaftspflichtig.

Hinter dem ganzen steht die bereits erwähnte Idee der Verfassten Studierendenschaft. Die aktuelle Studierendenvertretung wird von der BLG gestellt. Dahinter stehen diejenigen Medizinstudent:innen, die sich aktiv am Uni-Leben beteiligen, mitreden und mitgestalten wollen. Wir brauchen dazu weder eine Mitgliedschaft noch ein Parteibuch. Alle, die sich engagieren wollen, sind herzlich willkommen (erkundigt euch einfach persönlich z.B. im Büro oder digital auf unseren Info-Kanälen!). Was uns verbindet, sind Punkte, die wir uns als Ziel stecken, Was uns im Studium stört, wollen wir aktiv ändern um ein möglichst positives studentisches Miteinander an der Uni schaffen. Einige Grundpfeiler, auf die sich unsere Arbeit stützt, sind:

Solidarisches Studieren:

Es geht für uns nicht darum, möglichst glatt und schnell durch dieses Studium zu flutschen – oder euch dabei zu helfen. Wir richten uns gegen Ellenbogen- und Konkurrenzmentalität im Studium. Mediziner:innen sollten sich unserer Meinung nach durch Kooperations- und Kritikfähigkeit auszeichnen – Eigenschaften, die in unserem Studium alles andere als gefördert werden. Wir wollen dagegen ein studentisches Miteinander setzen, das sich gegen das vorherrschende Einzelkämpfertum richtet. Und wir wollen dagegen ein studentisches Füreinander setzen: das fängt bei den Protokollen an, die von ein paar von euch und uns für das gesamte Semester gemacht werden und hört damit auf, daß unsere Delegierten in Gremien eben nicht eine individualistische Privat-, Haus-, Partei- oder sonst irgendeine Meinung vertreten, sondern die in Basisdemokratie beschlossenen Anliegen der Fachschaft. Kurz gesagt: Studis für Studis.

Ein gutes Beispiel ist unser Arbeitskreis SegMed, die ihr über unseren Verkauf im Büro kennt. Vorweg gesagt, wir sind kein Supermarkt, in dem man alles fürs Studium kaufen kann, aber ihr kriegt alles wichtige, um dieses zu überleben. Hier die wichtigsten Beispiele:

  • Auslandsberatung (über unseren AK Ausland der bvmd)
  • Protokollsammlungen zu Physikum und Staatsexamen
  • Formulare
  • Reflexhämmer, Stethoskope und andere Gebrauchsgegenstände
  • aktuelle Zeitungen wie die Synapse
  • Organisation des Büchermarktes
  • allgemeine Studienberatung
  • Erstsemester-Info/ -Einführung

Soziale Verantwortung:

Ärztliches Handeln zieht politische Folgen nach sich. Wir bemühen uns, eben dies bereits in die Phase des Studiums hineinzutragen. So etwa als Mitglied des Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd), dem Zusammenschluss aller deutschen Fachschaftsvertretungen an medizinischen Fakultäten und des ehemaligen Deutschen Famulantenaustauschs. Dort kümmern wir uns auch auf nationalem Level um die Belange der Medizinstudenten. Daraus entstehen oft auch Projekte, die wir auf lokaler Ebene hier umsetzen, so etwa das Teddybärkrankenhaus oder das Aufklärungsprojekt „Mit Sicherheit verliebt“.

Hochschulpolitik:

Wir bemühen uns, studentische Positionen in diversen Gremien zu vertreten. Einerseits in universitären wie Fakultätsrat, Senat und Versammlung, andererseits in studentischen Gremien. Hier sind vor allem zu nennen die Studierendenvertretung (StuVe) bzw. der Konvent und die bvmd. Auf den regelmäßigen Treffen der bvmd arbeiten wir auch zu Themen wie der Neuordnung des Medizinstudiums (aktuell das Projekt Kerncurriculum), zu Themen der Gesundheitspolitik, Menschenrechte und Frieden, … Mehr Infos dazu findet ihr auf der bvmd-Homepage.

Ein besonderes Anliegen der BLG ist die Bekämpfung der Benachteiligungen und Diskriminierungen von Ausländern, wie sie auch an unserem Fachbereich immer wieder vorkommen.

 

Das sind nur einige Grundlagen unserer Arbeit, die bei weitem nicht das breite Meinungsspektrum unserer Gruppierung wiederspiegeln. Wenn ihr für eine Fortsetzung unserer, wie wir meinen, effektiven und sinnvollen Studierendenvertretung seid und von einer Fachschaftsvertretung Klausuren, Skripten und hin und wieder mal ein Fest, im besonderen aber auch ein fundierte, kritische Studierendenvertretung auf der oben kurz ausgeführten Grundlage erwartet, dann wählt die BLG am Fachbereich.