Rezensionsübersicht

Hier findet ihr eine Liste von Rezensionen, die von Mitgliedern der Fachschaft verfasst wurden.

Bücher für die Vorklinik

Neuroanatomie

BASICS Neuroanatomie: 1. Auflage; N.Garsorz (Elsevier)

Gerade in einem Fach wie Neuroanatomie fällt es häufig schwer, die Informationen auf ein überschaubares und zu bewältigendes Maß zu reduzieren. Aushilfe bietet hier schon in mehreren Fächern die BASICS Reihe des Elsevier-Verlages, die den Spagat wagt, den Stoff auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne zu viel wegzulassen. Dieses Konzept ist zu Recht eine Erfolgsstory; die BASICS Bücher bei den Medizinstudierenden ein fester Begriff. Lediglich die Qualität der unterschiedlichen Bände schwankt, das Konzept ist großartig.

Umso erfreulicher ist es, dass mit dem BASIC Neuroanatomie wieder ein sehr guter Titel erschienen ist. Auf knapp 150 Seiten wird die Neuroanatomie verständlich und logisch erklärt. Eine klare Sprache und anschauliche Abbildungen sorgen dafür, dass man den Text selten ein zweites Mal lesen muss.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Den mit 15 Seiten knapp gehaltenen allgemeinen Teil, der den Grundaufbau, die Zellen und die Entwicklung des Nervensystems erklärt und den speziellen Teil, der die gesamte restliche Anatomie erklärt. Da der spezielle Teil sehr umfangreich ausgefallen ist,

Kurzlehrbuch Neuroanatomie: 2. Auflage; Michael Schmeißer und Sven Schuhmann (Thieme)

Allgemeines

Das „Kurzlehrbuch Neuroanatomie“ aus dem Thieme Verlag von Michael Schmeißer und Sven Schumann in der zweiten Auflage (ursprünglich vom mittlerweile verstorbenen „Kurzlehrbuch-Titan“ der Vorklinik Norbert Ulfig herausgegeben) umfasst 275 Seiten als praktisches Taschenbuch mit zahlreichen Abbildungen und ist für 35 € im Handel erhältlich.

Derzeit (Juni 2020) ist das Kurzlehrbuch als E-Book mit einem Zugang der LMU verfügbar. Darüber hinaus ist es wie bei Thieme üblich auch nach dem Kauf digital und kostenfrei auf eRef/ViaMedici mittels eines Codes im Cover verfügbar.

Das Buch ist letztendlich als Ergänzung des Kursus der Neuroanatomie und der dazugehörigen Vorlesung im 2. vorklinischen Semester zu verstehen. Dabei bietet es an zahlreichen Stellen klinisch interessante Bezüge. Dennoch ist das Buch nicht als Ersatz oder Alternative mit gleichem Informationsgehalt für genannte Veranstaltungen zu betrachten und dient vielmehr der Vor- und Nachbereitung.

 

Zielgruppe

Nachdem in München die Neuroanatomie ein Fach des 2. Semesters ist, erscheint es logisch, dass sich das Buch in erster Linie an Studierende dieses Semesters und kurz vor dem Physikum richtet. Die Verbindung in die Klinik ist zwar ausgeprägt, allerdings nicht so stark, dass es – außer dem Wiederholen – eine Hilfe für klinische Semester darstellen würde.

An sich ist das Buch sehr verständlich verfasst und bildet auf gewisse Art und Weise einen guten, aber auch ausreichend detaillierten Einstieg in die Neuroanatomie, weshalb es auch für Laien geeignet ist. An dieser Stelle sei erwähnt, dass grundlegende Kenntnisse der Anatomie und Terminologie -wie bei allen Fachbüchern- auch hier sehr hilfreich sind.

 

Aufbau und Inhalt:

Das Buch gliedert sich nach zwei Kapiteln über Grundlagen und Embryologie in 10 Kapitel über einzelne neuroanatomische Gebiete, welche somit logisch erschlossen werden können. Am Ende folgen noch zwei Kapitel über funktionelle Systeme und das vegetative Nervensystem, die die vorherigen Kapitel nochmals in einen einheitlichen funktionellen Kontext bringen. Damit hat das Buch inklusive Anhang 15 farblich differenzierte Kapitel. Diese werden jeweils durch einen passenden und interessanten klinischen Fall eingeleitet und enthalten an vielen Stellen Lernhilfen wie „Check-Up-“ und „Lerntipp-Kästen“. Darüber hinaus gibt es auch noch zahlreiche „Merke-Kästen“, sowie didaktisch wertvolle Grafiken und weitere klinische Bezüge.

Inhaltlich deckt das Buch alles in allem den Lernzielkatalog des Lehrstuhls in der Innenstadt (2020) ab. Hierbei handelt es sich bei der Betrachtung des Umfangs klar um eine Kurzlehrbuch und nicht um ein ausführliches Standartwerk bzw. Lehrbuch, das mehr als den nötigen Stoff behandelt. Durch die Gliederung innerhalb der Kapitel findet man sich sehr schnell zurecht und kann anhand des Lernzielkatalogs die meisten Inhalte zügig und dennoch ausreichend detailliert durchgehen. Lediglich manche Themengebiete, wie die Basalganglienschleife werden sehr kompakt erklärt und erscheinen dadurch eventuell auf den ersten Blick etwas unverständlich. Ansonsten liegt ein großer Vorteil des Buches darin, dass einzelne Thematiken zusammenhängend und nicht über das ganze Buch verteilt erklärt werden, was man von anderen Neuroanatomielehrbüchern leider gewohnt ist.

Fazit:

Wie bereits erwähnt ist das Kurzlehrbuch nicht derartig ausführlich wie ein Trepel oder Kipp. Der Vorteil liegt klar in der Struktur, welche bei genannten Konkurrenzwerken von geringerer Qualität ist. Ob der recht ähnliche Preis von 35 € es einem dennoch Wert ist auf teilweise sehr spezielles Wissen, mit dem man im Seminar glänzen kann, zu verzichten, muss jeder für sich selbst entscheiden. Anders als in anderen vorklinischen Fächern mindert man mit diesem Kurzlehrbuch sicherlich nicht seine Chancen die Prüfung zu bestehen, sondern erhält ein Werk, dass alle im Kurs behandelten Inhalte zumindest anschneidet und so verhindert, dass man sich vor dem Vorbereiten bzw. Lernen noch die nötigen Informationen aus teils sogar widersprüchlichen Quellen zusammensuchen muss.

Makroskopische Anatomie

Anatomie: Der fotografische Atlas: 8. Auflage, Rohen, Yokochi, Lütjen-Drecoll (Schattauer Verlag)

Allgemeines:51BhlHpz3CL._SX342_BO1,204,203,200_
Der Schattauer Anatomieatlas ist ein fotografischer Atlas. Als solcher enthält er nicht nur Fotografien von Präparaten sondern auch Schemazeichnungen, Schnittbilder und Bilder von Lebenden (zur Oberflächenanatomie). Neben den Beschriftungen enthält er vereinzelt auch sehr knapp gehaltene Zusatzinformationen zu Funktion und Aufbau einer Struktur. Enthalten sind Abbildungen zur allgemeinen Anatomie, dem Bewegungsapparat, Rumpf, Kopf und Hals.

Das Buch hat ein angenehme Handhabung und Größe. Das Layout wirkt etwas inkonsistent (viele unterschiedliche Schriftgrößen), beziehungsweise altmodisch. Dabei sind die Beschriftungen bisweilen etwas schwer zuzuordnen und unübersichtlich. An und für sich glänzt das Buch mit hervorragenden, sehr interessanten Präparaten, deren Qualität und Detailreichtum weit über dem „normalen“ Präparat aus dem Präpkurs liegt.  Die MRT-Schnittbilder sind bisweilen in geringer Qualität abgedruckt, sodass sie verschwommen sind. Die Schemazeichnungen sind meist in Ordnung, können aber nicht mit anderen gezeichneten Atlanten mithalten.

Aufbau: 
Vom Aufbau her ist der Atlas so gegliedert, dass einem Kapitel meistens zunächst Knochenlehre und Oberflächenanatomie vorangestellt ist. Danach werden Schicht für Schicht die tieferen Strukturen des Präparats dargestellt. Besonders bemerkenswert sind hier die Schnittbilder, denen die  gleichen Schnitte durch reale Präparate gegenübergestellt sind. Dies ermöglicht ein gutes Verständnis der Schnittbilder und ein besseres Erkennen und Lernen der gezeigten Strukturen. Bemerkenswert sind auch die teilweise angefärbten Präparate (z.B. Venen und Arterien).

Obwohl die Qualität der Präparate herausragend ist, fällt es dem Ungeübten trotzdem schwer, Strukturen zu erkennen und zu erlernen. Dies liegt vor allem daran, dass Präparate von Natur aus unübersichtlich und nicht so strukturiert wie Atlaszeichnungen sind. Zusätzlich fehlen bei Muskeln und Nerven zusätzliche Informationen wie Verlauf, Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion.

Zudem muss festgehalten werden, dass die Orientierung am Originalpräparat einfacher fällt, da man hier besser die Tiefe und die Strukturen (aufgrund der Dreidimensionalität) erkennen kann.

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Fotoatlas aufgrund seiner herausragenden Präparate das Gefühl vermittelt, im Präpsaal zu stehen – lediglich der Formalingeruch fehlt. Er ist außerdem hervorragend zum Einüben der Strukturen; zum Erlernen empfiehlt sich allerdings der klassische, gezeichnete Atlas, da dieser Zusatzinformationen enthält und einfacher gegliederte Abbildungen. Für Anatomieinteressierte ist er ein Muss, für effizienzorientierte Studenten eher überflüssig.

GRAY's Atlas der Anatomie: 2. Auflage (Elsevier)

Erster Eindruck:

Bei Gray’s Atlas der Anatomie handelt es sich um ein einziges Buch mit 558 Seiten im Taschenbuchformat. Damit ist es leichter, als die meisten Konkurrenzprodukte. Das Design des Frontcovers wurde im Vergleich zur ersten Auflage verändert und sieht nun sehr ansprechend aus. Das Buch ist für knapp 25 Euro im Vergleich zu anderen Atlanten sehr erschwinglich

Inhalt & Aufbau:

Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:

  1. Der Körper (Allgemeine Anatomie)
  2. Rücken
  3. Thorax
  4. Abdomen
  5. Becken und Perineum
  6. Untere Extremität
  7. Obere Extremität
  8. Kopf-Hals

Leider enthält der Atlas keine Abbildungen oder Erklärungen zur Entwicklung der einzelnen Organe. Zudem genügt der Atlas durch viel zu wenig Abbildungen zum Gehirn auf keinen Fall für Neuroanatomie.

Das Besondere am Gray’s Anatomie Atlas sind folgende Eigenschaften:

  • Für die Klinik: Ungefähr 270 CT-, MRT- und Röntgenbilder und „Anatomie am Lebenden“ mit Abbildungen zur Oberflächenanatomie
  • lateinische Nomenklatur mit zusätzlichen Erklärungen zu jeder Abbildung in deutscher und englischer Sprache
  • zwei Register: Deutsch-Latein sowie Englisch
  • neu in der 2. Auflage: Übersichtstabellen und schematische Zeichnungen am Ende eines jeden Kapitels
  1. Didaktik

Didaktisch ist der Atlas ähnlich wie seine “Konkurrenten” aufgebaut. Jedes Kapitel beginnt zunächst mit allgemeiner Oberflächenanatomie und widmet sich dann den knöchernen Strukturen mit Bändern und Knorpeln, der Muskulatur und den Organen samt Innervation und Gefäßversorgung,

Die Abbildungen sind alle mit dem Computer generiert und erinnern damit an einen bekannten Atlas aus dem Thieme-Verlag. Darüber wurden viele andere bildgebende Verfahren verwendet. So stehen anatomischen Abbildungen oftmals Röntgenbilder, CTs, MRTs, oder Sonografien gegenüber. Weiter bedient man sich der “Anatomie am Lebenden”, in dem Fotos von lebenden Menschen abgedruckt wurden und mit Beschriftungen ergänzt wurden.

Die Beschriftungen sind sehr kurz. Erklärungen gibt es nicht.

Der Atlas ist also weniger “anatomisch-theoretisch” aufgebaut. Vielmehr finden sich viele Bezüge zur Klinik, die den Atlas sehr modern und zeitnah wirken lassen. Darunter leidet jedoch manchmal etwas die Detailgenauigkeit wie man sie aus den großen bekannten Werken kennt.

Jedes der 8 Kapitel ist mit einer anderen Farbe unterlegt, was ein Suchen nach Inhalten deutlich leichter macht. Innerhalb der Kapitel wird es mit der Orientierung jedoch schwieriger. Manchmal wirken die Abbildungen einfach nur aneinandergereiht. Da hilft dann aber meistens ein Blick in das Register weiter.

  1. Kommentar/Empfehlung:

Auch der Gray’s Anatomie Atlas hat neben seinen großen Rivalen seine Daseinsberechtigung. Alleine ist er aufgrund nicht vorhandener Erklärungen nicht zu gebrauchen, wohl aber in Kombination mit einem Lehrbuch oder einer entsprechenden Lernsoftware. Das muss aber kein negativer Punkt sein, denn es handelt sich bei diesem Werk eben um einen reinen Nachschlage-Atlas.
Nichtsdestotrotz mangelt es jedoch auch an Inhalten, wie z.B. der Embryologie.
Erfreulicherweise besteht der Atlas aus einem einzigen Taschenbuch und ist daher zum Mitnehmen super geeignet.
Durch die bilinguale Gestaltung mit klarem Fokus auf die deutsche Sprache ist der Atlas eventuell für Studierende mit weniger Deutschkenntnissen sehr interessant.

Der Atlas ist vorwiegend im englischsprachigen Raum auch unter Medizinstudenten sehr populär und weit verbreitet.

Eine abschließende Empfehlung kann ich nicht geben, denn ob einem die computergenerierten Abbildungen besser als Gezeichnete gefallen oder man lieber mehr Erklärungen hat, hängt stark vom Geschmack des Einzelnen ab. Ein Blick in diesen Atlas zu werfen lohnt sich aber alle Mal!

LernKarten der Anatomie: 6.Auflage (Thieme)

Allgemeines

Die 6.Auflage der PROMETHEUS LernKarten der Anatomie umfasst 483 beidseitig bedruckte Karten. Die Karten sind in einer Box zu erhalten und können individuell entnommen werden. Ein beiliegender Ring ermöglicht das Zusammenheften der entnommenen Karten.

Zielgruppe

Die LernKarten richten sich an Studierende der Vorklinik, die die makroskopische Anatomie erlernen oder wiederholen wollen.

Aufbau und Inhalt

Die LernKarten sind in 6 größere Themengebiete (Rücken, Abdomen und Becken, Obere Extremitäten, Untere Extremitäten, Kopf und Hals, Neuroanatomie) untergliedert. Innerhalb der Themengebiete wird der Stoff noch einmal unterteilt. So werden bei den Oberen Extremitäten z.B. zunächst die Knochen und Gelenke, dann die Muskeln, die Gefäßversorgung/Nerven und zu guter Letzt die Querschnitte und die Oberflächenanatomie abgehandelt. Jede Karte besitzt eine Vorder- und Rückseite. Auf der Vorderseite ist immer eine bezifferte Abbildung und manchmal auch eine Frage zum Überprüfen des eigenen Wissens abgedruckt. Die Lösung findet man dementsprechend auf der Rückseite. Zusätzlich dazu befinden sich mitunter auch „Kommentare“ und Muskeltabellen, welche eine Überschicht über Ursprung, Ansatz, Funktion und Innervation ermöglichen.

Didaktik

Die Reihenfolge der Karten ist so aufgebaut, dass man von groß zu klein und von oberflächlich zu tief lernt. Dabei werden häufig dieselben Abbildungen verwendet und nur der Fokus, mittels Bezifferung und nebenstehender Grafik auf der Vorderseite bzw. fettgedruckten Bezeichnungen und z.T. Erläuterung anderer Muskeln auf der Rückseite, verändert, diese Wiederholungen dienen dem positiven Lerneffekt. Auch werden z.B. Muskeln auf den Karten der Gefäßversorgung noch einmal beziffert, um sie einerseits zu wiederholen und andererseits, um einen Zusammenhang/Lagebeziehungen aufzuzeigen. Andersherum werden z.B. bei Muskelkarten die Gefäße und Nerven nicht mit dargestellt.

Preis

Die Karten kosten 39,99EUR. Der Preis ist sowohl für den Inhalt, als auch die robuste Qualität der Karten, angemessen.  Die gute Qualität führt dazu, dass die Karten auch gerne gebraucht verwendet werden können😉 Allerdings ist zu beachten, dass es bei früheren Auflagen noch keine Muskeltabellen gab und der Umfang geringer war.

Fazit

Wer das Stoffgebiet sich schon einmal grob in Vorlesung, Übung oder Lehrbuch erarbeitet hat, wird mit den Lernkarten spielend leicht lernen können. Insbesondere vor den Testaten sind die Karten, auch durch die praktische Handhabung mit dem Ring, ein treuer Begleiteter.

Für persönliche Ergänzungen, insbesondere Zusammenhänge, die in diesem Format selten benannt werden, ist ausreichend Platz auf den Karten.

Mündliche Prüfung Anatomie: 1. Auflage; Siemens Mense (Thieme)

Allgemeines

Das Buch „Mündliche Prüfung Anatomie“ von Siegfried Mense, umfasst ca. 230 Seiten mit 500 Fragen aus allen Themengebieten der makroskopischen Anatomie. Das Buch ist kein  Lehrbuch sondern soll der Wiederholung vor Prüfungen dienen. Aus diesem Grund werden nicht alle Themengebiete der makroskopischen Anatomie in seiner Vollständigkeit abgedeckt. Im Vornhinein sollte man sich mit den Themengebieten in einem Lehrbuch einem Anatomieatlas vertraut gemacht haben.

 

Zielgruppe

 

Das Buch richtet sich im Wesentlichen an Medizin- und Zahnmedizinstudenten der Vorklinik, die sich auf das mündliche Physikum vorbereiten oder im Rahmen des Anatomiekurses eine mündliche Prüfung ablegen müssen.

 

Aufbau und Inhalt

 

Es werden folgende Themen abgehandelt: Obere und unter Extremität, Kopf und Hals, Leibeswand, die Brust, Bauch und Beckenorgane und zu guter Letzt das ZNS und die Sinnesorgane. In jedem Kapitel findet man passend zu den prüfungsrelevanten Themen originelle Fragen, die einem auch in der mündlichen Prüfung begegnen können.

Darüber hinaus wird regelmäßig ein Bezug zur Klinik geschaffen. Dadurch bekommt der Student ein Gefühl dafür, wie sehr ihn das auch in seinem späteren Beruf begleiten wird.

Wie es für Thieme gewöhnlich ist, stellt der Verlag eine Onlineversion des Buches zur Verfügung, die man ganz einfach herunterladen kann.

Viele hervorragende Bilder aus dem Prometheus helfen einem die Antworten auf gestellte Fragen noch besser zu verstehen und das Wissen zu strukturieren. Wichtige Informationen sind in Form der Tabellen übersichtlich dargestellt.

 

Im mündlichen Physikum wird sowohl die Makroskopsiche als auch die Mikroskopische Anatomie geprüft. Leider wird diese hier nicht behandelt. Eine Erweiterung um die mikroskopische Anatomie wäre eine Bereicherung für das Buch und könnte den Studenten noch besser auf die mündliche Prüfung vorbereiten.

Des Weiteren wäre es hilfeich, wenn häufig gestellte Fragen und Themen markiert wären, wie das auch bei “via-medici” oder den Endspurt-Skripten der Fall ist. Dem Studenten wird ermöglicht, diese Themen besonders intensiv zu wiederholen.

 

Didaktik

Das Buch ist ausreichend ausführlich und zusammenfasend geschrieben. Die Antworten sind für den Studenten leicht zu verstehen, und präzise und sachlich geschrieben. Dies wird sogar verstärkt durch zahlreiche Tabellen, Schemata und Abbildungen, die perfekt zu den gestellten Fragen passen und einem ein gezieltes Wiederholen ermöglichen.

 

Preis

Zu einem angemessenen Preis von 29,99€ kann man das Buch erwerben. Dieser Preis ist durchaus gerechtfertigt, da man sich hiermit optimal auf eine mündliche Prüfung im Fach Antaomie vorbereiten kann.

 

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass das Buch Mündliche Prüfung Antaomie, erschienen im Thieme Verlag, eine sehr gute Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung darstellt, egal ob es sich dabei um ein Anatomie Testat oder das mündliche Physikum handelt. Durch dieses Buch lässt sich eine realistische Prüfungssituation simulieren.

PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie - Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem: 4. Auflage; Schünke, Schulte, Schumacher, Voll, Wesker (Thieme)

Allgemeines:

In der 4. Auflage des LernAtals für „Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ sind auf 630 Seiten 2257 anschaulichen Illustrationen und 183 Tabellen abgebildet. Er ist gebunden oder in der eBook-Version erhältlich.

Aufbau und Inhalt:

Der Atlas ist in die Überkapitel „Allgemeine Anatomie“, „Rumpfwand“, „Obere Extremitäten“ und „Untere Extremitäten“ gegliedert. Im ersten Teil des Atals wird fächerübergreifend Wissen vermittelt. Neben Embryologie beinhalten die Kapitel auch Physiologie, Histologie und klinische Bezüge. Dabei wird auf Orientierungshilfen am menschlichen Körper, die Knochen, Muskeln und Gefäße, das lymphatische System und Drüsen sowie allgemeine Neuroanatomie eingegangen. In den Kapiteln über die Rumpfwand, Obere und Untere Extremitäten werden die Muskeln in ihren Übergruppen je auf Doppelseiten zusammengefasst in Tabellen dargestellt. Dabei sind sie auf der einen Seite sowohl anatomisch als auch ihr Ursprung und Ansatz am Knochen abgebildet, auf der anderen Seite in einer Tabelle mit Ursprung, Ansatz, Funktion und Innervation beschrieben. Das hilft, sowohl den Verlauf als auch das makroskopische Aussehen schnell zu erfassen und macht das Lernen von U, A, F, I deutlich anschaulicher. Das macht deutlich mehr Spaß als das trockene Auswendiglernen mit der Muskeltabelle.

Pro:

Die detaillierten Bilder veranschaulichen sehr gut anatomische Strukturen und sind übersichtlich. Die Beschriftungen beschränken sich meist auf das Wesentliche. Prüfungsrelevante Fakten sind kompakt in Tabellen dargestellt. Super sind auch die Lerneinheiten, in denen die Funktionen der Muskeln an den einzelnen Gelenken kompakt auf ein bis zwei Seiten zu jeder Region zusammengefasst sind.

Kontra:

Der Atlas wiegt knapp 3 kg und ist daher nicht unbedingt zum täglichen Mitnehmen in die Uni geeignet. Durch das Gewicht ist der Buchrücken sehr strapaziert und gefährdet, einzureißen. Die ausführlichen Fließtexte eignen sich nicht gut zum Lernen der vielen Fakten. Wer einen schnellen Überblick möchte, schaut besser in ein Kurzlehrbuch.

Fazit:

Wie die anderen beiden PROMETHEUS LernAtlanten sich auch der Atlas zur Allgemeinen Anatomie und zum Bewegungssystem ein sehr gutes Lehrwerk für die Vorklinik und eignet sich gut zur Vorbereitung auf das Physikum. Auch für interessierte Kliniker*innen ist das Buch zum Nachschlagen zu empfehlen. Der stattliche Preis von 79,99 € ist für diese Lehrwerk angemessen.

PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie - Kopf, Hals und Neuroanatomie: 4.Auflage; Schünke, Schulte, Schumacher, Voll, Wesker (Thieme)

511hDnrVnxL._SX371_BO1,204,203,200_In seiner neuen 4. Auflage glänzt der Prometheus-Band für die Themenbereiche Kopf, Hals und Neuroanatomie wie gewohnt als äußerst ansprechender und insgesamt durchweg überzeugender Lernatlas!
Das in mehr als 10 Sprachen übersetzte Werk ist mittlerweile ein absoluter Klassiker unter den Anatomie-Atlanten, obwohl er einige Jahre jünger als die anderen Standardwerke der Anatomie ist.
Das Buch ist in drei übergeordnete Abschnitte gegliedert: „Kopf und Hals“, „Neuroanatomie“ sowie den kürzeren Teil „ZNS: Glossar und Synopsen“, welcher in der 4. Auflage drei neue Synopsen zu den Leitungsbahnen von Orbita und Nase enthält. Trotz der Stärke von 616 Seiten ist es den Autoren gelungen, thematische Übersichtlichkeit und Lesefreundlichkeit zu wahren. Die 22 Kapitel verlaufen nach einer klaren Gliederung und das Prinzip der jeweils zweiseitigen Lehrinhalte wurde beibehalten. Neu sind Inhalte speziell für Studierende der Zahnmedizin einschließlich Einheiten zur Topographie des geöffneten Mundes und den Schädelknochen sowie neue Inhalte zur Topographie des Sinus cavernosus. Die 1734 Abbildungen und 123 Tabellen sind optisch sehr ansprechend und werden sinnvoll durch den Text ergänzt, auch wenn die Abbildungen größtenteils allein verständlich sind.
Primär als Lehrbuch bzw. Lernatlas für Studierende gedacht, eignet sich der Prometheus auch optimal als Nachschlagewerk für interessierte Klinikerinnen und Kliniker – gleichwohl er eine eher „klassische“ Anatomie vertritt und die chirurgischen Landmarken und Zugangswege zumindest nicht im Vordergrund stehen.
Im Gegensatz zu einigen anderen für Studierende konzipierten Lehrbüchern ist im Prometheus leider nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Fakten nun eher Detailwissen sind und welche ganz klar zu den Grundlagen gehören, die jeder und jede Studierende – zumindest bis zum Physikum – beherrschen sollte. Da zum alleinigen Bestehen von Prüfungen auch kürzere Bücher „reichen“, sei besonders eiligen Studierenden deshalb zur Vorsicht geraten. Bei wenig Interesse für die Anatomie oder wenig Zeit für die Prüfungsvorbereitung ist der Prometheus eventuell zu umfangreich. Der Preis ist mit ca. 65€ allerdings völlig angemessen.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Prometheus „Kopf, Hals und Neuroanatomie“ sowohl als Nachschlagewerk als auch als Lernatlas bestens zu empfehlen ist. Anatomisch interessierten Leserinnen und Lesern wird dieses Buch zweifelsohne Freude bereiten.

PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie - Innere Organe: 4.Auflage; Schünke, Schulte, Schumacher, Voll, Wesker (Thieme)

Allgemeines:

Trotz ihres jungen Alters zählen die PROMETHEUS LernAtlanten bereits zu den Standardwerken der Anatomie. Die 4. Auflage des LernAtals für „Innere Organe“ überzeugt mit 1375 anschaulichen Illustrationen und 122 Tabellen. Wem die 512 Seiten zu schwer zum Tragen sind, kann auch die eBook-Version kaufen.

Aufbau und Inhalt:

Der Atlas ist in die Überkapitel „Aufbau und Embryonalentwicklung der Organsysteme im Überblick“, „Thorax“, „Abdomen und Becken“, „Systematik der Organversorgung“ und „Organsteckbriefe“ gegliedert. Auf der ersten Seite jedes Überkapitels sind die wichtigsten Unterkapitel dargestellt. Im Kapitel über Embryonalentwicklung wird neben der Entwicklung der Organe auch auf die Entwicklung des Kreislaufsystems (u.a. der Blut- und Lymphgefäße) eingegangen. Der Atlas beschreibt nicht nur die Makroskopie der Organe, sondern behandelt auch die Histologie. Neu in dieser Auflage ist neben den Lerneinheiten über das Blut eine Lerneinheit über Paraganglien. Zusätzlich zur Anatomie enthält der Lernatlas ausgewählte klinische Informationen zu Erkrankungen und Diagnoseverfahren. Dabei sind einige Aufnahmen klinischer Bildgebungsverfahren abgebildet.

Pro:

Die Zeichnungen sind sehr anschaulich und oft schon ohne Text sehr aussagekräftig. Dabei beschränken sich die Beschriftungen meist auf das Wesentliche. Die kombinierte Darstellung der Organe sowohl auf makroskopischer als auch auf mikroskopischer Ebene hilft beim ganzheitlichen Lernen. Der Atlas kann daher zum Teil auch für die Vorbereitung auf die Histologie-Testate genutzt werden. Viele Diagramme (z.B. zur Hämatopoese oder zur Entwicklung der einzelnen Organschichten) veranschaulichen den Lernstoff und sind gut strukturiert. Sehr gelungen ist auch das Kapitel zur Systematik der Organversorgung. Auf jeder Seite sind für jeweils ein Organ vier Karten abgebildet auf denen die Versorgung und Drainage sowie Innervation kompakt dargestellt sind. Die vielen Tabellen im Fließtext und die Organsteckbriefe am Ende des Buches helfen, eine schnelle Übersicht über die wesentlichen Informationen zu allen inneren Organen zu bekommen.

Seitlich sieht man farbliche Abgrenzungen der Kapitel, die ein schnelles Aufschlagen des gesuchten Kapitels ermöglichen. Auch die beiden Einmerker sind hilfreich, um relevante Stellen während des Lernens zu markieren und schnell wieder zu finden.

Kontra:

Der PROMETHEUS LernAtlas vermittelt viel Detail-Wissen und stellt dabei die wichtigsten Grundlagen nicht eindeutig dar. Daher eignet sich dieser Atlas weniger für die kurzfristige Prüfungsvorbereitung. Der Fließtext, der von vielen Abbildungen unterbrochen wird, erschwert ebenfalls das Lernen. Aufgrund des stattlichen Gewichts von 2,5 kg ist das Buch nicht zum täglichen Mitnehmen in die Uni geeignet.

Fazit:

Ein sehr gutes, ausführliches Lehrwerk für die Vorklinik, mit dem das Lernen viel Spaß macht. Auch interessierte Kliniker*innen werfen gerne einen Blick in diesen Atlas. Der Preis von 59,99 € ist angemessen.

PROMETHEUS: LernPaket der Anatomie; Schünke, Schulte, Schumacher (Thieme)

Allgemeines

Die fünfte Auflage des „PROMETHEUS LernPaket Anatomie“ wurde 2018 von Michael Schünke, Erik Schulte und Udo Schumacher herausgegeben und besteht aus drei separaten Atlanten zu den Themen „Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“, „Innere Organe“ und „Kopf, Hals und Neuroanatomie“. Insgesamt umfassen die drei Bände im Hardcover-Format 1778 Seiten; dem Paket sind zudem vier Lernposter der Anatomie beigefügt, auf denen der menschliche Körper mit seinen Knochen bzw. seinen Muskeln abgebildet ist, jeweils von ventral und dorsal. Zudem erhält man mit dem Kauf einen 12-monatigen Zugang zur Anatomie in „via medici Lernen“.

Zielgruppe

Die Lernatlanten richten sich sowohl an Studierende im ersten Semester, die sich die anatomischen Strukturen erst noch aneignen möchten als auch an Studierende, die im späteren Verlauf des Studiums gezielt etwas nachschlagen möchten („einen Atlas hat man fürs Leben“).

Aufbau und Inhalt

Der erste Band „Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ ist in vier Untereinheiten aufgeteilt: A Allgemeine Anatomie, B Rumpfwand, C Obere Extremität und D Untere Extremität.

Dabei werden im Bereich Allgemeine Anatomie die Grundlagen für das Verständnis der darauffolgenden drei Kapitel, die den Bewegungsapparat behandeln, dargelegt:

Zunächst wird das Thema 1 Stammes- und Entwicklungsgeschichte des Menschen auf 18 Seiten zum Gegenstand gemacht. Dabei werden die embryologischen Grundlagen der menschlichen Entwicklung, beispielsweise die Entwicklung der Schlundbögen oder die Entwicklung der Knochen, jeweils anhand mehrerer beschrifteter Zeichnungen und Fließtexten erklärt.

Es folgen die Kapitel Der menschliche Körper im Überblick (zwei Seiten), Anatomie der Körperoberfläche und Orientierungshilfen am menschlichen Körper (12 Seiten), Knochen und Knochenverbindungen (14 Seiten), Muskeln (sechs Seiten), Gefäße (vier Seiten), Lymphatisches System und Drüsen (zwei Seiten) und schließlich Allgemeine Neuroanatomie  (24 Seiten).

 

Die Kapitel B Rumpfwand (134 Seiten), C Obere Extremität (166 Seiten) und D Untere Extremität (164 Seiten) weisen eine einheitliche Gliederung in die Unterkapitel Knochen, Bänder und Gelenke, Systematik der Muskulatur, Topografie der Muskulatur, Systematik der Leitungsbahnen und Topografie der Leitungsbahnen auf. Dieses einheitliche Einteilungsprinzip gewährleistet, dass die Studierenden zunächst einen Überblick über den knöchernen Bereich samt gelenkiger Verbindungen erhalten, danach erfahren, welche Bewegungen ausgeführt werden können und schließlich, welche Muskeln die Bewegungen ausführen. Im Anschluss daran sind im Kapitel Systematik der Leitungsbahnen die  Leitungsbahnen (Arterien, Venen, Lymphbahnen und Lymphknoten, Nerven) aufgelistet, und in Topografie der Leitungsbahnen die wichtigsten Leitungsbahnen abgebildet.

 

Im zweiten Band „Innere Organe“ werden im Abschnitt A Aufbau und Embryonalentwicklung der Organsysteme im Überblick (68 Seiten) folgende Themen behandelt: Organsysteme und Entwicklung der Körperhöhlen, Kreislaufsystem, Blut, Lymphatisches System, Atmungssystem, Verdauungssystem, Harnsystem, Genitalsystem, Endokrines System, und Vegetatives (autonomes) Nervensystem.

Abschnitt B Thorax (122 Seiten) umfasst die Themengebiete Überblick und Zwerchfell, Systematik der Leitungsbahnen im Überblick, Organe des Kreislaufsystems und ihre Leitungsbahnen, Organe des Atmungssystems und ihre Leitungsbahnen, Oesophagus und Thymus und ihre Leitungsbahnen und Topografische Anatomie.

Das Kapitel C Abdomen und Becken (200 Seiten) ist in folgende Unterthemen gegliedert: Architektur der Bauch- und Beckenhöhle im Überblick, Systematik der Leitungsbahnen im Überblick, Organe des Verdauungssystems und ihre Leitungsbahnen, Organe des Harnsystems und ihre Leitungsbahnen Organe des Genitalsystems und ihre Leitungsbahnen, Topografische Anatomie.

In D Systematik der Organversorgung (17 Seiten) wird die Versorgung der inneren Organe (z.B. Cor, Gaster, etc.) noch einmal gesondert aufgeführt.

Der Atlas liefert zuletzt in E Organsteckbriefe (27 Seiten) noch einmal eine gebündelte Übersicht aller inneren Organe, um direkt alle wichtigen Informationen, zu beispielsweise Aufbau und die Versorgung, beschrieben in einem kurzen Absatz zu erhalten.

 

Der dritte Band, „Kopf, Hals und Neuroanatomie“ umfasst die Untereinheit A Kopf und Hals (260 Seiten) mit den Kapiteln Übersicht, Knochen, Bänder und Gelenke, Systematik der Muskulatur, Systematik der Leitungsbahnen, Organe und ihre Leitungsbahnen, Topografie, Schnittbilder.

Das zweite Kapitel, B Neuroanatomie (232 Seiten), wird in Einführung in die Neuroanatomie, Histologie von Nerven- und Gliazellen, Vegetatives Nervensystem, Hirn- & Rückenmarkshäute, Liquorräume, Telencephalon (Groß- und Endhirn), Diencephalon (Zwischenhirn), Truncus encephali (Hirnstamm), Cerebellum (Kleinhirn), Blutgefäße des Gehirns, Rückenmark (Medulla spinalis) und seine Blutgefäße, Das Gehirn im Schnittbild, und Funktionelle Systeme und klinische Bezüge gegliedert.

In C ZNS: Glossar und Synopsen (52 Seiten) sind Schaubilder aufgeführt, welche beispielsweise die Systematik der Geschmacksbahn oder Bahnen im Hirnstamm übersichtlich darstellen.

 

Hervorzuheben ist, dass es sich bei dem dreibändigen Prometheus Lernpaket Anatomie um drei Lernatlanten handelt. Dies bedeutet, dass die einzelnen Abbildungen mit ausführlichen Erklärungen versehen sind, wohingegen andere Atlanten ihren Abbildungen nur vergleichsweise kurze Beschriftungen beifügen. Daraus resultiert, dass die einzelnen Prometheus Bände über ein gewisses Gewicht verfügen (je ca. 3 Kg). Umfang und Ausführlichkeit der Atlanten ist es daher geschuldet, dass bereits der Transport eines einzelnen Atlas sehr „auf den Rücken“ gehen kann.

In meinen Augen ist es sehr hilfreich, dass sich unter den Abbildungen stets ein erklärender Begleittext befindet. Schließlich muss für das Verständnis einer Abbildung nicht der ausführliche Text gelesen werden, sondern nur optional bei Interesse über das Thema hinaus.

Des Weiteren werden innerhalb jeden Themenbereiches vielfach klinische Bezüge aufgeführt. Diese halfen mir insbesondere, die grundlegenden anatomischen Inhalte weniger abstrakt durch ihren Praxisbezug im Gedächtnis verankern zu können.

 

Die einzige Verbesserung, die die Bearbeitung einzelner Themenbereiche noch weiter erleichtern würde, wäre das Einfügen von kleinen Verweisen auf vorherige oder nachfolgende Seiten, auf denen die gleiche Materie in einem anderen Licht beleuchtet wird. Beispielsweise werden im ersten Band die Knochen des Iliosakralgelenks bzw. das Becken sowohl im Kapitel Rumpf als auch im Kapitel Untere Extremität abgehandelt. Ein kleiner Verweis auf das vorher gehende respektive nachfolgende Kapitel verhindert, dass wichtige Aspekte einer Struktur bei der Bearbeitung vernachlässigt werden bzw. erfordert kein ständiges Nachschauen im Sachverzeichnis . Einschränkend muss hinzugefügt werden, dass diesem Kritikpunkt sehr geringes Gewicht beizumessen ist, da anzunehmen ist, dass stete Verweise innerhalb einzelner Abschnitte das Werk noch umfangreicher machen würden.

Didaktik

Die Abbildungen der Prometheus Lernatlanten sind sehr gut verständlich, selbst ohne Studium des Begleittextes. Zudem findet man sich durch den stringenten Aufbau auch ohne Nachschlagen im Sachverzeichnis sehr schnell zurecht. Beispielsweise werden im zweiten Band beim Bewegungsapparat zunächst die knöchernen Strukturen, im Anschluss die Muskeln und zuletzt die dazugehörigen Leitungsbahnen besprochen. Zudem werden vor allem die Muskel-Schichten sehr systematisch von oberflächlich nach tief abgebildet. In der tiefsten Schicht sind lediglich noch die Ursprünge und Ansätze der oberflächlichen Schicht dargestellt, sodass überlappende Ursprünge respektive Ansätze deutlich sichtbar sind.

Preis

Der Neupreis der Atlanten beträgt 210 €, teilweise sind die Atlanten auch für 149 € erhältlich. Angesichts dessen, dass die Atlanten die einzigen Werke aus der Vorklinik sind, die man mitunter sein ganzes Berufsleben lang behält, ist die Investition in meinen Augen auf jeden Fall ihr Geld wert.

Fazit

Die Prometheus Atlanten bestechen durch ihre Ausführlichkeit, Anschaulichkeit und ihren klaren systematischen Aufbau. Ich persönlich bin sehr zufrieden mit der Anschaffung der Prometheus Atlanten.

PROMETHEUS "Lernkarten des Bewegungssystems“

Kurzbeschreibung:

Die fast 400 Lernkarten werden in ihre funktionellen Systeme mit all ihren Komponenten wie Muskeln, Knochen und Gelenke unterteilt. Gegliedert sind die Karten sehr übersichtlich nach Farben und in den einzelnen Kapiteln mit einem Strichsystem versehen, welches die Kapitelzugehörigkeit anzeigt.
Auf der Vorderseite sind die Abbildungen der Prometheus Atlanten übernommen worden, die auf der Rückseite mit Beschriftungen und Ergänzungen des jeweiligen Themas komplettiert werden. Hier finden sich auch einige prüfungssituationsnahe Fragen, sowie kurze klinische Exkurse.
Mitgeliefert wird ein Metallring, der zum Transport der gerade zu lernenden Karten gedacht ist.

Fazit:

Der Aufbau der Prometheus Lernkarten des Bewegungssystems bietet einen gut strukturierten Leitfaden um das große Stoffgebiet des menschlichen Bewegungsapparates durch zu arbeiten. Die Abbildungen entstammen den Prometheus Atlanten, wodurch eine gute Ergänzung zum Studium geschaffen wird. Mit diesem Vorgehen spricht die Lernbox eher visuelle und praktische Lerntypen an.
Generell ist der optische Aufbau der Karten recht ansprechend. Die Klinischen Hinweise sind für Vorkliniker sicherlich interessant, da im vorklinischen Studienabschnitt der Praxisbezug oft eher zu kurz kommt. Allerdings nehmen die Hinweise je nach Karte ein Viertel bis Drittel des Platzes ein. Dieser geht dadurch für Erläuterungen der Strukturen verloren.
Durch das handliche Format eignen sich die Lernkarten auch hervorragend zum Wiederholen oder Lernen für unterwegs und erleichtert das gemeinsame Lernen, da es eine gute Grundlage für das gegenseitige Abfragen bietet.
Die Lernkarten sind für die Ausbildung in der Physiotherapie gedacht. Daher sind die klinischen Hinweise auch auf physiotherapeutische Inhalte ausgerichtet. Auf der Karte auf der die Adduktoren der Schulter abgefragt werden, wird z.B. auch die Funktionsprüfung derselben erklärt. Für Physiotherapeuten sicherlich interessant, sollte man allerdings, wie ich, mit diesen Karten auf die Anatomieprüfung im Physikum lernen ist dies doch eher nebensächlich.
Ein Anatomie Atlas ist trotz der Lernkarten unabdingbar. In Anbetracht dessen ist die Anschaffung der Karten bei einem Preis von 39,99 Euro keine günstige.
Da die Karten allerdings viel besser zu handhaben sind als ein Atlas und dadurch das flexible Lernen erleichtern,  würde ich das Preis/Leistungsverhältnis als „in Ordnung“ beurteilen.

PROMETHEUS LernKarten der Anatomie, 6.Auflage

Allgemeines

Die 6.Auflage der PROMETHEUS LernKarten der Anatomie umfasst 483 beidseitig bedruckte Karten. Die Karten sind in einer Box zu erhalten und können individuell entnommen werden. Ein beiliegender Ring ermöglicht das Zusammenheften der entnommenen Karten.

Zielgruppe

Die LernKarten richten sich an Studierende der Vorklinik, die die makroskopische Anatomie erlernen oder wiederholen wollen.

Aufbau und Inhalt

Die LernKarten sind in 6 größere Themengebiete (Rücken, Abdomen und Becken, Obere Extremitäten, Untere Extremitäten, Kopf und Hals, Neuroanatomie) untergliedert. Innerhalb der Themengebiete wird der Stoff noch einmal unterteilt. So werden bei den Oberen Extremitäten z.B. zunächst die Knochen und Gelenke, dann die Muskeln, die Gefäßversorgung/Nerven und zu guter Letzt die Querschnitte und die Oberflächenanatomie abgehandelt. Jede Karte besitzt eine Vorder- und Rückseite. Auf der Vorderseite ist immer eine bezifferte Abbildung und manchmal auch eine Frage zum Überprüfen des eigenen Wissens abgedruckt. Die Lösung findet man dementsprechend auf der Rückseite. Zusätzlich dazu befinden sich mitunter auch „Kommentare“ und Muskeltabellen, welche eine Überschicht über Ursprung, Ansatz, Funktion und Innervation ermöglichen.

Didaktik

Die Reihenfolge der Karten ist so aufgebaut, dass man von groß zu klein und von oberflächlich zu tief lernt. Dabei werden häufig dieselben Abbildungen verwendet und nur der Fokus, mittels Bezifferung und nebenstehender Grafik auf der Vorderseite bzw. fettgedruckten Bezeichnungen und z.T. Erläuterung anderer Muskeln auf der Rückseite, verändert, diese Wiederholungen dienen dem positiven Lerneffekt. Auch werden z.B. Muskeln auf den Karten der Gefäßversorgung noch einmal beziffert, um sie einerseits zu wiederholen und andererseits, um einen Zusammenhang/Lagebeziehungen aufzuzeigen. Andersherum werden z.B. bei Muskelkarten die Gefäße und Nerven nicht mit dargestellt.

Preis

Die Karten kosten 39,99EUR. Der Preis ist sowohl für den Inhalt, als auch die robuste Qualität der Karten, angemessen.  Die gute Qualität führt dazu, dass die Karten auch gerne gebraucht verwendet werden können😉 Allerdings ist zu beachten, dass es bei früheren Auflagen noch keine Muskeltabellen gab und der Umfang geringer war.

 

Fazit

Wer das Stoffgebiet sich schon einmal grob in Vorlesung, Übung oder Lehrbuch erarbeitet hat, wird mit den Lernkarten spielend leicht lernen können. Insbesondere vor den Testaten sind die Karten, auch durch die praktische Handhabung mit dem Ring, ein treuer Begleiteter.

Für persönliche Ergänzungen, insbesondere Zusammenhänge, die in diesem Format selten benannt werden, ist ausreichend Platz auf den Karten.

Sobotta: Anatomie - Das Lehrbuch: 1.Auflage Waschke, Böckers, Paulsen (Elsevier)

51tivH9ltnL._SX352_BO1,204,203,200_Allgemeines:
Das Anatomie-Lehrbuch wurde in diesem Jahr zum ersten Mal als Sobotta-Äquivalent zur Dualen Reihe herausgegeben. Dabei hat das Buch eine angenehme Handhabung und Größe. Mit dem Buch erhält man zusätzlich einen Online-Zugang für www.studentconsult.com, in welchem die Online-Version des Buches verfügbar sein sollte. Die insgesamt 829 Seiten sind in 5 Kapitel gegliedert.

Aufbau und Inhalt:
Die einzelnen Kapitel sind eher funktionell gegliedert und setzen sich wie folgt zusammen: I Allgemeine Anatomie und Embryologie, II Bewegungsapparat, III Innere Organe, IV Kopf und Hals und V Neuroanatomie. Die sind dabei farblich voneinander getrennt, wobei die weitere Untergliederung in einzelne Themengebiete teilweise etwas unübersichtlich gestaltet ist, so werden z.B. Überschiften nicht besonders deutlich hervorgehoben. Allgemein ist das Inhaltsverzeichnis jedoch sehr ausführlich. Zu Beginn jedes Kapitels werden kurz die Fähigkeiten und Kenntnisse, welche im jeweiligen Kapitel erlangt werden sollen und dem Punkt Kompetenzen zusammengefasst, was einen sehr guten Überblick über das Stoffgebiet verschafft. Danach werden die einzelnen Themengebiete größtenteils in zum Teil sehr langen Fließtexten abgehandelt. Innerhalb der einzelnen Themengebiete gibt es gelb hinterlegte Merkkästen, welche die wichtigsten Inhalte nochmals zusammenfassen. Des Weiteren finden sich häufig farblich hinterlegte Tabellen, welche sich hervorragend zum Lernen und v.a. aber für einen schnellen Überblick eignen. Zahlreiche klinische Bezüge, zumeist am Ende eines Themengebietes, veranschaulichen den jeweiligen Stoff und seine Relevanz.
Inhaltlich werden alle relevanten Themengebiete der Makroanatomie ausführlich behandelt. Wer nach einer rein topografischen Gliederung die Themengebiete lernt, muss jedoch häufig zwischen den Kapiteln springen und sich die passenden Themengebiete erst heraussuchen. Besonders der Teil Embryologie ist teilweise sehr kompliziert und wenig übersichtlich geschrieben und dadurch an vielen Stellen etwas schwer verständlich. Eine Besonderheit des Sobotta-Anatomie-Lehrbuches ist, dass ein gesamtes Kapitel der Neuroanatomie gewidmet ist, welches das Stoffgebiet auch ausführlich behandelt und gut erklärt. Die vorhandenen Abbildungen und Schemata sind stets sehr passend zum jeweiligen Thema gewählt, überschneiden sich jedoch häufig mit den allgemeinen Abbildungen aus dem Sobotta-Atlas. Auch in puncto Beschriftungen sind die Abbildungen zwar sehr ausführlich, jedoch inhaltlich noch ausbaufähig. Häufig wird leider nicht angegeben um welche Ansicht es sich handelt, was das Lernen erschwert.
Allgemein ist das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch etwas kürzer und kompakter von der Informationsfülle her als die Duale Reihe, gleichzeitig jedoch teilweise auch etwas unübersichtlicher.

Pro:
Es gibt ein extra Kapitel zur Neuroanatomie, es gibt sehr übersichtliche Tabellen welche oft einen guten Überblick bieten und eine allgemein angenehme Handhabung mit ausreichend Illustration.

Kontra:
Die vielen Fließtexte sind häufig schwerer zu verstehen, als mehrere kurze kompakte Abschnitte und erschweren das gezielte Wiederholen von Inhalten, das erst nach der passenden Stelle gesucht werden muss. Teilweise mangelt es innerhalb der einzelnen Kapitel an Übersichtlichkeit. Da die einzelnen Unterkapitel und Themengebiete von unterschiedlichen Autoren verfasst wurden gibt es keinen einheitlichen Schreibstil.

Fazit:
Allgemein kann ich das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch als gelungene und kürzere Alternative zur Dualen Reihe als Lehrbuch definitiv weiter empfehlen, auch wenn einige Verbesserungen für die kommenden Auflagen wünschenswert sind. Ich habe das Sobotta-Anatomie-Lehrbuch in Kombination mit dem Prometheus als Atlas genutzt. Vor allem bei dieser Variante bietet das Sobotta Lehrbuch eine interessante Ergänzung zu den Atlasinhalten und ermöglicht das Lernen an zusätzlichen Abbildungen, auch wenn es in puncto Ausführlichkeit und Übersichtlichkeit der Dualen Reihe teilweise nachsteht. Lernt man in Kombination mit dem Sobotta-Atlas ist es jedoch etwas schade, dass die Abbildungen sich ständig wiederholen.

Sobotta: Anatomie - Das Lehrbuch: 2.Auflage Waschke, Böckers, Paulsen (Elsevier)

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Allgemeines:

Die zweite Auflage des Anatomie-Lehrbuchs von Sobotta wurde 2019 herausgegeben und hat 846 Seiten, die in 5 Kapitel unterteilt sind. Im Vergleich zur letzten Auflage kommt das Lehrbuch dieses Mal ohne Online-Zugang für www.studentconsult.de. Jedoch stellt die LMU die elektronische Ausgabe des Buchs für Studenten kostenlos zur Verfügung.

Zielgruppe:

Das Buch eignet sich besonders für Studenten der Medizin ab dem ersten Semester bis zum Physikum. Auch Studenten der Klinik können ihr Gelerntes mit dem Lehrbuch immer wieder mal auffrischen. Jedoch handelt es sich hierbei um kein Nachschlagwerk.

Aufbau und Inhalt:

Die Gliederung der Kapitel ist gleich geblieben und setzt sich wie folgt zusammen: I Allgemeine Anatomie und Embryologie, II Bewegungsapparat, III Innere Organe, IV Kopf und Hals, V Neuroanatomie. Vor jedem Unterkapitel (z.B. II Bewegungsapparat: 3 Ventrale Rumpfwand) ist ein Kasten mit den im Kapitel zu erlernenden Kompetenzen gestellt, die zu Beginn einen Überblick verschaffen sollen. Im Folgenden werden die Themen in langen Fließtexten abgehandelt, die immer wieder durch interessante klinische Bezüge in grau gerahmten Kästen unterbrochen werden. Die klinischen Bezüge helfen ungemein bei der Einprägung wichtiger Details. Jedoch sind die Texte oft etwas zu lang und wenig prägnant um den Inhalt verständlich zu vermitteln. Zusätzlich gibt es gelb hinterlegte Merke-Kästen, die sehr knapp Informationen eines Kapitels zusammenfassen, jedoch ist es nicht ganz nachvollziehbar nach welchen Kriterien entschieden wird was in einem Merke-Kasten hervorgehoben wird. Die Inhalte scheinen eher nach Belieben des Autors gewählt zu sein. Sehr hilfreich hingegen sind die Tabellen, die häufig auch das Lesen des Textes ersetzen können.

Man findet zwar viele Abbildungen im Lehrbuch, jedoch ersetzen diese einen Atlas oder Lernen am Modell keinesfalls vollständig. Häufig ist es nicht ganz einfach von den Beschreibungen im Fließtext auf die Abbildungen zu schließen, die dann doch etwas klein und unübersichtlich sind. Jedoch ist dies auch abhängig vom Themengebiet.

Alle relevanten Themen der Makroanatomie werden ausführlich behandelt und auch einige Inhalte der Mikroanatomie, Biochemie und Physiologie werden für das Verständnis angeschnitten. Das letzte Kapitel widmet sich der Neuroanatomie und soll den Kauf eines zusätzlichen Lehrbuchs für dieses Fach überflüssig machen.

Pro: Das Sobotta Lehrbuch der Anatomie ist sehr ausführlich und nah an der Anatomie-Vorlesung der LMU gehalten. Es gibt viele Tabellen, die den Fließtext zusammenfassen. Klinische Bezüge sind meist passend gewählt und stellen eine sinnvolle Ergänzung zum Lernen dar.

Contra: Die Fließtexte sind sehr lang und teilweise schwer verständlich. Sie eignen sich zwar um einen ersten Überblick über ein Themengebiet zu bekommen, jedoch nicht zum Wiederholen von Themen. Die Abbildungen sind zu klein und unübersichtlich um sie zur Visualisierung der Inhalte im Text zu nutzen.

Preis: Der Preis von 70€ für das Lehrbuch ist auf jeden Fall gerechtfertigt, da es den Medizinstudenten bis zum Physikum und darüber hinaus begleitet und außerdem den Kauf eines Neuroanatomiebuchs überflüssig macht.

Fazit: Besonders, weil die Anatomie Vorlesung der LMU sehr nah an den Inhalten des Sobotta-Lehrbuchs gehalten ist, stellt es eine sinnvolle Ergänzung dar und verschafft einen guten Überblick. Jedoch ersetzt es nicht das Arbeiten mit einem Atlas oder die Eigenrecherche im Internet, da die Beschreibungen im Text dafür zu schwer nachvollziehbar und die Abbildungen meist zu klein und unübersichtlich sind. Außerdem eignet sich das Buch nicht zur Wiederholung von Lerninhalten. Dazu sind übersichtliche Abbildungen sowie Tabellen besser geeignet. Ich würde das Sobotta Lehrbuch der Anatomie in Kombination mit einem Atlas weiterempfehlen.

Sobotta: Arbeitsbuch Muskeln: 1.Auflage; Wagner (Elsevier)

Ich habe das Sobotta Muskelarbeitsbuch am Anfang des Präpkurses bekommen und es für die anfängliche Vorbereitung auf das Testat „Bewegungsapparat“ verwendet. Für mich persönlich war es eine gute Abwechslung zum sturen Auswendiglernen aus den Muskeltabellen. Durch die selbstangefertigten Skizzen und den dazugehörigen Beschreibungen (Ursprung, Ansatz, Innervation, Funktion sowie klinische Zusatzinformationen) prägt man sich die Lerninhalte schnell und effektiv ein (vorausgesetzt diese Art des Arbeitens entspricht dem jeweiligen Lerntyp) und ist motiviert das Buch zu vervollständigen.

Das Layout des Buches ist übersichtlich, man hat viel Platz für seine Skizzen/Zeichnungen und Bilder aus dem Sobotta Atlas helfen beim Verständnis der Topographie.

 

Das Arbeitsbuch ist eine nette Option um sich Wissen über die wichtigsten Muskelgruppen anzueignen, allerdings ist es nicht unbedingt als Last-Minute Lernmethode geeignet, da das Bearbeiten der Seiten eher zeitaufwendig ist. Für diejenigen, die gut mit dem Konzept zurecht kommen, ist es jedoch einen Blick wert.“

Sobotta: Atlas der Anatomie: 24. Auflage; Paulsen, J.Waschke (Elsevier)

Für jeden Studenten am Beginn des Medizinstudiums stellt sich die Frage: Atlas, und wenn ja welcher?

 

Mit dieser Rezension möchte ich den dreiteiligen Sobotta Atlas vorstellen und auf die Unterschiede zum Konkurrenzprodukt Prometheus eingehen.

 

Die neuste Auflage des Klassikers Sobotta besteht aus 3 Bänden und einer Muskeltabelle, die in einem stabilen Pappschuber aufbewahrt werden. Beim Sobotta handelt es sich um einen reinen Atlas, der Prometheus (auch dreibändig) ist ein Atlas mit integriertem Kurzlehrbuch.

Die Zeichnungen des Sobottas sind sehr detailliert und wirken dadurch deutlich realistischer als die eher schematischen Zeichnungen des Prometheus, was den Sobotta zu dem vermutlich Präziseren der beiden Atlanten macht. Er beschränkt sich darauf, „nur“ ein Atlas zu sein, und diese Aufgabe meistert er sehr gut. In 24 Auflagen wurde er stetig weiter verbessert, gehegt und gepflegt – dem gegenüber stehen lediglich vier Auflagen des Prometheus.

 

Nachteil der genauen Darstellungsweise ist allerdings, dass es besonders unerfahrenen Studierenden schwerfallen kann, sich neue Strukturen zu erschließen, da zuerst „Wichtiges“ von „Unwichtigem“ selbstständig getrennt werden muss und beispielsweise Ursprünge und Verläufe von Muskeln nicht so leicht zu erkennen sind. Beim Prometheus hingegen helfen neben den eher als schematisch zu charakterisierenden Abbildungen natürlich auch die Lehrbuchtexte ungemein beim Verständnis. Ein Sobotta Lehrbuch gibt es auch, es muss aber separat erworben werden, womit der günstigere Preis des Sobottas in Höhe von 169,99 € im Vergleich zu den 199,00 € für einen Prometheus als Kaufargument egalisiert wird.

Ein Pluspunkt für den Sobotta ist sicherlich die getrennte Muskeltabelle. Sie ist dünn und nicht gebunden, was es ermöglicht sie immer und überall mitzunehmen. So kann man auch mal in Bus und Bahn ein paar Ursprünge und Ansätze lernen.

Auch gefallen die regelmäßigen „Klinik-Kästen“, die beim Lernen ständig daran erinnern, wofür das Gelernte später gebraucht wird.

Mir persönlich ging es so, dass mir die Abbildungen des Sobotta umso besser gefielen, je länger ich mit ihnen arbeitete und ich sie inzwischen nicht mehr gegen die doch einfachen und vereinfachenden Darstellungen des Prometheus eintauschen möchte. Auch schön finde ich, dass die Beschriftungen der Abbildungen unterschiedlich gewichtet sind, wichtigere Strukturen werden fettgedruckt hervorgehoben, um dem Nutzer die Einordnung der vielen Informationen wenigstens zu erleichtern.

Speziell für Studierende in der Vorklinik der Uni München gibt es einen weiteren positiven Aspekt der Nutzung des Sobottas: Die Anatomie Vorlesungen sind deutlich näher an diesem angelehnt, als am Prometheus, da einer der Herausgeber an der LMU lehrt und vor allem Sobotta-Abbildungen in seinen Vorlesungen verwendet. Dies vereinfacht das Vor- und Nachbereiten der gelehrten Inhalte.

 

Abschließend bleibt wohl zu sagen, dass es bei diesem Vergleich keinen richtigen Gewinner geben kann, dafür sind die Philosophien der beiden Atlanten zu unterschiedlich.

Manchen sagt aber eben der Prometheus mehr zu, anderen der Sobotta, die Vergabe der Sympathien hängt hier auch vom individuellen Lerntyp des Nutzers ab.

Welcher Atlas nun der richtige für einen selbst ist, sollte man meiner Meinung nach nicht von einer solchen Rezension abhängig machen. Am besten ist es wohl, sich beide Atlanten genau anzuschauen, gegebenenfalls auszuleihen, um probehalber mit ihnen zu arbeiten und anschließend selbst zu beurteilen, welches Layout ein besseres Lernen ermöglicht. Somit ist die Entscheidung für einen Atlas eine der ersten selbstverantwortlichen Entscheidungen für Erstis, und als solche eine angemessen würdige, um das Studium zu beginnen.

Taschenatlas Anatomie, Band 1 Bewegungsapparat: 12.Auflage; W.Platzer bearbeitet von Thomas Shiozawa-Bayer (Thieme)

Allgemeines

Die 12.Auflage des Taschenatlas Anatomie -Bewegungsapparat- (Thieme) umfasst 488 Seiten und 216 Abbildungen. Zusätzlich verfügt das Buch über einen Zugang zur Online Version.

Zielgruppe

Der Taschenatlas richtet sich an Studierende der Vorklinik zum Erlernen und Wiederholen der Anatomie. Er eignet sich aber auch sonst zum Wiederholen/Nachschlagen der makroskopischen Anatomie.

Aufbau und Inhalt

Der Taschenatlas Bewegungsapparat ist in sechs Überkapitel (Allgemeine Anatomie, Stamm, Obere Extremitäten, Untere Extremitäten, Kopf und Hals, Leitungsbahnen) untergliedert.

Neben der Anatomie und Morphologie wurden passende klinische Hinweise, blau unterlegt, und mitunter die Embryologie (Entwicklung) kurz aufgenommen.

Die Seiten des Taschenatlas sind alle gleich aufgebaut. Auf der linken Seite beschreibt ein Fließtext die anatomischen Strukturen. Auf der rechten Seite werden in einer oder mehreren Abbildungen die beschriebenen Strukturen gezeigt. Bei den Abbildungen wurde auf ein Farbsystem zur einfacheren Unterscheidung von Knochen, Gelenkflächen, Muskeln, etc. zurückgegriffen.

Didaktik

Der Taschenatlas ist systematisch aufgebaut. Z.B. werden zunächst Knochen und Gelenke beschrieben und dann die daran wirkenden Muskeln.

Dadurch, dass die Abbildungen nummeriert und nicht beschriftet sind, kann man gut mit ihnen lernen, da die Abbildungen durch fehlende Benennung der Strukturen sehr übersichtlich bleibt. Allerdings kann es zu Beginn verwirrend sein, wenn man erst einmal im Fließtext nach dem Namen der Struktur suchen muss.

Preis

Das Buch kostet 39,99EUR. Den Preis finde ich angemessen.

Fazit

Da ich neben dem Taschenatlas zum Anatomie lernen im Besitz eines „richtigen“ Atlas und eines Lehrbuchs bin, habe ich ihn kaum genutzt. Auch für „unterwegs“ war er für mich persönlich nicht der richtige Begleiter, da er einerseits zu wenig Abbildungen für einen Atlas hat und andererseits die Informationen für ein Lehrbuch zu wenig aufgearbeitet sind. Wer allerdings nur einen groben Überblick erlangen möchte oder den Taschenatlas für die gezielte Wiederholung anatomisch wichtiger Strukturen verwendet, für den ist dieser anspruchsvoll gestaltete Taschenatlas bestimmt das Richtige.

Taschenatlas Anatomie, Band 2 Innere Organe: Helga Fritsch, Wolfgang Kühnel; Thieme (12. Auflage)

Allgemeines

Der Taschenatlas Innere Organe umfasst 11 Kapiteln mit 453 Seiten und 213 Abbildungen und darüber hinaus den Zugang zur Online Version des Buchs. Das Buch eignet sich vor allem zum lernen der makroskopischen Anatomie, wobei es auch die mikroskopische Anatomie mit einbezieht.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich nur an Studenten der Vorklinik im Bereich der Anatomie. Kliniker können es zum Nachschlagen von Grundkenntnissen verwenden, dafür ist es aber als Taschenatlas, der nicht so tief ins Detail geht, weniger geeignet.

Aufbau und Inhalt

Das Buch umfasst Kapitel zu allen Inneren Organen, dabei fängt es beim Herz an und arbeitet sich bis zu den Geschlechtsorganen herunter. Anschließend wird die Embryologie, zumindest für die Testate eingehend genug beschrieben. Am Ende gibt es noch jeweils ein histologisches Kapitel über das Endokrine System und Hämolymphatische System sowie zur Haut.

Auf jeder Doppelseite befindet sich rechts eine Abbildung und links der dazu gehörige Text. Auf den Abbildungen sind die besprochenen anatomischen Merkmale farblich hervorgehoben (während der Rest ein gegraut ist) und somit gut für das Verständnis der zu lernenden Struktur geeignet. Es gibt dabei sowohl Abbildungen zum Aufbau sowie solche die die Funktion erklären.

Der Fließtext ist kurzgehalten und beschränkt sich auf das Wesentliche, er beschreibt oft nur die in den Abbildungen vorhanden Strukturen. Da die anatomischen Strukturen auf den Abbildungen nummeriert sind, muss man den Text lesen um diese zu erkennen und kann nicht alleine damit lernen. Allerdings eignen sie sich deshalb gut zum wiederholen und sich selbst Abfragen.

Im Vergleich zu einem ausführlichen Lehrbuch, fällt auf, dass zwar alle wichtigen Themen angegangen werden, es aber an Tiefe, die man eventuell zum Verständnis braucht mangelt. Allerdings gibt es oft klinische Hinweise, die in kleinen blauen Boxen am Ende des Textes stehen, die eine interessante Abwechslung sind und auch beim Verständnis helfen, indem sie das eben gelesen aufgreifen.

Der Taschenatlas ist allerdings mehr ein Nachschlagwerk als ein Lehrbuch, welches sich aber gut zum Wiederholen eignet. Dazu kommen auch Seiten, die zum Lernen mit dem Buch gedacht sind, z.B. eine Seite zur Schnittbildanatomie.

Didaktik

Das Buch besteht fast ausschließlich aus Fließtext, in dem die wichtigen Begriffe, ebenso wie für das Verständnis relevante Informationen, hervorgehoben sind. Meist wird jeder anatomischen Struktur ein eigener Absatz gewidmet, sodass diese schnell zu finden und nachzulesen ist. Der Text ist dabei in der Regel knapp aber gut verständlich.

Voraussetzung für das Verständnis ist aber ein bereits vorhandenes Grundwissen, ohne das man Schwierigkeiten beim Folgen der vielen Fachbegriffe bekommt. Dazu kommt, dass manche Absätze des Buches in sehr kleiner Schrift verfasst sind, was für das Lesen auf Dauer anstrengend sein kann.

Preis

Der empfohlene Preis von 39,90€ ist fair für ein fachübergreifendes und systematisch aufbauendes Nachschlagwerk der Vorklinik für unterwegs und eignet sich gut zum Wiederholen. Es ersetzt allerdings kein Lehrbuch oder einen Atlas und sollte nicht als Ersatz für diese verwendet werden!

Fazit

Ich empfehle das Buch Studenten, die viel Unterwegs lernen und nicht immer ein schweres Lehrbuch mit sich herumtragen wollen. Als Nachschlagwerk für den Präparier Kurs eignet es sich allerdings eher weniger, da eben nur die inneren Organe und nicht z.B. die Muskeln mit beinhaltet sind.

Taschenatlas Anatomie, Band 3 Nervensystem und Sinnesorgane: 12.Auflage; W.Kahle, M.Frotscher bearbeitet von Frank Schmitz (Thieme)

Allgemeines

Die 12.Auflage des Taschenatlas Anatomie – Nervensystem und Sinnesorgane (Thieme) umfasst 440 Seiten und 190 Abbildungen. Zusätzlich verfügt das Buch über einen Zugang zur Online Version.

Zielgruppe

Der Taschenatlas richten sich an Studierende der Vorklinik zum Erlernen und Wiederholen der Anatomie. Er eignet sich aber auch sonst zum Wiederholen/Nachschlagen der makroskopischen Anatomie.

Aufbau und Inhalt

Der Taschenatlas Nervensystem und Sinnesorgane ist in zwölf Überkapitel (Einleitung, Grundelemente, Rückenmark, Hirnstamm, Kleinhirn, Zwischenhirn, Endhirn, Gefäß- und Liquorsystem, Vegetatives Nervensystem, Funktionelle Systeme, Auge, Gehör- und Gleichgewichtssystem) untergliedert.

Neben der Topografie und Struktur wurden passende klinische Hinweise, blau unterlegt, mit aufgenommen.

Die Seiten des Taschenatlas sind alle gleich aufgebaut. Auf der linken Seite erläutert ein Fließtext die anatomischen Strukturen. Auf der rechten Seite werden in einer oder mehreren Abbildungen die beschriebenen Strukturen gezeigt.

Didaktik

Der Taschenatlas ist systematisch aufgebaut. Zunächst wird ein Überblick über das Nervensystem gegeben und der grobe Gehirnaufbau und die Entwicklung beschrieben. Anschließend werden die einzelnen Elemente des Nervensystems besprochen.

Dadurch, dass die Abbildungen nummeriert und nicht beschriftet sind, kann man gut mit ihnen lernen, da die Abbildungen durch fehlende Benennung der Strukturen sehr übersichtlich bleibt. Allerdings kann es zu Beginn verwirrend sein, wenn man erst einmal im Fließtext nach dem Namen der Struktur suchen muss.

Die Abbildungen sind durchweg sehr schematisch.

Preis

Das Buch kostet 39,99EUR. Den Preis finde ich angemessen.

Fazit

Da ich neben dem Taschenatlas zum Anatomie lernen im Besitz eines „richtigen“ Atlas und eines Lehrbuchs bin, habe ich ihn kaum genutzt. Auch für „unterwegs“ war er für mich persönlich nicht der richtige Begleiter, da er einerseits zu wenig Abbildungen für einen Atlas hat und andererseits die Informationen für ein Lehrbuch zu wenig aufgearbeitet sind. Wer allerdings nur einen groben Überblick erlangen möchte oder den Taschenatlas für die gezielte Wiederholung anatomisch wichtiger Strukturen verwendet, für den ist dieser anspruchsvoll gestaltete Taschenatlas bestimmt das Richtige.

Taschenlehrbuch Anatomie: 2. Auflage (Thieme)

Allgemeines:

Das Taschenlehrbuch Anatomie vom Thieme-Verlag umfasst 760 Seiten und ist als Softcover oder Online-Version erhältlich. Es behandelt alle Themen der Allgemeinen Anatomie, des Bewegungsapparats, der Brust-, Bauch- und Beckeneingeweide und die Embryonalentwicklung, Hals und Kopf, Sinnes- und Nervensystem, sowie Systematik der Muskeln und Leitungsbahnen. Der Preis liegt bei 49,99 €.

Aufbau und Inhalt:

Der Inhalt wird hauptsächlich in Form von Fließtext vermittelt. Dabei enthält das Buch auch einige Abbildungen und Tabellen (vor allem für die Muskeln und Leitungsbahnen im Anhang). Vor jedem Kapitel ist eine Zusammenfassung des behandelten Themas in einem blauen Kasten zu finden und zwischen den Textpassagen werden klinische Bezüge in grünen Kästen dargestellt. Relevante Begriffe sind im Text hervorgehoben.

Pro:

Das Buch ist kompakt und für den Umfang relativ leicht. Im Gegensatz zu den Atlanten lässt es sich daher gut in die Uni mitnehmen. Für das Verständnis der inneren Organe ist der Fließtext hilfreich. Die verwendeten Abbildungen stammen zum Teil aus der Prometheus-Reihe, sind jedoch mit Zahlen beschriftet. Die Benennung ist in den Legenden zu finden, wodurch die Bilder deutlich übersichtlicher werden.

Kontra:

Der Fließtext eignet sich hingegen schlecht zum Lernen der Muskeln und Leitungsbahnen

Allgemeines:

Das Taschenlehrbuch Anatomie vom Thieme-Verlag umfasst 760 Seiten und ist als Softcover oder Online-Version erhältlich. Es behandelt alle Themen der Allgemeinen Anatomie, des Bewegungsapparats, der Brust-, Bauch- und Beckeneingeweide und die Embryonalentwicklung, Hals und Kopf, Sinnes- und Nervensystem, sowie Systematik der Muskeln und Leitungsbahnen. Der Preis liegt bei 49,99 €.

Aufbau und Inhalt:

Der Inhalt wird hauptsächlich in Form von Fließtext vermittelt. Dabei enthält das Buch auch einige Abbildungen und Tabellen (vor allem für die Muskeln und Leitungsbahnen im Anhang). Vor jedem Kapitel ist eine Zusammenfassung des behandelten Themas in einem blauen Kasten zu finden und zwischen den Textpassagen werden klinische Bezüge in grünen Kästen dargestellt. Relevante Begriffe sind im Text hervorgehoben.

Pro:

Das Buch ist kompakt und für den Umfang relativ leicht. Im Gegensatz zu den Atlanten lässt es sich daher gut in die Uni mitnehmen. Für das Verständnis der inneren Organe ist der Fließtext hilfreich. Die verwendeten Abbildungen stammen zum Teil aus der Prometheus-Reihe, sind jedoch mit Zahlen beschriftet. Die Benennung ist in den Legenden zu finden, wodurch die Bilder deutlich übersichtlicher werden.

Kontra:

Der Fließtext eignet sich hingegen schlecht zum Lernen der Muskeln und Leitungsbahnen. Aufgrund der Stoffmenge, die das Buch umfasst, beinhaltet es deutlich weniger Abbildungen als die Atlanten. Teilweise sind bei U, A, F, I der Muskeln Fehler, daher müssen diese Angaben immer verglichen werden. Für das Lernen auf die Testate ist das Buch nicht ausreichend, für die Vorbereitung auf das Physikum hingegen zu umfangreich.

Fazit:

Das Buch stellt eine gute Ergänzung zu den PROMETHEUS LernAtlanten da, ist allerdings nicht unbedingt notwendig.

. Aufgrund der Stoffmenge, die das Buch umfasst, beinhaltet es deutlich weniger Abbildungen als die Atlanten. Teilweise sind bei U, A, F, I der Muskeln Fehler, daher müssen diese Angaben immer verglichen werden. Für das Lernen auf die Testate ist das Buch nicht ausreichend, für die Vorbereitung auf das Physikum hingegen zu umfangreich.

Fazit:

Das Buch stellt eine gute Ergänzung zu den PROMETHEUS LernAtlanten da, ist allerdings nicht unbedingt notwendig.

Feneis‘ Bild-Lexikon der Anatomie – Wolfgang Dauber, 11. Auflage

Allgemeines

Die 11. Auflage des Feneis‘ Bild Lexikon der Anatomie umfasst inklusive Glossar 558 Seiten, ohne Glossar 474 Seiten. Es enthält 8000 anatomische Fachbegriffe und über 800 Abbildungen. und 190 Abbildungen.

 

Zielgruppe

Feneis‘ Bild Lexikon richtet sich nach eigenem Vorwort an „ jeden auf den Gebieten der Anatoimie und Medizin tätigen Arzt und dessen Assitenten.“ Ich selbst würde, wie in meinem Fazit erwähnt, hier noch PräparationsassistentInnen und -dozentInnen hinzufügen.

Auf jeden Fall sind eher Studierende, die schon mit der Materie vertraut sind, da es sich eher um ein Wörterbuch / Nachschlagewerk als ein Lehrbuch handelt.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch dient quasi als Wörterbuch. Auf der linken Seite finden sich die Fachbegriffe wieder – auf der rechten Seite zugehörige Bilder.

Die Gliederung in 22 Kapitel ist detailliert in die einzelnen Systeme des Körpers aufgeteilt & der Glossar ermöglich ein schnelles Finden der Strukturen. Der gesamte makroskopische Körper wird in diesem Buch abgedeckt (auch einige mikroskopische Elemente sind enthalten, jedoch nicht Fokus des Buchs).

Erklärende Worte gibt es zu den Begriffen kaum – es geht schlicht um deren Definition. Bei der Muskulatur werden diese mit Ursprung, Ansatz und Innervation aufgeführt.

Die Abbildungen sind der überzeugende Teil dieses Buches, das sich nicht als Lehrbuch eignet.

 

Didaktik

Die Abbildungen sind didaktisch erste Klasse: klar, schlicht, schwarz-weiß und keine unnötigen Details. Auch, dass man diese nicht bereits aus seinem Lehrbuch kennt, ermöglichen einen neune Blick auf den Situs. Zum Lehrtext lässt sich didaktisch wenig sagen – es ist eben ein Wörterbuch.

 

Preis

Persönlich hätte ich die 39,99€ nicht voll gezahlt – eine gebrauchte Version für einen günstigeren Preis würde ich mir holen (lieber als einen Benninghof – das ist jedoch subjektiv). Für Studierende und/oder Dozierende, die sich im Gebiet der Anatomie/Rechtsmedizin niederlassen wollen, kann ich mir vorstellen, dass sich die Neu-Anschaffung durchaus lohnt.

 

Fazit

Ich bin sehr froh, dass ich das Buch für meine Arbeit als Präpartionsassistentin besitze & schlage darin gerne auch im Kurs bei begrifflichen Unklarheiten, etc. nach – würde das Buch jedoch nicht als Buch zum Erlernen der Strukturen empfehlen.

Anatomische Fachwörter von A-Z; 1. Auflage; Urban, Fischer (Elsevier)

Allgemeines

Auf 94 Seiten gibt es 33 Abbildungen. Mit einem Gewicht von 80g und Maßen von 15/10/1cm passt dieses Buch auch in eine Kitteltasche. ISBN 9783437431968

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Vorkliniker insbesondere im 1. Fachsemester.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch enthält die Grundlagen der allgemeinen Anatomie und besteht aus drei Teilen. Der erste Teil vermittelt gängige, anatomische Grundbegriffe auf Latein. Im Tabellen- und Tafelteil werden die Körperachsen und Bewegungsrichtungen, wie auch die Gelenk- und Muskeltypen mit farbigen Abbildungen dargestellt. Im letzten Teil werden Begriffe der Embryologie als Wortverzeichnis aufgelistet.

 

Die Abbildungen entsprechen denen auf Quo Wadis und den Sobotta-Lehrbüchern. Die Tabellen und Abbildungen werden in dem Buch nicht weiter kommentiert.

 

Didaktik

Das Layout ist sehr ansprechend und übersichtlich. Gesuchte Begriffe oder anatomische Funktionen können schnell gefunden werden.

 

Preis

Für den Preis von 6,00€ (Thalia, Sep 2020) bekommen Medizinstudenten ein praktisches und übersichtliches Nachschlagewerk.

 

Fazit

Pro: Für den Start in die Anatomie ein praktisches Heftchen, in dem schnell nachgeschlagen werden kann.

Contra: Das Buch vermittelt nur die absoluten Basics der Fachterminologie und allgemeinen Anatomie. Für die Terminologie-Prüfung oder die Testate ist dieses Wissen nicht ausreichend. Mit dem Umfang auf Quo Wadis ist der Inhalt nicht vergleichbar.

„Atlas der Anatomie–Frank H. Netter (Deutsche Übersetzung von Christian M. Hammer)

Allgemeines

Der „Atlas der Anatomie“ von Frank H. Netter mit deutscher Übersetzung von Christian M. Hammer ist DER Anatomie-Atlas, weltberühmt für seine preisgekrönten Abbildungen, der seit Generationen zukünftigen Ärzten das Schönheit und GänzeAnatomie greifbar macht.Ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raumvon dem Maler und Arzt Frank H. Netter konzipiert,inzwischen in über 60 Ländern der Welt verkauft und in bisher sieben Sprachen übersetzt,gibt es inzwischen über 2000 einzigartige Abbildungen im typischen Netter-Stil im Mix mit realistischer Darstellung und Schemazeichnung.

Zielgruppe

Nicht nur für MedizinstudentInnen im ersten Semesterist der Anatomie-Atlasgeeignet,sondern auch für StudentInnen höherer Semester, da einerseits das Wissen mit diesem Atlas schnell rekapituliertwerden kann, andererseits auch klinische Aspekte nicht zu kurz kommen in Form von Radiologie-Schnittbildern und Röntgenaufnahmen sowie klinischen Aspekten von anatomischen Strukturen aufgelistet in Tabellenformat.Natürlich ist der Atlas auch für andere Berufsgruppen geeignet, die sich ebenfalls mit dem menschlichen Körper befassen sowie für alle Interessierten Leser, die schon immer wissen wollten, wie unser Körper aufgebaut ist.

Aufbau & Inhalt

Der Anatomie-Atlasgliedert sich in acht große Kapitel: Mit einer Einführung beginnend geht der Atlas über „Kopf und Hals“und „Rücken und Wirbelsäule“zum „Thorax“über,woraufhin sich „Abdomen“mit „Becken und Dammregion“eingliedern, ehe zum Schluss die beiden „Obere[n]Extremität[en]“und „Untere[n] Extremität[en]“folgen. Bemerkenswert sindneben den eigentlichen detailgetreuen und schematischen Abbildungen stets der Ausblick in die Bildgebung mit Angiogrammen, (3D)-CT/MRT-Schnittbildernsowie Röntgenaufnahmen, die sich vor allem auch noch für den Klinischen Abschnitt des Studiums eignen. Ebenfalls in jedem Kapitel vorhanden sind Muskeltabellen sowie eine Auflistung klinisch relevanter Strukturen mit Verweis auf die jeweilige Seite.

Didaktik

Zur Didaktik lässt sich sagen, dass der Atlas zwar eine Vielzahl von seitengroßen Abbildungenenthält, die allesamtsehr detailgetreu aufgearbeitet sind, jedoch keinerlei Erklärungstext dazu zu finden ist. Dies ist jedoch in anderen Atlanten, wie dem Sobotta Anatomie-Atlas auch nicht viel anders, wo meist die Abbildungen für sich sprechen. Vor allem schematische Schnittbilder, die nicht einem radiologischen Schnittbild gleichen, sind in diesem Atlas zahlreich aufzufinden.Aus diesem Grundsollte man möglichst mit bereits angereichertem Wissen die jeweiligen Kapitel durcharbeiten,um vor allem topografische Lagebeziehungen besser zu verstehen oder die o.g. klinischen Einblicke zu erhalten.

Preis

Der Preis beläuft sich in der deutschen Ausgabe auf 90€, was für einen Anatomie-Atlas eines solchen Formats meiner Meinung nach vertretbar ist, denn im Vergleich zu Sobotta-oder Prometheus-Atlanten ist hier die gesamte Anatomie in einem Lehrbuch vereint.

Fazit

Der Atlas der Anatomie von Frank H. Netter mit deutscher Übersetzung von Christian M. Hammer ist ein Meisterwerk der medizinischen Fachbücher und gehört definitiv in die Kategorie “must have“ bei allen angehenden und praktizierenden Ärzten.Die einzigartigen Abbildungen sind optimal für Vertiefung und Auffrischung des anatomischen Wissens. Jedoch ist zu beachten, dass dieser Atlas fast nur aus Abbildungen und Tabellen besteht, jedoch kein Begleittext dazu aufzufinden ist. Aus diesem Grund ist der Atlas, vor allem für Einsteiger in das Medizinstudium, eher als zusätzliche Quelle anzusehen und weniger als “one and only“, denn erst Zusammenhängen die aus Texten ersichtlich werden, lässt sich die Anatomie effektiv verinnerlichen. Hierzu ist etwa das Sobotta Lehrbuch der Anatomie oder die Duale Reihe: Anatomie zu empfehlen.

Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie: 9.Auflage; Heinrich, Müller, Graeve (Springer)

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Die 9. Auflage des Löfflers umfasst 5 Sektionen mit 74 Kapiteln, von denen 17 komplett neu verfasst und die restlichen überarbeitet wurden.
Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einführung, die das Thema in einen inhaltlichen Zusammenhang bringt und einen Überblick gibt, was auf den nächsten Seiten zu erwarten ist. Am Ende folgt eine Zusammenfassung über das jeweilige Thema.

Inhalt:
Die inhaltliche Struktur hat mir sehr gut gefallen. Das Buch beginnt mit biochemischen Grundlagen, erläutert dann den Stoffwechsel und anschließend die Molekularbiologie. Abschließend gibt es eine Sektion über die Biochemie der einzelnen Organe. Das beste am Löffler sind für mich die Abbildungen, die immer sehr strukturiert und vor allem nicht so überladen sind wie in anderen Lehrbüchern.

Der Text ist meiner Meinung nach manchmal ein bisschen zu ausführlich und eine Seite im Löffler kann sich je nach Thema ganz schön ziehen. Wenn es einem noch an biochemischem Grundverständnis fehlt, fällt es an manchen Stellen etwas schwer zu folgen.

Besonders gut hat mir der letzte Teil: „Funktionelle Biochemie der einzelnen Organe“ gefallen. Hier wird die Biochemie mit den anderen beiden großen Fächern, Anatomie und Physiologie, in einen Zusammenhang gebracht. Das ist vor allem bei der Physikumsvorbereitung sehr hilfreich und trägt zu einem generellen Grundverständnis aller drei Fächer bei.

Fazit:
Der „große“ Löffler ist definitiv ein gutes Lehrbuch mit sehr anschaulichen Abbildungen. Trotzdem würde ich ihn eher als Ergänzung zur Dualen Reihe oder einem Kurzlehrbuch empfehlen. Er ist als Nachschlagewerk für sehr interessierte Studenten durchaus gut geeignet. Wenn man einfach nur eine Klausur bestehen will, ist dieses Buch sicher viel zu umfangreich. Außerdem ist es durch die vielen Details schwer die Kernaussagen zu behalten.
Als Vorbereitung auf das mündliche Physikum oder für ein Referat ist es wiederum sehr zu empfehlen, da hier Detailwissen oft notwendig ist.

Lernkarten: "Fabelhafte Biochemie": 1.Auflage; Christian Bormann (Thieme)

In meiner Rezension möchte ich Euch gerne die Biochemie Lernkarten „Fabelhafte Biochemie“ vorstellen. Besprochen werden vor allem die Grundlagen der Biochemie und die wesentlichen Stoffwechselwege.

 Die Lernkarten richten sich an die VorklinikerInnen des 2. und des 3. Semesters, die gerade über den dicken Biochemie Büchern sitzen und ein wenig spielerische Abwechslung suchen. Aber auch für die Physikumskandidaten, die die Grundlagen und die Stoffwechselwege wiederholen möchten, sind die Lernkarten eine lustige und farbenfrohe Alternative zu Endspurt, Amboss und Co.

 Die 27 aufklappbaren Lernkarten sind in einer praktischen, stabilen DIN A5 Box verpackt, sodass man sie überall mit zum Lernen nehmen kann.

Zunächst findet man eine Legende, die man sich aufmerksam durchlesen sollte, da der Lernerfolg somit noch größer wird.

Dann geht es auch schon mit dem richtigen Lernstoff los, welcher sich in vier große Bereiche gliedert.

Zu Beginn werden die Strukturformeln der Aminosäuren besprochen, die die Grundlage für die weiterführenden Karten bilden. Dabei sind die verschiedenen Gruppen der Aminosäuren sehr gut auf drei Karteikarten unterteilt, sodass die Übersichtlichkeit gegeben ist. Zu jeder Aminosäure gibt es einen kurzen, lustigen Satz beziehungsweise Spruch, der das Auswendiglernen erleichtern soll.

Nach einem knappen Überblick über die Enzymkinetik, werden auf den restlichen 17 Karten die wichtigsten Stoffwechselwege durchgegangen. Der Aufbau der einzelnen Karten lässt sich dabei in drei Bereiche gliedern:

  • Zuerst werden farbenfrohe Bildergeschichten dargestellt, zum Visualisieren und, besonders gut für das Physikum, um das freie Erzählen spielerisch zu erlernen.
  • Den zweiten Teil bilden lustige, aber auch teils spannende Geschichten.
  • Zu guter Letzt werden Synonyme aufgelistet, sodass das Erlernte auf verschieden Wegen und mit vielen Metaphern gefestigt werden kann.

Aufgrund dieses immer wiederkehrenden Aufbaus erscheinen die Karten trotz vieler Farben und des dreistufigen Aufbaus sehr geordnet und ansprechend.

 

Wer die Grundlagen der Biochemie und die vielen Stoffwechselwege gerne spielerisch lernt, für den sind die 29,99€ eine gute Investition. Allerdings muss man dazusagen, dass es auch wesentlich preisgünstigere Angebote gibt, hinsichtlich des Stoffes, der in den Lernkarten angesprochen wird.

 

Lernkarten helfen immer wieder vielen Studierenden zum Lernen als auch zum Wiederholen. Wer dies gerne spielerisch macht, sich Geschichten erzählt oder ein wahrer Künstler bei seinen Lernzetteln wird, für den sind die Lernkarten genau das Richtige.

Man muss jedoch sagen, dass die Lernkarten kein richtiges Lehrbuch ersetzen und lediglich ein Zusatzangebot darstellen.

Bestimmt sind die Lernkarten nicht für jeden Studierenden geeignet, doch wer gerne mit Eselsbrücken, Wortspielen und bunten Bildern lernt, für den sind sie umso besser.

Stoffwechsel- und Formelsammlung: 2.Auflage; Urban&Fischer (Elsevier)

Die Stoffwechsel- und Formelsammlung Biochemie erschien 2016 in der zweiten Auflage. Das Heft enthält zusätzlich einen Online-Zugang zu www.plus-im-web.de, mit welchem Zugriff auf weitere Themen hat und sich die Stoffwechselwege als Poster ausdrucken kann.

Aufbau & Inhalt:

Auf nur 56 Seiten wird in diesem Heft eine Übersicht über Stoffwechselwege, Hormone, Enzyme etc. geliefert. Während die wichtigsten Stoffwechselwege als Schemata dargestellt, sind Hormone und Enzyme als Tabelle aufgelistet. Ebenso enthält das Heft eine Übersicht aller Aminosäuren und Vitamine, sowie den genetischen Code und einen Ausschnitt wichtiger Maßeinheiten. Es sind keine Fließtexte oder Erklärungen enthalten.

Minus:

Die Schemata der Stoffwechselwege wurden sehr kurz gehalten, teilweise wurde jedoch zu viel an Coenzymen und Cosubstraten gespart. Die Tabellenform zu Darstellung der Enzyme und Hormone ist zum Auswendiglernen sehr hilfreich, bietet jedoch keine Grundlage zum Verständnis der Inhalte. Schade ist auch, dass die Enzyme, die vorne in Zusammenhang mit den Stoffwechselwegen erwähnt werden, erst sehr am Ende des Buches und nicht themennahe wieder aufgegriffen werden.

Plus:

Das Heft bietet sehr gut strukturiert einen guten Überblick über die Stoffwechselwege. Besonders schön werden hier die Beziehungen der Wege untereinander dargestellt. Durch farblichen Hintergrund werden auch verschiedene Kompartimente dargestellt, sodass die Wege auch im Kontext der Zelllage gezeigt werden. In den anderen Punkten dient es als gutes Nachschlagewerk und eignet sich gut zur Wiederholung. Durch seine DIN A5 Größe und das weiche Cover ist es sehr handlich und passt super in jede Tasche.

Fazit:

Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Sammlung. Diese kann ein Lehrbuch nicht ersetzen, sondern bietet eine gute Ergänzung zum Lernen biochemischer Inhalte. Sie ist als Ersatz für Lernzettel sehr gut geeignet, jedoch müssen Lücken selbstständig erkannt und aufgearbeitet werden. Alles in Allem würde ich die Stoffwechsel- und Formelsammlung jedoch sehr empfehlen, da man sich die Mühe für das Erstellen eigener Karteikarten sparen kann und trotzdem eine handliche Übersicht hat. Als Nachschlagewerke kann es später dann z.B. beim Physikum sehr gut als Auffrischung dienen.

Survival-Kit Biochemie: 1.Auflage; Paul Yannick Windisch (Elsevier)

Allgemeines:

Das Taschenbuch eignet sich für Studenten der Vorklinik. Auf 328 Seiten ist der Stoff der Biochemie kompakt zusammengefasst. Dabei ist es handlich, nicht zu schwer und eignet sich gut zum Mitnehmen in die Uni. Der Preis liegt bei 24,99€.

 

Aufbau und Inhalt:

Im ersten Kapitel werden Grundlagen der Chemie wiederholt. Anschließend werden die Themen „Stoffwechselwege“, „Grundstruktur der Zelle“, „Kohlenhydratstoffwechsel“, „Lipidstoffwechsel“, „Genetik“, „Proteine“, „Blut“, „Immunsystem“, „Hormone“, „Vitamine“, „Nährstoffaufnahme“ und „Methoden im Labor“ behandelt. Wichtige Infos sind in Tabellen dargestellt. Außerdem wird der Fließtext durch viele hilfreiche Darstellungen ergänzt.

 

Pro:

Das Buch erklärt Biochemie auch ohne Vorwissen verständlich. Zwischen den Absätzen sind Kästen, aus denen der Leser Lerntips und Hintergrundwissen („Für Ahnungslose“) erfährt. Hinweise wie z.B. „Solltet ihr vor eurer BC Klausur in Zeitnot geraten, könnt ihr dies Kapitel überspringen (…)“ helfen, den Fokus auf die wichtigsten Themen zu legen und sich gezielt auf die Klausur vorzubereiten, auch wenn die Zeit knapp wird. Am Ende jedes Kapitels finden sich Übungen um das Gelernte zu rekapitulieren. Die Lösungen hierzu stehen im letzten Kapitel. Außerdem bekommt man mit dem Buch einen kostenlosen 14-tägigen Zugang für die Amboss-Plattform.

 

Kontra:

Das Buch eignet sich nur bedingt für die Aneignung vertieften Wissens im Fach Biochemie, da es manche Themen nur oberflächlich behandelt. Die vorliegende erste Auflage ist 2017 erschienen. Man findet ein paar Rechtschreibfehler – bisher sind aber noch keine groben inhaltlichen Fehler aufgefallen.

 

Fazit:

Möchte man gut im Fach Biochemie bestehen, reicht dieses Buch vermutlich nicht aus. Allerdings schafft es eine solide Wissensgrundlage und ist – wie der Titel sagt – ein Survival-Kit für Studenten, die sich mit dem Stoff schwer tun oder für Last-Minute-Lerner. Es liest sich sehr angenehm und beschränkt sich dabei auf das Wesentliche.

Taschenatlas Biochemie des Menschen; Koolmann, Röhm; 5. Auflage (Thieme)

 

Allgemeines

Der Taschenatlas geht im gewohnten Thieme-Taschenatlas-Design auf die Biochemie ein: die Hälfte der circa 450 Seiten sind mit Bildern gefüllt, die andere Hälfte mit Text. Das Buch hat den Anspruch, das „komplette Spektrum“ der Biochemie abzudecken – vom Aufbau der Biomoleküle bis hin zu Auswirkungen auf den Organismus.

 

Aufbau und Inhalt

Die Struktur des Buches ist sinnvoll – geht vom kleinen zum großen und ist in gewohnter Taschenatlas-Manier ästhetisch aufbereitet. Auf jeder Doppelseite ist rechts Platz für Abbildungen und links der erklärende Text dazu dargereicht.

Dies ist auch schon eines der großen Mankos des Buches: diese Aufteilung zwingt die Textlänge teils auf Reduktionen, teils auf Ausdehnung – ebenso sind teils unnötige Abbildungen enthalten nur um den verblieben Platz der Seite zu füllen, teils jedoch auch komplexeste Reaktionszusammenhänge auf wenig Platz gequetscht. Leider ist einfach nicht jedes Thema gleich lang.

 

Generell gibt es ein großes Plus an diesem Buch: die Abbildungen. Diese sind meist extra für das Werk angefertigt und bieten so noch einmal eine neue Perspektive (anders als bekannte Darstellungen aus Dualer Reihe, Amboss, etc.). Auch sind sie meist wirklich schön aufbereitet und greifen auch komplexe Stoffwechselwege in einem Schaubild auf. Leider ist der dazu gebotene Text meist nicht ausreichend um die Abbildungen ausführlich zu erklären.

Oft gibt es auch hilfreiche Tabellen, die man sich zum schnellen Nachschlagen markieren kann, nur leider fehlen auch hier manchmal die letzten Details.

 

Didaktik

Die Texte des Buches sind leicht verständlich geschrieben, was aber u.a. daran liegt, dass teils die entscheidende Tiefe fehlt. Während ich mich mit dem Buch auf das Physikum vorbereiten wollte, musste ich rasch lernen, dass es als Übersichts-Kompendium nicht ausreichend ist. Weder ist es knapp genug um als Zusammenfassung zu stehen, noch ausführlich genug um alle Facetten abzudecken.

Die Abbildungen sind meist an Betrachter gerichtet, die sich mit der gezeigten Materie auskennen und eigentlich keine weitere textliche Erklärung dazu brauchen. Als Basis einer grundlegenden Erklärung sind die Darstellung häufig überfrachtet.

 

Preis

Da der Taschenatlas maximal ein Ergänzungswerk ist, würde ich die verlangten 40,00€ nicht ausgeben. Während der getätigte Aufwand für die Abbildung den Preis wohl fordert, ist leider das Gesamtpaket nicht überzeugend.

 

Fazit

Gebraucht für visuelle Lerntypen zu empfehlen, sonst würde ich abraten. Generell denke ich nicht, dass das Problem an den Machern des Taschenatlas liegt, sondern dass die Biochemie sich einfach nicht für dieses Format eignet. Man sollte hier lieber in eine wirklich ausführliche Lehrbuch-Quelle und eine Zusammenfassung (z.B. Duale Reihe & Endspurt) investieren, statt einen Mittelweg einschlagen zu wollen.

Hoch2 - Biochemie und Molekularbiologie (R.Fluhrer, W. Hampe; Urban& Fischer)

Allgemeines

• Hoch2 – Biochemie und Molekularbiologie erschien in erster Auflage im Jahr 2020 bei Elsevier. Auf 809 Seiten soll der Lesende perfekt für die Prüfungen vorbereitet werden und sicher durch den Informationsdschungel der Biochemie- und Molekularbiologie geführt werden. Die selbstbetonte Strategie dieser Lektüre findet sich bereits im Namen der Bücherreihe: „Hoch2“, was auf die Symbiose der unterschiedlichen Erklärungsweisen und der Wissensvermittlungsmethodiken von Mitstudierenden und Dozierenden hinweist. Wer eher auf Digitalisierung in der Lehre setzen (oder einfach ein gutes Stück Gewicht lieber daheim lassen) möchte, bekommt eine Ebook Version mit Hilfe des hinterlegten Codes und (zum Zeitpunkt dieser Rezension) auf kurzem Umweg über eine Mail an den Verlag.

Zielgruppe

•Die Zielgruppe ist sehr klar umrandet: Vorklinische Medizinstudierende, welche sich auf ihre Biochemie Prüfungen (insbesondere für die berühmt-berüchtigte Münchner BC2 – Klausur) sicher vorbereiten wollen. Durch die flüssige Lesbarkeit und sehr angenehme visuelle Darstellung, könnte es auch denjenigen Freude bereiten, die an der medizinischen Biochemie interessiert sind, egal ob mit medizinischem Vorwissen, als älteres Semester mit Sehnsucht zur Vorklinik oder als eine etwas anspruchsvollere Laienlektüre.

Aubau und Inhalt

•Der Schmöker, im verstärkten Soccover, erklärt in seinem ersten Klappflügel detailgenau die Handhabung, den roten Faden der Symbolik und Farbwahl und enthält die Inhaltsangabe. Der mittelständige – meist längere – Fließtext der Hauptspalte wurde mit dem geballten Wissen der Fachspezialisten gefüllt. Unterbrochen wird der Fluss von Grafiken, Tabellen, klinischen Fallbeispielen und praktischem Wissensboxen, welche durch die stets klare Linie der Farbgebung und Symbolik einfach zu finden und zu unterscheiden sind. In der – in angenehmen türkisstichigem Mint – abgehobenen Randspalte, findet sich die „Studentensicht“. Kurze Texte, verfasst von Studierenden, perfekt für einen schnellen Überblick über den FließtexInhalt, eine kurze Wiederholung oder wenn die Zeit zur Eile drängt. Wichige Grafiken und Ähnliches in der Hauptspalte erhalten hier einen Verweis durch Farbpunkte und Linien, genau so wie Hinweise zu den IMPP Schwerpunkten (für zukuncsorienIerte 3. Semester) und zum NKLM-Lernzielkatalog (interessant zu wissen, was man offiziell wissen sollte).

•Zu Beginn gibt es ein kurzes Vorwort, die Vorstellung der Beteiligten, das Abkürzungsverzeichnis, die Übersicht der erwähnten klinischen Krankheitsbilder und das erweiterte Inhaltsverzeichnis, mit genauer Aufschlüsselung der 29 Kapitel mit ihren Unterkategorien. Am Ende findet sich ein alphabeIsches Register, zusammenfassende Grafiken, mit beispielsweise den Enzymhauptklassen und Aminosäuren, sowie dem Ebook Code.

•Hoch2 fand ich persönlich sehr angenehm zu lesen. Die Studentenabschnitte zeigen häufig die grundlegenden Infos in Kurzform. Diese sind, gemeinsam mit den markierten Abschnitten, sicher sehr angenehm für schriftliche Lerner, die gerne eine Zusammenfassung erstellen. Die hineingestreuten klinischen Fälle und praktische Anwendungsbereiche bieten einen Lichtblick in die Klinik und vernetzen den sehr theoretischen Stoff der Biochemie mit dem Alltag und motivieren die Zusammenhänge aktiv zu verstehen. (Und lässt die „Warum lerne ich das eigentlich?“ Frage verstummen.) Besonders herausheben möchte ich die angenehme und kohäsive Farbsymbolik, die, bis auf wenige plakativ überschaTende farblichen Ausnahmen, eine zusammenspielende Dynamik haben und visuell den Inhalt sehr ansprechend macht. Das Papier wirkt zwar dünn, hält den Durchschnittstextmarker jedoch ohne akIves Durchscheinen auf der nächsten Seite aus. Die Beschichtung ist etwas stark spiegelnd, was aber durch eine sancere Beleuchtung schnell umgangen wird. Für mündliche Prüfungen sind die Übungsfragen am Ende jedes Kapitels hilfreich um sich nicht nur auf das MC Format vorzubereiten.

•Teils würde ich mir wünschen, dass manche der Grafiken stärker stilisiert wären. Da hier, aus meiner Sicht, ein paar ihre Lesbarkeit für Ästhetik und Größe opfern und überladen wirken. Auch manche Tabelle wirkt durch viel Text und einheitliche Farbgebung zwischendurch erschlagend. Ich persönlich würde mir hierbei vielleicht eine zeilendifferenzierende hell/dunkel Farbabstufung und z.B. Pfeilsymbolik wünschen, um diese für das Auge übersichtlicher zu gestalten. Zwischendurch verlor ich mich in den verschachtelten Sätzen der Hauptspalte, was manches mal mehrfaches Lesen eines Abschnittes erforderte, um diesen zu entschlüsseln. Dies war besonders frustrierend, wenn informationstechnisch die Studentenspalte, ohne jedwede inhaltliche Einbussen, deckungsgleich ist. Was vor allem bei den Kapiteleinstiegen häufiger vorkommt. Dadurch verlor der Fließtext für mich an ein paar Stellen seine Prägnanz und wirkte aufgebauscht. Das Vergleichen, in wie weit sich die Studentenspalte gerade mit dem Haupttext deckt, war besonders zu Anfang, bevor ich meinen Rhythmus fand, zeitraubend. Vielleicht ein wenig utopisch, aber Kennzeichnungen, wann eine der Spalten reichen würde, wären für mich hier Gold wert. Die EBook Version kann leider nur auf einer speziellen App von Elsevier genutzt werden, durch Fehlen mir sehr wichIger Funktionen und stark abweichender Grafik, reichte dies bei meinem Nutzungsverhalten nur für das Lesen on the go, nicht aber als wirkliche Alternative. Viele der vorangegangen Punkte sind persönliche Präferenz und die Vorzüge überwiegen für mich klar.

Didaktik

•Wie erwähnt ist Hoch2 Biochemie sehr flüssig zu lesen, insbesondere die Studentenspalten. Es geht, wie für BC2 nötig, tiefer in die Materie und der Großteil der Erklärungen der Dozentenspalten sind zumeist sehr präzise gestaltet, gekennzeichnet durch einfache Konzepterklärungen und klare Linien. Zwar an einzelnen Stellen mal etwas fransig und durch lange Verkettungen erst vielleicht beim zweiten Lesen komplett aufschlüsselbar. Sollte hierbei jedoch die KonzentraIon wandern, so lässt es sich durch die Studentenspalte äußerst leicht wieder refokusieren.

Preis

•Mit 65 € ist das Buch sicherlich kein Schnäppchen, da es jedoch als alleinstehende Lektüre den Stoff abdeckt, didaktisch für mich einen hohen Wert hatte und auch die Ebook Version enthalten ist, war dieser Preis noch rechtfertigbar für mich. Zusammenfassend möchte ich hier als Fazit anbringen, dass es sicherlich persönliche Präferenz ist, zu welchem Werk man für die Biochemie greift. Für mich jedoch konnte „Hoch2 – Biochemie und Molekularbiologie“ meinen Ansprüchen gerecht werden und ist mein Buch der Wahl. Als neu erschienene Erstausgabe kann es sich in meinen Augen mit Leichtigkeit mit den altbekannten Standardwerken messen und ist ein erfrischender, moderner Ansatz der Wissensvermittlung, verpackt in toller Optik und mit gut durchdachtem Aufbau.

Leben mit Gift - Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können: 1.Auflage; D.Mebs (Hirzel)

512vzu1os7l-_sx331_bo1204203200_ISBN: 978-3-7776-2575-1
Preis: 24.90 €

Mit diesem Buch hat ist es dem Rechtsmediziner Dietrich Mebs, aus Frankfurt am Main, gelungen einen sehr unterhaltsamen und interessanten Einblick in die Welt der „Giftbiologie“ zu schaffen. Nach einer kleinen Präambel geht die Reise durch sämtliche Teile dieser Erde los. Auf ca. 135 Seiten erzählt der Autor in einer sehr angenehmen Schreibweise, von ganz kleinen und ganz großen Giftspezialisten.
Dieses Buch stellt keine einfache Auflistung sämtlicher giftiger Tiere und Pflanzen auf dieser Erde dar und hat wenig Gemeinsamkeiten mit den Toxikologiekapiteln klassischer Pharmakologielehrbücher. Vielmehr liest sich dieses Buch wie ein Ausflug durch die Evolution, in der es Pflanzen und Tiere geschafft haben Gifte zu produzieren und sich gleichsam vor diesen zu schützen. Oder wie es nicht giftige Tiere schaffen, sich vor giftigen Lebewesen zu schützen.
Mebs schafft es, die Sachverhalte nicht langweilig und gleichzeitig nicht zu oberflächlich, zu vermitteln. So finden sich hier und da auch ein paar Reaktionspfeile und Enzymnamen aber eben so, dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck entsteht, man blättere in einem Biochemielehrbuch. Es sind eher kleine Geschichten, in denen der Autor erzählt welche Abenteuer er unternommen hat, um exotische Tiere zu finden, um dann darzulegen, was an ihnen so besonders ist. Durch kleine Exkurse erfährt man ergänzend, was beispielsweise ein biologisches Mimikry ist oder welcher Naturforscher wie, wo und wann einen neue Art entdeckt hat. Man findet zu fast jedem beschriebenen Lebewesen schöne Bilder, sodass man mit der Phantasie nicht ganz allein gelassen wird. Dem wissenschaftlichen Schreibstil angelehnt, sind die Inhalte mit Indices versehen und ein ausführliches Quellenverzeichnis bietet noch mehr Literatur zur Interessensvertiefung.

Dieses Buch war für mein Empfinden wirklich sehr kurzweilig und interessant. Die Beschreibungen und Abbildungen der Tiere und Pflanzen wecken den „Hobbybiologen“, der sich gleich mit Taschenlampe und Kescher auf die Jagt macht. Für mich hätten es auch gerne ein paar Seiten mehr sein können. Wer also schon immer mal etwas über Myrmekophilie oder die Grashüpfermaus wissen wollte oder warum Hunde nicht an Igeln lecken sollten, der sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen.

Prüfungstraining Chemie für Mediziner: 3.Auflage; A.Zeeck (Elsevier)

„Übung macht den Meister“, der Slogan, oder besser gesagt das Dogma des Übungsheftes für die Chemieklausur zu Beginn des langen Medizinstudiums. Übung ist wichtig, aber wie erfolgreich es am Ende ist, ist vor allem von dem Weg abhängig. Diesen Weg kann man mit dem im folgenden rezensierten Buch von Axel Zeeck erfolgreich bestreiten.

Das „Prüfungstraining Chemie für Mediziner“ in der dritten Auflage, veröffentlicht 2018 im Elsevier Verlag, setzt die eigenständige Literatur des dazugehörigen Lehrbuches voraus und soll nur zur Ergänzung und zur Selbstkontrolle dienen. Das wird auch im Laufe des Erarbeitens sehr deutlich: an einigen Stellen fehlen hinreichende Erklärungen beziehungsweisen wären überhaupt erwünscht. Wie funktioniert der Rechenweg genau? Warum ist das Ergebnis bei der Multiple Choice Frage plausibel? Mit allen diesen Fragen bleibt der Student allein und muss einige Zeit dafür mit dem Lehrbuch investieren, damit er endlich zu einer zufriedenstellenden Antwort gelangt.

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt ankommen: Das Prüfungstraining ist tatsächlich nur für Studenten geeignet, die seit Jahren kein Chemieunterricht mehr genossen oder dort nicht viel lernten. Die Aufgaben fangen beim Aufbau des Periodensystems und dem allgemeinen Aufbau eines Atoms und der chemischen Verbindungen statt. Wer sich in seiner Freizeit oder in der Schule nur ein bisschen intensiver mit der Materie Chemie auseinandersetzte, fühlt sich schnell nach den ersten sechs Kapiteln gelangweilt. Aber dennoch sind die auch ersten Kapitel sehr wichtig und dienen Anfängern und Wiedereinsteiger als sinnvolle Heranführung an das spannende und lehrreiche Fach Chemie.

Diese Einstellung greift das Übungsheft ebenfalls auf und stellt schon im Vorwort dar, dass die Orientierung in der Chemie auch außerhalb des Lehrbuchs benötigt wird und sinnvoll ist. In dem Kontext ist auch erwähnenswert, dass es immer wieder gelungene Verweise auf andere Fächer, die noch im weiteren Studium der Medizin thematisiert werden, gibt (Biochemie, Physiologie, Histologie). Außerdem punktet das Buch an dieser Stelle auch mit den Aufgaben „Medizin und Alltag“ beziehungsweise „Medizin und Chemie“. Dazu werden in jedem Kapitel Aufgaben gestellt, sodass sich der Student immer vor Augen führen kann, warum die Auseinandersetzung mit der Chemie so entscheidend ist und man gleichzeitig beim Knobeln noch Spaß haben kann.

Zu Beginn werden zunächst alle Aufgabentypen, die in dem Übungsheft vertreten sind, vorgestellt, sodass das Buch sehr übersichtlich erscheint und man direkt weiß, was einen erwartet. Zudem sind die Aufgabentypen in jedem Unterkapitel in der gleichen Reihenfolge und häufig auch in der gleichen Anzahl vertreten. Insgesamt ist das Layout in dem Kapitel „Fragen“ sehr gelungen, auch allein schon durch die Farbauswahl, die großzügige Gestaltung der einzelnen Seiten und der Symbole am Seitenrand, die auf den jeweiligen Aufgabentyp verweisen. Ferner ist es inhaltlich sehr gut, da die Aufgaben meist sehr spielerisch sind, wie beispielsweise der Aufgabentyp „Netzdenken“, der an ein Kreuzworträtsel erinnert. Die dargestellten Strukturformeln helfen beim Lernen und Wiederholungen, das sehr gut durchdacht ist, weil diese häufig auch in den Klausuren, sowohl Chemie als auch Biochemie, gefragt werden. Dennoch muss man leider sagen, dass wichtige chemische Gleichungen nur sporadisch angesprochen werden. Im gesamten Kapitel „Fragen“ wird zum Beispiel nur einmal mit der Nernst Gleichung gerechnet, obwohl diese auch essentiell in anderen Fächern ist. Ebenfalls wäre es vielleicht eine Überlegung wert seitens des Verlages, die Anzahl der Multiple Choice Fragen zu erhöhen, da dies der Fragentyp in der bevorstehenden Klausur ist. Auch wenn die Autoren es aus didaktischen Gründen für nicht sinnvoll halten, würde es den Studenten wahrscheinlich ein besseres Gefühl vermitteln.

Nachdem am Anfang auch schon glücklicherweise beschrieben wird, wo die Lösungen zu finden sind, enttäuschte das Buch ein wenig in diesem Kapitel. Wie bereits erwähnt, fehlen die Erklärungen, sodass man seine Fehler nicht direkt verstehen kann und das Layout erscheint ebenfalls ein wenig unübersichtlich (viel Text auf wenig Raum). Allerdings ist die Anordnung, dass alle Lösungen gebündelt nach den Fragen auftauchen sehr gut, da das Buch so insgesamt übersichtlicher ist.

Und wenn man dann dachte, es käme das Ende, so durfte man sich noch über weitere Übungsaufgaben freuen. Der Anhang kann wieder auf ganzer Linie überzeugen: die vorangegangenen Lösungen mit den fehlenden Erklärungen sind schnell vergessen, da hier Beispielaufgaben gerechnet werden und darunter direkt der Lösungsweg samt Erklärung zu finden ist. Auch wenn hier leider das Layout dem Layout der Lösungen entspricht und die Aufgaben in einer anderen Reihenfolge als in den vorherigen Kapiteln vorliegen, so kann es doch überzeugen, indem beispielsweise wichtige Grundrechenregeln des Logarithmus ausführlich wiederholt werden.

Besonders erwähnenswert ist, dass im letzten Drittel des Buches nochmals Multiple Choice Fragen zum Kreuzen sind. Unglücklicherweise gehen sie ein wenig unter und man sollte sie besser markieren beziehungsweise hervorheben, da die Idee einer langen Liste solcher Fragen durchaus sinnvoll ist und seine Daseinsberechtigung hat.

 

„Bisher durchgehalten“, so endet dieses Buch und obwohl es negativ konnotiert ist, so entspricht es in keiner Weise dem „Prüfungstraining Chemie für Mediziner“. Die sehr amüsanten Lebensweisheiten des Nachwortes bringen einen nochmal zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken bei einem wahrscheinlich rauchenden Kopf, falls man alle Aufgaben bearbeitet hat. Doch es lohnt sich – vor allem für Einsteiger, die all ihre Chemie Unterlagen der Schule in die letzte Ecke packten oder gar nicht mehr besitzen. Der Einstieg wird dem Studenten durch die spielerische Auswahl der Aufgaben erleichtert und man merkt, dass Chemie doch ein tolles Fach sein kann, was nicht nur aus irgendeiner komischen Tabellen besteht, die man in der sechsten oder siebten Klassen auswendig lernen sollte (diese Tabelle, das Periodensystem findet sich, genauso wie eine Tabelle mit den SI Einheiten, im Einband).

Survival-Kit Biologie: 1.Auflage; P.Windisch (Elsevier)

Vor kurzem habe ich die Möglichkeit bekommen, das Buch – Survival-Kit Biologie 1. Auflage von Paul Yannik Windisch zu rezensieren.

Erster Eindruck:
Ein bunt illustriertes, fließend zu lesendes Buch.

Inhalt und Aufbau:
Das Buch besteht aus 7 Kapiteln (114 Seiten) und umfasst alle großen Themen in der Biologie, die für das Physikum oder den Biologie-Kurs für Humanmediziner wichtig sind. Am Ende jedes Kapitels finden sich Übungen zum jeweiligen Thema, deren Lösungen im 7. Kapitel zusammen aufgelistet sind. Zahlreiche farbige Kästen, wie „Tipps und Tricks“, „für die Klausur“, oder ganz viele Kästen „für Ahnungslose“ machen das Buch noch interessanter und gut geeignet für die schnelle Vorbereitung sowohl auf die Klausur, als auch auf das Physikum. Viele farbige Bilder veranschaulichen das im Text besprochene Thema. Das Buch ist in einer einfachen und gut verständlichen Sprache geschrieben ist, was zum schnellen Lesen sowie Verstehen beiträgt. Am Ende des Buches gibt es ein Register, das hilfreich ist, um schnell einzelne Themen nachzuschlagen. Was ich persönlich noch besser fände wäre, wenn das Buch noch ein Lexikon bzw. Glossar hätte.

Fazit:
Das Buch ist aktuell erhältlich für EUR 19,99. Wie bei jedem Kurzlehrbuch gilt es auch hier zu berücksichtigen, dass das Format des Buches dem Autor wenig Möglichkeit gibt, manche Themen oder einige Aspekte detaillierter zu besprechen. Allerdings ist es für diejenigen mit Biologie-Vorkenntnissen in jedem Fall ausreichend zum Lernen.

Chemie – Das Basiswissen der Chemie: 13. Auflage; Mortimer, Müller (Thieme)

Allgemeines

Das Buch gibt es als Taschenbuch oder eBook. Auf 720 Seiten gibt es 408 Abbildungen und 551 Formelbilder. Mit einem Gewicht von 1,2kg und einem Format 27cm x 19,5 cm ist das Buch vergleichbar mit dem Zeeck des Elsevier-Verlages. In der 13. Auflage wurden laut Autor 30 % des Inhaltes überarbeitet.

 

Zielgruppe

In Umfang und Tiefe ist das Lehrbuch für Studierende mit Chemie als Nebenfach gedacht. Studierende mit Chemie als Hauptfach werden es als Einführung und als Repititorium vor Prüfungen schätzen. Das Buch richtet sich aufgrund dessen nicht speziell an Medizinstudenten, weshalb auch keine klinischen Bezüge berücksichtigt werden.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus 36 Kapiteln, wovon die ersten 22 Kapitel die Grundlagen der allgemeinen und physikalischen Chemie behandeln. In den folgenden Kapiteln werden das Grundwissen der anorganischen und organischen Chemie, Biochemie und Kernchemie vermittelt.

 

Der Aufbau und die behandelten Inhalte ähneln dem des Lehrbuchs von Zeeck, lediglich die behandelte Tiefe ist umfangreicher.

 

Didaktik

Die gewählte Sprache ist für den Studienbeginner angemessen und nicht zu wissenschaftlich formuliert.

 

Das Layout ist durch die vielen Abbildungen sehr ansprechend und übersichtlich. Die aus der Dualen Reihe bekannte Randspalte gibt die wichtigsten Informationen und Definitionen als Kurzzusammenfassung wider.

 

Es sind zu den jeweiligen Kapiteln viele Übungsaufgaben mit anschaulichen Lösungen enthalten.

 

Preis

Für den Preis von 69,99€ bekommen Medizinstudenten ein für den Preis gerechtfertigtes und sehr umfangreiches Nachschlagewerk.

 

Fazit

Pro: Im direkten Vergleich mit dem Zeeck gefällt das sehr ansprechende Layout mit vielen Abbildungen und die gewählte Methodik der Wissensvermittlung. Aus einem subjektiven Eindruck heraus lernt es sich mit diesem Buch leichter.

Contra: Das Buch ist nicht speziell an Medizinstudierende gerichtet, sodass kein klinischer Bezug gesetzt wird. Die vermittelte Tiefe geht über das des Zeeck hinaus, sodass es für viele Medizinstudierende vermutlich etwas zu umfangreich sein wird. Für Interessierte und als Nachschlagewerk ist es jedoch ideal.

Kurzlehrbuch Histologie: 4.Auflage; N.Ulfig (Thieme)

41DlKSnibWL._SX354_BO1,204,203,200_Allgemeines:
Das Kurzlehrbuch Histologie von Norbert Ulfig befasst sich mit der Zytologie und Histologie. Hier werden zuerst die Gewebetypen, später die organspezifischen Themen vorgestellt. Das Lehrbuch folgt somit ungewollt dem Aufbau des Histologiekurses. Es hat eine angenehme Handhabung und Größe, die es erlaubt das Buch jederzeit mitzunehmen. Beim Aufschlagen fallen die angenehme farbliche Gestaltung, die vielen Abbildungen sowie die vorhergehobenen Merkkästchen und Check-up- bzw. Lerncoach- und Lerntippspalten auf. Diese helfen nicht nur das gelernte Wissen zu rekapitulieren, sondern auch einen Schwerpunkt zu setzen und wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden. Das Kurzlehrbuch hat zudem ein Onlineangebot, mit dem Inhalte auf Smartphones und Computern genutzt werden können.

Aufbau und Inhalt:
Vom inhaltlichen Aufbau des Buches unterliegt es einer klaren Gliederung. Zu Anfang eines jeden Kapitels steht ein klinisches Fallbeispiel. Dieses wirkt nicht nur motivierend, sondern zeigt auch auf welche Funktion und Nutzen das erlernte Wissen im medizinischen Kontext hat. Darauf folgt ein kurzer allgemeiner Überblick mit einigen Grundlageninformationen zum Thema, welches anschließend klar gegliedert vertieft wird.
Die Texte haben eine sinnvolle Länge und setzen die klare Gliederung fort, indem immer wieder Begriffe hervorgehoben sind. Dies erleichtert nicht nur das Erarbeiten der Materie, sondern auch den Stoff zu wiederholen und sich zu orientieren. Die Abbildungen, die nebenan stehen, unterstützen auch das Erlernen. Da es oft Schemazeichnung sind, bekommt man zwar eine gute Vorstellung vom prinzipiellen Aufbau, aber lernt nicht die Struktur in Realität kennen. Hier könnte man zum Beispiel im Onlineangebot zusätzliche Präparate zeigen, damit die Studenten noch mehr reale Abbildungen sehen können.
Das Kurzlehrbuch beschränkt sich in der Zytologie und in der Histologie auf die wesentlichen Informationen. Diese sind manchmal etwas schwer verständlich, die man noch eimal nachlesen muss. Das ist jedoch die Ausnahme. Prinzipiell ist der Inhalt verständlich dargestellt und es lässt sich sagen, dass das Kurzlehrbuch alle wesentlichen Informationen enthält, um eine Prüfung gut zu bestehen und dabei einen vernünftigen Lernaufwand zu haben.

Schwachpunkte:
Störend sind zwei Punkte: Erstens werden bisweilen bereits vorgestellte Fachbegriffe in den folgenden Kapiteln nicht aufgriffen, sondern durch deutsche oder „umgangssprachliche“
Entsprechungen ersetzt (z.B. Mark statt Myelin). Natürlich ist der neue Text dadurch erst mal verständlicher und man übt Synonyme, beim genauen Arbeiten stößt man aber so auf scheinbare zunächst verwirrende Widersprüche. Zweitens wird von Dozenten häufig betont, das Kurzlehrbuch sei zu wenig ausführlich und enthalte nicht alle relevanten Informationen.

Fazit:
Als Student kann ich das Kurzlehrbuch nur empfehlen, da es eine effiziente und erfolgreiche Prüfungsvorbereitung ermöglicht – auch wenn es bei den Professoren eher verpönt ist.

Taschenlehrbuch Histologie, Renate Lüllmann-Rauch, Esther Asan, 6.Auflage; Thieme

Allgemeines

Das „Taschenlehrbuch Histologie“ von Renate Lüllmann-Rauch und Esther Asan ist als Einsteigerbuch in die Histologie, also die Lehre von Geweben, gedacht. Auf über 700 Seiten erstreckt es sich zunächst über die Grundlagen der Zellenlehre, woraufhin die Histologie der Grundgewebearten und schließlich die Mikroskopische Anatomie der menschlichen Organe abgehandelt wird. Ziel es Buches ist es, neben der Vermittlung der Kenntnisse der Feinstruktur von Zellen, Geweben und Organen auch die Struktur-Funktions-Beziehungen verständlich zu erklären, sodass hier bereits Brücken zur Biochemie und Physiologie erbaut werden. Zudem enthält das Buch Einblicke in klinische Bezüge, sodass die Studentinnen und Studenten erfahren, wofür das vermeintlich tote vorklinische Wissen nötig ist.

Zielgruppe

Primär ist dieses Buch für Erstsemester der Medizin gedacht, sodass kein Vormissen nötig ist, das Buch inhaltlich zu durchblicken. Es enthält Einblicke in die Biochemie und Physiologie, die später im Studium (zumindest bei MeCum in München) tiefer behandelt werden. Zudem sind außerdem Pharmazeuten, Biochemiker und Molekularbiologen in der Zielgruppe enthalten, dies jedoch nur peripher.

Aufbau & Inhalt

Das Taschenlehrbuch gibt einen guten Überblick über das gesamte Spektrum der Histologie. Wie bereits angedeutet, gibt es drei große Teile: Zellbiologie, Histologie der Grundgewebearten sowie die Mikroskopische Anatomie der Organe. Begonnen wird somit mit der kleinsten lebensfähigen Einheit der Biologie: Der Zelle. Nachdem diese Grundlage geschaffen wurde, werden die vielfältigsten Formen, die eine Zelle annehmen kann, erläutert. Zunächst durch das Epithelgewebe, später durch Bindegewebe, Nerven- sowie Muskelgewebe erhält die Leserin/der Leser einen Eindruck davon, wie variabel eine Zelle aussehen und funktionieren kann, immer stets mit der Struktur-Funktions-Beziehung nach dem Motto: „form follows function“. Der größte Teil ist jedoch der der Mikroskopischen Anatomie, wo das Wissen über die im zweiten Teil erlernten Grundgewebearten auf Körperregionen angewandt werden. Positiv auffällig ist hier, wie strukturiert eine Seite aufgebaut ist: Begonnen mit einem Überblickskasten gemäß einem Basissatz im Deutsch-Aufsatz und weitergedacht mit  Abstufungen in der Textgröße, kann man erkennen, was essentiell wichtig und was eher zusätzliches Wissen darstellt. Dabei sind die schematischen Abbildungen häufig hilfreich, den manchmal doch eher komplizierteren Aufbau manchen Gewebes wie das der Leber oder der Niere, zu erfassen. Jedoch finde ich, dass die realen histologischen Abbildungen von Präparaten des Licht- oder Elektronenmikroskops etwas zu kurz kommen, und hier ein klarer Nachteil gegenüber des Histologie-Buchs von Prof. Welsch entsteht. Zudem kommt, dass das Taschenlehrbuch gemäß des Namens eben in die Tasche passen soll. Jedoch finde ich ein größeres Buch, wie das von Prof. Welsch, angenehmer zum Lesen und Lernen, auch weil natürlich so mehr Platz für hochauflösende Präparate zur Verfügung steht. Außerdem ist der Text eher sachlich und ohne Witz und lustigen Vergleichen geschrieben. Das beste Beispiel, dass so etwas nichts Schlechtes bedeutet, ist das Buch „Neuroanatomie“ von Prof. Kipp. Mit solchen Elementen bleibt i.d.R. ein Text länger in Erinnerung.

Didaktik

Das Buch ist sehr gut zum Reinkommen in eine neue Thematik und bringt das, was wirklich wichtig ist, auf den Punkt, vor allem durch die blauen Basissatz-Kästen. Natürlich muss man sich für das effektive Lernen ein wenig Zeit nehmen, um ein Kapitel durchzuarbeiten, sodass am Ende noch etwas davon hängen bleibt – ein kurzes Überfliegen ist anders wie vielleicht beim Kurzlehrbuch Ulfig nicht zielführend. Wer sich jedoch diese Zeit nimmt, läuft keine Gefahr, dass die Klausur ein knapper Sprung wird.

Preis

Die aufzubringenden 40€ sind vertretbar angesichts der Fülle des doch ganz schön dicken Taschenlehrbuches.

Fazit

Wer dieses Lehrbuch für die Klausurvorbereitung einsetzt und konzentriert und kontinuierlich durcharbeitet, läuft mit den besten Chancen, eine gute oder sehr gute Note zu erhalten und gleichzeitig einen allumfassenden Überblick über die Histologie zu erhalten. Einzig die Größe des Buches und der weniger lockere Schreibstil wären zwei Verbesserungsmöglichkeiten, um noch attraktiver zu wirken.

Physiologie; 9. Auflage; Pape, Kurtz, Silbernagl (Thieme)

Allgemeines

ISBN 9783132423916. Das Buch gibt es als gebundenes, sehr stabiles Hardcover-Buch oder eBook auf Thieme eRef (Zugangs-Code im Buch vorhanden). Auf 1032 Seiten gibt es 830 Abbildungen und wurde zudem in der 9. Auflage laut Autor komplett überarbeitet. Mit einem Gewicht von 2,3 kg und einem Format von 195 x 270 mm ist das Buch eher etwas für zu Hause.

 

Zielgruppe

Bei dem sehr umfangreichen Buch handelt es sich um das Standardwerk für Medizinstudierende der Vorklinik und richtet sich an eben diese Gruppe. Durch den Umfang und der umfassenden Formulierung eignet sich das Buch meiner Meinung nach eher als Nachschlagewerk für Interessierte.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus 30 Kapiteln. Die Gliederung der Kapitel gleicht hierbei der Dualen Reihe Physiologie und deckt den kompletten Prüfungsstoff der Physiologie der Vorklinik ab.

 

Zunächst werden die Grundlagen aus der Zellbiologie und Biochemie teilweise wiederholt und das Membranpotential und die Signalübertragung erläutert. Darauf aufbauend wird in den Kapiteln 4 bis 16 die vegetative Physiologie mit den einzelnen Organen und den systemischen Funktionen des Körpers erklärt.

 

Beginnend mit der Muskulatur, wird daraufhin das Herz, das Herzkreislaufsystem und das Blut in eigenen Kapiteln behandelt. Weiterhin folgen die Kapitel über die Atmung, den Säure-Basen-Haushalt, die Nieren, den Salzhaushalt, die Ernährung, usw. bis hin zur Leistungsphysiologie.

 

In den Kapiteln 17 bis 27 erstrecken sich die Inhalte der Neurophysiologie. Nach der einfachen Sensibilität werden die höheren Sinnesorgane in eigenen Kapiteln behandelt. Nachfolgend erstrecken sich die Kapitel von der Motorik über die systemische neurologische Regulierung bis zu den höheren integrativen Funktionen und Psychophysik.

 

Die letzten beiden Kapitel beinhalten Maßeinheiten und die physiologischen Normalwerte.

 

Der Inhalt ist im Vergleich zur Dualen Reihe sehr umfassend formuliert und geht über das Prüfungswissen deutlich hinaus. Mathematische Formeln werden im Einzelnen hergeleitet und wissenschaftliche Methoden näher erläutert. Für Interessierte werden im Text Querverweise zu den zitierten Büchern und betreffenden Publikationen hergestellt und am Ende jedes Kapitels in einem Inhaltsverzeichnis aufgelistet.

 

Didaktik

Die Schriftgröße ist durch das größere Buchformat größer gewählt als in der Dualen Reihe. Ebenso ist im Vergleich wesentlich mehr Fließtext vorhanden, der die Inhalte viel ausführlicher aber auch ausschweifender beschreibt. Dafür ist die Formulierung in der Dualen Reihe exakter und dadurch leichter verständlich gehalten.

 

Die Sprache ist recht wissenschaftlich gewählt.

 

Das Layout hat im Vergleich zu anderen Lehrbüchern weniger Abbildungen im Verhältnis zum Text. Die Abbildungsverweise im Text befinden sich oft auf einer anderen Seite, sodass ein flüssiges Lesen des Textes zusammen mit den Abbildungen erschwert wird. Für das Buch wurden eigene Abbildungen erstellt und unterscheiden sich dadurch von jenen in der Dualen Reihe, welche ich anschaulicher empfinde.

 

Die einzelnen Kapitel werden zum Ende kurz zusammengefasst. Positiv fallen die vielen ausführlichen klinischen Bezüge auf. Für weniger relevante Themen und Bezüge zur wissenschaftlichen Forschung wurde eine kleinere Schriftart gewählt.

 

Vor der Rezension hatte ich keine Vorkenntnisse im Bereich der Physiologie. Beim Lesen des Buches fiel es mir schwer das eigentliche Thema des Kapitels zu erfassen und die wesentlichen Punkte zu extrahieren. Erst als ich den Vergleich mit der Dualen Reihe anstellte, konnte ich die Inhalte besser nachvollziehen. Eine Abgrenzung zum prüfungsrelevanten Stoff bzw. zu IMPP-Fragen ist nicht gegeben. Aus diesem Grund empfinde ich die Duale Reihe als reines Lehrbuch besser geeignet. Für ein vertiefendes Wissen und als Nachschlagewerk ist das hier rezensierte Buch sicher unschlagbar.

 

Preis

Für den Preis von 91,99€ (Lehmanns, Sep 2020) bekommen Medizinstudenten ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk. Wer ein reines Lehrbuch sucht, findet hierbei günstigere und besser geeignete Alternativen.

 

Fazit

Pro: Ein sehr umfangreiches Lehrbuch, das seinem Anspruch ein grundlegendes Verständnis für die menschlichen Vorgänge zu vermitteln absolut gerecht wird. Es ist ein ideales Nachschlagewerk für ein nachhaltiges, vertiefendes physiologisches Wissen.

Contra: Das Buch ist durch seinen Umfang und sein Gewicht nicht wirklich als Buch für unterwegs geeignet. Auch grenzt der Inhalt IMPP-relevante Inhalte nicht ab, sodass es sich empfiehlt für Prüfungen zusätzlich mit einem weiteren (Kurz-) Lehrbuch zu lernen.

Physiologie hoch2, Stefan Gründer, Klaus-Dieter Schlüter 1.Auflage, (Elsevier)

Allgemeines

Das Lehrbuch „Physiologie hoch2“ von Prof. Dr. Stefan Gründer und Prof. Dr. Klaus-Dieter Schlüter (Hrsg.) umfasst rund 700 Seiten und ist für 60,00 € erhältlich.

Es ist, wie auch die anderen Lehrbücher der „hoch2-Reihe“ (u.a. Biochemie hoch2), in Zusammenarbeit mit Studierenden geschrieben worden.

 

Zielgruppe

Dieses Lehrbuch richtet sich an Medizinstudierende im dritten und vierten Semester der Vorklinik, die für die Fächer Neuro- und Vegetative Physiologie lernen.

Vorkenntnisse in Biologie, Chemie, Biochemie und Anatomie helfen für das Verständnis, sind aber nicht zwangsläufig notwendig. Für Laien würde ich das Buch nicht empfehlen, da es sehr detailliert geschrieben ist.

 

Aufbau und Inhalt

Das Lehrbuch behandelt unter anderem Themen der Zellphysiologie, des funktionellen Aufbaus der Muskulatur, des Blut – und Immunsystems, wie die verschiedenen Organsysteme funktionieren, sowie in den letzten Kapiteln die neurophysiologischen Themen. Dabei geht es um die Funktion und Verschaltung der Sinnessysteme (u.a. visuelles, auditives oder gustatorisches System) und wie das zentrale Nervensystem Signale empfängt, verarbeitet und aussendet.

 

Das Buchcover macht von außen einen sehr ansprechenden Eindruck durch das moderne, aber schlichte Design.

Was mir nicht so gut gefällt ist das – im Vergleich zu anderen Lehrbüchern – etwas größere Format des Lehrbuchs, wodurch es sehr unhandlich ist und nicht mehr in jede Tasche passt. Zudem wirkt es durch die fehlende Hardcover-Bindung wie ein großes „Taschenbuch“, dessen Seiten empfindlich sind gegenüber Knicken und Rissen durch unbedachtes Blättern.

Das Buch beschreibt die jeweiligen Themen ausführlich, in einigen wenigen Themenbereichen aber nicht in dem Maße, wie es beispielsweise in der Neurophysiologie verlangt wird. Dieses Problem haben die meisten deutschsprachigen Physiologie-Lehrbücher, die leider oft nicht auf dem allerneusten Stand der Forschung sind. In den Seminaren wird dies aber angesprochen und der aktuelle Stand der Wissenschaft gelehrt, sodass man sich da keine Sorgen machen muss.

 

Didaktik

Insgesamt ist das Lehrbuch sehr verständlich geschrieben. Die Studierendenspalte finde ich besonders hilfreich, um die jeweiligen Themen kurz anzulesen (bei der Stofffülle oftmals sinnvoll) oder beim mehrmaligen Lesen die wichtigsten Fakten zu wiederholen und sich somit einzuprägen. Die vielen Tabellen und Grafiken tragen durch ihre übersichtliche Darstellung von komplexen Verschaltungen (beispielsweise der Basalganglien im Gehirn), als auch funktionell oder anatomisch ähnlichen Strukturen (beispielsweise chemische vs. elektrische Synapsen) zu einem besseren Verständnis der Materie bei.

Die Übungsfragen am Ende jedes Kapitels finde ich sehr praktisch, um zu testen, inwieweit man das Gelesene verstanden hat und es sich auch merken konnte. Gut finde ich vor allem, dass die Lösungen dabeistehen und man die jeweiligen Textabschnitte nicht nochmal suchen und durchlesen muss.

 

Preis

Den Preis von 60,00 € finde ich gerechtfertigt, da das Lehrbuch mit seinen 700 Seiten sehr umfangreich ist und man es für zwei Vorklinikfächer nutzen kann. Wenn zudem in Zukunft digitale Inhalte ohne Aufpreis freigeschaltet werden und man es somit zusätzlich auf dem Laptop oder iPad zum Lernen nutzen kann, lohnt es sich umso mehr dieses Lehrbuch zu kaufen.

 

Es gibt einige ausleihbare Exemplare in den Fachbibliotheken in der Innenstadt (Medizinische Lesehalle) und am BMC (Biologie/Biomedizin). Eine E-Book-Version über den Zugang der Universität München (LMU) ist derzeit nicht verfügbar.

 

Fazit

Physiologie hoch2 ist ein ausführliches und verständlich geschriebenes Lehrbuch, welches ich weiterempfehlen kann. Wer damit seminarbegleitend lernt, sollte für die Abschlussklausur gut vorbereitet sein.

Die Aufmachung und das Konzept dieses Lehrbuches unterscheidet sich sichtbar von den anderen Lehrbüchern („Physiologie“ von S. Silbernagl und „Physiologie des Menschen“ von R. Schmidt und F. Lang). Deshalb ist es hilfreich, sich alle drei Lehrbücher in der Bibliothek anzuschauen, um danach zu entscheiden, welches einem vom Schreibstil her besser zusagt.

Zu vielen Lehrbüchern – wie auch diesem – gibt es ein entsprechendes Korrekturverzeichnis (Errata). Dieses wird von den jeweiligen Verlagen als PDF veröffentlicht und listet sowohl die inhaltlichen Fehler als auch die Rechtschreibfehler auf. Unabhängig von diesem Lehrbuch kann ich jedem empfehlen, sich diese Verzeichnisse anzusehen, damit man sich nicht versehentlich Wissen aneignet, was nicht korrekt ist.

Endspurt Skriptenreihe: 3.Auflage (Thieme)

buecher-medien-ednspurt-vorklinik-paket-D(1)In meiner Rezension werde ich zunächst die Endspurt Skripte allgemein evaluieren, um dann in Tabellenform nochmals auf einzelne verbesserungswürdige Abschnitte hinzuweisen.

Grundsätzlich sind die Endspurt–Hefte eine gute Hilfe, um einen Überblick über den doch sehr umfangreichen Stoff zu bekommen. Die meisten Lerntage waren gut zu schaffen und brachten Struktur in die Vorbereitungszeit. Ich denke, dass man sich hier durch den vorgefertigten Lernplan sehr viel Zeit und Stress erspart. Die Fazitkästen sind hier besonders herauszuheben. Leider ist es hier von Fach zu Fach unterschiedlich, wie gewissenhaft die Autoren auf IMPP Fragen eingehen. Teilweise werden exakte Formulierungen aus Fragestellungen als Fazit aufgenommen, was dem Studenten hilft auf bestimmte Wörter „geprimed“ zu sein. Andere Autoren nutzen die Fazitkästen mehr als inhaltliche Zusammenfassung, die einem auch beim Wiederholen hilft, aber von den Formulierungen wenig mit IMPP Fragestellungen zu tun hat. Hier präferiere ich klar, den erst beschriebenen Fall. Auch zu erwähnen sind die kleinen grünen „Lerntipp“ Kästen. Ich finde die Trennung zwischen „Lerntipp“ auf der einen und Fazit–Zusammenfassungen andererseits sehr sinnvoll. Die Fazitkästen sollten über die Formulierung immer direkten Bezug zu IMPP Fragen haben, wohingegen die Lerntipps allgemeiner Natur sind und zum Beispiel auf wichtige Inhalte hinweisen. Im Physikskript findet hier beispielsweise eine Durchmischung statt. Ein kleines aber schönes Detail sind die „Geschafft“-Kästen, die einem am Ende eines Lerntages nochmal ein kleines Feedback über den gelernten Stoff und einen Ausblick und Motivation für den nächsten Tag geben.

Das Layout ist grundsätzlich sehr gelungen. Die Skripte wirken einheitlich strukturiert. Bilder, Diagramme und Tabellen lockern das Textbild auf und sind einprägsamer als reiner Fließtext. Die meisten Autoren haben das Prinzip der Endspurtskripte als reines Repetitorium verstanden. Hier geht es nicht darum, komplizierte Themenkomplexe vollständig zu erklären, sondern eher um einen zusammenfassenden Überblick mit starkem Bezug auf die IMPP-Fragestellungen zu schaffen. Es gibt jedoch auch Autoren die mehr im Lehrbuchcharakter formulieren (siehe Tabelle).

Examen Online ist eine gute Ergänzung zu den Skripten und bietet mit den Lernpaket–Sitzungen einen perfekten Abschluss des Tages, mit dem das erlernte Wissen überprüft werden kann. Der Umfang (Fragen der letzten 9 Jahre) ist sinnvoll gesetzt und reicht meistens, um alle relevanten Prüfungsthemen zu erwähnen. Auch das neue übersichtliche Layout (Beta Version) gefällt mir sehr gut. Eine Anregung wäre hier das System der Firma „Phase 6“, die mit ihrem Programm einen „elektronischen Vokabelkasten“ entwickelt haben. Das Besondere an diesem System ist eine vorbereitete Sitzung aller Falschfragen des Vortages. Außerdem sollte die Statistik nur die Prozentsätze der ersten bearbeiteten Sitzung einbeziehen, da man ansonsten (bei Verrechnung mit Falschfragen–Sitzungen) immer auf nahezu 100% kommt. Dieser Wert ist deswegen leider nicht sehr aussagekräftig.

Eine Statistik über einzelne Themen in den verschiedenen Fächern würde eine intelligentere Form der Lernberatung darstellen. So könnte jederzeit eingesehen werden, in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Lernpakete und Endspurtsitzungen (Examen Online) sich sehr gut ergänzen und eine kostengünstige und professionelle Vorbereitung für das Physikum bieten.

Kurzlehrbuch Embryologie: 3.Auflage; N.Ulfig, B.Brand-Saberi (Thieme)

Allgemeines:

Auf knapp 170 Seiten wird in diesem Taschenbuch kompakt der gesamte Embryologie-Stoff dargestellt. Über einen Code im Buch hat man außerdem Zugang zu der Online-Version. Es kostet 24,99 €.

Aufbau und Inhalt:

Das Buch ist in 12 Kapitel aufgeteilt. Es beinhaltet die Themen Allgemeine Embryologie, Bewegungsapparat, Kopf und Hals, Herz-Kreislauf-System, Respirationstrakt, Verdauungsapparat, Urogenitalsystem, Nervensystem, Auge und Ohr und die Haut sowie einen Anhang zur Molekularbiologie und Entwicklung. Der Inhalt wird in Textform vermittelt und durch viele Bilder visualisiert. Zu Beginn jedes Kapitels wird auf einer Seite ein Überblick mit Bezug auf eine Krankengeschichte dargestellt.

Pro:

Die klinischen Bezüge am Anfang jedes Kapitels und die vielen Abbildungen machen die Themen sehr anschaulich und erhöhen den Lese-Spaß. Die Autoren schaffen es, die relevantesten Fakten einfach zu beschreiben. Merke-Kästen und hervorgehobene Begriffe richten den Fokus auf wichtige Begriffe. Die Lerntipps regen zum Wiederholen an.

Kontra:

Die Kapitel sind sehr knapp und vermitteln nur ein oberflächliches Wissen der Themen. Für ein tieferes Verständnis muss ein ausführlicheres Lehrbuch hinzugezogen werden. Die Abbildungen sind zum Teil schemenhaft und nicht ausreichend beschriftet.

Fazit:

Für einen guten Überblick über die relevanten Fakten bezüglich der Embryologie und zum Bestehen der Testate reicht dieses Kurzlehrbuch aus. Wer mehr Detailwissen möchte, sollte sich ein ausführlicheres Lehrbuch anschaffen.

Bücher für die Klinik

„Kurzlehrbuch Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie“, Wolfgang A. Wetsch, Jochen Hinkelbein, Fabian Spöhr, 2. Auflage

Allgemeines

Auf knapp 312 Seiten wird in diesem Taschenbuch kompakt der gesamte Stoff der Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie dargestellt. Über einen Code im Buch kann dieses auf der Online-Plattform kostenlos freigeschalten werden.

Mit einer Größe von 17 x 24 cm ist es sehr handlich und passt in jede Tasche.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich bevorzugt an Studenten aus dem klinischen Abschnitt, die bereits medizinische Grundkenntnisse besitzen. Fachspezifisches klinisches Vorwissen wird hier allerdings nicht vorausgesetzt. Als Einstieg in die Thematik und auch zur Klausurvorbereitung ist das Buch hervorragend geeignet.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in 14 Kapitel gegliedert. In diesen wird der Leser quer durch die verschiedenen Aspekte der Anästhesiologie geführt. Die vier Säulen Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie werden hierbei noch weiter untergliedert. Die Anästhesie wird zum Beispiel in die einzelnen perioperativen Schritte unterteilt, die Intensiv- und Notfallmedizin jeweils in einen allgemeinen und einen speziellen Abschnitt. Bei der Schmerzmedizin werden zuerst die Grundlagen, dann nochmals separat der akute und der chronische Schmerz besprochen.

Zu Beginn eines jeden Kapitels findet sich ein klinisch-praktischer Fall, der einen Einblick in die folgende Thematik geben soll. In den darauffolgenden Key Points werden dem Leser die wichtigsten Kernaussagen als Leitfaden für den folgenden Text mitgeben.

Die wesentlichen Schlüsselbegriffe werden im Text farbig hervorgehoben. Bei der Visualisierung helfen verschiedene Tabellen, Graphiken und Diagramme. Oftmals sind Merke-Kästchen und kurze Abschnitte mit Praxistipps eingeschoben.

Im Anhang werden nochmals die wichtigsten Notfallmedikamente der Anästhesie mit Indikationen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen kurz zusammengefasst.

 

Plus:

Das Buch ist graphisch überaus ansprechend gestaltet und auch strukturell sehr gut gegliedert. Die vielen verschiedenen Abbildungen, unter anderem die Flussdiagramme und EKG-Rhythmen tragen wesentlich zum Lernerfolg bei.

 

Minus:

Manche der Fotos dürften ruhig etwas größer abgebildet werden. Oftmals wird auch nicht klar, was darauf zu sehen sein soll. Eine genauere Beschriftung und Erklärung wären hier sehr hilfreich.

 

Didaktik

Das Buch ist zwar knapp, aber dennoch ausreichend ausführlich und nachvollziehbar geschrieben. Der Text lässt sich flüssig lesen, wichtige Aspekte werden hierbei besonders herausgehoben. Die vielen Abbildungen und Merke-Kästchen helfen beim Verständnis sehr.

 

Preis

Der Preis von 29,99 € für dieses Buch ist zwar nicht gerade günstig, aber dennoch für Studenten angemessen.

 

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch auf jeden Fall weiterzuempfehlen ist, sei es als Einstieg in das Fach oder auch zur Klausurvorbereitung. Wer allerdings einen tieferen Einblick in das Fach Anästhesiologie bekommen möchte, greift besser zu einem anderen Buch. Ansonsten ist das Buch mit den vielen Abbildungen und auch den hervorgehobenen Texten sehr anschaulich und verständlich geschrieben.

Notfallvorsorge und Krisenmanagment in Theorie und Praxis, Harald Karutz et. Al. : 1.Auflage (Springer)

Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit das Buch „Bevölkerungsschutz – Notfallvorsorge und Krisenmanagement in Theorie und Praxis“ erschienen in der 1. Auflage im Springer Verlag von Harald Karutz et Al. zu lesen.

Durch meine langjährige Erfahrung in der Einsatzplanung, -führung und –leitung habe ich ein besonderes Interesse an diesem Fach und kann außerdem mit fundiertem Vorwissen das Buch bewerten.

Das Buch erarbeitet in 7 Kapiteln auf 350 Seiten einen Überblick über den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Dabei werden theoretische und wissenschaftliche Grundlagen ebenso erwähnt, wie Gefahrenabwehr, Krisenmanagement und Wiederaufbau. Vereinzelt werden die Texte von Tabellen und Graphen unterstützt. Schlüsselbegriffe werden immer wieder heraus genommen und separat definiert.

PLUS: Großartiger Überblick für alle, die in Sachen Bevölkerungsschutz ein kompaktes Lehrbuch suchen, das sich auch als Nachschlagewerk eignet. Die wichtigen Aspekte des Katastrophenschutzes werden aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet – medizinisch, organisatorisch, politisch, wissenschaftlich und technisch. So wird die Querschnittsaufgabe des Katastrophenschutzes gut aus der Realität abgebildet.

MINUS: Die Kapitel sind recht heterogen aufgebaut, was informationstiefe und Detailliertheit angeht, so dass ein Kapitel recht langweilig und oberflächlich erscheint, das nächste dann aber zweimaligen Lesens bedarf. Die weiterführenden Links und Internetseiten sind leider nur zum Abtippen bereitgestellt. Ein QR-Code hätte das Buch sicherlich noch etwas interaktiver gestaltet.

FAZIT: Das Buch „Bevölkerungsschutz – Notfallvorsorge und Krisenmanagement in Theorie und Praxis“ bietet einen guten Überblick über das komplexe Querschnittsthema. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir eine klarere Entscheidung zwischen Lehrbuch oder Nachschlagewerk gewünscht, um den Arbeitskomfort zu erhöhen. Allerdings legt dieses Buch einen Grundstein in Sachen wissenschaftlicher Betrachtung des Bevölkerungsschutzes und ist geeignet, sich neues Wissen anzueignen und selbst erfahrenen Einsatzleitern einen Anstoß zu geben, ihr Handeln zu reflektieren.

Schmerz - Innenansichten eines Patienten und was die Wissenschaft dazu sagt: 1.Auflage; Wittwer, Folkers (Hirzel)

Allgemein:

Das Buch umfasst 216 Seiten mit Softcover und hat ein typisches Taschenbuchformat.

Aufbau: Der Inhalt gliedert sich in 6 Kapitel:

1. Die Entstehung von Schmerz

2. Substanzen gegen den Schmerz

3. Schmerzbewältigung

4. Schmerzkommunikation

5. Schmerz bei Mann und Frau

6. Lust und Schmerz

Es erfolgt eine weitere Unterteilung, die dieses Buch sehr außergewöhnlich dastehen lässt und zwar wird jeder Abschnitt mit einer Geschichte über den Hauptakteur „D.“ eingeleitet. Anschließend wird auf die Schmerzen eingegangen. Dies geschieht in erster Linie aus wissenschaftlicher bzw. ärztlicher Sicht (Schulmedizin, Naturheilverfahren, Akupunktur u.ä….), allerdings werden auch philosophische und religiöse Sichtweisen, sowie Rituale und Brauchtümer beleuchtet.

Inhalt: Die Lektüre kommt ohne Bilder aus. Sie beginnt mit der Novelle und man lernt vorerst ein wenig das Umfeld des Hauptdarstellers kennen. Im Laufe der Erzählung durchlebt er viele verschiedene Arten psychischen und körperlichen Schmerzes, bleibt dabei jedoch authentisch und mir als Leser auf seine Art sympathisch. Die fachlichen Erklärungen sind sehr umfassend und lassen Blicke weit über den Tellerrand des physiologischen Schmerzgeschehens hinaus zu, dabei sind die Informationen, wie man es von medizinischen Autoren gewohnt ist, immer mit Querverweis versehen, der zu einem Literaturverzeichnis am Ende des Buches führt. Beleuchtet werden dabei neben physiologischem Geschehen pharmakologische, philosophische, psychologische, sexuelle und alternative Hintergründe, um den Schmerz und den Umgang der Patienten damit, sowie Forschung und auch die angrenzende Politisierung, insbesondere vor dem Hintergrund des BtmG.

Fazit: Das Buch ist hervorragend geeignet für Medizinstudierende und Ärzte, die oft mit verschiedensten Schmerzpatienten zu tun haben. Ob ein Laie mit der fachlichen Tiefe gut umgehen kann, kann ich nicht beurteilen, für medizinisches Fachpersonal ist definitiv viel geboten. Der Preis mit aktuell EUR 34,00 ist durchaus gerechtfertigt. Die Lektüre ist kurzweilig, fachlich umfassend und bereichernd, auch was die Allgemeinbildung betrifft.

Basiswissen Palliativmedizin: 2.Auflage; Schnell/Schulz,

Allgemeines: Sterben und Tod gehören unweigerlich zur Medizin wie die Geburt eines jeden Menschen. Die Palliativmedizin als Schnittstelle für diesen Randbereich der Medizin ist oft mit Gefühlen von Angst und Unsicherheit sowohl der Patientinnen und Angehörigen, als auch der Ärzte und Ärztinnen behaftet. Das Buch macht den Versuch die Komplexität des Sterbens auf verschiedenen Ebenen darzustellen.

Zielgruppe: Das Buch richtet sich an eine breite Masse von interessierten Medizinstudierenden, die sich mit dem Thema Sterben und Tod in der Medizin beschäftigenden möchten. Sowohl Interessierte aus Klinik, als auch Vorklinik findet in diesem Buch einen allgemeinen Einstieg in die Palliativmedizin. Das gelingt vor allem dadurch, dass viele Themen einen grundsätzlichen Einblick gewähren und Bereiche des Menschseins wie Kommunikation, Trauer und Ethik, mit denen jeder etwas anfangen kann, besprochen werden.

Aufbau und Inhalt/Didaktik: Das Buch schafft mit seinem Inhalt zunächst einen grundlegenden Rahmen um die Palliativmedizin. Einem kurzen Anriss der Geschichte, folgt die Zusammensetzung eines in der Palliativmedizin interprofessionellen Teams. Ein Drittel des Buches nehmen die Symptome und sich daraus ableitenden Therapien von Sterbenden Patienten ein. Ein weiteres großes Thema ist die Kommunikation. Hier geht es um die Fragestellung wie Ärztinnen mit schwierigen Situationen umgehen, wie schlechte Nachrichten überbracht und Gespräche über Entscheidungsfindung geführt werden können. Kurz angerissen werden Themen wie Trauer, Spiritualität oder Humor. Generelle Gedanken zum Thema menschliches Handeln und die rechtlichen Komponenten dabei werden am Ende des Buches im Kapitel Ethik und Recht thematisiert. Das Buch umfasst knapp 400 Seiten und entspricht einem A5 Format mit kompakter, handlicher Größe. Das Layout ist schlicht gehalten, und entspricht dem Klassischen Springer Lehrbuchstil, der teilweise gewöhungsbedürftig sein kann: wenig Farbe, Fließtext, klare Struktur durch viele Gliederungen und Überschriften. Diese Nüchternheit wird durch den wissenschaftlichen Schreibstil verstärkt. Der Versuch diesen Eindruck durch „Einblicke aus der Praxis“ stellenweise aufzulösen, gelingt nur bedingt. Die Geschichten aus der Praxis sind meistens sehr kurz gehalten. Noch mehr und ausführlichere solcher Einblicke hätten dem Buch gut getan, um das teilweise schwierig zu greifende Thema und den diversen Umgang mit dem Tod/Sterben greifbarer erscheinen zu lassen.

Preis: Der Preis von 25€ ist für ein medizinisches Lehrbuch in Ordnung, tendenziell eher zu teuer und führt daher vermutlich dazu, dass nur besonders Interessierte Studierende zu diesem Buch greifen.

Fazit: Das Buch wird seinem im Vorwort erwähnten Anspruch Studierende auf die Prüfungen im Querschnittsbereich der Palliativmedizin vorzubereiten gerecht. Es ermöglicht einen Einblick in die Interprofessionelle Arbeit in der Palliativmedizin und beleuchtet gesellschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte. Gerade der Teil zur konkreten medizinischen Versorgung/ Symptomkontrolle von Palliativpatientinnen überzeugt durch seine Strukturiertheit und die Fülle an Detailwissen. Auch das detaillierte Kapitel zur Kommunikation gewährt anhand Gesprächsstrategien einen umfassenden und praktischen Einblick. Neu in der 2. Auflage behandelte Themen wie Trauer und Humor verleihen dem Buch eine erfrischende Note! Für die Zukunft ist eine Vertiefung und Ausführung dieser Themen sehr wünschenswert. Großartig ist die Tatsache, dass der Versuch gewagt wird das Thema Spiritualität in der Medizin anzuschneiden. Das Thema bleibt allerdings vage und blass und macht nicht den Versuch die Leserin gedanklich und intellektuell weiter an diese doch so elementaren und wichtigen Fragestellungen für angehende Ärztinnen heranzuführen. Wobei das die Anforderung an ein Buch, das Basiswissen vermitteln soll, vermutlich überschreitet.  Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch als solides Einstiegswerk in die Palliativmedizin allemal sein Geld wert ist.

BASICS: Lehrbuch Notfall- und Rettungsmedizin: 3.Auflage; Tobias Helfen, Urban & Fischer (Elsevier)

Das Lehrbuch „Notfall- und Rettungsmedizin – BASICS“ (3. Auflage, Tobias Helfen, Elsevier Urban; Fischer) bietet einen knappen und zusammengefassten Überblick über das breite Spektrum der Notfall- und Rettungsmedizin und eignet sich somit gut als Repetitorium oder um einen groben Überblick über das Thema zu erlangen. Das Buch punktet durch ein angenehmes und portables Format und durch seine Übersichtlichkeit. Farblich codierte Unterteilung der Kapitel sowie kurze Absätze erleichtern das Zurechtfinden. Von den Grundlagen wird der Leser über die allgemeine Notfallmedizin mit Diagnostik, Therapie und einer Medikamentenübersicht zu speziellen Notfällen der einzelnen Disziplinen hingeführt, welche man in einigen Fallbeispielen abschließend rekapitulieren kann. Die Visualisierung des Gelernten erfolgt durch außerordentlich viele Bilder, die detailgetreu die verschiedenen Materialien, Methoden und Arten von Verletzungen präsentieren. Nach den einzelnen Themenblöcken, welche nicht länger als vier DINA4-Seiten einnehmen, folgt immer ein farblich hervorgehobener Kasten mit einer knappen Zusammenfassung. Hier wäre es allerdings wünschenswert gewesen, die relevanten Punkte stichpunktförmig zu formulieren anstatt die Sätze aus dem Fließtext zu wiederholen.

Weitere Kritikpunkte sind neben einigen grammatikalischen und Rechtschreibfehler (vorallem wird oft CRP anstelle von CPR verwendet, was durch die Assoziation mit dem C-reaktiven Protein etwas zu Verwirrung führt) einige inhaltliche Unklarheiten, so zum Beispiel die fehlende Erklärung, dass der Rettungssanitäters, welcher auf Seite 10 erwähnt wird, heutzutage durch den Notfallsanitäter abgelöst wurde. Auch die 5er-Regel auf Seite 46 wird nicht weiter erläutert und wirft somit Fragen auf.

Abgesehen von diesen kleinen Mängeln liest sich das Buch aber sehr flüssig, ist klar formuliert und überfordert den Leser nicht durch seitenlangen, ununterbrochenen Fließtext. Man fühlt sich nach der Lektüre gut informiert, die relevantesten Punkte werden deutlich hervorgehoben und bekommt einen Einblick in dieses relevante Thema. Die Sprache ist vorallem für eine Zielgruppe von Menschen mit medizinischem Vorwissen konstruiert, eine Tabelle mit Erläuterungen der vielen Abkürzungen trägt allerdings auch zum allgemeinen Verständnis bei.

Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Überblick gewinnen und Wiederholen!

Psst... AINS-Secrets - Wissenswertes zum Weiterflüstern: 1.Auflage; Zacharowski (Thieme)

Aufbau: Das Buch „Psst…AINS“ besteht aus einer Sammlung medizinischer Kurzgeschichten, frei aus dem alltäglichen Leben und reale Ereignisse abbildend. Jede Episode nimmt für die Erzählung ca. 15 min in Anspruch. Nach ein paar Absätzen wird die Geschichte durch eine Infobox ergänzt, in der die für den vorherigen Abschnitt relevanten, medizinischen Aspekte erläutert werden

So schildern diese Geschichten Situationen, in denen es zu ungünstigen Konstellationen kommen kann. Bei solchen Ereignissen begangene Fehler können schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Daher ist es gut solche Situationen zu kennen und typische Fehler zu vermeiden. Daher reicht das Spektrum der Kurzgeschichten von alltäglichen (Zahnschaden durch Intubation) bis hin zu speziellen (Intoxikation mit Lokalanästhetikum) Situationen.

Inhalt: Das Buch besteht aus insgesamt 14 Teilen zu verschiedenen Themengebieten welche zwei bis vier Kurzgeschichten beinhalten.

Teil I: Anästhetika

Teil II: Monitoring und Atemwegsmanagement

Teil III: Regionalanästhesie

Teil IV:Schmerztherapie

Teil V: Kinderanästhesie und schwieriger Atemweg

Teil VI:Besondere Patienten

Teil VII: Allgemein und Gefäßchirurgie

Teil VIII: Anästhesie im Kopfbereich

Teil IX: Thorax und Kardiochirurgie

Teil X: Gynäkologie und Geburtshilfe

Teil XI: Traumatologie und Orthopädie

Teil XII: Urologie

Teil XIII: Intensivmedizin

Teil XIV: Notfallmedizin

Also reines Lehrbuch oder Nachschlagewerk ist dieses Buch weniger geeignet. Dies lag sicher auch nicht im Sinne des Herausgebers. Das Buch kann jedoch sehr gut essentielle Basics vermitteln und diese im Kontext mit schwierigen medizinischen Situationen vermitteln. Die blauen Infokästen bieten dabei umfangreiche Information jedoch nicht zu detailliert. Es finden sich wichtige Referenzwerte, einige Definitionen und Formeln sowie ein paar Score`s oder Schemata. Durch das Einbringen der Infokästen in den Fließtext der jeweiligen Geschichte, besteht die Möglichkeit sich zuerst selbst Gedanken zum Problem zu machen und dann den Infokasten durchzulesen. Somit kann der Stoff interaktiv erlernt oder vertieft werden. Ein besonderes Schmankerl bietet das Buch mit seinen auflockernden, lustigen Comic-Zeichnungen zu einigen Kapiteln.

Macleods klinische Diagnose – Alan G. Japp und Colin Robertson (Hrsg.) 1. Auflage

Allgemeines

Das 2019 erschienene Buch von Meditricks widmet sich im allgemein bekannten Meditricks-Format (Bilder-Merkhilfen/Comics) dem Thema „Opioide“.  In drei Episoden und einem Prolog auf insgesamt 56 Seiten werden die Geschichte der Opioide, wichtige Grundlagen sowie einige Details behandelt. Ein aufbauender zweiter Teil des Buches ist in Planung und soll im Jahr 2020 erscheinen.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an alle, die etwas über Opioide lernen möchten (bzw. müssen). Dies trifft am ehesten auf Studierende im klinischen Abschnitt zu. Natürlich können auch Vorkliniker dieses Buch nutzen, allerdings sind für das Verständnis Grundlagen der allgemeinen Pharmakologie von Vorteil. Mit ein paar Blicken in ein Grundlagen-Kapitel eines pharmakologischen Buches können auch Laien dieses Buch nutzen. Für Ärzte ist dieses Buch nicht primär geeignet, ebenso wenig als Nachschlagewerk.

 

Aufbau und Inhalt

Der Prolog gibt eine Einführung in die Opioide und deren Geschichte. Nachfolgende drei Episoden widmen sich den Grundlagen (Wirkmechanismus, Nebenwirkungen, Kontraindikationen), klinischen Aspekten, dem Partialagonisten Buprenorphin und schwachen Agonisten. Themen wie starke Agonisten, Narkotika, Intoxikation, Entzug, Antagonisten und Suchttherapie werden erst im zweiten Band behandelt.

 

Das gesamte Buch ist als Comic-Geschichte aufgebaut, die einzelnen Seiten bestehen jeweils aus unterschiedlich vielen und unterschiedlich großen Zeichnungen. Wie aus anderen Büchern bekannt, befinden sich zum Bild zugehörige Texte in Sprechblasen oder in Textkästchen im entsprechenden Bild. Des Weiteren finden sich oft zusätzliche kleingeschriebene Erklärungen an unterschiedlichen Stellen der Seite. Am Ende jedes Kapitels findet man eine Übersicht über die vorgestellten Figuren und deren Symbolik.

Auf den letzten Seiten finden sich vier Seiten  „Blick hinter die Kulissen“ zur Entstehung des Buches, Quellenangaben und Verweise auf weitere Meditricks-Produkte.

 

Besonders schön gefallen haben mir die zwischendurch eingebauten historischen Bilder, die sehr gut in die Geschichten hineinpassten. Gefehlt haben mir ein paar strukturierende Überschriften. Des Weiteren finde ich das Format eigenartig, da das Buch ziemlich groß aber gleichzeitig sehr dünn und dadurch etwas unhandlich ist.

Didaktik

Anders als bei vielen anderen Büchern findet man zu Beginn dieses Buches keine richtige Einleitung bzw. Anweisung, wie das Buch zu lesen ist. Doch genau hier hätte man meiner Meinung nach eine gebrauchen können – durch die ungleichmäßige Verteilung und Größe der Bilder weiß man oft nicht, wo genau man weiterlesen soll oder welches Bild man sich zuerst anschauen soll. Zusätzlich kommen ab der dritten Bildseite kleingeschriebene Notizen zu einzelnen Bildern der Seite hinzu. Ich persönlich verstand nicht, ob diese Bemerkungen direkt im Anschluss eines Bildes gedacht sind oder am Ende der jeweiligen Seite. So oder so haben diese den Lesefluss erheblich beeinträchtigt, auch wenn diese oft mit wichtigen Informationen gefüllt waren. Erschwerend kam hinzu, dass auf manchen Seiten die Bilder nicht nummeriert waren und man dadurch selber die Kommentare einem Bild zuordnen musste.

Auch durch den Satzbau bzw. die Wortwahl geriet ich beim Lesen ins Stocken und musste z.T. Textstellen mehrfach erneut lesen, ohne am Ende immer zu wissen, was jetzt gemeint war.

Auch die meisten Merkhilfen und Erklärungen fand ich sehr an den Haaren herbeigezogen.

 

Preis

Grundsätzlich finde ich den Preis von 20€ für ein solches Buch gerechtfertigt und hätte diese in entsprechender Situation (zum ersten Mal AINS lernen) auch privat investiert.

 

Fazit

Von einem Buch über Opioide von Meditricks habe ich mehr erwartet. Ich muss leider sagen, dass ich mir dieses Buch im Nachhinein betrachtet persönlich nicht gekauft hätte.

Rezension: Meditricks – Opioid Saga (Die Schattenseite der Helden) Band 1

Allgemeines

Das 2019 erschienene Buch von Meditricks widmet sich im allgemein bekannten Meditricks-Format (Bilder-Merkhilfen/Comics) dem Thema „Opioide“.  In drei Episoden und einem Prolog auf insgesamt 56 Seiten werden die Geschichte der Opioide, wichtige Grundlagen sowie einige Details behandelt. Ein aufbauender zweiter Teil des Buches ist in Planung und soll im Jahr 2020 erscheinen.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an alle, die etwas über Opioide lernen möchten (bzw. müssen). Dies trifft am ehesten auf Studierende im klinischen Abschnitt zu. Natürlich können auch Vorkliniker dieses Buch nutzen, allerdings sind für das Verständnis Grundlagen der allgemeinen Pharmakologie von Vorteil. Mit ein paar Blicken in ein Grundlagen-Kapitel eines pharmakologischen Buches können auch Laien dieses Buch nutzen. Für Ärzte ist dieses Buch nicht primär geeignet, ebenso wenig als Nachschlagewerk.

 

Aufbau und Inhalt

Der Prolog gibt eine Einführung in die Opioide und deren Geschichte. Nachfolgende drei Episoden widmen sich den Grundlagen (Wirkmechanismus, Nebenwirkungen, Kontraindikationen), klinischen Aspekten, dem Partialagonisten Buprenorphin und schwachen Agonisten. Themen wie starke Agonisten, Narkotika, Intoxikation, Entzug, Antagonisten und Suchttherapie werden erst im zweiten Band behandelt.

 

Das gesamte Buch ist als Comic-Geschichte aufgebaut, die einzelnen Seiten bestehen jeweils aus unterschiedlich vielen und unterschiedlich großen Zeichnungen. Wie aus anderen Büchern bekannt, befinden sich zum Bild zugehörige Texte in Sprechblasen oder in Textkästchen im entsprechenden Bild. Des Weiteren finden sich oft zusätzliche kleingeschriebene Erklärungen an unterschiedlichen Stellen der Seite. Am Ende jedes Kapitels findet man eine Übersicht über die vorgestellten Figuren und deren Symbolik.

Auf den letzten Seiten finden sich vier Seiten  „Blick hinter die Kulissen“ zur Entstehung des Buches, Quellenangaben und Verweise auf weitere Meditricks-Produkte.

 

Besonders schön gefallen haben mir die zwischendurch eingebauten historischen Bilder, die sehr gut in die Geschichten hineinpassten. Gefehlt haben mir ein paar strukturierende Überschriften. Des Weiteren finde ich das Format eigenartig, da das Buch ziemlich groß aber gleichzeitig sehr dünn und dadurch etwas unhandlich ist.

Didaktik

Anders als bei vielen anderen Büchern findet man zu Beginn dieses Buches keine richtige Einleitung bzw. Anweisung, wie das Buch zu lesen ist. Doch genau hier hätte man meiner Meinung nach eine gebrauchen können – durch die ungleichmäßige Verteilung und Größe der Bilder weiß man oft nicht, wo genau man weiterlesen soll oder welches Bild man sich zuerst anschauen soll. Zusätzlich kommen ab der dritten Bildseite kleingeschriebene Notizen zu einzelnen Bildern der Seite hinzu. Ich persönlich verstand nicht, ob diese Bemerkungen direkt im Anschluss eines Bildes gedacht sind oder am Ende der jeweiligen Seite. So oder so haben diese den Lesefluss erheblich beeinträchtigt, auch wenn diese oft mit wichtigen Informationen gefüllt waren. Erschwerend kam hinzu, dass auf manchen Seiten die Bilder nicht nummeriert waren und man dadurch selber die Kommentare einem Bild zuordnen musste.

Auch durch den Satzbau bzw. die Wortwahl geriet ich beim Lesen ins Stocken und musste z.T. Textstellen mehrfach erneut lesen, ohne am Ende immer zu wissen, was jetzt gemeint war.

Auch die meisten Merkhilfen und Erklärungen fand ich sehr an den Haaren herbeigezogen.

 

Preis

Grundsätzlich finde ich den Preis von 20€ für ein solches Buch gerechtfertigt und hätte diese in entsprechender Situation (zum ersten Mal AINS lernen) auch privat investiert.

 

Fazit

Von einem Buch über Opioide von Meditricks habe ich mehr erwartet. Ich muss leider sagen, dass ich mir dieses Buch im Nachhinein betrachtet persönlich nicht gekauft hätte.

Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin, H. Genzwürker, J. Hinkelbein; Thieme (4.Auflage)

Allgemeines

Das Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin ist in zwei große Teile aufgeteilt. Zuerst der Fragen Teil, welcher 100 klinische Fälle der 4 Themenbereiche präsentiert. Anschließend der Lösungsteil, welcher ausführliche Antworten und Kommentare zu jedem Fall bietet.

Das handliche Taschenbuch hat ein Softcover und kann via persönlichem Freischaltcode auch als ebook mobil auf Smartphone oder Tablet genutzt werden.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Studenten im klinischen Abschnitt, PJ oder  zur Vorbereitung der mündlichen Prüfung. Es eignet sich ebenfalls für Berufseinsteiger.

 

Aufbau und Inhalt

Nach einem kurzen Vorwort und Inhaltsverzeichnis mit Gliederung der Fälle nach Themenbereich, sowie Verzeichnis nach Diagnosen steigt das Buch direkt in den ersten Fall ein. Im Fragenteil sind alle Teilgebiete der Anästhesie durchmischt, die Beispiele sind gut durchdacht und decken das vielfältige Fach gut ab.

Die Fälle sind kurz gehalten, bieten jedoch detaillierte Informationen, so dass die gestellten Fragen mit den vorhandenen Informationen gut beantwortet werden können.

Das vielfältige Patienten Klientel mit dem man im Klinikalltag zu tun hat, ist im Buch gut abgebildet. Von der Pädiatrie bis zum multimorbiden betagten Patienten lassen die Fälle nichts zu wünschen übrig. Außerdem behandeln Sie sowohl komplexe, seltene Fälle als auch gängige Krankheitsbilder, was eine abwechslungsreiche Mischung ergibt. Sie sind realistisch konstruiert und regen zum nachdenken an.

Besonders gut gefällt mir dass im Buch auch mit Bildmaterial wie Röntgen Aufnahmen oder EKG Auszügen gearbeitet wird, das lässt die Fälle sehr realistisch erscheinen. Sie sind interessant gestellt und knüpfen viele Bezüge zu anderen Fachgebieten.

Der abschließende Lösungsteil ist umfangreich. Zu jedem Fall gibt es nicht nur ausführliche Antworten auf die Fallfragen, es wird auch Wissen vermittelt. Im Kommentarteil der sich den Fallfragen anschließt, werden Definitionen, Ätiologie, Risikofaktoren, Klinik, Diagnostik und Therapie des jeweiligen Krankheitsbildes geklärt. Auch hier wird viel mit Bildern gearbeitet, es sind auch einige Beispiel- Algorithmen eingefügt oder Klassifikationen angehängt. Klinisches Vorgehen wird hier ebenso erklärt wie theoretische Fakten.  Somit dient das Fallbuch nicht nur der selbstständigen Bearbeitung, sondern zusätzlich als Lehrbuch. Besonders gut gefällt mir dass keine Fragen offen bleiben und mögliche Wissenslücken direkt aufgearbeitet werden können.

Als Verbesserungswürdigen Punkt sehe ich das Layout des Antwortteil. Der Fragenteil ist ordentlich gegliedert, ein Fall pro Seite mit konsequenter farblicher Fragengliederung.

Im Vergleich wirkt der Antwortteil leicht chaotisch, da sich einem abgeschlossenen Fall auf der selben Seite der Nächste anschließt, der Text in Spalten verläuft und viele Zusatzinfos eingefügt sind.

Jedoch findet man sich schnell zurecht, auch das Farbschema aus dem Fragenteil setzt sich im Antwortteil fort, was für Struktur sorgt.

Das Inhaltsverzeichnis könnte meiner Meinung nach noch mehr Übersicht bieten, wenn die Fälle hier nach Fallnummer oder Seitenzahl geordnet wären. Die Einteilung erfolgte hier jedoch nach Themenbereich oder Diagnose.

Als kleines extra bietet der Einband des Buches Normwerte und Referenzbereiche verschiedener Laborparameter, falls man diese bei der Bearbeitung der Fälle mal nicht  im Kopf hat.

 

Didaktik

Aus studentischer Sicht finde ich das Niveau des Buchs gut getroffen. Es liest sich angenehm, bietet sehr ausführliche Erklärungen, so dass es mit studentischem Grundwissen bearbeitet werden kann, welches es dann mit verständlichen Erklärungen weiter ausbaut. Die Erklärungen gehen teilweise über Prüfungs- oder Studentisches Wissen hinaus und sind perfekt für Anästhesie interessierte Studierende oder gar Berufseinsteiger.

 

Preis

Den Preis von 39,99€ finde ich anhand der Ausführlichkeit und Qualität gerechtfertigt. Allerdings lohnt sich dieses Buch am meisten für Anästhesie Interessierte Studierende, da es über die Basics hinausgeht.

 

Fazit

Das Fallbuch bereitet gut auf Praktische Tätigkeiten in der Anästhesie sowie auf die mündliche Prüfung vor. Es macht Spaß die Fälle zu bearbeiten und lässt anschließend keine Fragen offen. Für Anästhesie interessierte absolut lohnenswert.

FÄLLE – Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin, J. Vater, U. Fetzner, P. von Freyberg, N. Hermann, L. Töpfer, 2. Auflage (Urban&Fischer)

Allgemeines:

 

Das Buch FÄLLE – Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin wurde nun in der 2. Auflage von Urban & Fischer (Elsevier) mit 30 neuen Fällen herausgebracht. Auf  332 Seiten werden dabei insgesamt 80 klinische Fälle aus den oben genannten vier Bereichen vorgestellt und aufgearbeitet, dabei werden mehr als 80 verschiedene Krankheitsbilder behandelt.

 

Zielgruppe:

 

Das Buch richtet sich dabei ganz klar an Studierende des fortgeschrittenen klinischen Studienabschnitts, da zur Bearbeitung der Fälle ein gutes Wissen im Bereich AINS, aber auch allgemein in der Inneren Medizin notwendig ist. Das Buch reaktiviert somit Wissen nicht nur im Bereich AINS, sondern fächerübergreifend.  Besonders hilfreich ist das Buch sicherlich für Studierende im PJ, v.a. wenn man im Wahlfach beispielsweise AINS belegt. Aber auch für andere Fachrichtungen ist dieses Buch sehr interessant, da gerade die notfallmäßige klinische Entscheidungsfindung jeden Mediziner früher oder später betreffen wird.

 

Aufbau und Inhalt:

 

Jeder der 80 Fälle folgt dem gleichen Prinzip. Auf der ersten Seite bekommt man zunächst eine kurze Anamnese und einen Untersuchungsbefund als Information zu Verfügung gestellt. Daran schließen sich zwischen 3 und 6 Fragen an, welche vom Studierenden beantwortet werden sollen. Diese Fragen orientieren sich am klinischen Vorgehen und damit fragen häufig zunächst nach den Differentialdiagnosen, dann nach der Diagnostik und Therapie. Zusätzlich gibt es aber je nach Fall auch speziellere Fragen zu einzelnen Untersuchungsmethoden, zu bestimmten Patientengruppen, zu Risikofaktoren sowie Ursachen und Auslösern bestimmter Krankheitsbilder. Die Fragen sind dabei farbkodiert und im Anschluss an den Fall auf einigen wenigen Seiten aufgelöst und erklärt. Die Lösungen zu den Fragen sind bewusst kurz und prägnant gehalten, aber häufig mit Diagrammen, Tabellen oder Zeichnungen illustriert, damit man auch einen direkten Lerneffekt hat. Besonders hervorzuheben ist die dreifache Sortierung des Inhaltsverzeichnisses nach 1. Symptomen, 2. nach Krankheitsbildern, 3. nach Sachgebieten. Dies ermöglicht es jederzeit den Überblick zu behalten und sich je nach gewünschtem Stoffgebiet gezielt die passenden Fälle zu Vertiefung herauszugreifen.

 

Didaktik:

 

Die Fälle sind übersichtlich und nicht allzu komplex gehalten, damit sind auch die Lösungen und Erklärungen auf wenigen Seiten ausgearbeitet und leicht zu lesen. Gerade das Konzept von kürzeren, aber dafür essentiellen und grundlegenden Fällen finde ich sehr gelungen. Es geht dabei nicht darum möglichst komplizierte und außergewöhnliche Sachverhalte darzustellen, sondern die wichtigen Grundprinzipien zu verstehen und klinisch anwenden zu können. Die Erklärungen waren bei den meisten Fällen für mich persönlich ausreichend, regen jedoch durchaus dazu an das ein oder andere Thema nochmals genauer nachzuschlagen. Das bereits oben erwähnte dreifach sortierte Inhaltsverzeichnis war für mich sehr hilfreich. Die Farbkodierung und Illustrationen in den Erklärungen machen das Lernen mit diesem Buch einfach.

Preis:

Mit einem Preis von 35 Euro ist das Buch FÄLLE – Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin sicherlich kein absolutes Schnäppchen für Studierende, zumal es nicht zur Klausurvorbereitung etc. geeignet ist, sondern ein Add-on für besonders motivierte Studierende ist. Für mich ist das Buch jedoch seinen Preis absolut wert.

 

Fazit:

 

Das Buch Buch FÄLLE – Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin eignet sich sehr gut für alle fortgeschrittenen Studierenden im klinischen Studienabschnitt, insbesondere für PJ-Studierende. Die Relevanz der Fälle ist sehr hoch und die klinische Entscheidungsfindung wird auf praktische Art und Weise gefördert. Dabei macht die Arbeit mit dem Buch wirklich Spaß und hilft einem sein Wissen anzuwenden und zu vertiefen. Wer jedoch einfach gerne seine Fächer auswendig lernt und sich eine kurze und knappe Klausurvorbereitung erhofft, wird mit diesem Buch eher nicht glücklich werden.

BASICS – Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie , Jens Vater und Lars Töpfer, 5. Auflage (Urban&Fischer)

Allgemeines:

Das Buch Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie aus der BASICS Reihe wurde dieses Jahr in der 5. Auflage von Urban & Fischer (Elsevier) überarbeitet herausgebracht. Auf 150 Seiten

werden dabei wesentliche Inhalte des Bereichs AINS prägnant und übersichtlich abgehandelt, der Bereich Notfallmedizin fehlt hierbei jedoch.

 

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich dabei ganz klar an Studierende des klinischen Studienabschnitts. Ein Gewissen Vorwissen aus beispielsweise Vorlesungen oder Seminaren ist sicherlich hilfreich, jedoch keineswegs obligat, da alle Inhalte von der Basis her gut erklärt werden. Mit allgemeinen medizinischen Fachtermini sollte man jedoch vertraut sein, daher ist das Buch für Laien aus meiner Sicht eher weniger geeignet.

 

Aufbau und Inhalt:

Wie alle Bücher aus der Reihe BASICS gliedert es sich in zwei Abschnitten einen allgemeinen Teil, welcher von einem speziellen Teil gefolgt wird. Im allgemeinen Teil werden zunächst die für AINS relevanten Grundlagen der Physiologie sowie der Pharmakologie wiederholt. Diese Wiederholung ist einfach zu lesen und zu verstehen, hilft deutlich beim weiteren Verständnis der Sachverhalte im speziellen Teil des Buches, ist jedoch kurzgehalten. Der Vorteil hierbei ist, dass man dieser Teil schnell zu bearbeiten ist, der Nachteil ist ganz klar, dass es ohne einige Vorkenntnisse in der Physiologie und Pharmakologie möglicherweise schwierig wird allen Ausführungen in der Kürze zu folgen. Besonders gut finde ich auch, dass im Rahmen des allgemeinen Teils eine Einführung in die technisch relevanten Grundlagen gegeben wird, da bei AINS für den Studierenden völlig neue Techniken wichtig werden, z.B. Durchführung einer endotrachealen Intubation, Nutzen einer Kapnometrie.

 

Im speziellen Teil folgen nun die drei großen Themen Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Anästhesie ist dabei das größte Thema welches in die Unterpunkte Allgemeinanästhesie, Regionalanästhesie und Komplikationen und Notfälle gegliedert ist. Das Kapitel der Intensivmedizin wird ausreichend behandelt, während dem Gebiet der Schmerztherapie leider nur wenige Seiten gewidmet sind. Für alle, die sich besonders für den Bereich Schmerzmedizin interessieren, ist dieses Buch also nicht optimal.

 

Ganz am Ende des Buches finden sich noch einige Seiten mit Flussdiagrammen zum klinischen Vorgehen und als Entscheidungs- und Lernhilfe. Diese sind sehr gut farbig illustriert und stellen für mich eines des Highlights des Buches dar.

 

Didaktik:

Das Buch an sich ist zwar leicht verständlich geschrieben und gut zu lesen, besteht jedoch aus sehr viel Fließtext. Dieser wird immer wieder durch übersichtliche Tabellen, farbige Illustrationen und Merk- und Zusammenfassungskästchen aufgelockert. Aus diesem Grund sollte man sich gut überlegen welcher Lerntyp man ist und ob man aus einem Fließtext gut lernen und Informationen herausfiltern kann. Möchte man sich allerdings nur einen Überblick verschaffen und nicht jedes Detail behalten, ist es sehr angenehm einen kompletten Text zu lesen und nicht nur Stichpunkte, da somit das Verständnis gefördert wird.

Preis:

Mit einem Preis von 24 Euro ist das BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin, im Vergleich zu anderen Büchern relativ günstig zu erstehen und bietet einen guten groben Abriss der Themengebiete. Meiner Meinung nach ist der Preis angemessen dafür, dass man auf wenigen Seiten relativ viel Inhalt vermittelt bekommt und somit schnell und effektiv damit lernen kann.

 

Fazit:

Das Buch BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin eignet sich sicherlich sehr gut, um während des Studiums sich Wissen im Bereich AINS anzueignen. Ein Manko an dieser Stelle ist leider, dass der Bereich der Notfallmedizin nicht im Buch inkludiert ist. Die Inhalte sind kurz und prägnant dargestellt, jedoch mit ausreichend Detail, um die Sachverhalte zu verstehen. Didaktisch gesehen ist der viele Fließtext sicherlich Geschmackssache, jedoch sind alle Texte leicht zu lesen. Alles in allem ein gelungenes Buch für den Einstieg im Bereich AINS mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und ausreichend für die Grundkenntnisse in diesem Bereich. Bei tiefergehendem Interesse am Bereich AINS kann das BASICS jedoch nicht mit anderen ausführlicheren Werken mithalten, dies ist jedoch auch nicht das Ziel des Buches.

Sono Grundkurs - Ein Arbeitsbuch für den Einstieg: 8.Auflage; Hofer (Thieme)

Die Ultraschall-Diagnostik ist ein kostengünstiges und sehr sensitives Werkzeug zur Diagnose von Krankheiten. Umso wichtiger ist es, dass man eine strukturierte Herangehensweise bei der Untersuchung befolgt.

Das Buch „Sono Grundkurs“ von Matthias Hofer, erschienen im Georg Thieme Verlag, in der 8. überarbeiteten und erweiterten Fassung führt sehr gut in die Grundlagen der Ultraschalldiagnostik ein. Auf ca. 150 Seiten, unterteilt in neun Kurstage behandelt das Buch fast alle Organsysteme, außer das Herz und den Gewebeultraschall.

Positiv: Sehr übersichtlicher Aufbau und gute Struktur, jedes Kapitel startet mit Anatomie und sonographischen Normalbefunden, bevor dann, neben Tipps zur richtigen Darstellung, auch die wichtigsten pathologischen Befunde gezeigt werden. Besonders positiv empfand ich, dass auf jeder Abbildung dieselbe Legende verwendet wurde. Haut ist zum Beispiel immer Nr. 1, so dass man sich im Laufe der Bearbeitung schon selbst sehr gut orientieren kann. Außerdem kann die Legende ausgeklappt werden, damit man immer weiß, was was ist. Neben den Ultraschallbildern sind jeweils noch gezeichnete Skizzen, die die Orientierung noch mehr erleichtern. Am Ende jedes Kapitels gibt es ein Quiz mit einigen Fragen und einer praktischen Lösung.

Zusätzlich gibt es mehr als 40 Videos im Onlinebereich des Buches, die die Plastizität und Dynamik einer sonographischen Untersuchung sehr genau darstellen. Im Anhang gibt es noch ein sehr umfangreiches Stichwortverzeichnis, vor allem die Hinweise zur Erstellung eines korrekten Untersuchungsbefundes und ein ausformulierter Normalbefund helfen sehr gut weiter.

Negativ: Ist mir eigentlich nichts aufgefallen. Lediglich ein kurzer Überblick zum Herzen wäre schön gewesen. Allerdings ist die Echokardiographie ein sehr umfangreiches Gebiet und eine Wissenschaft für sich, so dass sie in kurzem Umfang wahrscheinlich schwer abzuarbeiten gewesen wäre.

Fazit: Ob als Vorbereitung fürs OSCE, zum Probieren in Famulatur oder PJ, als Vorbereitung auf einen Sonographiekurs, oder zum Auffrischen, dieses Buch ist wirklich für jeden Mediziner geeignet, der vorhat, klinisch medizinisch tätig zu sein.

Das Lesen und Bearbeiten dieses Buches hat wirklich Spaß gemacht!

Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin: 1.Ausgabe; R.Klein (Elsevier)

Wie kam ich zu dem Buch: Ich bin selbst Medizinstudent und gehe im Februar ins PJ. Angeschaut habe ich es mir, weil mir Allgemeinmedizin im Laufe des Studiums immer besser gefallen hat. Mir erschien es daher sinnvoll, mich im Hinblick auf das PJ und die Allgemeinmedizin mit diesem Buch näher zu beschäftigen. Das Konzept, Fallbücher zu erstellen gibt’s ja schon lang – jetzt hab ich mich dem auch zum ersten Mal genähert.

Kurzer Hintergrund, ich beziehe mich hier auf Amazon: Der Autor ist der Münchner Professor Reinhold Klein, der die Allgemeinmedizin an der TU leitet, herausgegeben wird es vom Elsevier-Verlag. Hier geht es um 50 wichtige Fälle aus der hausärztlichen Praxis. Soweit ich das einschätzen kann wird ein breites Spektrum von Problemen – angefangen vom Gesundheitscheck; Halsschmerzen bis hin zu Aortenaneurisma; Diskusprolaps – behandelt.Ich finde das Buch auf Anhieb übersichtlich und gut strukturiert. Vom Aufbau her schließen sich nach dem Inhaltsverzeichnis die mehrseitigen Fälle an. Meiner Meinung nach nicht schlecht: Das Inhaltsverzeichnis ist sowohl nach Fällen, als auch nach Diagnosen und Symptomgruppen geordnet, was mir manchmal das Nachschlagen erleichtert hat. Jeder Fall besteht aus einer Seite Kasuistik; Fragen und 3 (bis 5) Antwortseiten. Die erste Seite führt in den jeweiligen Fall mit einem Patientenzitat („Herr Doktor, ich kann nicht schlucken“) und einer knappen Vorgeschichte oder Anamnese ein. Passend zur Problemstellung werden pro Fall 6 Fragen gestellt, die zur Rekapitulation des Wissens und der Vertiefung des Stoffes dienen sollen. Diese werden anschließend im Stil eines Kurzlehrbuchs beantwortet. Frage und entsprechende Antwort sind einander farblich zugeordnet, so dass das Blättern zwischen Frage und Antwort einfacher wird und optisch sieht es auch gut aus. Mir gefällt das Buch sehr gut, weil ich das Prinzip „ich habe ein Symptom, welche Krankheit steckt dahinter“ besser finde, als das übliche „diese Krankheit hat die und die Symptome“. Zumindest in der Allgemeinmedizin wird es auch so laufen, dass Patienten mit Beschwerden kommen, anhand derer man die Krankheit diagnostizieren soll und nicht mit fertigen Diagnosen. In dem Fall kann etwas Übung für die Praxis nicht schaden. Auch das Konzept durch Fragen zum Nachdenken gebracht zu werden finde ich gut weil ich den Eindruck habe, dass bei mir so der Stoff besser hängen bleibt. Liegt vielleicht daran, dass der „AHA-Effekt“ größer ist, wenn ich mir über eine Frage vorher 5 Minuten den Kopf zerbrochen habe. Abgesehen davon ist es auch super motivierend, wenn man mal wieder ein paar Fragen richtig beantworten konnte. Lehrbuch ist es allerdings keines, eigentlich klar, das Buch deckt zwar ein wichtiges Spektrum der Allgemeinmedizin ab, aber längst nicht alles. Ich würde es jedem, der mit dem Gedanken spielt später mal in Richtung Allgemeinmedizin zu gehen, als Add-on empfehlen.Preis 19,99€

Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin: 2.Auflage; R.Klein (Elsevier)

Elsevier Urban;Fischer hat mit dem Buch „Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin“ (2.Auflage, Reinhold Klein) eine schöne Möglichkeit geschaffen, die gängigsten Patientengeschichten, die im alltäglichen Leben einer Hausarztpraxis vorkommen, strukturiert zu erarbeiten. Drei verschiedene Inhaltsverzeichnisse gewährleisten ein gutes Zurechtfinden, obwohl die Fälle nicht kasuistisch kategorisiert sind. Jeder Fall besteht aus einem Deckblatt, auf dem der Patient seine Situation beschreibt, die ärztlichen Beobachtungen aufgezeigt werden und Fragen z.B. Diagnose und Therapie gestellt werden. Die Antworten, Bildmaterialien und Erklärungen folgen auf den nächsten drei bis sechs Seiten und lassen sich durch farblich markierte Balken leicht der Fragestellung zuordnen. So kann man sich nacheinander Anamnese, Diagnostik und therapeutische Maßnahmen erarbeiten und seine Ergebnisse direkt kontrollieren. Das Buch eignet sich sowohl ausgezeichnet für das Selbststudium als auch für die gemeinsame Abfrage und Prüfungssimulation. Stichpunkte, Tabellen und vorallem hervorgehobene Merkkästen helfen dem Leser bei Verständnis und beim Einprägen des Gelernten.

Am Ende jedes Falles biete eine türkis unterlegte Zusammenfassung Möglichkeit zur Rekapitulation. Auch hat jeder Fall mindestens ein Bild des Patienten, so wie er auch vor einem als Arzt in der Praxis stehen würde, das Buch hangelt sich sehr lebensgetreu am Vorgehen eines Allgemeinmediziners entlang. An manchen Stellen würde man sich tiefgehendere Ausführungen wünschen, was allerdings im Rahmen des handlichen Formates schwer durchführbar ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich „Die 50 wichtigsten Fälle Allgemeinmedizin“ auf jeden Fall für die Studenten lohnen, die später einmal in der Praxis jeden Tag mit vergleichbaren Fällen zu tun haben und ein geschärftes Auge auf diese Krankheiten des täglichen Lebens erzielen möchten. Für Menschen außerhalb medizinischer Berufe oder ohne fachterminologische Vorkenntnisse hingegen gestaltet sich die Lektüre an einigen Stellen schwierig, da bestimmtes Basiswissen und Ausdrücke vorausgesetzt werden. Auch ist das Buch wegen seines didaktischen Aufbaus vielleicht nicht als einzige Prüfungslektüre empfehlenswert, lohnt sich aber auf jeden Fall zur Vertiefung und Wiederholung so wie zum praktischen Üben.

Allgemeinmedizin Sicher durch Famulatur, Praktikum, PJ und Staatsexamen; Urban & Fischer

Allgemeines:Das Buch „Allgemeinmedizin Sicher durch Famulatur, Praktikum, PJ und Staatsexamen“aus dem Hause Urban & Fischerbeschäftigt sichmit allen Facetten rund um den allgemeinmedizinischen Alltag und richtet sich an alle Interessierten in jedem Abschnitt der ärztlichenAusbildung. Das Buch punktet mit Skillstraining in Kommunikation und weißt auf die besondere Patientenklientel in der Praxis hin, aufgewertet wird das Buch durch einekartonierte Kitteltasche Patientensicherheit nach dem ISBAR Schema.Zielgruppe:Das Buch richtet sich in erster Linie an Studenten im klinischen Studienabschnitt, die ein Interesse an einer allgemeinmedizinischen Tätigkeit mitbringen. Wer in diesem Buch allerdings hartes medizinischesFachwissen und Faktenwissen über das Feld der Allgemeinmedizin erwartet, wird hier leider kaum fündig werden, da sich das Buch mehr mit dem Aufbau der allgemeinmedizinischenVersorgung in Deutschlandund dem verwaltungstechnischen Aufwand beim Betrieb einer hausärztlichen Praxis beschäftigt, als die gängigsten Krankheitsbilder in einer allgemeinmedizinischen Praxis darzulegen.Aufbau und Inhalt:Das Buchbeginnt mit einem Abriss darüber, was die Allgemeinmedizin ist und wie die allgemeinmedizinische Anamnese mit HilfederStufendiagnostikunter Zuhilfenahme von Erkenntnissen aus der evidenzbasiertenMedizin jetzt funktioniert und in Zukunft funktionierensoll. Weiterhin wird ein Leitfaden zur allgemeinmedizinischen Ausbildung vorgestellt, derin einem Logbuch verankerte Lernziele und Kompetenzen umfasst. Es wird empfohlen mit Hilfe fallbasierter Diskussionen und workspace-based Assessment die Wissensvertiefung im Fach zu erreichen. Des Weiteren sind Mentoring und viel praktische Erfahrung ein wichtiger Baustein in derAusbildung.Für PJ-Studenten gibt es ein extra Kapitel zum Thema Kompetenzerweiterung und Wissensvertiefung, außerdem zeigt das Kapitel viele Stipendien und Fördermöglichkeiten auf. Auch auf Themen wie Praxisneugründung, Praxiskonzepte, Management, Sprechstunde, Hausbuch und Dokumentation wird eingegangen. Auch das ärztliche Gespräch und dessen Strukturierung wird ausführlich behandelt, dieses Kapitel stellt ein über das Fachgebiet hinausreichendes wertvolles Tool für die spätere ärztliche Tätigkeit dar. Das nächste Kapitel widmet sich allen, die sich ein wenig Informationenüberpraktische Fähigkeiten in einem Buch erwarten, von studentischer Selbsteinschätzung über körperliche Untersuchungund Punktionen, bis hin zu Wundversorgung, basic hygenic management, Labordiagnostik, Blutdruckmessung, EKG, Spirometrie und Sonographie in der hausärztlichen Tätigkeit. Auch die richtige Verschreibung von Medikamenten, Erstellung eines Medikationsplans und die Abwägung von Haupt-und Nebenwirkungen einer Arzneimitteltherapie wird gelehrt. Auch häufige Behandlungs-und Konsultationsanlässe wie Kopf-und Rückenschmerzen, etc. werden angesprochen, jedoch wird kaum ein Therapieansatz vorgeschlagen, was leider etwas schade istund enttäuschend ist, wenn man sich fachspezifisches Medizinwissen erwartet. Auch Vorsorge und Prävention sowie Gesundheitsförderungsaspekte kommen nicht zu kurz. Das wichtige Thema Patientensicherheit bekommt ein eigenesKapitel, das sich in aller Ausführlichkeitdiesem Aspekt widmet, indem auf Themen wie Sturzprophylaxe hingewiesen wird.Da auch eine Hausarztpraxis nicht von Notfällen verschont bleibt, gibt es zuguterLetzt ein eigenes Kapitel, das die richtige Handlungsweise in Notfällenund Notfallausstattung empfiehlt. Abgerundet wird das Buch mit Tipps zur Prüfungsvorbereitung in mündlichen wie schriftlichen Prüfungen.Didaktik:

Didaktisch ist das Buch auf einem sehr hohen Niveau, ausgestattet mit vielen Merke und Hinweisboxenund praxisnahen Fallbeispielen und Hinweisen auf PJ oder Famulatur-Fragen, ein sehr wertvolles Tool. Zusätzlich liegt für die Kitteltasche eine Taschenkarte Patientensicherheit bei.Preis:Der Preis dieses Buches liegt bei 30,00 Euro.Fazit:Ein schön geschriebenes Buch für alle die gerne mal in die Allgemeinmedizin hineinschnuppern wollen und sich nicht von viel Verwaltungskram abschrecken lassen. Wer allerdings ein Fallbuch bzw. die großenallgemeinmedizinischen Fälle mit Vorgehensweise, Behandlungsansatz und Medikation sucht, sollte zu einem anderen Buch greifen.

100 Fälle Allgemeinmedizin - Aus der Praxis (3. Auflage, Reinhold Klein) Elsevier Urban;Fischer

Allgemein: Elsevier Urban;Fischer hat mit dem Buch „100 Fälle Allgemeinmedizin- Aus der Praxis“ (3.Auflage, Reinhold Klein) in der neuesten Auflage zusätzlich 50 neue Fälle eingebaut und liefert eine großen Überblick über die gängigsten Krankheitsbilder aus der Praxis in der Allgemeinmedizin.

Zielgruppe: Nicht nur für potenzielle spätere Hausärzte, sondern generell für Kliniker eine gute Vorbereitung auf die Hausarztfamulatur und Blockpraktika der Allgemeinmedizin

Aufbau und Inhalt: Es gibt drei verschiedene Inhaltsverzeichnisse (zusätzlich nach Diagnosen und kasuistischen Sachgruppen), die ein gutes Zurechtfinden gewährleisten. Jeder Fall besteht aus einem Deckblatt, auf dem der Patient seine Situation beschreibt, die ärztlichen Beobachtungen aufgezeigt werden und Fragen z.B. Diagnose und Therapie gestellt werden. Die meisten Fälle haben zusätzlich ein Bild, das das Krankheitsbild in seinem typischen Erscheinungsbild visualisieren soll. Auf den folgenden Seiten wir der Fall anhand der Fragestellungen aufgearbeitet. Typische Kategorien sind z.B. Epidemiologie, Therapie und Prophylaxe. Wichtige Informationen sind dabei fett hervorgehoben oder in „Merke“-Kästen zu finden. Zusätzlich gibt es weitere Bildmaterialen und Erklärungen zum Krankheitsbild und dem geschilderten Fall.

Didaktik: Insgesamt ist das Buch anschaulich und kurzweilig gestaltet und verständlich geschrieben. Das Buch eignet sich sowohl ausgezeichnet für das Selbststudium als auch für die gemeinsame Abfrage und Prüfungssimulation. Eine abschließende türkis unterlegte Zusammenfassung bietet eine gute Möglichkeit zur Rekapitulation

Preis:  35€

Fazit: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich „100 Fälle Allgemeinmedizin- Aus der Praxis“ nicht nur für potenzielle spätere Hausärzte lohnt, sondern auch eine gute Vorbereitung auf die Hausarztfamulatur und Blockpraktika der Allgemeinmedizin gibt. Für die alleinige Prüfungsvorbereitung auf die Allgemeinmedizin reicht das Buch aber allerdings nicht, da es nicht das vollständige Spektrum der Allgemeinmedizin abdecken kann und die Erklärungen an einigen Stelle nicht genug in die Tiefe gehen. Das schaffen auch nicht die zusätzlichen 50 Fälle zum Vorgängermodell. Das Buch lohnt sich aber zur Vertiefung und Wiederholung sowie zum praktischen Üben.

Neurochirurgie Live - Präoperative Diagnostik, Lagerungen, Zugangswege und Operationstechnicken: Nazir, Donauer (Schattauer)

Neurochirurgie Live präsentieren die beiden Autoren Suhail Nazir und Erich Donauer 45 Videos zu gängigen neurochirurgischen Operationen. Vom Aneurysma-Clipping über die Resektion eines Hypophysen-Tumors bis hin zur operativen Versorgung des Bandscheibenvorfalls werden diverse klassische Eingriffe des Fachs dargestellt.

Die Unterteilung in 19 Kapitel ist übersichtlich gestaltet und deckt ein breites Spektrum an Krankheitsbildern ab. Allein zu degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule finden sich zehn OP-Videos. Auch das Management von neurochirurgischen Komplikationen – beispielsweise die Versorgung eines Duralecks nach Entfernung eines Bandscheibenvorfalls – wird mit einem eigenen Kapitel bedacht. Allerdings beschränkt sich diese Vielfalt nur auf ausgewählte Teilgebiete (wie die Wirbelsäulenchirurgie). Die Herausgeber verfolgen keineswegs den Anspruch, das gesamte Spektrum ihres breit gefächerten Handwerks abzudecken. So wird der funktionellen Neurochirurgie, der Epilepsie-Chirurgie, der pädiatrischen Neurochirurgie oder anderen Teildisziplinen weniger bis gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Vielmehr handelt es sich um – wie im Inlay der USB-Box trefflich beschrieben – „45 Kasuistiken“.

Zu Beginn der Videos erscheint eine sehr kurze Fallpräsentation, in der Regel bestehend aus einer Textfolie und einer Übersicht zur präoperativen Bildgebung des jeweiligen Falls. Die anschließenden OP-Videos sind auf die entscheidenden Sequenzen gekürzt, was bei den teilweise langen operativen Eingriffen in diesem Fachgebiet sehr gut nachvollziehbar ist und der Verständlichkeit nicht schadet. An relevanten Stellen erscheinen kurz eingeblendete Hinweise, zum Beispiel zur Beschriftung wichtiger anatomischer Landmarken. Die Autoren weisen diesbezüglich darauf hin, dass die Operationsschritte mit „knappen Texten“ versehen sind und dämpfen so zu Recht die Erwartungen auf umfassendere Wissensvermittlung. Der Fokus liegt ganz klar auf der Veranschaulichung und der visuellen Konfrontation mit der OP-Situation, was überwiegend gut gelingt. Auf ein Lehrbuch oder weitere Quellen zur grundlegenden Wissensvermittlung sollte aufgrund der mageren didaktischen Aufbereitung also in keinem Fall verzichtet werden.

Gut geeignet scheint die Sammlung primär für interessierte Studierende oder junge Assistentinnen oder Assistenten zu sein, welche vor ihren ersten OPs einen visuellen Eindruck des theoretisch Gelernten erhalten wollen. In der permanenten Verfügbarkeit der überwiegend sehr guten Filmaufnahmen liegt der klare Vorteil dieser Video-Sammlung: Unerfahrene können die für sie teilweise sehr komplexen Lagerungsverfahren und Zugangswege der Neurochirurgie in aller Ruhe studieren und ihre – für die Neurochirurgie unabdingbare – anatomische Orientierung im OP-Situs schärfen. Der USB-Stick kann somit eine wichtige Vorbereitung für die Konfrontation mit der Realsituation im Arbeitsalltag sein. Es ist allerdings fraglich, in welchem Maße „auch erfahrene Ärzte davon noch profitieren“ – wie der selbstverfasste Anspruch im Vorwort lautet.

Ein dicker Minuspunkt ist die besonders nervige und den Videoinhalten nicht angemessene musikalische Begleitung der Video-Clips. Hier wurde die Chance vertan, wichtige Operationsetappen mit mündlichen Kommentaren – wie etwa Tipps zum handwerklichen Vorgehen – zu versehen.

Summa summarum ist Neurochirurgie Live eine abwechslungsreiche und gut anschauliche Zusammenstellung typischer neurochirurgischer Operationen. Insbesondere Unerfahrenen mit besonderem Interesse für das Fach gewährt die Video-Sammlung spannende Einblicke mit hochwertigen OP-Aufnahmen. Aufgrund des stattlichen Preises von knapp 100€ ist dieser USB-Stick unter den Studierenden nur den besonders Interessierten zu empfehlen.

BASICS Chirurgie: 2.Auflage; T.Schiergens (Elsevier)

Ein Buch, welches verspricht umfassend, auf das Wesentliche konzentriert, nicht zu sehr ins Detail und auf das Lernen abgestimmt über die allgemeine Chirurgie zu informieren. Ich bin gespannt und frage mich ob das alles so einfach geht – Aber: gut-besser-BASICS- let\’s see about that… neues Outfit der BASICS-Reihe – statt knallig bunt etwas gedecktere Farben und im angesagten retro-look (um weniger vom Inhalt abzulenken?…)

…und auch im Inneren eher gedeckte Farben, wenig herausstechendes und dadurch leider auch streckenweise etwas unübersichtlich. Ganz ohne Ordnung gehts dann aber doch nicht – etwas spärlich gesäte Merke-Boxen und die Zusammenfassungen am Ende der Doppelseiten bringen etwas Übersicht ins Buch (hier stehen auch die wirklich, wirklich wichtigen Infos, für all diejenigen, denen selbst das Basics noch zu lang ist, oder die wieder einmal zu spät angefangen haben zu lernen…). Da die Chirurgie doch aus eher handwerklichen Fertigkeiten besteht, werden die Texte oft durch Fotos, Schemazeichnungen und radiologisches Bildmaterial ergänzt, welche die trockene Theorie dann etwas auflockern und verdeutlichen.

Ausführliche Untersuchung: im Inhaltsverzeichnis zeigt sich: das Buch konzentriert sich neben den allgemeinen Grundlagen dann doch sehr auf die Abdominalchirurgie, dazu noch ein bisschen Herz, Endokrinologie, Plastische und Kinder… Einige Fächer fehlen in diesem elitären Zirkel aber völlig: Unfall-/Orthopädische Chirurgie / Gynäkologische Chirurgie / Urologie/…. Natürlich gibt es hierfür ein eigenes Basic, aber das gibt es auch für die Herzchirurgie… (Schade) und nun die inhaltliche Prüfung von Kopf bis Fuß, na gut vielleicht auch eher von A-Z

Allgemeiner Teil: Sehr ausführlich wird darin auf die Grundregeln im Op, die verschiedenen Knoten, Instrumente, etc. eingegangen. Um es dem Leser zu erleichtern wird alles noch einmal schön bebildert und man kann sich, zumindest theoretisch, sicher sein, dass man praktisch nichts mehr falsch machen kann…theoretisch. Allerdings ersetzt auch die schönste Fotostory keine praktischen Fertigkeiten, die man nur durch Üben üben üben erlernen kann. Dennoch ist es auf jeden Fall eine gute Vorbereitung auf die erste OP-Famulatur, um dort nicht komplett unvorbereitet anzukommen. Zusätzlich werden hier noch diverse Krankheitsbilder erklärt und erläutert

Spezielle Chirurgie: Nach Krankheitsbildern gegliedert werden dann, anhand derselben, die chirurgischen Prozeduren erklärt….Mir persönlich wäre es lieber, wenn man ein Buch mal nach OP-Techniken gliedern würde, anstatt wieder den internistischen Weg zu gehen und nach Krankheitsbildern aufzubauen. Deswegen würde ich sagen, dass Buch enthält zu viel Information….aber das muss natürlich jeder selber für sich entscheiden. Abgesehen davon ist dieser Teil deutlich übersichtlicher gestaltet und durch die vielen Bilder auch um einiges bunter. (Für all die Visualisten unter uns) Die verschiedenen OP\’s werden so gut als möglich beschrieben und erklärt … aber auch hier ersetzt das keine selbst mitgemachte OP und das beständige Üben.

Fallbeispiele/Blickdiagnosen: Sehr gut zur Wiederholung des Ganzen sind die Fallbeispiele und Blickdiagnosen … auch zum Einstieg in die jeweilige Thematik sind sie durchaus geeignet und wecken Interesse am Thema. Ausführlich wird erklärt wo das Problem ist, was an Diagnostik gemacht wird und was dann als weiteres Prozedere folgt. Zum Schluss dann noch ein paar wichtige Tabellen über Normwerte, den CRP-Algorhythmus und die Anatomie des Abdomens (für all diejenigen, die in Anatomie damals nicht aufgepasst haben;))

Diagnose: Ein Buch welches einen guten Überblick über die Chirurgie gibt, gut auf die erste Famulatur vorbereitet aber dann doch etwas an der Übersichtlichkeit krankt. Außerdem sollte man von einem CHIRURGIE-BASICS erwarten, dass auch alle Teilaspekte der Chirurgie drankommen. Ich persönlich würde hier eher auf Famulaturen zum praktischen Üben für die allgemeinen Fertigkeiten und dann die verschiedenen Fächerspezifischen BASICS setzen.

Denn ein Preis von knapp 20€ ist dann doch etwas viel für dieses Buch.

Rezension: Kinderchirurgie - Basiswissen und Praxis, Martina Heinrich, Kathrin Neuhaus, Dietrich v. Schweinitz, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2019, Zuckschwerdt Verlag GmbH München

Allgemeines

Das Buch „Kinderchirurgie – Basiswissen und Praxis soll insbesondere Studierenden sowie jungen Ärzten/innen die Kinderchirurgie näherbringen und die Marktlücke eines kurzgefassten, preisgünstigen Lehrbuchs der Kinderchirurgie füllen. Das Buch umfasst 464 Seiten und ist vom Format her sehr handlich, ein etwas dickeres Taschenbuch in ungefähr DIN A5-Größe.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich eindeutig an kinderchirurgisch sehr interessierte Studierende im klinischen Abschnitt sowie junge Ärzte/Ärztinnen der Kinderchirurgie. Aus eigener Erfahrung wird das Buch jedoch auch von erfahrenen Kinderchirurgen/-innen sehr geschätzt und gelegentlich auch während des klinischen Alltags aufgeschlagen. Das Buch setzt ein gewisses Maß an allgemeinem medizinischen Wissen (insbesondere Anatomie und Chirurgie) voraus, beinhaltet zwar ebenfalls gute aber eher kurze allgemeine Erklärungen, sodass auch interessierte Vorkliniker an diesem Buch Gefallen finden können. Für das Bestehen der Pädiatrie/Kinderchirurgie-Prüfung im Modul 5 ist dieses Buch nicht notwendig, das Wissen sprengt eindeutig den prüfungsrelevanten Rahmen. Für Laien finde ich das Buch nicht geeignet.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Der allgemeine Teil umfasst vier Kapitel (prä- und postoperative Versorgung, Anästhesie im Kindesalter, chirurgische Arbeitstechniken und Notfälle sowie kinderradiologische Gesichtspunkte in der Kinderchirurgie), der spezielle Teil umfasst acht Kapitel (viszerale Chirurgie beim Neugeborenen, pädiatrische Viszeralchirurgie, Kinderurologie, pädiatrische Traumatologie und benigne Knochentumoren, pädiatrische Thoraxchirurgie, pädiatrisch plastische Chirurgie, pädiatrische Neurochirurgie sowie pädiatrisch onkologische Chirurgie). Der allgemeine und spezielle Teil sowie die einzelnen Kapitel sind farblich unterschiedlich gekennzeichnet (allgemeiner Teil grau, spezieller Teil rot, einzelne Kapitel durch eigenständige Leiste an allen Seiten farblich hervorgehoben), sodass man auch bei seitlicher Betrachtung des Buches einen guten Überblick über die Länge und Lage der Kapitel hat. Jeweils zu Beginn des allgemeinen/speziellen Teils findet man ein detailliertes Inhaltsverzeichnis, im Anhang des Buches ein Quellen- und Stichwortverzeichnis.

Der allgemeine Teil gibt einen guten Überblick über die Besonderheiten der Kinderchirurgie und bietet als ein klinischer Leitfaden z.B. einige Tabellen zur postoperativen parenteralen Ernährung oder Flüssigkeitssubstitution nach kg/KG. Im Kapitel der kinderradiologischen Gesichtspunkten werden nekrotisierende Enterokolitis, duodenale Obstruktion, Volvolus, Invagination auch an sehr gut veranschaulichenden radiologischen Bildern aufgezeigt.

Im speziellen Teil findet man viele übersichtliche Schemazeichnungen von Klassifikationen (z.B. Ösophagusatresie und Frakturen) und Operationsschritten/-techniken, sowie Fotos von eindrücklichen Befunden in Farbe. Ähnlich wie bei Amboss findet sich zu Beginn jedes Oberthemas ein Kästchen, das einen kurzen Überblick verschafft. Auch folgt meist wie aus den meisten Lehrbüchern bekannt eine Gliederung der Unterthemen nach Ätiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnostik, Therapie und Prognose. Zu Beginn mancher Kapitel wie z.B. Traumatologie und benigne Knochentumoren oder Kinderurologie findet sich eine allgemeine Einleitung mit Darstellung der für die Kapitel notwendigen allgemeinen Themen wie embryologische Entwicklung der Nieren oder Wiederholung der Physiologie des Knochenwachstums und der Knochenheilung.

Besonders gut gefällt mir zunächst die Tatsache, ein kompaktes Handbuch der Kinderchirurgie in den Händen zu halten. Wie in dem Vorwort geschildert sah auch ich das Problem, sich das Wissen der Kinderchirurgie aus spärlichen Zusatzkapiteln mancher pädiatrischer oder chirurgischer Bücher aneignen zu müssen. Des Weiteren findet man in diesem Buch eine schöne Übersicht häufiger sowie seltenerer Krankheitsbilder der Kinderchirurgie und kann sich einen guten Hintergrund zu diesen aneignen. Die vielen Schemazeichnungen verdeutlichen den Inhalt sehr gut und helfen ebenfalls beim Einprägen des Stoffes. Bei den Befundfotos hätte ich mir eine größere Anzahl gewünscht, allerdings sehe ich ein, dass man in dem Fall auch zu einem umfangreicheren Buch greifen kann. Auch insgesamt hat dieses Buch sicherlich seine Grenzen, sodass man für seine kinderchirurgische Karriere weitere Nachschlagwerke benötigen wird, für den Einstieg und für interessierte Studierende ist es jedoch optimal.

 

Didaktik

Insgesamt ist der Text des gesamten Buches sehr kompakt und außer durch Schemazeichnungen und Bilder sehr monoton gehalten. Bis auf die „Abstract“-Kästchen zu Beginn der Themen fehlen weitere „Merke“- oder ähnliche Kästchen, die man von vielen Lehrbüchern in der Medizin (besonders denen für Studierende) kennt. Die Texte sind für den konzentrierten Leser gut zu verstehen, auf ausführliche Hintergrundinformationen oder Einleitungen wird jedoch verzichtet. Die Schemazeichnungen und Bilder sind gut gewählt und verdeutlichen den Inhalt des Textes an den entsprechenden Stellen sehr gut.

 

Preis

Der Preis von 45€ ist aus meiner Sicht für Studierende/junge Ärzte/innen mit dem Karriereziel in der Kinderchirurgie absolut gerechtfertigt und sinnvoll angelegt. Anderen Studierenden würde ich allerdings nicht empfehlen in dieses Buch zu investieren, da das detaillierte Wissen dieses Buches nicht für das Bestehen der Blockprüfungen im klinischen Studienabschnitt oder des Staatsexamens notwendig ist.

Fazit

Insgesamt hat mir dieses Buch (wie schon direkt vermutet) sehr gut gefallen und ich kann es absolut weiterempfehlen, genauso wie es auch mir selbst von erfahrenen Kinderchirurgen/innen empfohlen wurde. Das Buch richtet sich auf Grund des sehr speziellen Wissens insbesondere an zukünftige Kinderchirurgen/innen und weniger an Studierende mit anderen Berufszielen. Auch wenn ich mir persönlich noch mehr Bilder von klinischen Befunden gewünscht hätte, bin ich sehr dankbar, dass die Autoren die Marktlücke eines guten und übersichtlichen Buches der Kinderchirurgie gesehen haben, die sie mir diesem Buch sicherlich gelungen gefüllt haben.

Kurzlehrbuch, Dermatologie; Wolfram Sterry: Thieme, 2. Auflage

Allgemeines

Das Kurzlehrbuch Dermatologie wurde 2011 von Wolfram Sterry geschrieben und erschien nun 2018 in der zweiten Auflage. Dabei wurden besonders die Inhalte überarbeitet und aktualisiert. Zudem beinhaltet der Kauf des Buches nun einen Zugangscode zur Online Plattform eRef, auf welcher viele Bücher von Thieme zusätzlich online abgerufen werden können.

Zielgruppe

Geschrieben ist das Buch für Kliniker, die eine Übersicht über die dermatologischen Krankheitsbilder bekommen möchten. Dabei werden Krankheiten nicht in aller Ausführlichkeit, sondern ausreichend für ein generelles Verständnis behandelt. Dafür wird allerdings ein breites Spektrum an Erkrankungen abgedeckt. Insgesamt wird vom Leser kein besonderes Vorwissen im Fach Dermatologie vorausgesetzt.

Aufbau und Inhalt

Vielmehr holt das Kurzlehrbuch den Studierenden an seinem Wissensstand ab und führt zu Beginn nochmals gezielt in die Methodik der Dermatologie ein. Selbst anatomische Hintergründe aus der Vorklinik werden wiederholt, woran sich dann zwei Kapitel über die dermatologische Diagnostik und dermatologische Therapie anschließen.

Die insgesamt 23 Kapitel decken das gesamte prüfungsrelevante Wissen ab. Dabei fällt besonders die gute und klare Strukturierung auf, die Krankheiten gruppiert und dann im Einzelnen kurz vorstellt.

Unterstützt wird der Text durch zahlreiche Abbildungen. Hilfreich sind hier vor allem die Tabellen, die eine strukturierte Übersicht zum Text bieten.  Der klinische Bezug wird zudem noch durch den 23 Kapiteln vorangestellte Fallbeispiele ergänzt. Somit erhält der Studierende praxisorientierte Tipps zu Anwendung und Wichtigkeit der dargestellten Inhalte.

Didaktik

Zu Beginn jedes Abschnittes wird dem Leser bereits ein ‚Key Point‘ präsentiert, der das Lesen erleichtert. Er zeigt dem Studierenden direkt am Anfang des Abschnittes an, auf welchen Umstand besonders wert gelegt werden sollte. Zusätzlich wird das Verständnis und der Lernprozess durch hervorgehobene Worte, sowie Merkkästen mit Wiederholungen unterstützt. Schlussendlich kann man somit sagen, dass das Lehrbuch Studierenden ein Selbststudium sehr leicht ermöglicht.

 

Fazit

Das Kurzlehrbuch Dermatologie geschrieben von Wolfram Sterry ist für die Dermatologie sehr zu empfehlen. Wer sich überdies weiterhin mit einzelnen Krankheiten im Speziellen beschäftigen möchte, müsste sicherlich nach einer ausführlicheren Variante suchen. Für Studiumszwecke kann das Buch allerdings für schnelle und leichte Wissensaneignung sehr weiterempfohlen werden.

BASICS Dermatologie: 4.Auflage; Dorothea Terhorst (Elsevier)

Ich studiere im 9. Semester und habe im Modul4 das Dermatologie Basics für den Derma-Unterricht und als Vorbereitung auf die Prüfung verwendet.

Allgemein: Insgesamt ein sehr überschaubares Buch mit vielen Abbildungen, was in der Dermatologie sehr hilfreich war. Wie alle Basics-Bücher, ist das Basics Dermatologie in einen Allgemeinen Teil mit 8 Unterkapiteln und einen Speziellen Teil mit 38 Unterkapiteln aufgeteilt. Danach folgen noch 5 Fallbeispiele und der Anhang mit Abbildungen und Tabellen. Insgesamt umfasst dieses Basics 158 Seiten.

Aufbau: Die Kapitel sind meist auf eine oder zwei Doppelseiten ausgelegt, sodass es wirklich sehr übersichtlich ist und auch nur die wichtigsten Inhalte enthalten sind. Wichtige Inhalte werden in umrahmten Kästen hervorgehoben (hellrot im allgemeinen Teil, hellblau im speziellen Teil). Am Ende jedes Kapitels gibt es einen farblich hinterlegten Kasten mit einer Zusammenfassung und den wichtigsten Inhalten des Kapitels. Auf jeder Seite sind Abbildungen, sowie wenn hilfreich auch verständliche Tabellen zur besseren Darstellung der Inhalte.

Inhalt: Das Basics Dermatologie vermittelt die Grundlagen der Dermatologie sehr gut und enthält das gesamte Spektrum an dermatologischen Krankheiten. Die Abbildungen waren extrem hilfreich, da es vor allem in einem Fach wie Dermatologie wichtig ist, sich unter den Krankheiten mit ihren Hauterscheinungen auch ein Bild vorstellen zu können. Vor allem zur Vorbereitung der Seminare und Bedside-Teachings ist dieses Basics sehr gut geeignet. Für die schriftliche Prüfung fand ich das Basics auch gut, allerdings musste ich manche Sachen dann auch im Internet recherchieren, da nicht genug Details in dem Buch vorhanden waren.

Fazit: Ich kann das Basics Dermatologie absolut weiterempfehlen und war damit in meinem Modul4 extrem zufrieden. Ich hätte gar nicht die Zeit dazu gehabt, ein ausführlicheres Buch durchzulesen und hatte immer das Gefühl durch das Basics einen guten Überblick über die Themen zu haben. Zusammen mit den Seminar- und Vorlesungsfolien und ein gelegentliches nachlesen im Internet, war das Basics auch eine gute Vorbereitung für die schriftliche Prüfung am Ende des Semesters.

Basics Dermatologie; Dorothea Terhorst-Molawi, 5. Auflage: Elsevier

Allgemeines:

Das Buch „Basics Dermatologie“ in der 5. Auflage von Dorothea Terhorst-Molawi aus dem Elsevier bzw. Urban & Fischer Verlag ist ein gutes Buch mit 168 Seiten, um einen schnellen Überblick in das Fachgebiet Dermatologie zu bekommen. Erhältlich ist das Buch für einen Preis von 24€.

Zielgruppe:
Das Buch richtet sich bevorzugt an Medizinstudenten aus dem klinischen Abschnitt, die bereits medizinische Grundkenntnisse besitzen und sich Dermatologiewissen aneignen beziehungsweise dieses auffrischen möchten. Sei es für Klausuren oder für die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen – dieses Buch gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Grundlagen und Krankheitsbilder der Dermatologie. Möchte man allerdings tiefer in das Fachgebiet einsteigen beziehungsweise ist auf der Suche nach einem Buch im Rahmen einer Famulatur, sollte hierbei auf ein anderes Werk zurückgreifen, das detaillierter die einzelnen Krankheitsbilder beschreibt.

Aufbau und Inhalt:
Das Buch besteht aus 14 Kapiteln, die in einen allgemeinen und einen speziellen Teil gegliedert sind. In den ersten drei Kapiteln, die den allgemeinen Teil darstellen, wird auf die Grundlagen der Dermatologie, die Diagnostik und Therapie eingegangen. Anschließend folgen im speziellen Teil die restlichen Kapitel mit den einzelnen Krankheitsbildern. Am Ende eines jeden Kapitels findet sich ein Kästchen, in dem das wichtigste eines jeden Kapitel grob zusammengefasst wird.
Am Ende des Buches finden sich fünf Fallbeispiele, mit denen das angeeignete Wissen überprüft werden kann sowie im Anhang verschiedene Tabellen mit dermatologischen Fachbegriffen, deren Bedeutungen, Dermatosen mit charakteristischen Nagelveränderungen, eine Tabelle zu Mundschleimhautveränderungen und eine Abbildung zu Verteilungsmustern von verschiedenen Krankheiten.
Besonders positiv an diesem Buch ist auf jeden Fall die Farbgestaltung der einzelnen Kapitel und die vielen farbigen und eindrucksvollen Bilder, die für die Dermatologie auf jeden Fall essentiell sind.
Schade ist es jedoch, dass das Layout sehr unruhig ist, was durch die zum Teil unterschiedlich großen Bilder und auch durch die Tatsache, dass benachbarte Bilder sich oft auf unterschiedlichen Höhen befinden, zustande kommt. Auch wäre es besser, wenn der Text nicht in Spalten geschrieben wäre, sondern am Block.

Didaktik:
Das Buch ist zwar kurzgehalten, aber dennoch für das Verständnis ausreichend. Der Text ist sehr flüssig und verständlich geschrieben, wichtige Aspekte werden hier besonders hervorgehoben. Durch die Kästchen mit den Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels lassen sich die wichtigsten Fakten nochmals gut wiederholen.

Preis:
Der Preis von 24 € erscheint auf den ersten Blick für ein Medizinbuch nicht zu viel, für ein ungebundenes Buch ist es dennoch etwas zu hoch.

Fazit:
Abschließend lässt sich feststellen, dass das Kurzlehrbuch einen sehr guten Überblick in das Fachgebiet gibt. Da die Dermatologie ein sehr visuelles Fach ist, ist es überaus löblich, dass das Buch so viele eindrucksvolle Bilder enthält. Wer allerdings später in die Dermatologie gehen möchte sollte sich definitiv ein detaillierteres Buch besorgen.

mediscript "StaR" (Elsevier)

Der Ersteindruck: Imposant. Zwei Lehrbuchbände in einer Box mit 1000 bzw. 1300 Seiten zzgl. Anhang – macht im Bücherregal durchaus was her. Vor dem inhaltlichen Aspekt, kurz etwas zur Entstehungsgeschichte. Thomas Kia, der Herausgeber, hat bereits den EXAPLAN geschrieben. Nachdem die EXAPLAN-Reihe etwas in die Jahre gekommen ist, gibt es jetzt die überarbeitete Version unter dem Titel „mediscript StaR“ (Erstausgabe 2012). Coautor ist unser PD Dr. M. Angstwurm aus der Med. Klinik Ziemssenstraße. Großer Kritikpunkt am EXAPLAN waren die nicht mehr zeitgemäßen Inhalte (vor allem Innere) die laut Verfassern aus aktuellen Lehrbüchen (Erstauflagen von 2008, 2011) entnommen und damit erneuert wurden. Auch die Ausrichtung auf das HEX wurde überarbeitet und die Inhalte der letzten Examina integriert.

Alle Examensinhalte sind in insgesamt 32 Kapitel unterteilt. Die Kapitelgröße schwankt je nach Gebiet zwischen 50 und 120 Seiten. Ganz zu Anfang jedes Kapitels findet sich ein Kästchen, in dem in Stichpunkten die Prüfungsschwerpunkte im Examen aufgelistet sind. Das soll dabei helfen, ein Gefühl für die Relevanz des Themas zu bekommen und hilft beim Setzen entsprechender Lernschwerpunkte. Anschließend wird noch einmal kurz die Vorklinik (Anatomie und Physiologie) rekapituliert und auf Anamnese, körperliche Untersuchung und Diagnostik eingegangen. Der Großteil der Kapitel behandelt die HEX-relevanten Themen. Prüfungsrelevante Themen werden mit einem blauen Rand markiert, zusätzlich finden sich regelmäßig Tabellen, Info-Boxen (Pharma- und Chirurgie-Info) mit passenden Exkursen und kurzen Merksätzen. Im Vergleich zum EXAPLAN wirken die Inhalte leicht gekürzt und besser strukturiert. Wer allerdings eher mit Stichpunktlisten (im Sinne der „last minute“-Reihe) arbeitet, der sollte sich nach einer Alternative umschauen. Der Stoff ist inhaltlich klar strukturiert und ist mit gängigen Lehrbüchern vergleichbar. Heißt ausführlicher als ein Kurzlehrbuch und knapper als ein Fachwälzer. Wer alles aktuelle Prüfungswissen in moderatem Umfang in einem Werk haben möchte, ist hier genau richtig. Bleibt nur noch offen, ob man ein solches Werk überhaupt braucht. Die Frage sollte sich jeder stellen. Fakt ist, dass sich das HEX auch problemlos mit herkömmlichen Fachbüchern bestehen lässt und der Preis lässt einen doch zweimal über einen Kauf nachdenken.

Alles in allem ein solides Repetitorium, das durchaus überzeugt. Gut um einen soliden Überblick über den Stoff zu erhalten, nichts für Leute, die gerne in die Tiefe gehen. Wer das Geld hat und die Möglichkeit, alles in einem Band zu lernen, schätzt, kann gerne zugreifen, alle anderen sollten ihr Geld lieber in den Urlaub investieren 🙂

Preis: 149,99€

Die beiden Werke „Exaplan“ und „Hammerexamen“ waren bis jetzt die Standardwerke für die Examensvorbereitung. Neu hinzugekommen ist nun das Mediscript StaR. Da ich selbst bald ins PJ komme und das Hammerexamen somit näher rückt, habe ich mich entschlossen, dieses neue Werk zu erwerben:

Umfang: Der erste Eindruck der 2 Hardcoverbände mit jeweils gut 1000 Seiten + inkludiertem Zugang zur Mediscript-Lernwelt wirkt gut verarbeitet und solide. Band 1 beschäftigt sich vor allem mit internistischen Themen, die letzten 100 Seiten teilen sich Allg. Pharmakologie/Pathologie, Hygiene und bildgebende Verfahren. Alle anderen Fächer finden sich in Band 2.

Design + Organisation: Beim ersten Durchblättern fiel mir auf, dass StaR recht übersichtlich erscheint: Der Text ist zweispaltig, Überschriften sind klar zu erkennen, der weitere Text ist sehr oft in kurzem, stichwortartigen Stil gehalten. Am Anfang eines neuen Kapitels werden prüfungsrelevante Themen mit +++,++,+ aufgelistet. Besonders wichtige Abschnitte sind mit einem blauen Balken am Rand markiert. Zusätzlich gibt es „Merke-Kästen“ und „Info-Kästen“ (Pharma, Patho, Radio, Chirurgie). Tabellen und Abbildungen sind auf den ersten Blick ausreichend vorhanden.\r\n\r\nDie folgende Beschreibung bezieht sich auf Band 1, Kapitel 1.6, Akutes Koronarsyndrom, das ich bis jetzt Probe gelesen habe: Der Aufbau in Symptome, Ätiologie/Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie und Komplikationen überrascht wenig und macht Sinn. Mit meinem Vorwissen war das Kapitel (angemessen) komplett (soweit ich das beurteilen kann) und ohne Probleme verständlich, wenn auch die Informationsdichte natürlich sehr hoch ist. Abbildungen zu den unterscheidbaren Stadien im EKG, den Serumenzymen sowie Tabellen zur Infarktlokalisation, Fibrinolyse und ein Pharma-Info Kasten vervollständigen das Kapitel. Rechtschreibfehler oder falsche Abbildungsverweise fielen mir keine auf (positiv bei einer Erstausgabe).

Fazit: Auf den ersten Blick wirkt das neue StaR übersichtlich, frisch und gut organisiert mit einer angemessenen Anzahl an Abbildungen. Das Probekapitel war für mich gut verständlich und inhaltlich absolut ausreichend. Ich bin froh, dieses Buch zu besitzen und damit arbeiten zu können. Einen Vergleich zu Alternativen wie Exaplan und Hammerexamen konnte ich zwar noch nicht durchführen, allerdings muss wohl auch jeder selbst entscheiden, welcher Stil ihm besser liegt.

Vepackt in 2 dicken Bänden mit einem symbolisch wertvollen Cover – der gesamte Stoff des Medizinstudiums – beziehungsweise das, was wir am Ende desselben fürs HEX können müssen… also was is dran und drin und was kann das Ganze:

Erster Eindruck:das Ganze kann ziemlich viel…Handliches Format, welches in jede Tasche passt, nicht zu schwer und auch noch in einem praktischen Pappschieber…:) Durchdacht strukturierte 2 Bände – einmal Innere, Pharma, Hygiene – im anderen Chirurgie, Ortho und die sog. „kleinen“ Fächer. Alle Kapitel sind detailiert gegliedert, so dass man auch gezielt die einzelnen Krankheitsbilder/Techniken/etc. nachschlagen und lernen kann. Für Abwechslung im Text sorgen die farblich abgesetzten Merke-Boxen (sinnvoll als solche deklariert!!), Tabellen und so viele Bilder wie möglich, welche die Inhalte sinnvoll ergänzen. Denn schließlich soll es ja auch kein Atlas/Bilderbuch sein sondern ein Repetitorium.

Kapitel: Vor jedem Kapitel: Prüfungsschwerpunkte mit +++/++/+ Bewertung, um besonders wichtige Prüfungsthemen fürs Examen hervorzuheben. Wirklich wichtige Inhalte der jeweiligen Fächer werden mit einem blauen Balken am Rand markiert, so dass man auch mit weniger Zeit noch die wichtigsten Themen erkennen und durcharbeiten kann.Über die blauen Infoboxen werden die Inhalte dann auch untereinander vernetzt, so dass man am Ende ein gesamtheitliches medizinisches Konzept fürs HEX erarbeitet hat. Der Text ist kurz und streckenweise auch in Stichpunktform gefasst, was aber nicht nachteilig ist und die relevanten Inhalte dadurch nur deutlicher macht. Wehmutstropfen: Manche Texte sind gefühlsmäßig etwas zuu knapp gehalten. Die „fehlenden“ Inhalte finden sich dann aber in einer Info-Box wieder. So z.B. bei einigen Pharma-Kapiteln.Streckenweise finden sich Abbildungen/Texte aus der ähnlich knapp gehaltenen BASIC-Reihe (liegt wohl daran, dass diese z.T. die gleichen Autoren haben)

Fazit: Das mediscript StaR bietet eine fachlich überzeugende, übersichtliche und so detailiert wie nötige Examensvorbereitung. Vor allem für die visuellen Lerner unter uns wird dieses Werk sicher einen festen Platz im Regal bekommen. Für alle LMU-Medizinstudenten ist das Werk sowieso zu empfehlen, da es sich ja auch an der „hauseigenen“ LMU StaR – Repetitorien-Vorlesungsreihe orientiert. Kostenpunkt 149,99€ – aus meiner Sicht ein fairer Preis für das gesammelte und komprimierte Wissen aus 10 Semestern Studium.

Flussdiagramme zum Stex, D. Oberle, 2. Auflage; Urban & Fischer (Elsevier)

Allgemeines

Es handelt sich um ein übersichtliches und handliches Buch mit Leitfäden die einem vom Leitsymptom zur Diagnose helfen sollen – Sowohl in der  Prüfungsvorbereitung, als auch im Klinikalltag.

 

Zielgruppe

In erster Linie sind hier wohl die Studenten angesprochen im PJ-Alltag und beim lernen fürs Stex, allerdings ist das Buch aufgrund seines Aufbaus sicher auch als Assistenzarzt gut zu gebrauchen. Für Laien und Vorkliniker ist das Buch ungeeignet, da zum einen Fachwissen vorausgesetzt wird und zum anderen die passenden diagnostischen Mittel ohnehin nur im Krankenhaus zur Verfügung stehen.

 

Aufbau und Inhalt

Gleich zu Beginn des Buches gibt es „Benutzerhinweise“, die noch einmal erklären, wie die Flussdiagramme aufgebaut und zu interpretieren sind. Die Gliederung ist ähnlich dem Ablauf in der Klinik; von Patientenaufnahme zur Therapie. D.h. auch die spezifische Diagnostik ist unterteilt und in Reihenfolge gebracht von Anamnese über Untersuchung, Labor, Bildgebung/Funktionsdiagnostik bis invasiv (zB Lumbalpunktion).
Die Flussdiagramme sind also keine die sich auf die Therapie bei den jeweiligen Erkrankungen beziehen, wie man sie z.B. aus der Notfallmedizin kennt.
Das Buch ist anhand der Symptome aufgebaut, die die verschiedenen Organsysteme betreffen, auf jeder Doppelseite ein Leitsymptom und die damit verbundenen Differenzialdiagnosen durchgearbeitet werden können. Ein Patient kommt mit Beschwerden zu uns und nicht mit 5 Aussagen oder Verdachtsdiagnosen, aus denen wir die am ehesten zutreffendste auswählen sollen. Ein Buch, welches also die Symptome in den Vordergrund rückt, ist somit um einiges praxisnäher.

 

Didaktik

Die Gliederung nach anatomischen Regionen bzw. Organsystemen finde ich gut, da sich die Mehrzahl an Erkrankungen verschiedenen klinischen Fächern zuordnen lassen. Das Buch ist insgesamt ziemlich knapp gehalten und ist durch seine einheitliche Formatierung sehr übersichtlich, so dass man schnell findet wonach man sucht. An manchen Stellen erscheint es ein wenig zu oberflächlich und exotischere Differentialdiagnosen fallen eher unter den Tisch. Allerdings hat das Buch ja auch das Ziel als kompakte Hilfestellung zu fungieren und natürlich fehlen hier Detailangaben (Dosierungsempfehlungen etc.) aber das würde den Rahmen eines kliniktauglichen Kittelbuchs einfach sprengen.

Preis

30 Euro sind in dem Fall für dieses Buch absolut in Ordnung, da man einen Begleiter für den Job im Krankenhaus bekommt, den man auch über das Studium hinaus noch gut weiterverwenden und gebrauchen kann.

 

Fazit

Insgesamt ist das Buch ordentlich strukturiert und man kann damit die wichtigsten Diagnosen fürs lernen rekapitulieren – allerdings nur zur groben Übersicht, da die Krankheiten nicht näher erläutert werden. Praktisch ist es auch wenn man sich vor Patientenkontakt krankheitsspezifische Symptome vor Augen führen möchte, die bei der Anamnese hilfreich sein können.

Es passt gut in die Kasack- bzw. Kitteltasche und ist wegen der Kompaktheit gut fürs Straßenbahn- oder Buslernen geeignet.

HNO: 14.Auflage; Lenarz, Boenninghaus (Springer)

Für die Vorbereitung auf die Prüfung in Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde habe ich mir das gleichnamige Buch vom Springer Verlag, die 14. überarbeitete Auflage, ausgesucht. Das Buch ist 445 Seiten lang und ist in 10 Hauptkapitel gegliedert: Ohr (mit 134 Seiten das längste Kapitel); Nase, Nebenhöhlen und Gesicht; Mundhöhle und Pharynx; Larynx und Trachea; Ösophagus und Bronchien; Hals; Kopfspeicheldrüsen; Stimm-, Sprech- und Sprachstörung; Begutachtung; Leitsymptome und Differenzialdiagnosen.

Jedes Kapitel (bis auf die letzten drei genannten) hat folgende Unterkapitel: Anatomie und Physiologie; Untersuchungsmethoden und Klinik.

Diese Gliederung halte ich persönlich für äußerst sinnvoll, denn Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde befindet sich in den meisten medizinischen Curricula eher in höheren Semestern, deswegen sind die anatomischen Kenntnisse oft nicht mehr so parat. In diesen Abschnitten gibt es auch einige Bilder, meiner Meinung nach könnte es da allerdings noch mehr geben, denn in diesem Fach ist vor allem die räumliche Orientierung wichtig, denn an die meisten Begriffe kann man sich schon erinnern, aber die Zuordnung zu den zusammenhängenden Krankheitsbildern könnte man anhand mehrerer Bilder vielleicht klarer darstellen. Ebenfalls würde ich eventuell die Texte in Physiologie kürzen, weil man doch genügend Informationen zur Pathophysiologie in dem Klinik-Teil erhält. Das ist aber nur mein persönliches Gefühl, das bei den Studierenden in Modulstudiengängen anders sein könnte und ich kann mir auch vorstellen, dass es da durchaus mehr Sinn macht.

Ähnliche Anmerkungen hätte ich auch zu dem Untersuchungsmethoden-Kapitel. Ich hätte mir eventuell eine detailliertere Ausarbeitung von den Untersuchungsmethoden des Klinikalltags gewünscht und andersrum. Diese Kapitel sind sehr gut, kein Zweifel, aber beim Nachschlagen der Untersuchungsbefunde bei der z.B. Rhinoskopie habe ich außer einer Beschreibung des physiologischen Befundes nichts gefunden und selbst die fand ich mangelhaft, bzw. meine Fragen (was ist was, ist es normal, was sehe ich eigentlich) konnte es nicht wirklich beantworten.

Dafür muss ich die Klinik-Kapitel nur loben. Total übersichtliche Aufteilung von sehr vielen Krankheitsbildern wie man sich es nur wünschen kann: Definition, Ursachen, Einteilung, Symptome, Befunde, Therapie, Folgen. Wenn man alles ausreichend lernt, muss man eigentlich die meisten HNO-Prüfungen auch bestehen.

Fazit: Ein sehr gutes Lehrbuch für alle, die mehr als nur Basics wissen wollen/müssen. Für das 2. STEX mehr als genug, für das 3. bzw. als Vorbereitung für Bed Side Teaching wegen mangelnden Beschreibungen der praktischen Tätigkeiten eher nicht ausreichend.

Lunge und Atemwege: 1.Auflage; Lüscher, Steffel (Springer)

In dem Buch werden Grundlagen, diagnostische Techniken und die meisten Erkrankungen im Bereich der Lunge und der Atemwege behandelt und das kurz und knapp zusammengefasst auf 160 Seiten. Erschienen ist es 2014 als Teil der Reihe „Module Innere Medizin“, die besonders für Medizinstudenten und junge Assistenzärzte geschrieben sind um einen groben Überblick zu geben oder die wichtigsten Dinge noch einmal zu wiederholen ohne zu sehr in die Details zu gehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Inneren Medizin während chirurgische Methoden eher vernachlässigt werden oder in einem Nebensatz auftauchen. Neben dem Text werden viele Abbildungen verwendet wie CT- und MRT-Bilder, Tabellen, histologische Schnitte und noch vieles mehr.

Das erste Kapitel befasst sich mit der Anatomie und der Physiologie der Lunge, um einen guten Einstieg in das Thema Lunge und Atemwege zu gewährleisten. Es ist kein ausführliches Kapitel, sondern dient mehr der allgemeinen Wiederholung. In den nächsten zwei Kapiteln wird die Diagnostik und die Epidemiologie pneumologischer Krankheiten besprochen. Darauf folgen Kapitel die in Übergruppen von verschiedenen Krankheiten eingeteilt sind: Obstruktive-, infektiöse Atemwegs- und Lungenerkrankungen, diffuse Lungenparenchym-, Lungengefäßerkrankungen, Lungen- und Bronchialtumore, Pleuraerkrankungen und zum Schluss wird noch auf Atemstörungen und Atemregulationsstörungen eingegangen und ein kleines Kapitel zur Tabakentwöhnung bildet den Abschluss.

Mir persönlich hat das Kurzlehrbuch „Lunge und Atemwege“ sehr gut gefallen. Es ist kurz und praktisch zusammengefasst und man kann sich in kurzer Zeit einen guten Überblick verschaffen. Außerdem finde ich auch das Anfangskapitel mit Anatomie und Physiologie gut, um nochmal die wichtigsten Grundlagen zu wiederholen und sich in das Thema einzulesen. Diagnostische Methoden werden sehr gut beschrieben und auch mit vielen Bildern verständlich gemacht. Die in Farbe hervorgehobenen Kästchen mit wichtigen Informationen sind sehr hilfreich und nicht zu häufig. Alles in allem wird man mit diesem Kurzlehrbuch gut für den Klinikalltag vorbereitet und kann damit auch die dazugehörigen Prüfungen bewältigen. Wer sich besonders für die Chirurgie interessiert, sollte sich überlegen ein anderes Buch zu kaufen, da dieses sich besonders mit der Inneren Medizin befasst.

Basiswissen Innere Medizin: 1.Auflage; C.Prinz (Springer)

„Viel Stoff und wenig Zeit?“, damit wirbt der Klappentext dieses Kurzlehrbuches von C. Prinz, Facharzt für Innere Medizin.

Für Medizinstudenten ist dieser Slogan sehr ansprechend, da die Fülle an Informationen die Zeit, die zur Verfügung steht, oftmals übersteigt. Für Neueinsteiger ist dieses Problem in diesem Fall gut gelöst, da das Buch einen unkomplizierten Einblick in die einzelnen Fächer bietet. Das Buch ist knapp 400 Seiten lang, zum Teil in Stichpunkte geschrieben, doch sind überwiegend ganze Sätze ausformuliert.

Die einzelnen Kapitel beinhalten:

Herzkreislauf (Kardiologie)

Atmungsorgane (Pneumologie)

Niere und ableitende Harnwege (Nephrologie)

Verdauungsorgane (Gastroenterologie)

Stoffwechselerkrankung (Endokrinologie)

Blutbildende Organe (Hämatologie)

Bewegungsapparat

Infektionskrankheiten (Infektiologie)

Zusätzlich gibt es noch Fallbeispiele, die den einzelnen Kapiteln zugeordnet sind. Die einzelnen Kapitel folgen einer mehr oder weniger einheitlichen Struktur:

Anatomie/Physiologie: Hier werden grundlegende Informationen zum betreffenden Thema aufgefrischt. Dieser Abschnitt ist nur rudimentär und ersetzt nicht das Wissen, dass man sich im vorklinischen Teil des Medizinstudiums angeeignet hat. Dennoch ist es ganz hilfreich, da sich mit der Zeit die ein, oder andere Wissenslücke aufgetan hat.

Diagnostische Methoden: Zu dem jeweiligen Fach (z.B. Kardiologie )werden kurz Maßnahmen, wie klinische Untersuchungen, Labordiagnostik, Röntgenthorax, Echokardiographie (Stress-Echo), Kardio-MRT, EKG, Herzkatheter erläutert und vorgestellt.

Erkrankung: Die häufigsten und wichtigsten Erkrankungen werden hier genannt. Dabei wird auch einem Schema gefolgt (Definition, Epidemiologie, Pathogenese, Symptome, Diagnostik, Therapie, Komplikationen). Die einzelnen Punkte werden jeweils nur kurz abgehandelt.

Leitsymptome: Jeweils ein kurzer zusammenfassender Abschnitt am Ende, der die wichtigsten Symptome auflistet und nochmal kurz wiederholt, was zu den einzelnen Erkrankungen geschrieben wurde.

Algorithmen: Hier wird kurz geschildert wie man bei bestimmten Leitsymptomen weiter vorgeht. Ziel ist es eine Diagnose zu stellen oder auszuschließen, mittels verschiedener diagnostischer Maßnahmen. Erklärungen im Text erläutern übersichtliche Graphiken zu den Herangehensweisen.Tabellen und farbige Abbildungen ergänzen zudem den Text. Im Text selbst gibt es Querverweise auf diese. Wichtige Sachverhalte sind hervorgehoben und sind stichpunktartig in „Übersichten“ festgehalten. Zusätzlich wird man darauf aufmerksam gemacht, welches Thema schon einmal im Stex (mit Jahr) vorkam. Dieses Buch verschafft einen guten Überblick über die Inneren Medizin. Es lohnt sich am Anfang ohne Vorerfahrung dieses Buch zur Hand zu nehmen. Es ist nicht alles darin enthalten, spezielle Sachverhalte sollten aus Vorlesungen, etc. ergänzt werden. Hierbei handelt es sich auch nicht um ein Nachschlagewerk. Nur dieses Buch alleine für Prüfungen zu verwenden würde ich nicht empfehlen – 90% als Ergebnis halte ich nicht für realistisch, dass man damit eine Prüfung bestehen kann schon. Dennoch sollte man noch andere Lernquellen haben und sich nicht nur hierauf verlassen.

Von G.Hupel

Taschenatlas Hämatologie: Mikroskopische und klinische Diagnostik für die Praxis (Haferlach, 2019)

Allgemeines

Das Buch erscheint in der Taschenatlas-Reihe von Thieme und soll als Hilfe für die mikroskopische und klinische Diagnostik hämatologischer Erkrankungen dienen. Wie der Name „Atlas“ im Titel schon verrät, handelt es sich nicht um ein klassisches Lehrbuch, sondern um ein Buch mit vielen Bildern und Tabellen, die das Lernen am Originalbild ermöglichen, die Unterscheidung von normalen und pathologischen Befunden darstellen und sämtliche Untersuchungsmethoden erläutern sollen.

Zielgruppe

Das Buch soll in erster Linie bei der Diagnostik in der Praxis helfen, d.h. es richtet sich eher an (Fach-) Ärztinnen als an Studierende. Die ersten beiden Kapitel können jedoch auch bei der Prüfungsvorbereitung im Studium für verschiedene Fächer der Vorklinik (Histologie, Physiologie) und Klinik (Klinische Chemie, Hämatologie) hilfreich sein.

Aufbau und Inhalt

Der Taschenatlas Hämatologie gliedert sich in fünf Kapitel: Kapitel 1 beschäftigt sich mit der Physiologie und Pathophysiologie der Blutzellsysteme. Dabei werden zuerst die physiologischen Grundlagen der verschiedenen Zellreihen wiederholt und anschließend hämatologische Untersuchungstechniken und Normalwerte erläutert. Besonders gut gefällt mir hier die genaue Erklärung der Untersuchungstechniken, die eine gute theoretische Grundlage für die Praxis legen. Ein diagnostischer Stufenplan mit Richtlinien bei der Diagnostik von Blutbildveränderungen rundet das Kapitel ab.

Kapitel 2 zeigt die normalen Zellen des peripheren Blutes und der blutbildenden Organe. Dabei wird v.a. auf die Morphologie der einzelnen Zellelemente der Hämatopoese eingegangen, die alle mit großen Bildern und einer kurzen Beschreibung dargestellt sind. Auch die diagnostische Bedeutung der einzelnen Zellelemente wird ausgeführt. Des Weiteren wird die Zellzusammensetzung des Knochenmarks ausführlich beschrieben und mit vielen Bildern dargestellt.

Das ausführlichste Kapitel 3 beschäftigt sich mit Störungen der weißen Zellreihen. Dabei wird von der infektiösen Mononukleose, über das Mantelzelllymphom bis zu den akuten Leukämien jede wichtige hämatologische Erkrankung der weißen Zellreihe behandelt. Dabei wird v.a. auf die diagnostischen und klinischen Befunde eingegangen und die Krankheitsbilder differenzialdiagnostisch erläutert.

Kapitel 4 behandelt die Störungen der Erythrozyten und Thrombozyten. Nachdem die verschiedenen Formen der Anämie beschrieben worden sind, folgt eine Übersicht zu Erythrozyteneinschlüssen und Thrombozytenstörungen.

Die Zytologie von Körperhöhlenergüssen, Liquor und Lymphknoten wird im letzten Kapitel behandelt. Der Fokus wird hier wieder auf die diagnostischen Befunde gelegt und mit vielen Bildern anschaulich dargestellt.

Didaktik

Meiner Meinung nach ist das Buch didaktisch gut aufgebaut. Die Texte sind gut zu verstehen, geben einen Überblick über die Thematik und vertiefen das grundlegende Wissen. Zu jedem Erkrankungsbild gibt es anschauliche Bilder von mikroskopischen Befunden. Viele Tabellen geben noch einmal kurze Zusammenfassungen und stellen die wichtigsten Differenzialdiagnosen und Klassifikationen dar. Farblich abgehobene Merke-Kästen heben wichtige Fakten hervor.

Preis

Mit einem Preis von 49,99€ wirkt der Taschenatlas mit seinen 292 Seiten recht teuer. Das lässt sich aber durch die vielen Bilder relativieren und so lässt sich der Preis meiner Meinung nach gerade noch rechtfertigen.

Fazit

Den Taschenatlas Hämatologie würde ich jedem/-r Arzt oder Ärztin empfehlen, die sich in der fachärztlichen Weiterbildung befinden oder bereits Fachärzt*in für Hämatologie und Onkologie sind. Hier gibt das Buch einen genauen Überblick und lässt sich gut als Nachschlagewerk nutzen. Für effizienzorientierte Studierende ist das Buch jedoch eher überflüssig, da man bei der Prüfungsvorbereitung eher auf Literatur des jeweiligen Faches zurückgreifen sollte. Für Hämatologie-Interessierte ist der Taschenatlas aber ein nettes Nachschlagewerk, in dem sich der Durst der Wissbegierigen sicher stillen lässt.

„BASICS - Hämatologie“ (5. Auflage, Marlies Michl, Elsevier, Urban & Fischer)

Allgemeines

Das „BASICS – Hämatologie“ (5. Auflage, Marlies Michl, Elsevier, Urban & Fischer) verspricht auf knapp 200 Seiten einen Überblick über hämatologische Krankheitsbilder mit Einbeziehung neuester Therapie-Leitlinien zu verschaffen. Dies gelingt auch zum größten Teil – die Kapitel sind nachvollziehbar in einen allgemeinen (physiologische Grundlagen, Diagnostik) und einen speziellen (verschiedene Krankheitskomplexe wie Anämie und Leukämie, Therapieansätze wie Bluttransfusion oder Stammzelltransplantation, etc.) Teil aufgeteilt, gefolgt von sehr anschaulichen und hilfreichen Fallbeispielen. Ein aktualisierter Bildanhang fasst schließlich mikroskopische Merkmale pathologischer Blut- und Knochenmarksausstriche prägnant zusammen.

 

Zielgruppe

Dieses Buch richtet sich an Medizinstudierende im klinischen Abschnitt. Es setzt ein Minimum an Vorwissen voraus, das man in der Klinik aber normalerweise haben sollte. Für Laien oder Interessierte ohne medizinischen Hintergrund ist dieses Buch nicht geeignet, da es doch sehr sachlich geschrieben ist und alltägliche „Kliniksprache“ verwendet.

 

Aufbau und Inhalt

Wie in der BASICS-Reihe üblich gilt das Doppelseitenprinzip; es wird also versucht, ein Kapitel auf eine Doppelseite zu begrenzen. Dies gelingt natürlich nicht immer, dennoch hat sich die Autorin die Mühe gegeben, den Inhalt auf das Wesentlichste und Relevanteste zu beschränken. Sehr praktisch ist das Vorhandensein einer farblich hervorgehobenen Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels, die stichpunktartig die wichtigsten Informationen herauspickt.

Der allgemeine Teil wiederholt strukturiert bekannte physiologische Grundlagen ausgehend von der Hämatopoese über die Funktion der einzelnen Blutzellen bis hin zum Immunsystem. Selbst komplexere Themen wie die Hämostase werden mit Hilfe sehr guten Abbildungen klar und einfach erklärt.

Der spezielle Teil befasst sich hauptsächlich mit den häufigsten hämatologischen Krankheitsbildern. Wie von anderen Lernmedien vielleicht bekannt sind die Erkrankungen in Definition, Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie unterteilt. Eingefügte Patientenbilder und Verweise auf den Bildanhang veranschaulichen die beschriebene Klinik und Diagnostik.

Die ungefähr 10 Seiten Fallbeispiele sind eine ganz gute Möglichkeit das Gelernte nochmal abzurufen, nur leider befinden sich die Antworten zu den gestellten Fragen unmittelbar drunter, sodass man diese abdecken müsste, um die Fragen ohne Hilfe zu beantworten.

 

Didaktik

Wie man es sich von einem „BASICS“-Buch erhoffen würde, sind die vermittelten Informationen einfach und verständlich erklärt. Die Autorin verliert sich nicht in irrelevante Details, sondern versucht auch Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten verschiedener Krankheiten zu beleuchten. Wer also lieber mit einem Fließtext im Gegensatz zu einfachen Stickpunkten/-wörtern lernt, ist mit diesem Buch gut aufgehoben.

 

 

Fazit

Für einen groben Überblick und Vorbereitung einer Famulatur/ eines PJ-Tertials – und auch zum Bestehen der Prüfung – reicht dieses Buch vollkommen aus. Für Interessierte der Hämatologie ist man mit einem ausführlicheren Lehrbuch natürlich besser ausgestattet. Der Preis von 24€ ist meiner Meinung nach angemessen.

"Fallbuch Innere Medizin" (Bernhard Hellmich, Thieme, 6.Auflage)

 Allgemeines:

Das Fallbuch Innere Medizin stellt auf 400 Seiten 155 Fälle da. Im ersten Drittel des Buches sind die Fälle gedruckt und die anderen zwei Drittel stellen die Auflösungen dieser Fälle.

Zielgruppe:

Dieses Fallbuch richtet sich an Studierende, die bereits im klinischen Abschnitt des Studiums sind. Auch sollte man vorher mit der Materie vertraut sein, denn die Bearbeitungsweise, zuerst Fall und dann die Auflösung, ergibt, dass man Vorwissen benötigt, um dieses Buch sinnvoll zu verwenden. Zur Vertiefung und zur Überprüfung seiner eigenen Kompetenzen nach dem Lernen, ist dieses Buch ideal.

Aufbau und Inhalt

Das Fallbuch deckt die gesamte Innere Medizin ab. Grundsätzlich sind die Fälle nach Fachrichtung sortiert und erlauben so ein gezieltes Vertiefen in das jeweilige Fachgebiet. Aber es gibt noch ein zusätzliches Inhaltsverzeichnis, welches die Fälle nach Krankheiten angibt.
Jeder Fall beginnt mit einer kurzen Fallvignette, wie kommt der/die Patient/in zu Ihnen und mit welchen Beschwerden. An diese Beschreibung schließen sich 3-4 Fragen an, die sich sehr an den klinisch relevantesten Aspekten des Krankheitsbildes orientieren. So wird man fast immer nach der Verdachtsdiagnose, sowie nach Differentialdiagnosen gefragt. Auch Fragen nach den wichtigsten diagnostischen Maßnahmen, Therapieverfahren und fallspezifische Fragen kommen regelmäßig vor. Dies schult das klinische Denken. Die Bearbeitung des Falls wird durch zwei ausklappbare Tabellen unterstützt, welche die wichtigsten Laborparameter mit den jeweiligen Referenzwerten darstellen.
Die Lösungen für die Fälle sind im zweiten Teil des Buches präsentiert. Hier werden die im ersten Teil gestellten Fragen ausführlich beantwortet. Dies wird durch Tabellen und Abbildungen unterstützt. Jedoch wird es nicht dabei belassen, einfach nur die Fragen zu beantworten, sondern das Lehrbuch liefert auch immer einen Kommentar zu jedem Fall. In diesem Kommentar werden jeweils die wichtigsten Fakten und Informationen zu dem Krankheitsbild kurz und übersichtlich dargestellt.

Didaktik:

Das Buch ist didaktisch sehr leicht zu nutzen. Der Aufbau erschließt sich sofort und man kann sofort anfangen zu arbeiten.
Der Aufbau in einzelne Fälle erlaubt es auch, dass man dieses Buch begleitend zum Studium nutzt und kurz einen einzelnen Fall bearbeitet, wenn es gerade zeitlich möglich ist.
Auch zur Auffrischung einzelner Themen ist dieses Buch sehr gut geeignet, da die Erklärungen kurz und prägnant die jeweiligen Krankheitsbilder wiedergeben.

Preis

Mit 50€ ist das Fallbuch nicht besonders günstig, jedoch finde ich diesen Preis durchaus angemessen, da das Buch eine sehr gute Ergänzung zum Studium bietet, in der Fallbesprechungen sonst nur mit Dozenten vollumfänglich möglich sind.

Fazit

Dieses Buch ist sehr gut zur Vertiefung und Überprüfung des eigenen Wissens geeignet. Es lohnt sich besonders, dieses Buch begleitend zum Studium oder zur Vorbereitung auf Prüfungen zu nutzen, da man sich effektiv selbst überprüfen kann und trotzdem noch dabei weiter etwas lernt.

Organsysteme verstehen Herz-Kreislauf-System Integrative Grundlagen und Fälle: 1. deutsche Auflage; Alan Noble, Robert Johnson, Alan Thomas, Paul Bass Elsevier

Allgemeines

Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es in dem Lehrbuch darum, die Komplexität des gesamten Herz-Kreislauf-Systems verständlich und übersichtlich darzulegen und das kompakt in weniger als 170 Seiten. Es werden einerseits sowohl anatomische, histologische, physiologische sowie biochemische Grundlagen erörtert, als andererseits auch Pathologien und klinisch-relevante Untersuchungen und Fälle erklärt.

Zielgruppe

Da das Buch einen großen, jedoch nicht unbedingt äußerst detaillierten, Überblick über die gesamte Materie bietet, ist es meiner Meinung nach am besten für Kliniker geeignet, um den gesamten Stoff beispielsweise vor einer Prüfung noch einmal zu wiederholen oder um die wichtigsten Fakten aus der Vorklinik aufzufrischen. Darüber hinaus kann ich es aber auch Vorklinikern empfehlen, die gerne schon Einblicke in die klinische Relevanz dessen, was sie lernen, erhaschen möchten.

Aufbau und Inhalt

Das Lehrbuch ist gegliedert in 14 Kapitel. Didaktisch logisch aufgebaut bildet den Beginn die Ursache des gesamten Herz-Kreislauf-Systems, die  Sauerstoffversorgung des Körpers. Es wird auf die Folgen einer zu geringen Sauerstoffversorgung eingegangen und die verschiedenen Gefäßtypen werden mikroskopisch bzw. histologisch unterschieden. Anschließend wird auf die Struktur und Funktion der Herzmuskulatur eingegangen, samt histologischer, physiologischer und elektrochemischer Besonderheiten. Nun folgen die Pathologien: Herzklappenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Pathologien der Gefäße sowie auch die Regulierung der Herzfunktion. Natürlich darf auch eine Erläuterung des Elektrokardiogramms nicht fehlen. Um das ganze abzuschließen folgen zum Schluss Kapitel über den arteriellen Blutdruck, das Kapillar- und Lymphsystem, fetales Herz-Kreislauf-System und angeborene Herzfehler, Sport und Herz-Kreislaufsystem, sowie zuletzt Hämorrhagie und Kreislaufschock.

Definitiv von Vorteil sind die Lernziele zu Beginn jedes Kapitels, die einem die Möglichkeit bieten, seinen Wissensstand zu überprüfen. Besonders gut gefallen haben mir außerdem die Fallbeispiele, die sich meist über mehrere Teile durch ein Kapitel ziehen, sowie die Absätze „Wissenswertes“, die das Ganze etwas auflockern. Meiner Meinung nach gäbe es noch Verbesserungsbedarf in der Verständlichkeit der Grafiken, die teilweise durch das Weglassen von Informationen und das damit vermeintliche Vereinfachen, erst recht mehr Zeit beanspruchen, um sie vollständig zu verstehen. Ebenso werden auch teilweise kompliziertere Themen versucht einfacher zu erklären, wobei hier wichtige Informationen weggelassen werden, die die komplette Verständlichkeit des Themas erschweren.

Didaktik

Abgesehen von den bereits genannten Punkten, ist das Lehrbuch gut aufgebaut und gegliedert. Die einzelnen Kapitel sind in sich schlüssig und verständlich geschrieben. Im Großen und Ganzen ist das Buch gut verständlich geschrieben. Um aber auch die etwas schwierigeren Themen, wie beispielsweise die Herleitungen der Nernst- und Goldman-Gleichung zu verstehen, schadet es nicht bereits Vorwissen zu haben, dies scheint mir komplett ohne Vorwissen nur mit Hilfe dieses Lehrbuches doch etwas schwierig.

Preis

Meiner Meinung nach ist der Preis von momentan 30,00 Euro gerechtfertigt, da das Buch eine gute Möglichkeit bietet, um sein Wissen noch einmal aufzufrischen und das Herz-Kreislaufsystem im Ganzen zu wiederholen

Fazit

Das Lehrbuch bietet im Gegensatz zu vielen anderen Lehrbüchern die Gelegenheit das Herz-Kreislaufsystem gleichzeitig aus vielen verschiedenen Perspektiven gleichzeitig zu betrachten, beispielsweise aus histologischer, biochemischer und pathologischer Sicht. So können auch Zusammenhänge erkannt werden, die sonst auf Grund des meist fachbezogenen Lernens nicht direkt offensichtlich sind. Daher kann ich das Lehrbuch genau aus diesem Grund auch wärmstens weiterempfehlen. Meiner Meinung nach bietet es den größten Nutzen Studierenden, die sich mit der Materie bereits befasst haben.

Checkliste Echokardiographie: 5.Auflage; Böhmeke, Schmidt (Thieme)

Allgemein: Das Buch umfasst 204 Seiten und kommt in einem handlichem 18,5 x 11,5cm Format daher. Es enthält einen eRef-Onlinecode, mit dem man auf eine digitale Version des Buches für Smartphone, Tablet oder Computer zugreifen kann.

Layout: Ein fester Plastikeinband schützt das Buch im klassischen Klinikalltag vor Verschleiß und passt sich flexibel der Kitteltasche an. Dazu soll ein rotes Einmerk-Band das Nachschlagen erleichtern.

Der Aufbau ist etwas anders als in den Vorauflagen. Gleich zu Beginn, beim Anheben des Deckels, findet sich (noch vor den Seiten bibliografischer Angaben) das Inhaltsverzeichnis aufgeteilt in die zwei wesentlichen Überkapitel „Grundlagen der Echokardiographie“ und „Organveränderungen im TTE und TEE“. Letzteres enthält am Ende noch einige Seiten über physikalische Grundlagen der Sonographie, die in den Altauflagen zu Beginn des Buches standen. Die letzten beiden Seiten des Buches zeigen Tabellen mit möglichen Befunden, Normwerten und Differenzialdiagnosen.

Die Überkapitel sind farblich voneinander abgegrenzt, Alles in Allem sieht man, dass der Verlag sich viel Mühe gegeben hat, ein handliches Werk mit schneller Infosuche herauszugeben.

Inhalt: Das Buch wartet mit sehr vielen Bildern auf, dabei wird man nie mit einem Echo-Foto alleine gelassen, sondern findet stets daneben eine farbige Zeichnung, die topographisch den Herzausschnitt zeigt, den man im Echo sieht mit entsprechenden Hervorhebungen.

Die Beschreibungen sind knapp formuliert und für die klinische Untersuchung aufs Wesentliche beschränkt. Trotzdem enthalten die Grundlagenkapitel ‚Echokardiographie’ zu Beginn des Buches und ‚Physikalische Grundlagen’ am Ende überraschend viel Lehrbuchwissen.

Fazit: Das Buch eignet sich hervorragend als kardiologisches Nachschlagewerk für die Kitteltasche und auch lernen lassen sich daraus alle Essentials der Echokardiographie.\r\nFür Studierende geht es über das prüfungsrelevante Wissen weit hinaus, da lohnt es sich mehr, es auszuleihen, um die Diagnostik, Pathologien, Bildschnitte und Techniken aus den Praktika nachvollziehen zu können. Bei weitergehendem Interesse an der Kardiologie ist es dagegen eine sehr sinnvolle Anschaffung.

Der Preis mit aktuell EUR 49,99 scheint für ein kleinformatiges 204 Seiten-Buch recht hoch, allerdings ist das Werk für einen Kardiologen – ob angehend oder nicht – fast obligatorisch. Für Studierende, wie bereits erwähnt, lohnt es sich bei Interesse auszuleihen und ist neben „EKG-Kurs für Isabel“ während einer Famulatur beim Kardiologen die Bestausstattung.

Kurzlehrbuch Neurologie: 2.Auflage; Rémi, Fesi (Elsevier)

Es ist ein etwas umfassenderes Kurzlehrbuch für Neurologie in der 2. Auflage von Elsevier, in 19 Kapitel gegliedert und hat 420 Seiten. Jedes Kapitel ist für sich kurz und prägnant, enthält aber genau die Informationen und ausführliche Erklärungen, die für die komplexen Themen der Neurologie notwendig sind, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Didaktisch ist das Lehrbuch sehr gut aufgebaut. Jedes Kapitel ist schön übersichtlich gegliedert. Trotz Fachsprache sind die Sachverhalte sehr verständlich und absolut ausreichend erklärt. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Top-Ranking der wichtigsten IMPP-Themen, die am häufigsten gefragt werden. So ist es möglich individuell zu gewichten, je nachdem, ob man aus Zeitnot nur kurz einen groben Übelblick haben möchte oder sich vertieft in die Thematik einarbeiten will.

Pro Thema gibt es ein „Merke“-Kästchen, in dem das Wesentliche kurz zusammengefasst ist. Prüfungsrelevante und besonders wichtige Abschnitte (v.a. für das IMPP) sind deutlich gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es nützliche Lern- und Praxistipps und am IMPP-orientierte klinische Fälle.

Das Kurzlehrbuch wird seinem Namen gerecht, da es viele nützliche Tabellen gibt, die einen schnellen Überblick und eine gute Zusammenfassung bieten.

Es hat didaktisch gut durchdachte Abbildungen (CTs, MRTs und viele andere für die jeweilige Erkrankung typischen Befundungsergebnisse z.B. EEGs) mit kurzen Beschreibungen, die das Wesentliche gut herausarbeiten.

Sehr nützlich sind auch die empfohlenen Youtube-Links. Die Youtube-Videos zeigen typische Untersuchungstechniken und Symptome verschiedenster Krankheitsbilder der Neurologie, die durch alleinige schriftliche Beschreibungen nicht so geeignet sind.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch! Geeignet als Kurzlehrbuch, wenn man grob einen Überblick haben möchte und keine Zeit mehr hat. Aber genauso auch für diejenigen, der sich tiefer einlesen und ein breites Wissensspektrum mit fundiertem Hintergrundwissen erwerben möchten.

Buchrezension "Neurologie hoch2", 1. Auflage, Prof. Dr. Matthias Sitzer, Prof. Steinmetz

Allgemeines

Das Buch “Neurologie hoch2” von Prof. Dr. Matthias Sitzer und Prof. Steinmetz erschien 2018 in erster Auflage vom Verlag Elsevier und umfasst 544 Seiten. Der Verkaufspreis beträgt 55,00 €.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Medizinstudierende des klinischen Studienabschnitts, die sich im Neurologie-Block befinden und sich auf die zugehörige Prüfung oder auf das zweite Staatsexamen vorbereiten möchten.

Vorwissen sollte vorhanden sein, das Buch knüpft eindeutig an vorklinische und klinische Inhalte an. Trotz guter Einleitungen einzelner Kapitel muss man sich mit der Materie auskennen, um die daran anknüpfenden Inhalte verstehen zu können.

Durch die sehr detaillierte Darstellung klinisch neurologischer Inhalte ist dieses Buch nicht für Vorkliniker geeignet.

Auch Laien würde ich dieses Buch nicht empfehlen, da das vermittelte Wissen zwar auch gut Grundlagen wiederholt, hauptsächlich jedoch am im Medizinstudium vermitteltem Wissen anknüpft.

 

Aufbau und Inhalt

Auf 544 Seiten handelt dieses Buch 22 Bereiche der Neurologie, von Demenz über Schwindel und Bewegungsstörungen bis hin zu Erkrankungen des Liquorkreislaufs ab.

Das Konzept des Buches erinnert sofort an die “Duale Reihe”, da alle Seiten in Haupt- und Seitenspalten unterteilt sind. Anders als bei der “Dualen Reihe” ist das Buch laut Beschreibung nicht direkt Lehrbuch und Kurzlehrbuch gleichzeitig, sondern soll Wissen von Dozenten in Hauptspalten mit übersichtlichen, von Studenten geschriebenen Exzerpten in den “Studentenspalten” (=Seitenspalten) vereinen. Daher auch der Name “Wissen hoch2 – Dozent x Student”. Beim Lesen fällt jedoch auf, dass die “Studentenspalten” den Seitenspalten der “Dualen Reihe” und somit einem Kurzlehrbuch sehr ähneln.

Zu Beginn jedes der 22 Kapitel findet sich zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches ein Inhaltsverzeichnis für die Übersicht über das jeweilige Kapitel. Die Kapitel werden sehr schön eingeleitet, die Inhalte vieler Einleitungen wie z.B. Erkrankungen der Muskulatur erinnern in Gutem an die Zeiten der ersten Semester zurück. Die Aufarbeitung einzelner Themen ähnelt in kompakter Form dem Konzept von “Amboss” (Definition, Epidemiologie, Einteilung, Pathogenese, Klinik, Diagnostik, Therapie, Prognose usw.).

Die einzelnen Kapitel beginnen stets mit einer guten Wiederholung der dazugehörigen Anatomie und Physiologie, danach folgen bei Kapiteln wo dies sinnvoll ist übergreifende Unterthemen wie das klinische Management, Leitsymptome, Zusatzdiagnostik  etc. für das Kapitel.

Am Ende jedes Kapitels befinden sich Übungsfragen fürs Mündliche Examen mit Lösungshilfen und NKLM-Lernziele, allerdings umfassen diese nie mehr als eine knappe Seite. Auch wenn hierbei wichtige Themen wiederholt werden, finde ich dies zu wenig und würde persönlich in Vorbereitung auf das Mündliche Examen sicherlich eher zu einem anderen Buch (wie z.B. den MEX Büchern von Elsevier) greifen.

Besonders gut gefallen hat mir neben dem sehr guten Aufbau auch das Design des Buches

– das Buch wirkt modern und irgendwie anders als die sonstigen Lehrbücher, die man kennt. Die Inhalte sind übersichtlich angeordnet, farbliche Unterstreichung ist sehr gelungen und es gibt viele praktische “Cave”, “Lerntipp”, “Praxistipp”, “Merke” und andere Kästchen. Es besitzt ein weiches Cover, wodurch auch das Format eher etwas ungewöhnlich wirkt (DINA4, aber für die Größe selbst mit 544 Seiten recht dünn), allerdings muss ich sagen, dass hierdurch das Buch eher etwas unhandlich ist (ist ziemlich groß und verbiegt sich sehr leicht, zudem kriegen die Seiten beim unbedachtem Blättern schnell Falten oder Risse).

Zusätzlich beinhaltet das Buch einen Code, mit dem man online auf alle Inhalte des Buches (keine zusätzlichen) zugreifen kann. Zunächst gestaltete sich die Anmeldung seitens der Website schwierig, weil selbst nach mehreren Anläufen und Anmeldung mit zwei verschiedenen Email-Adressen “beim Verarbeiten meiner Anmeldung ein Fehler unterlaufen” ist, sodass ich erst einige Tage später, als die Anmeldung plötzlich funktioniert hat, auf die Inhalte zugreifen konnte.

Online fand ich die Inhalte des Buches 1:1 nach Kapiteln sortiert wieder, es gibt allerdings keine Suchfunktion, mit der man das ganze Buch nach Stichworten durchsuchen könnte. Zudem kann auf die Inhalte nur online zugegriffen werden, ich habe keine Möglichkeit eines Downloads oder eine “offline”-Funktion gefunden.

 

Didaktik

Da das Buch kein Kurzlehrbuch ist, beinhaltet es sehr viel Wissen in recht kleiner Schrift. Die Texte sind sehr verständlich geschrieben und lassen sich angenehm lesen. Auch durch das Design des Buches (angenehme Farben und schöne Gestaltung) fällt das Lesen der Texte nicht allzu schwer. Die “Merke” und andere Kästchen sind sinnvoll gesetzt und die Inhalte sehr gut formuliert. Auch die gewählten Bilder findet man an passender Stelle und veranschaulichen die Inhalte der Texte ausgezeichnet.

 

Preis

Durch die neue Auflage und über 544 Seiten finde ich den Preis von 55€ absolut gerechtfertigt. Zudem wird man ein ebenso gutes Nachschlagwerk für das Fach Neurologie neu kaum für einen geringeren Preis bekommen.

Das Buch ist über die Universitätsbibliothek München nicht als E-Book verfügbar, es gibt aber ein vor Ort benutzbares Exemplar in der Medizinischen Lesehalle (nicht ausleihbar).

 

Fazit

Insgesamt kann ich dieses Buch absolut weiterempfehlen – es ist vom Aussehen her mal etwas “Neues” und bringt im Modul 4 mal etwas Abwechslung ins Lernen hinein. Zudem ist  es ein sehr schön gestaltetes Nachschlagwerk, mit dem ich mich im Fach Neurologie gut aufgehoben fühlen würde.

Ganz ausgezeichnet!

Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie: 3.Auflage; Wülker (Thieme)

Aufbau: Das Lehrbuch für Orthopädie und Unfallchirurgie besitzt das handliche Taschenformat mit ca 12 x 19 cm. Die einzelnen Kapitel sind am Seitenrand farblich markiert um ein schnelles Nachschlagen und eine gute Übersicht zu gewährleisten.

Es ist inhaltlich nach den jeweiligen Abschnitten des Bewegungsapparates und nach System/Tumorerkrankungen gegliedert. Somit werden je Abschnitt, verschiedene Erkrankungen der Orthopädie, sowie Traumatas und Verletzungsmuster der Unfallchirurgie in einem Kapitel abgehandelt. Abgegrenzt durch eine Einleitende Überschrift.

Die spezifischen Erkrankungen werden unter den Punkten Ätiopathogenese, Diagnostik (Klinik, Bildgebung etc.) und Therapie abgehandelt. Ergänzt werden diese Unterpunkte ggf. durch blaue „ Gut zu Wissen“ Kästen in denen wichtige Sachverhalte hervorgehoben werden. Weiterhin dienen braune „Zusatzinfo“ Kästen der weiteren Vertiefung des Lernstoffes.

Inhalt: Folgende Kapitel beinhaltet das Taschenlehrbuch:

Hüfte, Becken, Oberschenkel

Fuß und Sprunggelenk

Wirbelsäule und Brustkorb

Schulter und Oberarm

Ellenbogen und Unterarm

Hand und Handgelenk

Tumorerkrankungen des Bewegungssystems

Systemerkrankungen, Syndrome

Fazit: Das Buch ist sehr handlich und bietet ein ausreichendes Maß an Informationen zum schnellen Nachschlagen und zum Bestehen von Prüfungen. So ist es im Vergleich zu anderen Kurzlehrbüchern auf keinen Fall im Nachteil, was die bloße Information in Schriftform angeht. Es sind viele Bilder der Radiologischen Diagnostik und Schemazeichnungen vorhanden. Etwas weniger Bilder gibt es für den intraoperative Situs oder von Verletzungen. Dafür jedoch von orthopädischen Deformitäten.

Aufgrund des Formates sind die Bilder klein gehalten, jedoch in ausreichender Qualität. Sehr nützlich und sehr angenehm zu lernen sind die Tabellen zu jeweiligen Untersuchungstechniken mit Bezeichnung der Technik, Bildern zum Ablauf und Deutung der Befunde.

Neugeborenennotfälle - Erstversorgung und Intensivmedizin: 2.Auflage; Hansmann (Schattauer)

Das Buch ist ein sehr umfangreiches Werk, das die komplette Palette der Versorgung von Neugeborenen-Notfällen sowie auch das gesamte Spektrum der relevanten intensivmedizinischen Versorgung umfasst.

Es ist eingeteilt in Teil I (Epidemiologie, Richtlinien und Organisation von Neugeborenen-Notarztdienst, Neonatologie und Geburtshilfe), Teil II (Basics für die Erstversorgung und Reanimation Neugeborener), Teil III (typische Szenarien im Neugeborenenalter), Teil IV (spezielle Notfälle und Probleme im Neugeborenenalter und jungen Säuglingsalter), Teil V (Notfallmedikamente zur Versorgung Neugeborener), Teil VI (Transport von Früh- und Reifgeborenen), Teil VII (Entscheidungsfindung in ethischen Grenzsituationen) und Teil VIII (Anhang mit Perzentilenkurven, Bilirubinkurven, Labor-Normwerte etc). Das Buch ist auf dem neusten evidenzbasierten Standard und auf Basis der aktuellsten internationalen Richtlinien. Didaktisch ist das Buch hervorragend konzipiert.

Sehr hilfreich sind das Abkürzungsverzeichnis und die Definitionen am Anfang sowie die Perzentilenkurven, Bilirubinkurven, Blutaustauschgrenzen, Normogramme der arteriellen Blutdrücke und Labor-Normalwerte am Schluss des Buches. Diese garantieren einen schönen schnellen Einstieg in das Thema und sind für eine Famulatur auf der Neointensiv ohne Vorwissen sehr gut.

Die Kapitel sind alle strukturell gleich aufgebaut, was ein schnelles Einlesen ermöglicht. Es gibt im Fließtext fett gedruckte wie auch kursive Satzteile und Aufzählungen, die bereits beim Überfliegen des Textes das Wesentliche gut gegliedert erfassen lassen und jeweils sinnvolle Merkkästchen mit prägnanten Merksätzen. Der Fließtext ist angenehm geschrieben und enthält das Wichtigste ohne zu weit auszuholen. Anschauliche Bilder mit sinnvollen Erklärungen daneben wie auch übersichtliche Tabellen und Algorithmen komplettieren das Ganze. Online-Refresher Fragen sorgen zusätzlich für den Wissenserhalt.

Eine weitere Stärke dieses Werkes ist die klare Praxisnähe. Es ist ein Handbuch mit konkreten Angaben (z.B. übersichtliche Dosierungstabellen sämtlicher Medikamente) und praktischen Anleitungen (z.B. Herzdruckmassage, Legen von Zugängen etc…).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Buch seinen Preis absolut wert ist. Es ist so umfassend, dass man kein anderes Buch zusätzlich benötigt. Wer nach dem Studium in der Neonatologie und Pädiatrie (aber auch Geburtshilfe oder Anästhesie) arbeiten will, ist sehr gut beraten mit diesem Werk. In der Famulatur auf der Neointensiv war es mir auch persönlich eine große Hilfe. Als reines Lehrbuch oder als Einstig in das Thema ist es aber sicher zu fundiert.

Kinder- und Jugendmedizin: 14.Auflage; Koletzko (Springer)

Die 14. Auflage dieses Buches ist mit ca 650 Seiten recht umfangreich. Allerdings bekommt man durch die insgesamt ziemlich ausführlichen 23 Kapitel einen guten Überblick über alles was die Kinder- und Jugendmedizin zu bieten hat.

Aufbau: Zu Beginn jeden Kapitels werden Leitsymptome und allgemeine Grundlagen eines Krankheitsbildes dargestellt. In diesem Lehrbuch werden aber nicht nur die Pathologien thematisiert, sondern auch die einzelnen Entwicklungsstufen des Kindes und kindgerechte Untersuchungsmethoden. Auch Besonderheiten in der kindlichen Anatomie oder Physiologie werden besonders vorgestellt, was es vor allem für „Anfänger“ erleichtert, die Zusammenhänge in der Pädiatrie zu verstehen. Des Weiteren gibt die kurze Einführung vor jedem Kapitel einen Überblick was einen auf den kommenden Seiten erwartet. Zusätzlich findet man in jedem Kapitel zahlreiche anschauliche Bilder. In farbig abgehobenen Kästen werden die Kernaussagen noch einmal wiederholt und verschiedene Definitionen und Normwerte (z.B. APGAR-Schema, U-Untersuchungen) in Tabellen dargestellt. Diese liefern eine kurze Übersicht über die wichtigsten Fakten. Um die verschiedenen Krankheitsbilder zusätzlich besser verstehen zu können, wurden viele Schaubilder erstellt, die die Sachverhalte zusätzlich erklären (z.B. bei den Herzvitien). Durch die Graphiken, Bilder und Tabellen, auf die der Text auch immer wieder verweist, wirkt das Buch gut strukturiert. Zusätzlich erleichtert es jedem das Lernen, der nicht gerne aus Fließtext lernt. Mit einem roten „Cave!“ wird auf Gefahren und Besonderheiten hingewiesen, die in der Praxis potentiell für den Patienten gefährlich werden können. Des Weiteren finden sich immer wieder Fallbeispiele eingestreut, in denen klinische Befunde noch einmal wiederholt und in einen praktischen Zusammenhang dargestellt werden.

Inhalt: Das Buch beinhaltet die folgenden Kapitel:

Wachstum, Entwicklung und Reife

Anamnese und Untersuchung

Medizinische Genetik in der Pädiatrie

Neonatologie; Ernährung und Ernährungsstörungen

Stoffwechselstörungen

Endokrinologie

Infektionskrankheiten

Erkrankungen des Immunsystems

Hämatologische Erkrankungen

Krebserkrankungen

Erkrankungen des Nervensystems

Sozialpädiatrie

wichtige psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen

Notfälle und erste Hilfe

Tropenmedizin und Pädiatrie in Entwicklungsländern

Arzneimitteltherapie im Kinder- und Jugendalter.

Jedes Kapitel ist eingeteilt in Definition, Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dies vermittelt einen guten Überblick und eine Struktur. Die Pathologien werden in jedem Kapitel sehr detailliert aber leicht verständlich dargestellt. Es gibt jedoch einige Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler, was das sonst sehr angenehme Lesen des Buches etwas stört. Außerdem werden gewisse Inhalte, wie die Purpura Schoenlein-Henoch, mehrfach wiederholt, sodass es etwas redundant wirkt. Alles in allem lässt es sich durch den angenehmen Schreibstil und die zahlreichen Bilder jedoch gut lesen und man nimmt aus dem Gelesenen auch etwas mit. Auch zu erwähnen ist, dass gerade die Tabellen oft die Schwerpunkte des IMPP abdecken.

In der Mitte des Buches findet man noch ein Fallquiz, das in 14 Fällen mit je 4 Schritten das Gelernte überprüft und die wichtigen Fakten noch einmal auffrischt. Hier kann man z.B. die Beurteilung von Rötgenbildern oder die Verwendung von Wachstumskurven üben.

Fazit: Trotz einiger Redundanzen ist es ein gelungenes Lehrbuch zur ausreichenden Vorbereitung auf ein Staatsexamen oder auch zum Nachschlagen im späteren Klinikalltag. Für die, die es kurz und prägnant wollen ist es nicht zu empfehlen. Für den, der sich für die Pädiatrie interessiert, ist es eine gute Investition.

Preis:49,95€ (Hardcover-Buch)

Intensivkurs Pädiatrie: 1.Auflage; Dr. A. Muntau (Elsevier)

Der Intensivkurs Pädiatrie von Muntau ist die “Pflichtlektüre”, wenn man Modul 5 an der LMU absolviert. Zunächst einmal allein wegen der Tatsache, dass die besagte Autorin des Buches maßgeblich an der Gestaltung der Pädiatrie-Zwischenprüfung und Endklausur beteiligt ist und man dies sowohl an den verwendeten Bildern, als auch an der Art der Fragen erkennt. Schwerpunkte im „Muntau-Buch“ finden sich auch in Seminaren und Vorlesungen wieder, was die Mitarbeit erheblich erleichtert.

Allerdings hat der Intensivkurs auch ohne seinen LMU internen Bezug einiges zu bieten: Die Gliederung ist klar und übersichtlich. Der Text überaus verständlich und mit passenden Bildern und Tabellen veranschaulicht.

Das Wichtigste wird immer entsprechend durch einrahmende Kästchen hervorgehoben. Anders als bei vielen anderen Lehrbüchern ist man nicht von der schieren Masse der Inhalte und der Komplexität der Themen abgeschreckt, sondern es macht fast „Spaß“ hierin zu lesen.

Es werden im Wesentlichen alle Themen zur Genüge abgedeckt ohne sich dabei in Details zu verlieren.

Das Buch ist ein gelungener Mittelweg zwischen „dickem Wälzer“ und Kurzlehrbuch. Allerdings ist es für ein Taschenbuch, dass man beim Blockpraktikum in die Kitteltasche stecken kann zu groß und als ultimatives Nachschlagewerk nicht umfangreich genug und zu oberflächlich.

Für die Vorbereitung zum Staatsexamen reicht es im Großen und Ganzen ebenfalls aus, aber man merkt doch, dass anders als in den LMU-Klausuren, die Themenschwerpunkte von Buch und Examen manchmal etwas voneinander abweichen.

Als Bonus bietet der Elsevier Verlag den Zugangs-Pin für die Student Consult Funktion, wo man sich Bilder, Text und Videos im Internet ansehen kann, was ich persönlich allerdings nicht genutzt habe.

Mein Fazit: Der Intensivkurs von Frau Muntau bereitet optimal auf die von ihr gestellten Prüfungen vor und bietet mit seinen leicht verständlichen Texten einen guten Einblick in die Pädiatrie.

Endspurt Klinik: Pädiatrie; 1.Auflage (Thieme)

Allgemeines: Ich habe mich mit dem Endspurt Pädiatrie auf die MC-Prüfung am Ende von Modul 5 an der LMU vorbereitet und war sehr zufrieden damit.

Die Endspurthefte sind vor allem an Studenten gerichtet, die sich aufs 2. Staatsexamen vorbereiten wollen. Daher werden die vom IMPP häufig geprüften Fakten markiert und in den „Prüfungshighlights“ wiederholt. Das Skript umfasst 171 Seiten, die in 7 Lernpakete gegliedert sind. Auf Examen online kann man die zu den Lernpaketen passenden Fragen kreuzen.

Da es sich um ein Skript handelt werden einige Themen deutlich weniger ausführlich behandelt als in den entsprechenden Lehrbüchern. Trotzdem werden die wichtigsten Fakten verständlich und anschaulich vermittelt.

Aufbau: Das Skript beginnt mit den Grundlagen Pädiatrie bei Neugeborenen und behandelt dann über die Neonatologie die Entwicklung vom Säugling bis zum Kind. Danach werden nach Organsystemen sortiert die einzelnen Krankheitsbilder vorgestellt.

Infektionserkrankungen, Tumorerkrankungen Notfälle im und Kinder- und Jugendpsychiatrie sind einzelne Themenblöcke. Das Skript ist generell sehr übersichtlich, da sie Krankheitsbilder immer anhand desselben Schemas dargestellt werden (durch die Unterpunkte Definition, Epidemiologie, Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie). Am Ende eines Themenblocks werden immer die fürs IMPP wichtigsten Fakten wiederholt.

Positives: Sehr am Pädiatrieskript gefallen mir die vielen Tabellen, gerade im Teil der sich mit Neugeborenen und Entwicklung beschäftigt. Dadurch werden ausführliche Themen wie Meilensteine der Entwicklung oder Vorsorgeuntersuchungen übersichtlich und kompakt dargestellt.

Auch bei Krankheitsbildern die diagnostisch schwierig voneinander zu unterscheiden sind wird auf Tabellen zurückgegriffen um sie einander gegenüber zu stellen.

Sehr praktisch zum Lernen ist auch, dass weniger prüfungsrelevante Themen verkürzt dargestellt werden, zum Beispiel bei den Stoffwechselkrankheiten.

Wenn die Diagnose über ein Bildgebendes Verfahren gestellt wird ist häufig auch das passende Sono/Röntgenbild gezeigt. Das letzte Lernpaket im Skript ist eher eine Wiederholung der allgemeinen Genetik, allerdings sehr praktisch um die Grundlagen nachzulesen wenn man etwas im Kapitel „genetisch bedingte Fehlbildungen und Syndrome“ nicht versteht.

Negatives: Vor allem bei Infektionskrankheiten und genetischen Syndromen könnten mehr Bilder gezeigt werden.

An der LMU wird bei der Pädiatrie Zwischenprüfung viel Wert auf das Erkennen von Krankheitsbildern anhand von Fotos gelegt, daher sollte man sich dafür beispielsweise die Bilder aus der Vorlesung oder aus anderen Lehrbüchern ansehen. Die Dysmorphien die bei genetischen Fehlbildungen und Syndromen beschrieben werden könnte man sich leichter mit dem passenden Bild dazu einprägen.

Fazit: Ich würde das Skript zur Vorbereitung für die Pädiatrie MC-Klausur weiterempfehlen, für die Zwischenprüfung sollte man sich zusätzliche Bilder anschauen.

Mit dem Endspurt Pädiatrie kann man sich zweifellos gut auf den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens vorbereiten. Mich überzeugen der Aufbau des Skripts und sein Umfang, alle wichtigen Themen sind verständlich und anschaulich erklärt und übersichtlich mit Tabellen dargestellt.

Checkliste Neonatologie: 5.Auflage; Genzel-Boroviczény (Thieme)

„Checkliste Neonatologie” von Thieme in der 5. Auflage (2015) ist ein kompaktes Buch, das gut in die Kitteltasche passt und ziemlich alles, was man zur Neonatologie wissen möchte, in einer übersichtlichen Art und Weise zusammenbringt.

Es ist sehr übersichtlich gegliedert, mit vier Hauptteilen: der graue Teil für die Grundlagen, der grüne Teil für Leitsymptome und Notfälle, der blaue Teil für die Versorgung gesunder und kranker Neu- und Frühgeborener und der rote Teil für Reanimation und Pharmakologie. Diese sind jeweils wieder in eigene Kapitel eingeteilt, die klar strukturiert sind und das kurze Nachschlagen gut ermöglichen.

Daran schließt sich noch ein Anhang mit praktischen Formblättern und Perzentilen, sowie Tabellen mit Labornormwerten zur Orientierung an.

Das Buch ist als sehr praktisches Lehrbuch aufgebaut, und beschreibt auch das genaue Vorgehen bei praktischen Tätigkeiten, z.B. Zugänge legen oder Intubieren. Dazu gibt es auch viele sehr hilfreiche Abbildungen und Zeichnungen. Dadurch ist es etwas weniger als Werk für reines Prüfungslernen im Pädiatrieblock oder für das Examen geeignet und vermutlich auch zu detailliert dafür. Es eignet sich aber umso mehr für jemanden mit einem tieferen Interesse, der gerne mehr über das Fachgebiet und wie es in der Praxis aussieht, lesen möchte. Es ist ideal für eine Famulatur oder das PJ, sowie den Einstieg als beginnender Arzt in dem Bereich. Das Buch enthält die Beschreibung von allen relevanten Krankheitsbildern und die Vorgehensweisen in den jeweiligen Situationen. Auch zu Umgangsweisen mit Eltern in schwierigen Situationen und Gesprächs

Außerdem bietet es eine gute Übersicht und Auffrischung der Geburtshilfe, die für jeden, der irgendwie im neonatologischen Bereich tätig ist, wichtig ist.

Da es sich hier schon um die 5. Auflage handelt, ist dieses Werk auch vom Inhalt her gut überarbeitet und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Als kleines Bonus gibt es für Apple-User mit dem Buch einen Code für die zugehörige iOS- App, um auch vom Handy aus nachschlagen zu können.

Zusammenfassend bietet die „Checkliste Neonatologie“ viele praktische Hinweise und ausführliche Erklärungen zu allem rund um die Neonatologie an. Es ist für eine praktische Tätigkeit in der Neonatologie hoch empfehlenswert. Allerdings würde ich bei dem Preis von ca. 40€ empfehlen, das Buch zunächst aus einer Bibliothek auszuleihen.

BASICS Pädiatrie: 3.Auflage; Hasselblatt, Förg, Gruber (Elsevier)

Das Buch ist aufgeteilt in einen allgemeinen Teil (Untersuchung, Neugeborenes und Frühchen, Wachstum und Entwicklung, Vorsorgeuntersuchung), einen speziellen Teil (spezielle Krankheitsbilder gegliedert nach Organsystemen) und in Fallbeispiele und Anhang (Normwerten, Perzentilen und differentialdiagnostische Übersichten).

Typisch für die Basics-Reihe ist dieses Buch prägnant und einfach geschrieben. Im Vergleich zu den vorherigen Auflagen ist der spezielle Teil nun nach Organsystemen gegliedert, was es übersichtlicher macht. Als erster grober Einstieg in das Thema Pädiatrie ist es geeignet. Als nützlicher Helfer in der Famulatur oder als komprimierte Prüfungsvorbereitung leider nicht.

Der allgemeine Teil ist viel zu knapp gehalten und trifft manchmal auch nicht ganz das Wesentliche (z.B. Wachstum und Entwicklung). Zum Teil wirft der Text mehr Fragen als Erklärungen auf. Hier würde es Sinn machen das Doppelseitenprinzip zu verlassen und den Inhalt aufzustocken, gerade beim Thema Frühgeborene. Die Tabellen sind zum Teil sehr klein, was es schwierig macht in einem kurzen Blick das Wesentliche schnell zu überfliegen (z.B. Entwicklung des Kindes). Da kann man dann auch gleich ein ausführliches Buch nehmen mit dem gleichen Zeitaufwand.

Der spezielle Teil wurde im Vergleich zur vorherigen Auflage inhaltlich aufgestockt und neu gegliedert. Als Übersicht ist dieser Teil geeignet. Dennoch kommt man auch hier nicht umhin genauer in einem ausführlicheren Lehrbuch nachzuschlagen, da öfter nicht alle wesentlichen Aspekte des jeweiligen Krankheitsbildes im Basics behandelt werden.

Sehr nützlich sind die Fallbeispiele und der Anhang. Die differentialdiagnostischen Übersichten finde ich allerdings zu den Fallbeispielen etwas redundant, da sie sich um die gleichen Themen drehen. Hier könnte man das Repertoire sinnvoller gestalten.

Zusammenfassend empfehle ich dieses Buch nur in Kombination mit einem ausführlicheren Lehrbuch und für Studenten, die die Pädiatrieprüfung lediglich bestehen wollen. Für Pädiatrieinteressierte und Famulanten/PJ-ler ist es zu ungenau und knapp.

"Pädiatrie hoch2": 1.Auflage; Prof. Dr. med. Ania Carolina Muntau, Dr. med. Joenna Driemeyer (Elsevier)

Allgemeines

Das Buch “Pädiatrie hoch2” von Prof. Dr. med. Ania Carolina Muntau und Dr. med. Joenna Driemeyer erschien 2018 in erster Auflage vom Verlag Elsevier und umfasst 662 Seiten. Der Verkaufspreis beträgt 60,00 €.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Medizinstudierende des klinischen Studienabschnitts, die sich im Pädiatrie-Block befinden und sich auf die zugehörige Prüfung oder auf das zweite Staatsexamen vorbereiten möchten.

Vorwissen sollte man auf jeden Fall mitbringen: Trotz guter Einleitungen einzelner Kapitel und Themen werden viele Inhalte wie z.B. die Grundlagen und Pathophysiologien endokriner Erkrankungen als bekannt vorausgesetzt und nicht weiter ausführlich erläutert.

Sehr interessierte Vorkliniker können dieses Buch dennoch in manchen Fällen als einen Einblick in die Klinik sicherlich nutzen, beispielsweise für die Auswirkungen von Störungen im Stoffwechsel, allerdings bereitet dieses Buch spezifisch auf die Prüfungen der Pädiatrie während des klinischen Abschnittes des Studiums vor, sodass dieses Buch sicherlich erst nach dem Physikum einen großen Nutzen bringt.

Für Laien würde ich dieses Buch nicht empfehlen, da das vermittelte Wissen zwar auch manche Grundlagen beinhaltet und wiederholt, hauptsächlich jedoch am vorklinischen und klinischen Wissen anknüpft.

 

Aufbau und Inhalt

Angefangen bei Neonatologie, behandelt dieses Buch weitere 21 Kapitel mit pädiatrisch ausgerichteten Inhalten der Endokrinologie, Hämatologie, Kardiologie und vielem mehr. Auch pädiatrische Notfälle, Vorsorgeuntersuchungen und Kinderpsychologie werden behandelt.

Das Konzept des Buches erinnert sofort an die “Duale Reihe”, da alle Seiten in Haupt- und Seitenspalten unterteilt sind. Anders als bei der “Dualen Reihe” ist das Buch laut Beschreibung nicht direkt Lehrbuch und Kurzlehrbuch gleichzeitig, sondern soll Wissen von Dozenten in Hauptspalten mit übersichtlichen, von Studenten geschriebenen Exzerpten in den “Studentenspalten” (=Seitenspalten) vereinen. Daher auch der Name “Wissen hoch2 – Dozent x Student”. Beim Lesen fällt jedoch auf, dass die “Studentenspalten” den Seitenspalten der “Dualen Reihe” sehr ähneln.

Zu Beginn jedes der 22 Kapitel findet sich zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches ein Inhaltsverzeichnis für die Übersicht über das jeweilige Kapitel. Die Kapitel werden knapp aber gut eingeleitet, die Aufarbeitung einzelner Themen ähnelt in kompakter Form dem Konzept von “Amboss” (Definition, Epidemiologie, Einteilung, Pathogenese, Klinik, Diagnostik, Therapie, Prognose usw.).  Am Ende jedes Kapitels befinden sich Übungsfragen fürs Mündliche Examen mit Lösungshilfen und NKLM-Lernziele, allerdings umfassen diese nie mehr als eine knappe Seite. Auch wenn hierbei wichtige Themen wiederholt werden, finde ich dies zu wenig und würde persönlich in Vorbereitung auf das Mündliche Examen sicherlich eher zu einem anderen Buch (wie z.B. den MEX Büchern von Elsevier) greifen.

Besonders gut gefallen hat mir neben dem sehr guten Aufbau auch das Design des Buches

– das Buch wirkt modern und irgendwie anders als die sonstigen Lehrbücher, die man kennt. Die Inhalte sind übersichtlich angeordnet, farbliche Unterstreichung ist sehr gelungen und es gibt viele praktische “Cave”, “Lerntipp”, “Praxistipp”, “Merke” und andere Kästchen. Es besitzt ein weiches Cover, wodurch auch das Format eher etwas ungewöhnlich wirkt (DINA4, aber für die Größe selbst mit 662 Seiten recht dünn), allerdings muss ich sagen, dass hierdurch das Buch eher etwas unhandlich ist (ist ziemlich groß und verbiegt sich sehr leicht, zudem kriegen die Seiten beim unbedachtem Blättern schnell Falten oder Risse).

Zusätzlich beinhaltet das Buch einen Code, mit dem man online auf alle Inhalte des Buches (keine zusätzlichen) zugreifen kann. Zunächst gestaltete sich die Anmeldung seitens der Website schwierig, weil selbst nach mehreren Anläufen und Anmeldung mit zwei verschiedenen Email-Adressen “beim Verarbeiten meiner Anmeldung ein Fehler unterlaufen” ist, sodass ich erst einige Tage später, als die Anmeldung plötzlich funktioniert hat, auf die Inhalte zugreifen konnte.

Online fand ich die Inhalte des Buches 1:1 nach Kapiteln sortiert wieder, es gibt allerdings keine Suchfunktion, mit der man das ganze Buch nach Stichworten durchsuchen könnte. Zudem kann auf die Inhalte nur online zugegriffen werden, ich habe keine Möglichkeit eines Downloads oder eine “offline”-Funktion gefunden.

 

Didaktik

 

Das Buch lässt sich nicht direkt als leichte Kost bezeichnen. Beim Lesen musste ich sehr an Zeiten mit der “Dualen Reihe Biochemie” zurückdenken, denn auch dieses Buch erfordert einige Konzentration zum Lesen. Auch wenn die Inhalte den meisten Studierenden vermutlich spannender erscheinen als die Biochemie damals, umfasst dieses Buch (und die Pädiatrie an sich) dennoch viele Pathophysiologien, die verstanden werden müssen. Dafür hätte ich mir eher leichter zu lesende Erklärungen gewünscht.

Sehr viele Enzyme oder Hormone werden in ihrer physiologischen Funktion/Wirkung nur kurz erläutert, sodass man beim Lesen einen Computer zur Hand haben sollte um bei “Amboss” oder “DockCheck” das ein oder andere genauer nachzuschlagen.

Mit etwas Konzentration und kleinen Pausen kommt man jedoch gut durch das Buch hindurch, zum Nachschlagen eignet es sich optimal.

 

Preis

Durch die neue Auflage und über 650 Seiten finde ich den Preis von 60€ absolut gerechtfertigt. Zudem wird man ein ebenso gutes Nachschlagwerk für das Fach Pädiatrie neu kaum für einen geringeren Preis bekommen.

Das Buch ist über die Universitätsbibliothek München nicht als E-Book verfügbar, es gibt aber ein vor Ort benutzbares Exemplar in der Medizinischen Lesehalle (nicht ausleihbar).

Gynäkologie und Geburtshilfe für das mündliche Examen: Bettina Kuschel und Dorothea Lewitz (Hrsg.); 1. Auflage 2019 Elsevier Verlag

Allgemeines

Dieses Buch soll auf das dritte Staatsexamen im Fach Gynäkologie und Geburtshilfe vorbereiten. In einem allgemeinen Anfangsteil wird die Prüfung an sich beschrieben und einige nützliche Tipps für die Vorbereitung gegeben, darauf werden wichtige Untersuchungsmethoden vorgestellt, eine Übersicht über wichtige Leitsymptome und deren Aufarbeitung wird gegeben, klinische Fallbeispiele mit den wichtigsten Präsentationen und das fachspezifische Grundwissen wiederholt.

Das Buch richtet sich natürlich klar an Studierende mit PJ-Wahlfach/Zufallsfach Gynäkologie, die auch schon ein entsprechendes Vorwissen mitbringen.

 

Aufbau und Inhalt

 

Abschnitt 1: Mündliche Prüfung: Fakten und Tipps

Ein nicht-fachspezifischer Überblick mit nützlichen Hinweisen zur mündlichen Prüfung.
Beispielsweise wird vorgeschlagen, sich mit den anderen Prüflingen der Gruppe zusammen anhand der Protokolle vorzubereiten; wichtig wäre auch, sich mit dem Prüfungsvorsitz, falls von diesem/r gewünscht, in Verbindung zu setzen.

Dann wird der Ablauf der Prüfung mit Hinweisen zu höflichem und gepflegtem Auftreten beschrieben.

Dieser Abschnitt ist hilfreich, weil man dadurch eine Präzise Definition des „Grauens“ vermittelt bekommt… was einem natürlich etwas Angst nehmen kann.

 

Abschnitt 2: Diagnose und Differentialdiagnose, wichtige Untersuchungsmethoden

Dieser Abschnitt gibt nun einen fachspezifischen über die Prüfung.
Neben allgemeinen Techniken, die bei keiner Anamnese und Untersuchung fehlen dürfen, werden hier vor allem fachspezifische Formulierungen und Techniken vorgestellt. (Untersuchung der Mamma, Untersuchungen des äußeren und inneren Genitals, pränatale Untersuchungen, Untersuchungen währenden dem Geburtsvorgang)
Hier gibt es immer wieder freundlich formulierte Hinweise zu besonders wichtigen Fakten für die mündliche Prüfung.

 

Abschnitt 3: Die wichtigsten Leitsymptome

Hier werden in Tabellen auf je einer Doppelseite die wichtigsten gynäkologischen Leitsymptome vorgestellt. Neben einer Definition und Erstmaßnahmen bei diesem Symptom werden anhand anamnestisch erfragter Begleitsymptome die wahrscheinlichsten Verdachtsdiagnosen vorgestellt und wie sich diese mit weiterführender Diagnostik sichern lassen. Rechts außen wird auch eine spezifische Therapie vorgeschlagen. Hier werden insgesamt 11 Leitsymptome übersichtlich vorgestellt (Amenorrhoe, Blutungen +/- Schwangerschaftstest, Unterbauchschmerz +/- Schwangerschaftstest, Komplikationen einer Schwangerschaft, pathologische Mamillensekretion, Inkontinenz, Algurie)

 

Abschnitt 4: Die wichtigsten Fälle der Gynäkologie und Geburtshilfe

Hier werden einige typische Fallbeispiele besprochen, wie diese auch im Examen gefragt werden können.

Beispielsweise wird im Kapitel „Palpabler Knoten“ zunächst die Anamnese, Untersuchungsbefund einer 60-jährigen Patientin genannt. Basierend darauf wird im Frage-Antwort-Format Differentialdiagnose, Verdachtsdiagnose und weiterführende Diagnostik. Auch Risikofaktoren, Pathogenese und Therapie werden so abgefragt.

 

Abschnitt 5: Die wichtigsten Fragen zu Gynäkologie und Geburtshilfe

Auch in diesem Abschnitt wird das gleiche „Prüfungsformat“ verwendet, um wichtige Grundlagen abzufragen: Anatomie und Physiologie der weiblichen Geschlechtsorgane, und Schwangerschaft und Geburtsvorgang. Auch wichtige Krankheitsbilder werden, wenn auch etwas redundant zum vorherigen Abschnitt, besprochen.

 

Didaktik

Das Buch ist aus der Sicht erfahrener PrüferInnen geschrieben, die ihren Prüflingen über die Schultern schauen, in einem wohlwollenden Ton geschrieben. Wichtige Inhalte sind farblich in kleinen Merke-Kästen hervorgehoben und bieten so auch einen schnellen Überblick zur Wiederholung. Da das Vorwissen der Studierenden möglicherweise sehr heterogen ausfällt (Wahlfach vs Zufallsfach) werden wichtigste Inhalte aufgegriffen, für tiefergehende Erklärungen wird aber auf einschlägige Lehrbücher verwiesen.

Um die Studierenden jedoch schnell auf einen ähnlichen Stand bringen zu können, hätte man Abschnitt 5 zu wichtigem Grundwissen auch weiter voran einfügen können.

 

Preis

Das Buch ist mit 35€ (Amazon Dezember 2019) für seine 219 Seiten (ca. DIN A5-4) mMn etwas zu teuer.

 

Fazit

MEx Gynäkologie und Geburtshilfe holt Studierende mit unterschiedlichem Wissensstand ab und bereitet sie effizient auf das mündliche Examen vor. Nachdem einem in Abschnitten 1 und 2 wichtige Grundlagen zu Verhalten in der Prüfungssituation und der fachspezifischen Besonderheiten der Gynäkologie vermittelt wurden, kann man sein Wissen mit den weiteren Abschnitten auf die Prüfung hin kondensieren. Das Frage-Antwort-Format dieser ermöglicht es, diese Fragen zunächst selbst mündlich zu beantworten und dann mit der Musterlösung zu vergleichen.

Endspurt Klinik: Pharmakologie: 1.Auflage (Thieme)

Gestaltung: Das Format des Heftes bzw. der gesamten Heftreihe erwies sich als sehr handlich und praktisch zum Mitnehmen in die Universität. So konnte es bei diversen Unterrichtsveranstaltungen ohne viel Transportgewicht genutzt werden. Die Klebebindung ist leider etwas schwach ausgelegt, sodass der Buchrücken schon nach einiger Zeit seine Festigkeit verliert. Das Heft ist ansprechend gestaltet, vor allem das Inhaltsverzeichnis ist sehr gut und übersichtlich gegliedert, sodass man sehr schnell einen Überblick über die Inhalte erhält. Die Farbgebung ist ansprechend gestaltet und einheitlich verwendet. Insbesondere die Fazit-Kästen und Infoboxen sorgen für kleine grafische und inhaltliche Auflockerungen. Dadurch wird der Lernprozess erleichtert. Eine Legende zu den entsprechenden Farbcodierungen ist mit inkludiert. Allerdings stören die teilweise sehr groß geratenen Tabellen, die mit vielen Details große Hindernisse darstellen. Dieser Lernumfang ist jedoch wohl dem Fach der Pharmakologie zuzuschreiben, das sich insgesamt als sehr lernintensiv erweist. Eventuell wäre die Aufteilung in kleinere Tabellenblöcke sinnvoll.

Inhalt: Inhaltlich gesehen fasst das Heft die essentiellen und notwendigen Inhalte strukturiert zusammen. Dabei verzichtet der Autor auf nachrangige Details, die den Rahmen des Heftes sprengen würden. Verständlicherweise werden so einige Aspekte der Pharmakologie, insbesondere tiefergehende Medikamentendetails sowie Wirkprinzipien nicht berücksichtigt. Dazu muss ein umfangreicheres Werk herangezogen werden. Dagegen werden die relevanten Inhalte einprägsam formuliert und hervorgehoben. Die Gliederung der einzelnen Themengebiete in die Kapitel ist sehr gut gelungen. Für mich ist es in einem Fach wie Pharmakologie essentiell, den Überblick über die Medikamentengruppen zu behalten. Oftmals sind entsprechende Medikamente ähnlich zueinander. Wenn diese zusammen gelernt werden können, dann spart das viel Zeit. Entsprechend erhält der Leser die Möglichkeit, abschnittsweise in kleinen zusammenhängenden Blöcken (Lernpakete) zu lernen. Diese Lernpakete entsprechen dem Thieme SteX- Vorbereitungsplan. Für eine Einteilung mit einem Lernpaket pro Tag ist zwar viel zu tun, dennoch ist dies meiner Ansicht nach bei der Fülle des Inhaltes gerechtfertigt.

Fazit: Das Heft Endspurt Klinik: Pharmakologie ist inhaltlich und optisch sehr ansprechend gestaltet. Vor allem die Aufteilung in Lernpakete hilft sehr stark beim strukturieren Lernen. Teilweise sind die Tabellen etwas groß geraten und können beim Lernprozess stören. Inhaltlich gesehen wird viel Wert auf den thematischen Überblick gelegt. Für mich eignet sich das Heft als Übersichtswerk, das ich im laufenden Semester mit in die Lehrveranstaltungen nehmen kann, um dort die relevantesten Informationen kurz und bündig einzusehen. Für SteX-Studierende eignet sich das Heft bzw. die Heftreihe als Repetitorium, um die\r\nwichtigen Inhalte der anstehenden Prüfungen zu wiederholen. Insgesamt ergibt sich neben etwas Verbesserungspotenzial ein sehr gutes Begleitwerk für das Studium oder als Prüfungsvorbereitung. Preislich gesehen erhält der Studierende mit 12,99€ ein mit viel Mühe gestaltetes Werk, das es wert ist und nicht den Geldbeutel sprengt.

Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie; Thieme (Herbert Hof, Dirk Schlüter)

In meiner Rezension möchte ich Euch gerne die „Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie“ vorstellen, welches sich vor allem an die Studenten des Modul 1 richtet.

Gerade noch das Physikum vor einem Monat und jetzt schon in der Klink – so geht es den meisten Studierenden von euch im fünften Semester. Einiges, vor allem sehr detailliertes Wissen hat man noch aus der Vorklinik. Doch was fängt man damit in der Klinik an?

 

Die Bücher der Dualen Reihe sind vielen schon aus der Vorklinik bekannt und somit auch dessen Aufbau.

Insgesamt besteht das Buch aus 10 Teilen (Teil A bis J), welche sie je noch in Kapitel untergliedern. Zunächst wird das Kapitel immer vorgestellt, Funktion, Struktur sowie eine Einteilung unternommen. Anhand dieser Einteilung baut sich das Kapitel auf und man gelangt vom Groben zum Feinen.

Die Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie weist viel Text auf, was zunächst sehr abschreckend wirkt, allerdings kann die Duale Reihe wieder mit dem Zusammenfassungen am blauen Rand überzeugen, die einem helfen die passenden Textstellen zu finden. Auch die schematischen Abbildungen, aber auch Fotos der Bakterienkolonien und der klinischen Fälle sind sehr hilfreich, um den doch komplexen Stoff zu verstehen und zu veranschaulichen.

Nicht nur innerhalb der Kapitel ist eine Steigerung des Schwierigkeitsgrades zu erkennen, sondern auch hinsichtlich der einzelnen Teile. So werden zunächst im Teil A die Grundlagen besprochen (Entwicklung, Diagnostik, Chemotherapie, Infektionslehre), bevor es mit der Immunologie, Virologie und Bakteriologie, sowie der Mykologie, Protozoen, Helminthen, Arthropoden, der klinischen Infektiologie und der Hygiene und Impfungen weitergeht.

Bestimmt sind einige Teile nicht wichtig für die Klausur beziehungsweise sehr selten in der Klinik. Aber gerade durch die Unterteilung kann man die für sich interessanten und wichtigen Kapitel schnell heraussuchen und erarbeiten.

 

Knapp 60€ kostet die Duale Reihe, was sich definitiv lohnt, wenn man das Fach mag und sich in die Thematik vertiefen möchte. Wer allerdings die Mikrobiologie als Pflicht ansieht, für den reichen sicherlich auch die Vorlesungsfolien, um einen groben Überblick zu erhalten.

 

Die Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie hilft optimal den Einstieg in die Klinik und den Umschwung von der Vorklinik zu bewältigen, da man einige Sachen noch aus dem Biologie und Biochemie Praktikum kennt. In dem hier vorgestellten Buch werden diese Themen nochmals vertieft und, besonders spannend, mit klinischen Fällen verknüpft und die Relevanz des Faches veranschaulicht.

„Pharmakologie und Toxikologie“ (Thomas Herdegen 4. Auflage) Thieme

Allgemeines: Das Kurzlehrbuch von Thieme „Pharmakologie und Toxikologie“ von Thomas Herdegen in der 4. Auflage ist die vollständig aktualisierte und optimierte Fortsetzung der bewährten Reihe. Das Buch gibt einen guten Überblick über alle prüfungsrelevanten Inhalte der Pharmakologie und Toxikologie.

Zielgruppe: Eignet sich für alle klinischen Fachrichtung als Nachschlagwerk der wichtigsten Medikamente und Wirkungsmechanismen. Ohne große Vorkenntnisse verständlich, gutes Buch für die Vorbereitung auf die Klausur:

Aufbau und Inhalt: Eine klare Struktur führt den Leser durch die Pharmakologie und Toxikologie und liefert zu Beginn einen guten Überblick über die Grundlagen der Pharmakokinetik und die relevantesten Transmittersysteme und Ionenkanäle, sodass das Buch auch ohne größere Vorkenntnisse verständlich ist. Anschließend gliedert sich das Buch nach einzelnen Organsystemen (z.B. Kardiales System) und Wirkungsklassen (z.B. Antidepressiva). Dabei werden die Medikamente anhand von den gängigen Krankheitsbildern aufgearbeitet. Besonderes Augenmerk liegt dabei besonders auf den Indikationen, Kontraindikationen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Die Gewichtung der Pharmakotherapie verschiedener Krankheiten entsprechend ihrer klinischen Relevanz. Zahlreiche Tabellen, Bilder, Stichpunktaufzählungen und Grafiken veranschaulichen die teilweise komplexen Mechanismen sehr gut. Jedes Kapitel hat als Ergänzung ein Unterkapitel „Pharmakologie in der Praxis“, die zusätzlich zu Fallbeispielen dabei helfen sollen, das Wissen in den klinischen Alltag zu übertragen.

Anfangs war ich von den Ausdruck Kurzlehrbuch ein wenig irritiert, da es mit über 700 Seite doch sehr umfangreich ist und nicht gerade motivierend auf die kommende Klausurenphase blicken lässt. Dafür ist es aber auch nicht nur zum Wiederholen der Themen, sondern auch zum Erarbeiten, Vertiefen und Nachschlagen gut geeignet.

Didaktik: Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und besonders die Key-Points, Merke-Kästen und fettmarkierten Textabschnitte geben Hinweise auf besonders klinisch relevante Informationen und vereinfachen die Rekapitulation der gelesenen Inhalte.

Preis: Das Kurzlehrbuch von Thieme „Pharmakologie und Toxikologie“ von Thomas Herdegen in der 4. Auflage kostet 39,99€. Ich finde den Preis gerechtfertigt.

Fazit: Dieses Buch ist sehr angenehm und verständlich geschrieben und mit vielen Abbildungen und Tipps für den Praxisalltag gibt es einen umfangreichen, aber anschaulichen Überblick über die Pharmakologie und Toxikologie. Eignet sich gut für die Vorbereitung auf Klausuren und den späteren Arztalltag und als Nachschlagwerk bei den wichtigsten Medikamenten und Wirkungsmechanismen.

"Anatomy Trains", Thomas Myers , 3.Auflage, Urban & Fischer

Allgemeines und Zielgruppe:
Das Buch „Anatomy Trains“ von dem US-amerikanischen Bewegungstherapeuten und Autor Thomas Myers handelt von myofaszialen Leitbahnen und deren Bedeutung für Beschwerden im Bewegungsapparat und biomechanische Zusammenhänge im menschlichen Körper. Es richtet sich laut Untertitel hauptsächlich an Manual- und Bewegungstherapeuten, jedoch ist es für das biomechanische Verständnis orthopädischer Beschwerdebilder, deren Diagnostik und ursachenbezogene Therapie höchst nützlich, auch im ärztlichen Kontext der Orthopädie und physikalischer Medizin Kenntnis über diese Grundlagen zu haben. Um vom Inhalt des Buches nicht überfordert zu sein, empfiehlt es sich sehr, Wissen im Bereich des Bewegungsapparates angesammelt zu haben. Daher ist das Werk für Studenten (auch bereits in der Vorklinik) nach ihrem Bewegungsapparat-Testat geeignet. Unter Umständen können sogar Laien etwas mit dem Buch anfangen, da viele Grundlagen erklärt werden, allerdings kann diese Menge an Inhalt ohne gänzliches Vorwissen schnell überfordernd sein.

Aufbau, Inhalt und Didaktik:
Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert. Die ersten drei Kapitel dienen der Einführung in die Thematik und in die theoretischen Grundlagen des Faszienmodells mit Exkursen, die zum Teil bis auf molekulare Ebene reichen. Die Kapitel vier bis zehn befassen sich mit den wichtigsten anatomischen Zuglinien im Körper: oberflächliche Frontallinie, oberflächliche Rückenlinie, Laterallinie, Spirallinie, Armlinien, Funktionelle Linien sowie die tiefe Frontallinie. Das elfte Kapitel handelt von den Zuglinien und deren Funktionalität im Training sowie in der Bewegung und das abschließende zwölfte Kapitel bringt dem Leser die strukturelle Analyse der Faszienbahnen dar. Der grundlagenbewanderte Leser kann durch diese Gliederung hervorragend Sachverhalte zu den einzelnen faszialen Zuglinien nachlesen, ohne das Gesamtwerk durchlesen zu müssen. Der Autor schafft mit bildhafter Sprache (Zuglinien, Bahnhöfe und Gleise) ein einfaches Verständnis für den Leser und somit lassen sich die komplexen Zusammenhänge leichter einprägen. Durch die Kapitel, die sich mit den Grundlagen befassen, werden dem fachkundigen Leser wieder Zusammenhänge ins Gedächtnis gerufen, die dieser vor einiger Zeit bereits gehört hat und gegebenenfalls mittlerweile nicht mehr klar vor Augen hat. In den darauffolgenden Kapiteln wird dann die Relevanz des zuvor gelesenen dann bewusst. Immer wieder untermauert der Autor seine Inhalte mittels Skizzen, Fotos und Grafiken und fördert so die Verständlichkeit für den Leser.

Preis:
Der Preis von ca. 60€ ist durchaus gerechtfertigt und ist für ein medizinisches Fachbuch dieser Art als durchschnittlich anzusehen. Das Werk versucht möglichst genau auf die biomechanischen Ursachen von orthopädischen Beschwerden einzugehen, die man sonst zumeist vergeblich in anderen Fachbüchern sucht.

Fazit:
Die Grundauffassung des Buches übersteigt das klassische anatomische Verständnis der Muskulatur, die lediglich die Knochen zueinander bewegt. Die Erkenntnisse sind zusammengetragen aus langjähriger Erfahrung des Autors und verschiedenster Therapeuten des Bewegungsapparates, Physiotherapeuten, Trainer, orthopädische und physikalmedizinische Ärzte, Osteopathen, Masseure oder Yoga-Lehrer. Daher muss dem Leser bewusst sein, dass dieses Konzept der anatomischen Zuglinien wissenschaftlich nicht fundiert ist und somit in der klassischen Schulmedizin nur geringen Anklang findet. Außerdem liefert das Buch kaum Methoden zur Behandlung der Beschwerdebilder, sondern dient hauptsächlich der Erklärung der Ursachen. Das Buch ist also nicht zum Erlernen verschiedener Behandlungsmethoden gedacht. Diejenigen, die diesen Beschwerden weiter auf den Grund gehen wollen und nicht lediglich eine symptomatische Therapie anbieten möchten, empfiehlt es sich sehr, das Buch zu lesen und die Erkenntnisse daraus in seine Therapieentscheidung mit einfließen zu lassen. Speziell für orthopädisch interessierte Mediziner lohnt sich der Blick über den Tellerrand, da während des Studiums sowie in der orthop. Facharztausbildung kaum Augenmerk auf Ursachendiagnostik sowie
-therapie gelegt wird.

Lernkarten Pharmakologie: S. Klem-Radinger, S. Weber ,4. Auflage (Elsevier),

Allgemeines

Die 4. Auflage der Lernkarten Pharmakologie umfasst 279 beidseitig bedruckte Karten. Die für das IMPP wichtigen Inhalte werden verdeutlicht und entsprechend ausgelegt. Übersichtskarten erlauben eine schnelle Einsicht zu den verschiedenen Themengebieten.

 

Zielgruppe

Die Lernkarten richten sich an Studierende der Klinik, die fachbegleitend die Medikamente (z.B. der Inneren) lernen, die sich auf die Prüfung der klinischen Pharmakologie/Pharmakotherapie (Q9) oder auf das Staatsexamen vorbereiten.

 

Aufbau und Inhalt

Die Lernkarten bestehen aus 15 größeren Themengebieten (Grundlagen der Pharmakologie, Vegetatives Nervensystem, Kardiologie, Pulmologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie, Hämatoonkologie, Infektiologie, Anästhesie, Analgetika, Neurologie, Psychiatrie, Hormone, Toxikologie). Innerhalb der Themengebiete wird der Inhalt nochmal unterteilt. So werden z.B. bei der Kardiologie die Antiarrhythmika, die Antihypertensiva, die Herzinsuffizienz, die Koronare Herzkrankheit (KHK) und die Arterielle Hypertonie dargestellt. Als letztes Unterkapitel jedes Themengebietes ist ein Check-up zu finden, mit dem man das angeeignete Wissen wiederholen kann. Die Inhalte der Kapitel werden auf der Vorderseite jeder Karte in Form von Fragen – Antworten, Lückentexten, „Begriffe Zuordnen“ sowie Verständnisaufgaben erfragt. Die Musterlösungen zu den Aufgaben sind dann auf der Rückseite zu finden und der Inhalt wird nochmal erläutert.

 

Didaktik

Die Reihenfolge der Karten ist so aufgebaut, dass man zuerst allgemeines Verständnis für die Dynamik der Substanzen erwirbt, anschließend die einzelnen Gebiete der Inneren Medizin, später die Anästhesie / Schmerzmedizin und das Sensorium kennenlernt und mit den Intoxikationen abschließt. Dabei wird in jedem Kapitel das zum Verständnis Wichtige der Physiologie und/oder Pathologie der verschiedenen Systeme dargestellt. So kann man den Wirkmechanismus der Wirkstoffe, die Kontra- und Indikationen sowie die unerwünschte Arzneiwirkungen besser verinnerlichen.

 

Preis

Die Karten kosten 35,00EUR. Der Preis ist für den kompakten Inhalt und die gute schematische Darstellung angemessen. Allerdings bestehen die Karten aus etwas dickerem Papier und sind daher für Knicke und Schmutz anfällig. Bitte beachten, dass die Karten lediglich begleitend zum Lernen benutzt werden sollten und kein Lehrbuch ersetzen.

 

Fazit

Ideal zur Mitnahme in der Kitteltasche, begleitend zum Bedside-Teaching. Die Karten verschaffen einen guten Überblick über die einzelnen Medikamentengruppen. Beim oftmals teilweise trockenen Lernen in der Pharmakologie kann der spielerische Aufbau der Karten das Hängenbleiben des einen oder anderen Wirkstoffs bewirken.

KLINIKPRAXIS: Die Top 100 Medikamente - Praktische Pharmakologie für den klinischen Alltag, 1. Auflage 2020, Elsevier A. Hitchings, D. Lonsdale, D. Burrage, E. Baker (Englische Ausgabe) M. Waldner, A. Jefremow, A. Kalisch (Deutsche Ausgabe)

Allgemeines

Die „Top 100 Medikamente“ ist die angepasste deutsche Version eines Lehrbuches aus England, wo das Studium laut der Autoren deutlich praxisnäher aufgebaut ist als in Deutschland. Das Buch ist für junge Ärzte gedacht und soll eine Zwischenstufe zwischen dicken Pharmakologie-Büchern und reinen Medikamententabellen darstellen. Das Buch umfasst 240 Seiten und ist vom Format her sehr handlich, dünn und etwas größer als DIN A5.

 

Zielgruppe

Wie von den Autoren beabsichtigt, ist dieses Buch für junge Ärzte (zum Nachschlagen) und Studierende im späten klinischen Abschnitt sehr gut geeignet. Für die Kitteltasche ist dieses Buch aber auf jeden Fall zu groß.

 

Aufbau und Inhalt

Jedes Medikament oder jede Medikamentengruppe werden auf einer Doppelseite behandelt. Zu Beginn findet man mehrere Inhaltsverzeichnisse, in denen die „Top 100 Medikamente“ jeweils alphabetisch, nach Organsystemen und Indikationen gelistet sind. Zu den 100 Medikamenten gehören z.B. ASS, einzelne Antibiotika-Klassen, Glukokortikoide und Insulin. Zunächst werden häufige Indikationen aufgezeigt, es folgen kurze Zusammenfassung des Wirkmechanismus, wichtige unerwünschte Wirkungen, Warnungen, (wenn vorhanden) wichtige Wechselwirkungen, Verschreibung, Anwendung, Kommunikation, Überwachung, Kosten und klinische Tipps. Im Anschluss an die „100 Top Medikamente“ werden zusätzlich die „Top 3 Flüssigarzneimittel“ Glukose, Natriumchlorid sowie Vollelektrolytlösungen aufgeführt. Im Anhang findet man nach Medikamentenklassen geordnete Tabellen mit Ergänzungen zu jeweiligen Dosierungen (auch für unterschiedliche Indikationen). Die Letzte Tabelle im Buch bietet einen Überblick über die Handelsnamen der Wirkstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Besonders gut gefallen hat mir, dass ein großer Fokus auf die Verschreibung, Anwendung, Kommunikation mit Patienten und Überwachung gelegt wurde. Beim Lesen hat man hier das Gefühl, einen wirklich praktischen Leitfaden ans Herz gelegt zu bekommen. Ganz besonders die Informationen zur Kommunikation mit dem Patienten überraschen mich und mir fällt auf, dass mir dies bisher beim Pharma-Lernen nur recht selten begegnet ist. Auch dass anhand der Anzahl an €-Zeichen aufgezeigt wird wie viel die jeweilige Therapie pro Tag kostet, ist sehr interessant. Diese für den klinischen Alltag doch sehr wichtige Information findet man in vielen Pharmakologie-Lehrbüchern oder bei Amboss nicht immer. Am Ende von jedem Medikament/Medikamentenklasse findet man ein blaues Kästchen mit „klinischen Tipps“. Diese erinnern sehr an „Merke“-Kästchen aus üblichen Lehrbüchern und liefern hilfreiche Tipps, die man in der Klinik beachten sollte. Allerdings entsprich meiner Meinung nach eigentlich fast die gesamte zweite Seite zu jedem Medikament schon klinischen Tipps, man hätte die Bezeichnung des Kästchens anders wählen können.

Das Buch enthält keine einzige Abbildung – man kann also nicht erwarten, einen graphischen Überblick über Signalwege, klinische Nebenwirkungen (wie z.B. Angioödem bei ACE-Hemmern) oder Applikationsformen zu finden.

Etwas vermisst habe ich Verweise auf Leitlinien, an die man sich bei Amboss schon regelrecht gewöhnt hat.

 

Didaktik

Für ein Pharmakologie-Lehrbuch ist dieses eine sehr leichte Kost, weil die Texte sehr sinnvoll gegliedert und die Abschnitte allesamt kurz sind. Durch den immer gleichen Aufbau findet man sich schnell zurecht. Die Texte sind insgesamt sehr verständlich geschrieben und immer klinisch orientiert. Anders als den klinischen Aspekten wird der Werkmechanismus allerdings immer nur sehr grob zusammengefasst. Auch die Indikationen sind nur kurz wiedergegeben, hier muss man sicherlich auch in die Leitlinien schauen.

Im Abschnitt „Warnungen“ sind mit blauem Dreieck Komorbiditäten, bei denen das Medikament nur mit Vorsicht angewendet werden sollte und mit einem blauen Kreuz Kontraindikationen gekennzeichnet. Hierdurch kann man dies auf den ersten Blick erkennen, allerding hätte ich mir eine kleine Legende zu Beginn des Buches gewünscht, statt dies nur in Textform im Vorwort zu finden.

 

Preis

Den Preis von 20€ finde ich bei diesem Buch absolut gerechtfertigt und würde mir dieses auch selbst kaufen.

 

Fazit

Insgesamt hat mich dieses Buch wirklich sehr positiv überrascht. Zunächst von dem monoton wirkenden Aufbau etwas enttäuscht entdeckte ich beim Lesen den klinischen Schwerpunkt dieses Buches. Für das Bestehen von Pharma 1 oder 2 reicht dieses Buch meiner Meinung nach nicht aus, es ist jedoch perfekt für den Übergang vom Studium zum klinischen Alltag geeignet. Es fasst die wichtigen Punkte gut zusammen, lässt (die vorher gelernten) Details weg und setzt einen Fokus auf die Patientenkommunikation. Meiner Meinung nach eignet sich dieses Buch hervorragend als praktisches Nachschlagwerk (bei Patientenkommunikation, Verschreibung und Überwachung auch als klinischer Leitfaden) wenn man zum ersten Mal Medikamente verordnet, weil es einen guten Überblick über die meisten der zu beachtenden Punkte gibt.

Meditricks Psychopharmak

Meditricks: Sehen. Merken. Meistern.
Audio-visuelle Eselsbrücken: Lernen, das unter die Haut geht.

Allgemeines

  • In dem Buch werden die Themen Antidepressiva, Antipsychotika, Stimulanzien, Antidementiva, Mood Stabilizer, Antiepileptika, Anxiolytika, Sedativa, Notfälle und Sucht behandelt.
  • Ziel ist es, die Symptome, Diagnosen und Therapien der Krankheiten sowie die Medikamente mithilfe bunter Abbildungen und weiteren Mnemotechniken zu vermitteln.

 

Zielgruppe

  • Kliniker (mit Vorwissen zu den behandelten Themen)

 

Aufbau und Inhalt

  • Wie ist das Buch aufgebaut und welche Themen werden behandelt?
    Auf 181 bunten Seiten sind die Themen Antidepressiva, Antipsychotika, Stimulanzien, Antidementiva, Mood Stabilizer, Antiepileptika, Anxiolytika, Sedativa, Notfälle und Sucht dargestellt. Auf den ersten beiden Seiten ist eine Übersicht aller Cartoons zu den Medikamenten bzw. Krankheiten mit Seitenangaben dargestellt. Auf den folgenden Seiten werden die 26 Merkbilder genauer erklärt. Bei den Medikamenten werden die Grundlagen sowie Anwendung, Inhaltsstoffe und Wirkung, Pharmakokinetik/-dynamik, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Interaktionen beleuchtet. Neben dem Text befinden sich die Symbole, die die einzelnen Punkte im Merkbild vertreten. Am Ende jeder Erklärung befindet sich ein Kasten mit der Quintessenz und Quizfragen zur Überprüfung des Wissensstandes.
  • Was hat einem besonders gut gefallen?
    Meditricks bedient mit dieser Art von Lehrbuch eine neue Nische. Vor allem für den visuellen Lerntyp eignet sich das Buch sehr, aber auch alle anderen Studenten können von den Mnemotechniken profitieren. Der gesamte Cartoon ist auf einer Doppelseite abgebildet und schafft somit einen geschlossenen Raum und im Kopf für die einzelnen Krankheiten eine Art Gedächtnispalast. Bestimmte Symptome werden immer durch die gleichen Symbole dargestellt und somit schnell wiedererkannt.
    Durch den immer wiederkehrenden gleichen Aufbau der Seiten ist dieses Buch bereits übersichtlicher als vorherige Meditricks Bücher.
  • Was kann man verbessern?
    Leider haben die Cartoons einen Knick in der Mitte, da sie auf Doppelseiten abgedruckt wurden, und Details gehen z.T. verloren. Dies könnte vermieden werden, indem die Bilder im Querformat auf eine Din A4 Seite gedruckt werden, wobei die Abbildung dadurch natürlich um die Hälfte kleiner wird.
  • In welchen Punkten kann das Buch weniger überzeugen, als andere?
    Die Merkbilder wirkt im ersten Moment sehr unübersichtlich und voll und schrecken dadurch ab. Des Weiteren werden auf Grund der aufwendigen Darstellungen nur ausgewählte Medikamente und Krankheitsbilder knapp behandelt. Daher ist es lediglich eine Ergänzung zu den Standardwerken.

 

Didaktik

  • In ihrem Buch setz das Meditricks-Team auf bunte Mnemotechniken, die nicht nur das visuelle System sondern auch die Emotionen ansprechen. Dabei werden z.B. basierend auf Phonetik Fakten vermittelt. Die Cartoons sind durch einheitliche Assoziationen für bestimmte Symptome vernetzt und werden dadurch einheitlicher.
    Die erste Doppelseite zeigt ein Merkbild mit einer kurzen Geschichte, auf den folgenden zwei Doppelseiten werden die Symbole des Cartoons erklärt und in grauen Kästen jeweils die Quintessenz zusammengefasst.
  • Wie verständlich sind Erklärungen etc.?
    Der Text zu den einzelnen Krankheiten ist sehr knapp zusammengefasst und erklärt jeweils die einzelnen Assoziationen zu Symptomen, Diagnostik und Therapie. Mit Hintergrundwissen sind die Erklärungen verständlich.

 

Preis

  • Der Preis von 35,00 € ist aufgrund der vielen farbigen Bilder und aufwendig gezeichneten Cartoons angemessen.

 

Fazit

Das Buch behandelt einige ausgewählte Medikamente und Erkrankungen und eignet sich daher nur als Ergänzung zu den Standardwerken. Vor allem für Personen mit visuellem Gedächtnis kann es das Lernen auf die Prüfungen erleichtern. Ich persönlich bevorzuge allerdings die Videos von Meditricks, da in diesen die Abbildungen direkt beschrieben werden und man nicht wie bei Lesen des Buches gezwungen ist, hin und her zu blättern um Erklärung und Bild abzugleichen.

„Klinische Pathophysiologie“ : Hubert E.Blum,Dirk Müller-Wieland (Begründet Walter Siegenthaler); 10., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage

Allgemeines

Das Lehrbuch „Klinische Pathophysiologie“ ist ein relativ ausführliches Buch, welches sowohl Studierenden, als auch ÄrztInnen bei der Verständnisvermittlung und als praxisorientiertes Nachschlagwerk dient.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich sowohl an Studenten des klinischen Studienabschnitts, als auch an wie Ärztinnen und Ärzte die das Buch als Nachschlagwerk benutzen können. Da das Buch primär als Lehrbuch gedacht ist, welches zu Beginn erst einmal die physiologischen Grundlagen behandelt, wird kein großartiges Grundwissen voraus gesetzt. Gegen Ende des Buches wird das Wissen vertieft und eignet sich somit auch als praxisorientiertes Nachschlagwerk, wie z.B. mit individualisierter Medizin und personalisierten Medikamenten im Kapitel 36.

Aufbau und Inhalt

Das Lehrbuch umfasst in etwa 1230 Seiten und ist in 36 Kapitel gegliedert. Diese reichen von den Grundlagen der allgemeinen und spezifischen Pathophysiologie aller Organsysteme, bis hin zur individualisierten Medizin. Die einzelnen Kapitel wiederum gliedern sich in Lektionen, in denen Themenschwerpunkte Schritt für Schritt erarbeitet werden. Die einzelnen Lektionen bestehen aus dem verständlich formuliertem Text, meistens circa ein bis zwei Abbildungen pro Seite und mehreren „Merke“-Kästchen. Diese erlauben einem das soeben erarbeitete Thema schnell und präzise zu wiederholen, oder auch nur das Wichtigste nachzuschauen. Was mir besonders gut gefällt ist, dass es zu jedem neu erklärtem Thema eine Abbildung, Schemata oder Tabellen gibt, um sich die Inhalte besser vorstellen zu können. Wie zum Beispiel auf Seite 150, wo es um die „Biosynthese und Sekretion des Insulins“ geht. Ich fände es sehr schwierig mir dieses Thema allein an einem Text zu erarbeiten, aber durch die Abbildung wird man schneller zum Lernerfolg geführt. Ein Nachteil des Buches ist sicherlich, dass es so ausführlich ist und es unrealistisch wäre das ganze Lehrbuch nur für eine Prüfung durch zu arbeiten. Allerdings kann das Lehrbuch als ständiger Begleiter dienen, mit dem man sich gemeinsam die klinische Pathophysiologie sowohl im klinischen Studienabschnitt, als auch danach erarbeitet. Ebenso bietet der Einband einen Zugangscode für ein Online Lernprogramm zum frei rubbeln.

Didaktik

Die Sprache ist leicht verständlich und durch die Lektionen werden die einzelnen Kapitel noch mal sinnvoll unterteilt, wodurch der strukturierte Lernerfolg unterstützt wird. Das Inhaltsverzeichnis ist gut gegliedert und bietet einen raschen Überblick über die Inhalte der einzelnen Lektionen. Mit Hilfe des Sachverzeichnisses findet man zielsicher zur erklärenden Seite des gesuchten Stichworts.

Preis

Das Buch kostet im Handel 189,99 Euro. Dadurch dass das Buch Lehrbuch (mit Online Zugang) und auch langfristiges Nachschlagewerk zugleich ist, ist dieser Preis durchaus gerechtfertigt. Allerdings sollte man sich auch gut überlegen, ob man sich ein so umfangreiches Buch zulegen möchte, wenn man so viel Geld darin investieren muss.

Fazit

Das Buch „Klinische Pathophysiologie“ ist einfach und verständlich geschrieben, gut Strukturiert und insgesamt sehr umfassend. Die vielen Lektionen und Abbildungen erleichtern dem Leser das Thema schnell zu begreifen. Die Themen sind fächerübergreifend organisiert, sodass man dieses Lehrbuch für viele klinische Fächer benutzen kann. Somit stellt das Buch ein sehr gutes Lehrbuch für die klinische Pathophysiologie dar, sowohl zum Nachschlagen, als auch zum Vertiefen.

Kurzlehrbuch Pathologie: 2.Auflage; Krams, Frahm, Kellner, Mawrin (Thieme)

Allgemein: Trotz des Titels „Kurzlehrbuch“ umfasst das Werk 561 Seiten, was daran liegt, dass es sämtliche wichtigen Themen sowohl der allgemeinen, als auch speziellen Pathologie beinhaltet. Die Abbildungen sind in Farbe und das Buch enthält einen Freischaltcode für die Thieme Campus-App.

Layout: Das Softcover-Lehrbuch ist mit 24 x 17cm etwas größer als DinA5 und passt so in die meisten Taschen. Die Einteilung erfolgt neben Inhaltsverzeichnis in 29 Kapitel zuzüglich Glossar und Sachverzeichnis, die sich in 13 Überkapitel von „Allgemeine Pathologie“ bis über die einzelnen Organsysteme gliedern.

Der Lehrbuchaufbau ist recht übersichtlich gelungen und jedes der 29 Kapitel ist in Unterpunkte gegliedert, die jeweils mit einem ‚Key Point’, also einer Kurzinhaltsangabe des nachfolgenden Textes, beginnen. Zusätzlich finden sich zahlreiche farbig hervorgehobenen „Merke“-Kästen im Text, damit man wichtige Details nicht einfach überliest.

Nutzt man es als Nachschlagewerk, findet man mithilfe der Inhaltsangabe und farbigen Randmarkierungen sehr schnell, was man sucht. Die eben beschriebene didaktische Themenaufteilung ist dabei recht hilfreich.

Inhalt: Das Buch liest sich flüssig und fasst die Pathologie sinnvoll zusammen. Enthalten sind sämtliche wichtige Themen, so kann man das Lehrbuch aus Studierendensicht durchaus als „vollständig“ bezeichnen. Ein Schwachpunkt sind einige der 127 Tabellen, die teilweise extrem überladen oder überflüssig und deshalb nicht immer hilfreich beim Lernen sind.

Die sehr zahlreichen Bilder andererseits wurden gut gewählt – es handelt sich zum Teil um histologische Ausschnitte, Fotografien, sowie Grafiken und sie zeigen anschaulich die Beschreibungen im zugehörigen Text.

Das Glossar dient dazu, schnell einzelne Begriffe nachzuschlagen. Das soll insbesondere dann helfen, wenn man nicht von vorne anfängt zu lernen und deshalb einige Begriffserklärungen „verpasst“ hat.

Fazit: Zum Lernen der Grundthematiken und Nachschlagen im späteren Studienverlauf eignet sich das Buch gut. Wer allerdings wenige Tage vor der Klausur steht, sollte sich besser etwas Kürzeres holen, da es für ein Kurzlehrbuch doch sehr umfassend ist.

Der Preis ist mit derzeit EUR 34,99 gerechtfertigt, da man es als Begleiter des gesamten klinischen Studienabschnittes nutzen kann und es vermutlich nicht nach der allgemeinen Pathologieprüfung zum verstauben ins Eck stellen wird.

„Pathologie Das Lehrbuch“ (6. Auflage): Höfler, Gerald, Kreipe, Hans; Moch, Holger; Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH

Allgemeines

Das Lehrbuch, herausgegeben von Urban&Fischer umfasst 1076 Seiten und ist in Grundlagen und Klinische Pathologie nach Organsystemen gegliedert. Es ist in Paragraphen organisiert und hat zahlreiche farbige Abbildung (1360). Die einzelnen Krankheitsbilder sind geordnet in „Ätiologie, Pathogenese, Molekularpathologie“, „Morphologie“ und „Pathogenese“ mit entsprechender Farborganisation. Seine Maße sind 27,9/22/4,5 cm und es wiegt über 2 kg. Es handelt sich hier um ein Buch, dass für Kliniker geeignet ist, Wissen der Vorklinik aufgreift wiederholt und damit Pathologien erklärt. Es kostet (online) 95-100€, und ist auch als E-Book erhältlich.

 

Zielgruppe

Für Studenten im Modul 1 der Klinik, Interessierte:

Das Lehrbuch ist zum Nachschlagen und Vertiefen nicht nur für das Fach Pathologie, sondern auch für (manche) Krankheitsbilder, die auch in Humangenetik, Radiologie, Klinische Chemie und Mikrobiologie (die anderen Fächer des Modul 1 im ersten klinischen Semester) geeignet. Durch den Strukturierten Kapitelaufbau und die (kapitel– und autorenabhängig) vielen Bilder helfen dem Verständnis, und ist mit entsprechendem Zeitaufwand auch für Studenten geeignet, die entsprechendes tiefes klinisches Interesse zeigen und vorklinisches Wissen in pathologischen Situationen nachvollziehen und teils wiederholen wollen.

Da das Fach Pathologie sehr breit ist, ist für jeden was dabei: Vom zukünftigen Augen- bis zum Zahnarzt.

 

 

Aufbau und Inhalt

Das Lehrbuch ist in 50 Kapitel zu (Organ-)systemen mit entsprechenden Krankheitsbildern unterteilt und bietet einen detaillierten Überblick auf über tausend Seiten. Im Groben ist das Lehrbuch in die Teile „Grundlagen“, das Fachwörter und universelle (Krankheits-)Begriffe definiert und Wissen der Vorklinik in Biologie, Physiologie und Anatomie aufgreift und „Klinische Pathologie“, das auf die organspezifischen Pathologien und Funktionen eingeht.

 

Vorteile/Nutzen

An dem Buch sind die vielen Bilder, Tabellen und die klare Strukturierung als Nachschlagewerk und zur Vertiefung besonders attraktiv. Mit ca. 1300 Abbildungen ist auf fast jeder Seite Möglichkeit, sein Wissen visuell zu verknüpfen. Die Qualität der einzelnen Kapitel schwankt leicht mit den Autoren, sind aber vermutlich auch Geschmackssache.

 

Nachteile

Als visueller, motivierter Lerntyp ist man hier durchaus gut bedient. Ob es aber als Nachschlagewerk mit der Bequemlichkeit von Google, AMBOSS, DocCheck und Co auf Dauer mithalten kann ist einem selbst überlassen. Nur mit dem Buch zu lernen geht, ist aber immens zeitaufwändig und übersteigt (meiner Einschätzung nach) den Ramen der Pathologieklausuren weit. Zudem ist das Lernen in der Bibliothek nur möglich, wenn man die 2 kg Buch mitschleppen will.

 

Kritik/Anregung

Als Nachschlagewerk ist es durchaus geeignet, jedoch hätte ich mir persönlich eine Onlinefreischaltmöglichkeit mittels QR oder ähnlichem gewünscht, um es als Nachschlagewerk bequemer zu machen und nicht die ganze Zeit mitschleppen zu müssen. Für Bücherwürmer ist dieses Buch durchaus geeignet!

 

Didaktik

Das Buch ist klar strukturiert und gut verständlich. Begriffe sind klar in Paragraphen definiert und man kann es gut nachvollziehen. Die Reihenfolge „Ätiologie, Pathogenese, Molekularpathologie“, „Morphologie“ und „Pathogenese“ erleichtert das verfassen von Krankheitssteckbriefen. Es ist bequem und schnell zu lesen, wenn man die Zeit hat.

 

Preis

Mit knapp 100 € ist das Lehrbuch ein teurer Spaß, sein Geld aber durchaus wert. Begriffe sind kurz und verständlich definiert, die Bildqualität hoch und es macht Spaß, sich mit entsprechend Zeit einlesen zu können. Für Studenten, die Pathologie aber einfach „nur hinter sich bringen“ wollen, ist es aber ganz klar nichts.

 

Fazit

Mit dem Lehrbuch Pathologie lernen zu dürfen ist eine Freude, wenn man das Geld und die Zeit hat. Es vertieft und wiederholt Vorklinisches Wissen, die Abbildungen und Text greifen meist gut ineinander: Als Nachschlagewerk und für zukünftige Pathologen auf jeden Fall und durch die breite Übersicht auch für andere Fachrichtungen interessant.

– 2 Wochen vor der Klausur jedoch nicht mehr.

Taschenatlas Pathophysiologie: 6. Auflage; Stefan Silbernagl, Florian Lang (Thieme)

Allgemeines

Der „Taschenatlas Pathophysiologie“ von Stefan Silbernagl und Florian Lang umfasst rund 200 Abbildungen auf 440 Seiten und ist im Handel für knapp 40 € erhältlich.

Derzeit (Juni 2020) ist der Atlas als E-Book mit Zugang der LMU verfügbar. Darüber hinaus ist er wie bei Thieme üblich nach dem Kauf auch ohne Aufpreis digital auf eRef/via medici mittels eines Codes im Cover verfügbar.

Das Buch ist letztendlich als eine Art Ergänzung des „Taschenatlas Physiologie“ des gleichen Autors zu betrachten und ergänzt dessen Inhalte um zahlreiche klinisch bzw. pathologisch orientierte Aspekte. Dennoch ersetzt auch beides zusammen kein Lehrbuch der Physiologie, sondern bildet eine grafische Erweiterung und Veranschaulichung.

 

Zielgruppe

Der Atlas richtet sich nicht nur an Medizinstudierende des dritten und vierten Semesters, die über den vorklinischen Tellerrand hinausblicken wollen und gesteigertes Interesse an der Physiologie von Krankheitsbildern haben, sondern auch für Kliniker, die die physiologischen Mechanismen und Zusammenhänge zu Pathologien gezielt wiederholen oder nachlesen wollen.

Durch die zahlreichen Bilder und grafischen Elemente eignet sich das Buch auch für Studierende der vorklinischen Semester, die vor allem über die visuelle Komponente mit Grafiken und Flowcharts lernen können und nicht zwingend tiefer in die klinischen Aspekte einsteigen wollen

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch gliedert sich nach einem Kapitel über Grundlagen der Zellbiologie und Signaltransduktion durch ein farblich differenziertes Daumenregister in neun weitere Kapitel, die den kompletten menschlichen Körper mitsamt dessen Pathologien aus physiologischer Sicht betrachten. Die einzelnen Kapitel werden jeweils nach einer kurzen Übersicht mit wichtigen physiologischen Grundlagen weiter nach Pathologien unterteilt, was das Auffinden von gesuchtem stark erleichtert. Letztlich teilt sich auch jede thematisch orientierte Doppelseite in eine grafische Hälfte mit Abbildungen rechts und eine Hälfte mit zugehörigem Text links.

Im Gegensatz zu den oft recht knapp ausfallenden Texten von Taschenatlanten, ist der weniger locker geschriebene Text des „Taschenatlas Physiologie“ sehr detailliert und geht oft ausführlich auf einzelne Thematiken ein. Dieser Aspekt birgt allerdings auch den Nachteil in sich, dass die Übersichtlichkeit sowohl durch eine – wie ich finde – resultierende sehr kleine Schriftgröße, als auch durch fehlende Strukturelemente leidet. Durch das Format des Taschenbuchs gibt es hier schlichtweg ein räumliches Limit, an welches der Text hätte angepasst werden können oder vielmehr sollen. Das gedrängte Schriftbild mit vereinzelt Fettgedruckten Schlagworten wird auf der anderen Seite wiederum durch die qualitativ hochwertigen und detaillierten, aber dennoch übersichtlichen Grafiken ausgeglichen. Diese erinnern sehr an die Abbildungen des „Silbernagl“ und erleichtern das Verständnis bzw. Verinnerlichen der pathophysiologischen Zusammenhänge sehr.

 

Fazit:

Wie bereits angesprochen ersetzt der Taschenatlas kein Lehrbuch und erscheint beim konkreten Lernen mit dem Text recht sperrig und komplex. Dies wird jedoch durch das praktische Format des Taschenbuchs und die sehr guten Abbildungen ausgeglichen, auf die es bei einem Atlas im Endeffekt auch eher ankommt. Die Struktur überzeugt eher beim Nachschlagen als beim tatsächlichen Lernen, wo es vielmehr die Ausführungen eines Lehrbuchs überzeugend und verständlich ergänzt. Ein weiterer Vorteil mag eventuell darin bestehen, dass jeder der beiden Autoren an einem großen Lehrbuch der Physiologie mitgewirkt hat und so ein „verlagsübergreifender“ Taschenatlas entstanden ist. Am Ende erscheinen 40€ zunächst als recht hoher Preis für einen nicht essentiellen Taschenatlas, welcher aber durch Qualität und Quantität der Grafiken legitimiert wird.

Psychatrie: 16.Auflage; Tölle, Windgassen (Springer)

Aufbau: Das Buch Psychiatrie (einschließlich Psychotherapie) ist ein kompaktes, 403 Seiten langes Lehrbuch. Im Vergleich zum gewohnten Aufbau anderer Klinikbücher (nach Organen bzw. Organsystemen) ist dieses Werk in 3 große Abschnitte aufgeteilt: Einführung, Krankheiten und Behandlung. Das hat mich beim Öffnen des Buches leicht irritiert, weil ich mir anfangs nichts drunter vorstellen konnte. Allerdings ist dieses Konzept super, weil es in dem Teil „Krankheiten“ natürlich Informationen über Behandlung bei jedem Krankheitsbild gibt, dafür geht es in dem Teil „Behandlung“ viel mehr um die einzelnen Therapiekonzepte.

Inhalt: Im ersten Kapitel (Einführung) geht es vor allem darum, das Fach an und für sich vorzustellen und zu versuchen, den Studierenden den Unterschied zwischen Psychotherapie und Psychosomatik darzustellen, was manchmal schwer fällt. Die Erklärung samt vielen klinischen Beispielen ist sehr gut und nicht übermäßig kompliziert geschrieben. Weiterhin geht es darum, die Methoden in der Psychiatrie vorzustellen. Alles ist folgendermaßen gegliedert: Bei jedem Unterkapitel gibt es einen blauen Kasten, der eine Art „wichtigste Info“ bzw. ausgearbeitete Definition darstellen sollte. Normaler Text beschreibt dann ausführlich die jeweilige Methode (Einteilung, detailliertere Informationen) und in kleiner Schrift gibt es Aufsätze, die über nicht-Uni-relevante bzw. sehr spezielles Wissen informieren.

Das umfangreichste Kapitel, „Krankheiten“ ist wiederum in 19 Unterkapitel gegliedert, die eigentlich das gesamte Spektrum aller möglichen psychischen Erkrankungen (die man so für IMPP und Uni) wissen muss. Jedes Krankheitsbild wird mit seiner Ätiologie, Symptomatik, Syndromen/Subtypen, Verlauf und Prognose, Diagnose und Abgrenzung und Therapie vorgestellt. Was ich sehr hilfreich fand, waren Ausschnitte „mit den Worten des Patienten“, wo man sich die typischen Äußerungen des Patienten durchlesen konnte. Danach konnte ich mir meistens tatsächlich ein klares Bild von dem Patienten und der Erkrankung verschaffen.

Das letzte Kapitel „Behandlung“ beschreibt die verschiedenen Therapiekonzepte des Psychiatrie: Psychotherapie, Somatotherapie, Notfalltherapie und Krisenintervention. Somatotherapie glänzt mit einer hervorragenden Zusammenfassung der Psychopharmaka. Ein besonderer Wert wird in beiden letzten Kapiteln auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie gelegt, die hier tatsächlich sehr gut ausgearbeitet ist. Es ist ebenfalls das Aushängeschild dieser bearbeiteten Auflage, wozu ich sagen kann: zu Recht!

Fazit: Ein tolles Buch für alle, die sich mit der Psychiatrie mehr beschäftigen wollen als die Uni-Skripte oder Amboss anbieten. Es ist auch eine sehr geeignete Grundlage für Praktika (Bedside-Teaching, Famulatur, PJ), denn die Krankheitsbilder werden sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Für die Examensvorbereitung (M2 bzw. M3 Psychiatrie als Losfach) würde ich persönlich dieses Werk wegen seiner Ausführlichkeit nicht empfehlen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es eben deswegen ein guter Begleiter für die Assistenzarztzeit sein kann!

Lehrbuch Psychatrie: 1.Auflage; Fleischhacker, Hinterhuber (Springer)

Dieses Lehrbuch präsentiert sich als Taschenbuch mit knapp 600 Seiten. Es umfasst psychische Störungen nach aktueller ICD-10-Klassifikation mit entsprechenden Erklärungen. Die Kapitel sind in Oberthemen gegliedert. Jedes Krankheitsbild beinhaltet die Psychopathologie, Ätiologie, Klassifikation und Therapien. Untermauert werden die jeweiligen Themen mit Diagrammen, Tabellen und etwaigen Fallbeispielen. Am Ende jedes Kapitels sind Vorschläge für weiterführende Literatur zu den jeweiligen Störungen aufgelistet. Ergänzend zu den Standardthemen umfasst das Buch wichtige aktuelle Themen wie Kinder und Jugendpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suizid und Suizidalität, Psychiatrischer Notfall, Psychotherapeutischer Verfahren, Sozialpsychiatrie, Psychiatrische Rehabilitation, Konsiliar-/Liaisonpsychiatrie und Forensische Psychiatrie. Neueste Forschungsergebnisse aus Pharmakologie, Psychotherapie sowie aus der Sozialpsychiatrie wurden eingearbeitet.

Der psychopathologische Befund ist leider sehr knapp geraten. Die jeweiligen Themen sind sehr umfangreich und detailliert, bis hin zu Hintergrundinformationen zur Geschichte der Psychiatrie.

Sehr hilfreich ist das Glossar am Ende des Buches mit Erklärungen vieler psychiatrischer und psychopathologischer Fachausdrücke.

Fazit: Dieses Buch ist geeignet für Medizinstudenten, die sich tief in die Thematik einarbeiten wollen. Als Kurzlehrbuch, das einen schnellen prägnanten Überblick bietet und als Prüfungsvorbereitung unter Zeitdruck ist es nicht geeignet. Es geht sehr ins Detail und ist so umfassend, dass es für Assistenten in der Weiterbildung, Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten empfehlenswert ist.

Kurzlehrbuch Psychatrie: 1.Auflage; B.Bandelow, O.Gruber, P.Falkai (Steinkopff)

Das Kurzlehrbuch Psychiatrie wird mit 315 Seiten seinem Namen durchaus gerecht. Sein Aufbau orientiert sich an der Nummerierung der ICD-10-Klassifizierung und deckt so das gesamte Gebiet der Psychiatrie ab. Das Buch ist in die großen Kapitel „Psychiatrische Syndrome und Krankheiten“, „Psychiatrische Notfälle“, „Behandlung psychischer Störungen“ und „Rechtliche Fragen und Forensik“ eingeteilt, was einem beim ersten Lesen einen guten Überblick verschafft. Das Layout ist schlicht gehalten in schwarz-weiß und blau und auch Abbildungen sind kaum zu finden, wobei der Stil des Buches an die „Basiswissen“-Reihe aus dem Springer-Verlag erinnert, doch es ist mit Hardcover sehr gut ausgestattet für ein Kurzlehrbuch. Die Unterkapitel sind einheitlich aufgebaut und handeln nacheinander Definition, Symptomatik, Diagnostik und Therapie ab, wobei die Kapitel mit zahlreichen grau hinterlegten Merkkästen ausgestattet sind. Blaue Kästen bieten interessante Zusatzinformationen, die zwar nicht unbedingt prüfungsrelevant sind, das Lesen aber ein bisschen abwechslungsreicher gestalten.

Positiv: Das Kurzlehrbuch vermittelt in möglichst knapper, aber vollständiger Form das gesamte prüfungsrelevante Spektrum der Psychiatrie. Durch die übersichtliche Gestaltung lassen sich Themen und Informationen schnell finden und auch eine kurzfristige Prüfungsvorbereitung ist mit diesem Buch kein Problem. Besonders wichtige Fachbegriffe sind farblich hervorgehoben, was das prüfungsorientierte Lernen etwas erleichtert. Die Vermittlung des Stoffes wird durch zahlreiche Fallbeispiele unterstützt, an denen man das Gelesene noch einmal anwenden und vertiefen kann. Trotz seiner kurzen und knappen Formulierungen gestaltet sich das Lesen dieses Buches flüssig und angenehm.

Negativ: Die Kürze, die manchen als vorteilhaft erscheinen mag, lässt keinen Platz für die Erläuterung komplexer Zusammenhänge dieses Faches. Außerdem fehlen Abbildungen und Tabellen, die manche Informationen anschaulicher gestalten würden. Für Studenten, die sich über das Hammerexamen hinaus für Psychiatrie interessieren, ist sicher ein ausführlicheres Buch zu empfehlen.

Fazit: Ein sehr gutes Buch für alle diejenigen, die sich in kurzer Zeit auf das große Fach Psychiatrie vorbereiten müssen und sich dabei auf die wesentlichen Fakten konzentrieren möchten. In Kombination mit Seminaren und Vorlesungen, die einem ein Verständnis für die Psychiatrie vermitteln, ist das Kurzlehrbuch zum Lernen ideal. Wer jedoch tiefer in die Psychiatrie einsteigen möchte oder sich an dem schlichten Layout ohne Abbildungen stört, sollte lieber ein größeres Lehrbuch wählen.

Duale Reihe: Psychatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: 6.Auflage; Möller, Laux, Deister; (Thieme)

Ich bin Medizinstudentin im neunten Semester an der LMU München und verwende sehr gerne die „Dualen Reihen“, um mich auf Prüfungen und Co vorzubereiten.

Aufbau: Das Fachwissen der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wird auf 670 Seiten vermittelt und ist in vier übergeordnete Abschnitte aufgeteilt. Teil A widmet sich den allgemeinen Grundlagen, Teil B erläutert einzelne Erkrankungen näher, Teil C vermittelt Therapievorschläge und Teil D geht auf die juristischen Aspekte dieser Fachgebiete ein.

Ein Kapitel ist in mehrere Unterkapitel und Unterpunkte aufgeteilt, was strukturiertes Lernen ermöglicht. Insgesamt finde ich den Aufbau, die Gliederung und die graphische Gestaltung dieser Dualen Reihe sehr ansprechend.

Inhalt: Wie jede „Duale Reihe“ ist auch diese dual aufgebaut: Die Seiten liefern ein ausführliches Lehrbuch mit zusammenhängenden Texten, Diagrammen und Bildern. Die Randspalte dagegen fasst die wichtigsten Fakten stichpunktartig zusammen und erlaubt es Sachverhalte schnell zu verinnerlichen oder zu wiederholen. Somit erhält man zeitgleich Lehrbuch und Kurzlehrbuch in einem.

Besonders gut haben mir die „Klinischen Fälle“ und „Patientensichtweisen“ gefallen, die es mir erlaubten, ein tieferes Verständnis für die komplexen Sachinhalte zu erlangen. Als neu in dieser Auflage deklariert sind die Hinweise auf das US-amerikanische Diagnosesystem DSM5 zusätzlich zu dem bis jetzt verwendeten ICD-10 Klassifikationssystem, so dass die Auflage auf den neuesten Stand gebracht wurde und den aktuellen Anforderungen entspricht.

Extras: Der Zugang zum „Thieme-Campus“ (= Online Zugang zum Buch) ist ein großer Vorteil. Ich persönlich bevorzuge es, in Büchern zu blättern und zu lesen, aber die Such-Funktion einer Online-Version ist doch in vielen Situationen sehr nützlich. Die dem Buch beiliegende Video-CD-ROM soll Patientengespräche zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen beinhalten, da ich allerdings keine Möglichkeit habe diese CD abzuspielen, ist es mir leider nicht möglich den Inhalt bzw. die Qualität besagter Patientengespräche zu beurteilen. An dieser Stelle möchte ich Thieme dazu anregen, in Zukunft auf DVD/CDs zu verzichten und die Daten über den Online-Zugang zum Buch zum Download zur Verfügung zu stellen.

Fazit: Abschließend kann ich allen Studenten/innen, die sich näher für die Psychiatrie interessieren, dieses Buch empfehlen, da es auf dem aktuellsten Stand ist und sowohl Basics als auch profundes Fachwissen vermittelt und so sowohl zur Prüfungsvorbereitung also auch zur individuellen Interessensvertiefung genutzt werden kann.

„BASICS Psychatrie, 4. Auflage, Volz / Holzhüter; Elsvier

Allgemeines

Das BASICS Psychiatrie ist wie alle Bücher aus der BASICS Reihe im A4 Format und mit insgesamt 112 Seiten ein kompaktes Nachschlagewerk.

Den Umfang und die Tiefe in der auf die Thematik eingegangen wird kann man jedoch nicht mit einem Lehrbuch vergleichen. Das sollte einem vor der Anschaffung klar sein. Wer nur ein Buch zum Einstieg und für den groben Überblick braucht macht hier aber sicher nichts falsch.

 

Zielgruppe

Das Buch ist für Studenten im klinischen Abschnitt gedacht. Ich habe das BASICS im Modul 4 benutzt, um einen Überblick über den psychopathologischen Befund für die Bedside Teachings zu bekommen und zur begleitenden Prüfungsvorbereitung. Es ist nicht notwendig bereits sehr tief in die Materie der Psychiatrie eingestiegen zu sein, das Buch holt einen ganz zu Beginn ab und baut langsam das Wissen auf.

 

Aufbau und Inhalt

Der Aufbau gliedert sich in einen allgemeinen Teil mit 8 Kapiteln, einen speziellen Teil mit 17 Kapiteln, der auf die einzelnen Krankheitsbilder sowie Notfälle und juristische Aspekte in der Psychiatrie eingeht und abschließend vier Fallbeispiele, mit denen man das Gelernte nochmal vertiefen kann. Am Ende jedes Kapitels gibt es einen Kasten, der die wichtigsten Fakten zusammenfasst. Hinweise für die praktische Untersuchung oder den Umgang mit Patienten in der Psychiatrie sind auch immer hervorgehoben.

Es werden zu Beginn alle wichtigen Grundlagen vermittelt, die man in den Bedsides anwenden muss. Vor allem der psychopathologische Befund ist übersichtlich dargestellt, und man kann sich gut einen „Fahrplan“ für die psychiatrische Anamnese erstellen. Die Psychopharmaka sind leider etwas kurzgehalten, für einen Überblick reicht das Buch aber absolut aus. (Um mit dem BASICS die Pharmaka für Pharma 2 zu lernen ist es allerdings zu wenig)

Im speziellen Teil werden alle Krankheitsbilder, die man im Studium in der Psychiatrie kennenlernen sollte, abgehandelt. Jede Krankheit hat ein eigenes Kapitel in dem die Einteilung der Erkrankung, Diagnostik, Differentialdiagnosen, Therapie sowie Verlauf und Prognose kurz besprochen werden.

 

Didaktik

Das Buch liest sich relativ leicht und es ist kaum notwendig einen Abschnitt mehr als einmal zu lesen. Man hat die Möglichkeit sich auch in kurzer Zeit einen Überblick über die behandelten Krankheitsbilder zu verschaffen. Es gibt im speziellen Teil viele Tabellen und einige Abbildungen, allerdings überwiegt vor allem im Allgemeinen Teil der Text wodurch es schnell unübersichtlich wirken kann. Die Tabellen und Grafiken sind allerdings gut verständlich und es werden einzelne Zusammenhänge auch nochmal bildlich dargestellt, was bestimmt vielen Studenten helfen kann.

 

Preis

Der Preis für das Buch beträgt 24€. Es ist meiner Meinung nach ein fairer Preis, da man mit dem BASICS für den Unterricht ausreichend vorbereitet ist. Natürlich kann es nicht die Einzelheiten vermitteln die man von einem dicken Lehrbuch erwartet aber für einen Überblick ist das Buch sehr zu empfehlen.

 

Fazit

Wie der Name „BASICS“ schon verrät, werden hier wirklich nur die Grundlagen vermittelt und es reicht sicher nicht aus, wenn man später in die Psychiatrie gehen will. Für den Studentenbedarf in Modul 4 war ich aber wirklich zufrieden. Was ich besonders hilfreich empfunden habe sind die Verknüpfungen von jedem Krankheitsbild mit den ICD-10 Codes.

 

Für die Prüfung nach dem Block ist eine Kombination aus diesem Buch mit Vorlesungs- und Seminarfolien zu empfehlen, wenn man nicht unbedingt ein dickes Lehrbuch zur Hand nehmen möchte.

(1) Die Arztpraxis Neuaufbau, Neugründung und Übernahme (G. Fischer, Ecomed Medizin)

Allgemeines

In dem Buch „Die Arztpraxis – Neuaufbau, Neugründung und Übernahme“ werden auf 165 Seiten übersichtlich die wichtigsten Punkte zur Niederlassung dargestellt. Das Buch wurde 2018 herausgebracht und stellt daher de facto den aktuellen Stand dar.

Zielgruppe

Die primäre Zielgruppe dieses Buches sind Ärzte, die mit dem Gedanken einer Niederlassung spielen und sich über die Neugründung und Übernahme sowie mit der Führung einer Praxis erstmals auseinandersetzen wollen. Darüber hinaus stellt es meiner Meinung nach auch eine gute Möglichkeit für Studenten dar, sich grob über die allgemeinen Bedingungen des deutschen Gesundheitssystems oder die Rahmenbedingungen einer Niederlassung und Praxis zu informiere – Aspekte die meines Erachtens nach im Studium zu kurz kommen. Ich konnte es beispielsweise für das Wahlpflichtfach „Arzt und Unternehmer“ sehr gut nutzen.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in 11 Kapitel gegliedert, beginnend mit den Strukturen des deutschen Gesundheitssystems und den Formen der ärztlichen Berufsausübung in der Niederlassung. Anschließend folgen eine Checkliste zur Niederlassung und betriebswirtschaftliche Aspekte in der Arztpraxis. Auch praxisnahe Themen wie Personal in der Praxis, Marketing, IT in der Praxis, Dokumentationspflicht, Fortbildungspflicht, Hygiene in der Praxis, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit werden behandelt. Einige dieser Themen werden sehr ausführlich dargelegt, andere, wie die Dokumentationspflicht, die eine immer wichtigere Rolle darstellt, kommen meiner Meinung nach etwas kurz. Um derart wichtige und komplexe Themen anschaulich darzulegen, wäre im Rahmen dieses Buches aber wahrscheinlich auch zu wenig Platz. Abschließend folgen diverse Rechtsvorschriften und weitere nützliche Informationen zur Niederlassung. Vor allem die Rechtsvorschriften sind praxisnah ausgewählt und übersichtlich zusammengestellt.

Didaktik

Das Buch ist gut verständlich geschrieben, durch den klar strukturierten Aufbau und die eindeutige Gliederung ist das Buch auch zum Nachschlagen gut geeignet. Außerdem wird die Übertragung in die Praxis durch explizit gekennzeichnete Praxistipps, Hinweise und Beispiele erweitert. Am Ende jedes Kapitels wird in einem „Kurz und Knapp“ noch einmal das Wichtigste zusammengefasst.

Fazit&Preis

Das Buch ist für Ärzte geschrieben, die keine betriebswirtschaftlichen Vorkenntnisse haben. Meiner Meinung nach ist das der größte Pluspunkt an dem Buch, denn es holt Ärzte, die in die Selbstständigkeit gehen wollen, genau da ab, wo sie stehen. Meiner Meinung nach bietet es allerdings nur eine erste grobe Orientierung, mit welchen Aspekten und Themen man sich vor der Praxisgründung auseinandersetzen muss, da es in einigen Teilen nicht genug in die Tiefe geht. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ist es aber ideal und seinen Preis von 30€ absolut wert.

(2) Die Arztpraxis, G. Fischer, 1.Auflage; ecomed Medizin

Allgemeines

Das Buch „Die Arztpraxis“, verfasst von G. Fischer und erstmalig erschienen 2018, beschreibt wichtige Punkte, die bei Neuaufbau, Gründung und Übernahme einer Arztpraxis bedacht werden müssen.

 

Zielgruppe

Es richtet  sich vor allem an fertig ausgebildete Fachärzte, die mit dem Gedanken der Niederlassung spielen. Prinzipiell ist das Buch jedoch auch jedem Medizinstudenten oder Arzt zu empfehlen, der sich für die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen des Arztberufs interessiert.

 

Aufbau und Inhalt

Zu Anfang des Buches erfolgt ein Überblick über das deutsche Gesundheitssystem (stationärer/ ambulanter Sektor, KVen, Krankenkassen…). Anschließend beschäftigt sich das Buch mit Formen der Niederlassung (Gemeinschaftspraxis, Einzelpraxis, MVZ etc.). Nach einer Arzt Checkliste mit wichtigen Punkten, die man bei der Niederlassung berücksichtigen sollte, erfolgt eine Aufarbeitung der betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die einem Arzt nach dem Medizinstudium ja zumeist fehlen – es geht um Kalkulationen, Qualitätsmanagement und Marketing. An dieser Stelle wird auch besonders auf die Einkommenssituation einer Arztpraxis eingegangen (S. 52 ff.) was ich für sehr sinnvoll halte, da die Sorge um ein gesichertes Einkommen in der Selbstständigkeit viele Ärzte vor der Niederlassung genau abwägen lässt. Im Folgenden wird noch besonders auf den Punkt „Personal“ (wie finde ich gutes Personal, wie schaffe ich einen konstruktiven, respektvollen Umgang, rechtliche Grundlagen); dies ist verhältnismäßig das umfangreichste Kapitel des Buches. Diese Schwerpunktsetzung halte ich für sehr sinnvoll, da gutes Personal die Basis jeder gut laufenden Praxis ist. Im Folgenden werden die Bereiche Praxismarketing, IT, Datenschutz, Hygiene und Arbeitsschutz und rechtliche Hintergründe und Themen behandelt. Der Abschnitt Praxismarketing hat mir sehr gut gefallen, IT und Datenschutz kamen meiner Meinung nach für ein rechtlich so relevantes Thema zu kurz. Hier waren es eher Hinweise als eine tatsächliche Behandlung des Themas und gerade mit dieser Thematik sollte man sich gut auseinander setzen.

 

Didaktik

Insgesamt ist das Buch eher knapp gehalten, aber sehr verständlich geschrieben. Es handelt sich um eine Art „Schnupperbuch“ und gibt einen Überblick über relevante Punkte rund um die Niederlassung – wer sich tatsächlich intensiver und konkreter mit diesem Thema beschäftigen möchte, sollte weiterführende Literatur und vor allem persönliche Beratung in Anspruch nehmen (die Beratung durch die KV wird im Buch auch empfohlen).

 

Bewertung und Fazit

Sehr gut gefallen haben mir die Zusammenfassungen der wichtigsten Punkte am Ende jedes Kapitels und die Checkliste. Außerdem vermittelt der Autor sehr moderne Ansichten (beispielsweise Thematisierung von Online-Terminbuchungssystemen), weist auch auf  Kleinigkeiten hin, gibt gute Tipps und beschreibt (laut bereits niedergelassenen Ärzten) die Niederlassung sehr realitätsnah.

Die meisten Bücher, die sich mit der Thematik der Arztpraxis befassen, kosten zwischen 40 und 50€; das vorliegende Buch ist mit 30€ also durchaus günstiger. Wie bereits erwähnt ist es auch nicht so ausführlich und umfassend wie vielleicht andere – diesen Anspruch stellt es jedoch auch nicht. Der gute Überblick mit vielen hilfreichen Tipps rechtfertigt seinen Preis auf jeden Fall.

Französisch für Mediziner: 2.Auflage; F.Balzer, A.Bredel, L.Haisch

Bei diesem Buch handelt es sich um ein recht kompaktes Werk, welches sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Wie der Titel „Französisch für Mediziner“ bereits vorgibt beschäftigt sich das Buch im ersten Teil mit Vokabeln und Redewendungen, welche nach Themen geordnet vorgestellt werden. Den zweiten Teil bildet dann ein Wörterbuch speziell zu allen wichtigen medizinischen Begriffen. Die Abmessungen sind so gewählt, dass es in die Kitteltasche passt, auch wenn dieser gemeinsam mit anderen Büchern deutlich an Gewicht zunimmt. Allgemein setzt das Buch voraus, dass der Leser sich bereits ausführlich mit der französischen Sprache auseinandergesetzt hat, da im kompletten Verlauf nicht auf grammatikalische Themen eingegangen wird. Weiterhin wird nur das Spezialvokabular näher erklärt. Das Buch beginnt mit einem allgemeinen Teil der hilfreich ist für die Planung eines Auslands-aufenthalts. Das Buch erklärt allgemein das französische Gesundheitssystem, sowie die Ausbildung der Mediziner, welche sich wie bei uns in ein Studium und eine ärztliche Weiterbildung zum Facharzt aufteilt. Speziell hervorzuheben ist diesem Teil ein Kapitel zur Bewerbung, welches meines Erachtens sehr praktisch ist und hilft die Bewerbung sprachlich in die richte Form zu bringen. Danach beschäftigen sich die Kapitel mit dem Vokabular sowie Redewendungen für den medizinischen Alltag. Begonnen bei den allgemeinen Wörtern, welche man als Mitarbeiter in einer Klinik braucht, beschäftigt sich das Buch strukturiert von der Anamnese bis zu allen wichtigen klinischen Fächern und schließt mit einem Kapitel zur Labordiagnostik. Die Inhalte zu den einzelnen Themenbereichen der Medizin sind hierbei gut gegliedert und strukturiert. Die Kapitel sind ähnlich aufgebaut und nach Unterthemen gegliedert. So beginnt jedes Kapitel mit einem Abschnitt zur Anatomie und auch teilweise Physiologie und beschäftigt sich danach mit der Anamnese und Untersuchung sowie deren physiologischer und pathophysiologische Befunde. Das jeweilige Vokabular wird in Tabellenform präsentiert. Bei den Abschnitten zur Anamnese hilft einem das Buch indem es bereits fertigformulierte Sätze präsentiert, welche direkt verwendet werden können, wobei man aus Erfahrungen sagen kann, dass das eigene Formulieren meist das geringe Problem nebst dem genauen Verstehen der Antwort. Erwähnenswert erscheint mir hierbei auch, dass in einem kurzen Abschnitt auf die im jeweiligen Bereich verwendeten Abkürzungen eingegangen wird, welche sich im klinischen Alltag als sehr nützlich erweisen, da man sich nicht alle sogleich erschließen kann. Der zweite Teil des Buches beinhaltet ein Wörterbuch, welches sich sehr nützlich erweist als Nachschlagewerk, da gerade am Anfang das Vokabular der begrenzende Faktor ist, um erfolgreich auf einer Station mit zu arbeiten. Jedoch erschließen sich auch viele Wörter nach einiger Zeit, da diese den gleichen lateinischen oder griechischen Ursprung haben.Fazit: Somit handelt es sich um ein kompaktes Taschenbuch, dass ich sicherlich allen Medizinstudenten empfehlen kann, die vorhaben in Frankreich ein Praktikum, Auslandssemester oder PJ Tertial absolvieren wollen. Dieses Buch dient einerseits zur gezielten Vorbereitung auf den Arbeitsalltag als auch als Nachschlagewerk vor. Allerdings hat dieses Buch zur Voraussetzung, dass ihr bereits Französisch in Schrift und Sprache beherrscht.

Web-Seite „www.meditricks.de“

Allgemeines

Meditricks ist eine Web-Seite für Medizinstudenten.  Auf der Meditricks Web-Seite findet man zu den Fächern der Vorklinik und Klinik Meditricks. Ein Meditrick ist dabei ein Merkbild oder ein Video. In jedem Meditrick wird eine Krankheit bzw. ein Thema behandelt.

Die Idee hinter Meditricks ist, dass man sich Wissen durch Geschichten und Eselbrücken besser merken kann (sog. Mnemotechnik). Um die Thematik einprägsamer zu gestalten bedient sich Meditricks an einzigartigen Geschichten. Hinzu kommt, dass die Geschichten von emotional ansprechenden und unterhaltenden Figuren begleitet werden. Zu guter Letzt hat jeder Meditrick inzwischen sein eigenes Soundintro. Außerdem werden viele Fakten durch ihre eigenen Soundeffekte untermalt. Durch die Aktivierung des Hörgedächtnis werden zusätzliche Merk-Anker geschaffen.

Ziel der Web-Seite ist es dem Medizinstudenten das Lernen komplexer Inhalte zu erleichtern.

Zielgruppe

Die Web-Seite richtet sich sowohl an Vorkliniker und als auch an Kliniker. Allerdings gibt es mehr Meditricks für Kliniker.

Aufbau und Inhalt

Die Meditricks Web-Seite bietet Meditricks für die Klinik zu den Fächern Infektiologie, Pharmakologe, Innere Medizin, Pädiatrie und Neurologie. Die sog. Kleinen Meditricks beinhalten die Fächer Orthopädie, Urologie, Dermatologie, Auge und HNO. Die Vorklinik Meditricks sind gerade noch in der Entwicklung. Bis jetzt gibt es Meditricks zu den Fächer Neuroanatomie und Biochemie.

Generell werden nicht alle Krankheitsbilder bzw. der gesamte Stoff eines Fachs abgehandelt. Daher dienen die Meditricks eher als Ergänzung und zur Wiederholung.

Die neueren Meditricks untergliedern sich in Basiswissen, Expertenwissen, Quintessenz und einem Quiz.

In dem Basiswissensvideo erfährt man die Grundlagen, die man m Expertenwissen Video vertiefen kannst. Das Quintessenz-Video stellt nochmal die wichtigsten Fakten anschaulich dar. Anschließend kannst man sein erlerntes Wissen gleich bei einem Quiz testen.  Das Quiz ist selbst wieder in Videoform gestaltet und bedient sich bei der Erklärung der Antworten den eingeführten Figuren.

Am Ende findet man nochmal das Merkbild zum Wiederholen der wichtigsten Fakten.

Die älteren Meditricks bestehen in der Regel aus einem Video, einem allgemeinen Überblick über das Krankheitsbild und einer kurzen Zusammenfassung über Ursachen, Klinik, Diagnostik und Therapie des Krankheitsbildes. Auch hier findet man meist ein Merkbild.

Die Geschichten sind anschaulich gestaltet und erleichtern einem das Lernen. Jeder Meditrick ist einzigartig. Dadurch wird einem ermöglicht das erlernte Wissen auch langfristig zu speichern. Viele Studenten stopfen Wissen kurzfristig in sich rein, spucken es in der Prüfung aus und vergessen es anschließend wieder. Durch die Mnemotechnik kann dies verhindert werden.

Gerade die überaus ansprechenden Meditricks in der Vorklinik erleichtern einem das Lernen der sonst eher trockenen Anatomie und Biochemiethemen. Denn wer kann sich die den N.Trigeminus und seinen Verlauf nicht besser merken, wenn es die Geschichte um die Drillinge Crazy Eye Ophelius, Mad-Max und Mandel Mandy ist, die eine top-secret Mission „Operation fünf“ von der Regierung erhalten haben, erzählt.

Leider sind die älteren nicht so ausführlich wie die neueren Meditricks. Es gibt ältere Meditricks, die nur aus einem Merkbild bestehen. Andere ältere Meditrick-Videos gleichen eher einem Podcast, da sich über mehrere Minuten das Bild nicht ändert. Vorteil der älteren Medtricks ist, dass man unter dem Video meist noch die oben beschriebene Zusammenfassung findet.

Darüber hinaus arbeitet Meditricks mit der Web-Seite Amboss zusammen. Amboss ist eine Lernplattform für Medizinstudenten, die der Vorbereitung auf das Staatsexamen dient. Falls ein Meditrick zu dem jeweiligen Thema existiert, ist es am Ende des Kapitels auf Amboss verlinkt.

Didaktik

Die Erklärungen in den einzelnen Videos sind zwar eher knapp aber dennoch ausreichend ausführlich und nachvollziehbar. Die Meditricks sind auch ohne Hintergrundwissen verständlich.

Preis

Die Meditricks Web-Seite bietet unterschiedliche Klinik Pakete an. Darin sind 330 Meditricks enthalten.

Das 180 Tage Paket kostet 6,50 € /Monat (insgesamt 39 €), das 365 Tage Paket 5,50 € / Monat (insgesamt 66€). Das Monatspaket liegt bei 15€ falls man die Web-Seite erstmal 30 Tage testen möchte.

Die Grundlagen Pakete für die Vorklinik sind im Moment noch kostenlos. Die Vorklinik befindet sich auf der Meditricks Web-Seite noch im Aufbau.

Im Januar 2019 wird es aber noch ein Neuroanatomie Paket geben.

Generell stellt das Medtricks Team auf ihrer Web-Seite ein paar Meditricks kostenlos zur Verfügung.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die einzelnen Meditricks sehr gut als Ergänzung und zur Wiederholung in der Klausurvorbereitung dienen. Meiner Meinung nach sind die Medtricks alleine nicht ausreichend aber perfekt geeignet, um das erlernte Wissen vor allem auch langfristig zu festigen. Durch die anschaulichen Geschichten und Eselsbrücken, die sog. Mnemotechnik, gelingt dies sehr gut. Gerade Studenten mit visuellem Gedächtnis können von den Meditricks profitieren.

„Checkliste Anamnese und klinische Untersuchung“: 5. Auflage; Markus F. Neurath, Ansgar W. Lohse

Allgemeines

Das Buch „Checkliste Anamnese und klinische Untersuchung“ ist ein relativ kompaktes Buch, dass vor allem an Studierende im klinische Abschnitt und im praktische Jahr gerichtet ist. Es leitet einen dabei durch die Anamnese und klinische Untersuchung hindurch bis zum Aufstellen mehrerer Differentialdiagnosen.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich sowohl an Studenten des klinischen Studienabschnitts, als auch an Studenten die bereits im praktischen Jahr sind. Da das Buch zu erst einmal die Grundlagen einer Anamnese und körperlichen Untersuchung erläutert, wird kein großartiges Vorwissen voraus gesetzt. Gegen Ende des Buches werden die Leitsymptome nochmals alle behandelt wobei ein großer Wert auf die Differentialdiagnostik gelegt wird, was im klinischen Alltag sehr hilfreich sein kann.

 

Aufbau und Inhalt

Die Checkliste umfasst in etwa 500 Seiten und ist in 30 Kapitel gegliedert. Diese reichen von den Grundlagen der Anamnese und der allgemeinen körperlichen Untersuchung, bis hin zu den speziellen Aufnahmeuntersuchungen in den verschiedenen Fachgebieten. Die einzelnen Kapitel wiederum gliedern sich in Unterkapitel, in denen Themenschwerpunkte Schritt für Schritt erarbeitet werden. Die einzelnen Unterkapitel bestehen aus dem verständlich formuliertem Text, circa ein bis drei Abbildungen pro Seite und oftmals einer Tabelle zur Zusammenfassung der besprochenen Thematik. Diese erlaubt einem den soeben erarbeitete Inhalt schnell und präzise auf einen Blick wieder zu sehen und die bestimmten Krankheitsbilder zu vergleichen.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass es zu den komplizierten Symptome oft auch eine Abbildung gibt, um sich die Symptomatik visuell besser vorstellen zu können. Wie zum Beispiel auf Seite 230, wo es um die „Untersuchung des gesamten Abdomens“ geht. Hier werden zum Beispiel in Abb. 12.6 abdominale Striae dargestellt. Ich glaube es wäre sehr schwierig sich ein solches Krankheitsbild vorzustellen wenn man es noch nie gesehen hat, aber durch die Abbildung kann man sich die Symptomatik leichter einprägen. Ein Nachteil des Buches ist eventuell, dass sehr viele Untersuchungen und Differentialdiagnosen zusammen aufgelistet sind und, dass man theoretisch auch durcheinander kommen könnte mit den, zum Teil, sehr spezifischen Untersuchungen. Allerdings kann man die Checkliste auch in der Kitteltasche als Nachschlagwerk benutzen, und zum Beispiel während einer Famulatur fach-spezifische Untersuchungen wiederholen.

Ebenso bietet das Buch einen Zugangscode für ein Online Lernprogramm zum frei rubbeln so dass man auch mit dem Handy auf den Inhalt zugreifen kann.

 

Didaktik

Die Sprache ist leicht verständlich und durch die Unterkapitel werden die einzelnen Kapitel noch mal sinnvoll eingeteilt, was das Nachschlagen von spezifischen Untersuchungen deutlich erleichtert.

Das Inhaltsverzeichnis ist gut gegliedert und bietet einen raschen Überblick über die Inhalte der einzelnen Unterkapitel. Mit Hilfe des Sachverzeichnisses findet man zielsicher zur erklärenden Seite des gesuchten Stichworts.

 

Preis

Das Buch kostet im Handel 39,99 Euro. Dadurch dass das Buch als Checkliste (mit Online Zugang) dient, mit dem man Zielgenaue Symptome nachschlagen kann, ist dieser Preis durchaus gerechtfertigt.

 

Fazit

Das Buch „Checkliste Anamnese und klinische Untersuchung“ ist einfach und verständlich geschrieben, gut strukturiert und umfasst insgesamt sehr viele Krankheitsbilder verschiedener Fachbereiche. Die Unterteilung der Kapitel in Unterkapitel mit Abbildungen und Tabellen erleichtert dem Leser das Nachschlagen von Informationen. Die Themen sind fächerübergreifend organisiert, sodass man diese Checkliste für viele klinische Fächer während der Famulatur oder dem praktischen Jahr benutzen kann. Somit stellt das Werk ein sehr gutes Nachschlagwerk für die Klinik dar.

Meditricks: Infektiobuch (Klinische Infektiologie und Mikrobiologie) Band 1

Allgemeines

In dem Buch werden die Themen Pädiatrie, STDs, Neurologie und Auge behandelt. Ziel ist es, die Symptome, Infektionswege, Diagnose und Therapie der Krankheiten mithilfe bunter Abbildungen und weiteren Mnemotechniken zu vermitteln.

Zielgruppe Kliniker

(mit Vorwissen zu den behandelten Themen)

Aufbau und Inhalt

Wie ist das Buch aufgebaut und welche Themen werden behandelt?

Das Buch gliedert sich in die Themen Pädiatrie, STDs, Neurologie und Auge, wobei die ersten beiden Kapitel deutlich umfangreicher sind. Auf den ersten Seiten jedes Kapitels werden in einer Übersicht alle Cartoons zu den Krankheiten mit Kurzerklärung dargestellt. Auf den folgenden Seiten werden die 47 Merkbilder genauer erklärt, die Symptome sowie Infektionswege, Diagnose und Therapie der Krankheiten beleuchtet und die Cartoons durch Befundbilder ergänzt. Zwischen den Seiten zu den Erkrankungen wird der Wissensstand mit Hilfe von Quizfragen überprüft, die zusammen mit dem zugehörigen Cartoon abgedruckt sind. Außerdem finden sich in dem Buch teilweise Tabellen, die z.B. die wichtigsten Kinderexanthemerkrankungen zusammenfassen.

Was hat einem besonders gut gefallen?

Meditricks bedient mit dieser Art von Lehrbuch eine neue Nische. Vor allem für den visuellen Lerntyp eignet sich das Buch sehr, aber auch alle anderen Studenten können von den Mnemotechniken profitieren. Der gesamte Cartoon ist auf einer halben Seite abgebildet und schafft somit einen geschlossenen Raum und im Kopf für die einzelnen Krankheiten eine Art Gedächtnispalast. Lustig sind auf einzelnen Seiten Infos zum Hintergrund von Meditricks (Entstehung der Cartoons, Büro, …).

Was kann man verbessern?

Verbesserungswürdig ist die Übersicht auf den einzelnen Seiten. In welchen Punkten kann das Buch weniger überzeugen, als andere? Das Buch wirkt sehr unübersichtlich und schreckt dadurch auf den ersten Blick ab. Es werden auf Grund der aufwendigen Darstellungen nur ausgewählte Krankheitsbilder knapp behandelt. Daher ist es lediglich eine Ergänzung zu den Standardwerken.

Didaktik In ihrem Buch setzt das Meditricks-Team auf bunte Mnemotechniken, die nicht nur das visuelle System sondern auch die Emotionen ansprechen. Dabei werden z.B. basierend auf Phonetik Fakten vermittelt. Die Cartoons sind durch einheitliche Assoziationen für bestimmte Symptome vernetzt und werden dadurch einheitlicher. Die Doppelseiten sind in klinisches Fach und Mikrobiologie unterteilt und schlagen dadurch die Brücke zwischen den beiden Fächern. Außerdem findet sich in gelben Kästen jeweils die Quintessence. Wie verständlich sind Erklärungen? Der Text zu den einzelnen Krankheiten ist sehr knapp zusammengefasst und erklärt jeweils die einzelnen Assoziationen zu Symptomen, Diagnostik und Therapie. Mit Hintergrundwissen sind die Erklärungen verständlich.

Preis

Der Preis von 39,00 € ist aufgrund der vielen farbigen Bilder und aufwendig gezeichneten Cartoons angemessen. Fazit Das Buch behandelt ausgewählte Erkrankungen und eignet sich daher nur als Ergänzung zu den Standardwerken. Vor allem für Personen mit visuellem Gedächtnis kann es das Lernen auf die Prüfungen erleichtern.

„Basiswissen POCUS – Point of Care Ultraschall lernen und sinnvoll einsetzen“: Bernhard Bailer, Florain Recker, Eva Matuschek; (Thieme)

Allgemeines:
Das Buch „Basiswissen POCUS – Point of Care Ultraschall lernen und sinnvoll einsetzen“ von Bernhard Bailer, Florian Recker und Eva Matuschek, erstmalig im Thieme-Verlag erschienen, ist ein sehr handliches Taschenbuch. Auf 184 Seiten wird die zielgerichtete Sonographie von typischen klinischen Notfallsituationen behandelt.

Zielgruppe:
Das Buch richtet sich bevorzugt an Medizinstudenten aus dem klinischen Abschnitt, die bereits medizinische Grundkenntnisse besitzen und sich für Famulaturen oder andere Praktika fundierteres praktisches Wissen aneignen möchten. Auch für Assistenzärzte ist das Buch gewiss eine gute Basis, um den Umgang mit dem Ultraschall zu vertiefen.

 

Aufbau und Inhalt:
Das Buch ist in 16 Kapiteln gegliedert, die sich auch über eine Online-Plattform kostenlos freischalten lassen. In den ersten Kapiteln werden die Grundlagen und Rahmenbedingungen der Sonographie und insbesondere die FAST-Sonographie besprochen. Anschließend werden die einzelnen Organsysteme systematisch abgearbeitet. Die Kapitel sind in etwa gleich aufgebaut, zu Beginn die Indikation, das physiologische Ultraschallbild des jeweiligen Organs und danach die wichtigsten Pathologien, die sonographisch diagnostiziert werden können. Für die Echokardiographie gibt es sogar einige Videos, die mittels QR-Code im Buch aufgerufen werden können. Am Ende des jeweiligen Kapitels findet sich ein Kästchen mit einem beispielhaftem Befundtext und einigen Übungsaufgaben, um die Inhalte des Kapitels zu wiederholen.
Positiv an diesem Buch ist auf jeden Fall die graphische Gestaltung und auch die strukturelle Gliederung. Die zweifache Darstellung der Sonographiebilder, einmal mit und einmal ohne Markierungen bzw. Erklärungen, trägt wesentlich zum Lernerfolg bei.
Schade ist es jedoch, dass z.B. die sonographische Überprüfung des Pankreas im Buch nicht aufgeführt wird.

 

 

Allgemeines:
Das Buch „Basiswissen POCUS – Point of Care Ultraschall lernen und sinnvoll einsetzen“ von Bernhard Bailer, Florian Recker und Eva Matuschek, erstmalig im Thieme-Verlag erschienen, ist ein sehr handliches Taschenbuch. Auf 184 Seiten wird die zielgerichtete Sonographie von typischen klinischen Notfallsituationen behandelt.

Zielgruppe:
Das Buch richtet sich bevorzugt an Medizinstudenten aus dem klinischen Abschnitt, die bereits medizinische Grundkenntnisse besitzen und sich für Famulaturen oder andere Praktika fundierteres praktisches Wissen aneignen möchten. Auch für Assistenzärzte ist das Buch gewiss eine gute Basis, um den Umgang mit dem Ultraschall zu vertiefen.

 

Aufbau und Inhalt:
Das Buch ist in 16 Kapiteln gegliedert, die sich auch über eine Online-Plattform kostenlos freischalten lassen. In den ersten Kapiteln werden die Grundlagen und Rahmenbedingungen der Sonographie und insbesondere die FAST-Sonographie besprochen. Anschließend werden die einzelnen Organsysteme systematisch abgearbeitet. Die Kapitel sind in etwa gleich aufgebaut, zu Beginn die Indikation, das physiologische Ultraschallbild des jeweiligen Organs und danach die wichtigsten Pathologien, die sonographisch diagnostiziert werden können. Für die Echokardiographie gibt es sogar einige Videos, die mittels QR-Code im Buch aufgerufen werden können. Am Ende des jeweiligen Kapitels findet sich ein Kästchen mit einem beispielhaftem Befundtext und einigen Übungsaufgaben, um die Inhalte des Kapitels zu wiederholen.
Positiv an diesem Buch ist auf jeden Fall die graphische Gestaltung und auch die strukturelle Gliederung. Die zweifache Darstellung der Sonographiebilder, einmal mit und einmal ohne Markierungen bzw. Erklärungen, trägt wesentlich zum Lernerfolg bei.
Schade ist es jedoch, dass z.B. die sonographische Überprüfung des Pankreas im Buch nicht aufgeführt wird.

 

Didaktik:
Das Buch ist zwar kurzgehalten, aber dennoch für das Verständnis ausreichend genug. Der Text ist sehr flüssig und verständlich geschrieben, wichtige Aspekte werden hierbei besonders hervorgehoben.

 

Preis:
Der Preis von 49,99 € ist für dieses Buch, auch wenn es sehr gut ist, definitiv für studentische Verhältnisse zu hoch angesetzt.

 

Fazit:
Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch auf jeden Fall weiterzuempfehlen ist. Die Sonographie spielt im klinischen Alltag eine wichtige Rolle, umso wichtiger ist es, sich damit ausreichend auseinanderzusetzen. Dieses Buch ist für den Einstieg ins routinierte Sonographieren sehr zu empfehlen.

Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie:Herbert Hof, Dirk Schlüter; (Thieme)

Rezensionen Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie

 

In meiner Rezension möchte ich Euch gerne die „Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie“ vorstellen, welches sich vor allem an die Studenten des Modul 1 richtet.

Gerade noch das Physikum vor einem Monat und jetzt schon in der Klink – so geht es den meisten Studierenden von euch im fünften Semester. Einiges, vor allem sehr detailliertes Wissen hat man noch aus der Vorklinik. Doch was fängt man damit in der Klinik an?

Die Bücher der Dualen Reihe sind vielen schon aus der Vorklinik bekannt und somit auch dessen Aufbau.

Insgesamt besteht das Buch aus 10 Teilen (Teil A bis J), welche sie je noch in Kapitel untergliedern. Zunächst wird das Kapitel immer vorgestellt, Funktion, Struktur sowie eine Einteilung unternommen. Anhand dieser Einteilung baut sich das Kapitel auf und man gelangt vom Groben zum Feinen.

Die Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie weist viel Text auf, was zunächst sehr abschreckend wirkt, allerdings kann die Duale Reihe wieder mit dem Zusammenfassungen am blauen Rand überzeugen, die einem helfen die passenden Textstellen zu finden. Auch die schematischen Abbildungen, aber auch Fotos der Bakterienkolonien und der klinischen Fälle sind sehr hilfreich, um den doch komplexen Stoff zu verstehen und zu veranschaulichen.

Nicht nur innerhalb der Kapitel ist eine Steigerung des Schwierigkeitsgrades zu erkennen, sondern auch hinsichtlich der einzelnen Teile. So werden zunächst im Teil A die Grundlagen besprochen (Entwicklung, Diagnostik, Chemotherapie, Infektionslehre), bevor es mit der Immunologie, Virologie und Bakteriologie, sowie der Mykologie, Protozoen, Helminthen, Arthropoden, der klinischen Infektiologie und der Hygiene und Impfungen weitergeht.

Bestimmt sind einige Teile nicht wichtig für die Klausur beziehungsweise sehr selten in der Klinik. Aber gerade durch die Unterteilung kann man die für sich interessanten und wichtigen Kapitel schnell heraussuchen und erarbeiten.

 

Knapp 60€ kostet die Duale Reihe, was sich definitiv lohnt, wenn man das Fach mag und sich in die Thematik vertiefen möchte. Wer allerdings die Mikrobiologie als Pflicht ansieht, für den reichen sicherlich auch die Vorlesungsfolien, um einen groben Überblick zu erhalten.

 

Die Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie hilft optimal den Einstieg in die Klinik und den Umschwung von der Vorklinik zu bewältigen, da man einige Sachen noch aus dem Biologie und Biochemie Praktikum kennt. In dem hier vorgestellten Buch werden diese Themen nochmals vertieft und, besonders spannend, mit klinischen Fällen verknüpft und die Relevanz des Faches veranschaulicht.

Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie; Thieme

„Der perfekte Überblick über Laborparameter und -methoden“ – so beschreibt der Georg Thieme Verlag und Herausgeber das Taschenlehrbuch, welches auf über 700 DIN A5 Seiten ausführlich auf die Klinische Chemie und Hämatologie eingeht und dabei vermutlich keinen Teilbereich dieses Faches unbehandelt lässt.

 

 

Zielgruppe:
Das Buch ist nach eigener Angabe für Studium, Klinik (Assistenz-/Fachärzte), Ausbildung (MTLAs) und das Labor geeignet. Aufgrund der Ausführlichkeit würde ich das Buch persönlich aber nur Studierenden empfehlen, die wirklich viel lesen wollen oder in diesem Bereich promovieren möchten. Ansonsten ist es m.E. für einen angehenden Facharzt der Laboratoriumsmedizin ein hervorragendes Kompendium um immer wieder etwas nachzulesen. Inwieweit es für die Ausbildung von Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentinnen und – assistenten geeignet ist kann ich von meinem Standpunkt schwer beurteilen.

Aufgrund der Thematik ist es Vorklinikern oder Laien nicht zu empfehlen.

 

Aufbau und Inhalt:

Das Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie ist übersichtlich und aktuell. Es ist in fünf Abschnitte und 23 Kapitel unterteilt, denen wie üblich ein Sachverzeichnis folgt.

Die fünf Abschnitte sind:

  • Grundlagen der Klinischen Chemie
  • Substanzklassen in der klinisch-chemischen Analytik
  • Klinisch-chemische Diagnostik von System- und Organerkrankungen
  • Klinisch-chemische Analytik von Arznei- und Giftstoffen
  • Klinische Chemie in der Praxis der Krankenversorgung

 

Diese Gliederung und entsprechende Untergliederung in Organbereiche macht Sinn und ergibt zusammen mit dem farbigen und logisch aufgebauten Layout und den grafisch ansprechenden Bildern ein sehr gutes Gesamtbild ab.

 

In den einzelnen Unterkapiteln folgen nach kurzer Einleitung in die Thematik die verschiedenen organspezifischen, diagnostischen Möglichkeiten mit der Indikation, den Kosten als auch den Referenzintervallen, die teils nach Alter und Geschlecht weiter aufgeschlüsselt werden.

Den Preis von 39,99€ erachte ich als gerechtfertigt, da es sich bei dem Buch um ein wirklich umfangreiches Werk handelt.

Das Taschenlehrbuch „Klinische Chemie und Hämatologie“ von Klaus Kohse ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der Klinischen Chemie. Die Erklärungen sind sehr gut verständlich und hinreichend mit Abbildungen ergänzt. Aufgrund der Länge empfiehlt sich das Buch vor allem als Nachschlagewerk.

Symptome verstehen – Interpretation klinischer Zeichen: M. Dennis, W. T. Bowen, L. Cho; Übersetzung der 2. englischen Auflage

Allgemeines

Dieses Lehrbuch von Elsevier umfasst fast 650 Seiten und gibt einen strukturierten Überblick über mögliche Befunde bei der körperlichen Untersuchung, deren Differentialdiagnosen und Pathophysiologie.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich laut Verlag an PJ-Studierende und Assistenzärzte, kann meiner Meinung nach aber auch im klinischen Studienabschnitt absolut sinnvoll eingesetzt werden.

Auch für den ersten Kontakt mit der Materie ist das Buch geeignet, da die klinischen Zeichen genau beschrieben werden und somit theoretisch auch schon für Vorkliniker verständlich sind.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch verfügt über sieben große Kapitel: muskuloskelettale, respiratorische, kardiovaskuläre, hämatologische und onkologische, neurologische, gastroenterologische sowie endokrinologische Befunde. Besonders klinisch relevante Befunde sind bereits im Inhaltsverzeichnis deutlich markiert. Hervorzuheben ist das Inhaltsverzeichnis nach Krankheiten, wo die zu bestimmten Erkrankungen passenden Symptome aus allen Organsystemen mit Seitenzahlen aufgeführt werden.

Für jedes der über 360 Symptome wurde eine ausführliche Beschreibung verfasst, die häufig durch ein Foto ergänzt wird. Dazu werden die assoziierten Krankheiten aufgezählt und der Pathomechanismus erläutert. Besonders interessant und was dieses Buch vielleicht auch ausmacht, ist die Anmerkung zur Aussagekraft jedes Symptoms. Hier wird, soweit durch Studien belegt, zum Beispiel die Spezifität und Sensitivität des Zeichens angegeben oder ein Hinweis auf die Prognose der assoziierten Erkrankung.

 

Didaktik

Durch den oben beschriebenen Aufbau eignet sich das Buch nicht nur zum Durchlesen, sondern insbesondere auch zum strukturierten und zielstrebigen Nachschlagen. Durch gut ausgewählte Bilder wird das Erkennen der beschriebenen Symptome im klinischen Alltag erleichtert. Viele Flussdiagramme werden eingesetzt, um die Entstehung der klinischen Zeichen zu verdeutlichen.

 

Preis

Meiner Meinung nach ist der Preis von 50 Euro durchaus gerechtfertigt, da die Inhalte sehr übersichtlich und strukturiert aufbereitet wurden.

 

Fazit

Ich würde das Lehrbuch an jeden Studierenden weiterempfehlen, da es einen hervorragenden Überblick über die wichtigsten klinischen Zeichen gibt und somit einen wichtigen Beitrag zur Diagnosestellung, auch ohne Einsatz von Bildgebung oder weiterführenden diagnostischen Schritten leistet.

Macleods klinische Diagnose – Alan G. Japp und Colin Robertson (Hrsg.) 1. Auflage 2018, Elsevier Verlag

Das Buch ist in zwei Abschnitte gegliedert: zunächst erhält der Lesende eine Einführung in die Grundlagen der Aufarbeitung eines klinischen Falls, danach werden Nachschlagewerk-artig wichtige Leitsymptome besprochen.

 

Der erste Abschnitt soll Studierende mit einer soliden klinischen Grundausbildung abholen, die sich mit dem zweiten Abschnitt auf die klinisch-praktische Tätigkeit (Famulatur, PJ, frühe Weiterbildung) vorbereiten möchten.

 

Aufbau und Inhalt

Abschnitt 1:

Zur Einführung wird ein allgemeiner diagnostischer Leitfaden besprochen:

Mit Anamnese und klinisch-körperlicher Untersuchung wird eine Liste an Differentialdiagnosen, mit absteigender Wahrscheinlichkeit, erstellt, die dann mit gezielten und ökonomisch eingesetzten Tests gesichert wird.
Ein wichtiger Punkt ist hier die Wahrscheinlichkeit, insbesondere Sensitivität und Spezifität eines diagnostischen Werkzeugs.

Darauf wird eine Einführung in die strukturierte körperliche Untersuchung in Akut- und Standardsituationen gegeben. Leider hält sich das hier angeführte ABCDE-Schema, obwohl es sinnvoll aufgebaut ist, nicht an die aktuellen ERC Guidelines.

Der Abschnitt zur „normalen“ Evaluation enthält sinnvolle Hinweise zu Anamnese und körperliche Untersuchung, wie vollständige Schemata und vorformulierte Fragen zu schwierigen Themen wie Sexual- und Drogenanamnese.

Die standardisierte „20-schrittige Untersuchung“ bietet einen gelungenen Kompromiss aus vollständigem Überblick und ökonomischen Überlegungen in der Praxis.

 

Abschnitt 2:

Der Kerninhalt des Buches sind dann sogenannte diagnostische Leitfäden die es dem Anfänger/der Anfängerin erleichtern sollen anhand eines Leitsymptoms eine vollständige Aufarbeitung eines Falls von der Anamnese bis zur Sicherung der Diagnose durch apparative Diagnostik durchzuführen.

Insgesamt werden hier 31 Leitsymptome auf je ca. 20 Seiten (ca DIN A5) aus den wichtigsten klinischen Disziplinen (Allgemeinsymptome, Neurologie, Rheumatologie, Auge, HNO, Kardiologie, GI, Pulmologie, Nephrourogenital, Gynäkologie, Orthopädie, und wichtige Notfälle) besprochen.

Beispielhaft soll hier der Aufbau des Kapitels Dyspnoe vorgestellt werden:

Als erstes werden wichtige Differentialdiagnosen der akuten und chronischen Dyspnoe, getrennt voneinander, besprochen. Diese werden übersichtlich und nach Systemen geordnet dargestellt.

Dann wird der Leitfaden für das Leitsymptom vorgestellt. Bei der akuten Dyspnoe beinhaltet dieser, nach einer Stabilisierung des Patienten nach ABCDE-Schema-Evaluation und eventueller sofortiger Behandlung, die schrittweise Abklärung einer COPD bis hin zur Lungenembolie. Auf den folgenden Seiten werden dann die jeweiligen diagnostischen Maßnahmen und Schritte detailiert besprochen.

Besonders hilfreich sind hier die eingestreuten „klinisches Werkzeug“-Kästen. Diese beinhalten hier zum Beispiel die Auswertung einer arteriellen Blutgasanalyse.

Das Buch kann hier besonders durch seine strukturierte und vollständige Darstellung der klinischen Aufarbeitung punkten.

 

Didaktik

Im Inhaltsverzeichnis sind die einzelnen Leitsymptome alphabetisch geordnet, sodass diese im klinischen Alltag schnell auffindbar sind.
Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich strukturiert, insbesondere die graphische Darstellung des jeweiligen Leitfadens ist sehr hilfreich, um sich schnell einen Überblick über das Behandlungsspektrum zu machen.

Auch Tabellen und die „klinischen Werkzeuge“ sind gut dafür geeignet, um schnell Informationen nachzulesen.

Insgesamt liest sich das Buch auch sprachlich ausgewogen: Knappe Erklärungen, keine ausschweifenden Beschreibungen unwichtiger Details.

 

Preis

Mit etwas mehr als 400 Seiten (inklusive Verzeichnisse etc.) etwa im DIN A5 Format kostet das Buch 35€ (Amazon Dezember 2019).

 

Fazit

Insbesondere die diagnostischen Leitfäden zu den wichtigsten Leitsymptomen könnten im klinischen Alltag sehr hilfreich sein. ÄrztInnen in der Weiterbildung können hier schnell eine gründliche Aufarbeitung nachschlagen, während Studierende sich auch weiter in die Details der verschiedenen Untersuchungstechniken einlesen können. Ein strukturiertes Vorgehen bei der Diagnosefindung ist nicht einfach zu erlernen und benötigt viel klinische Erfahrung. Mit Macleods klinische Diagnose kann dieser Prozess aber m.M.n. beschleunigt und optimiert werden.

Wer jedoch ausführliche Erklärungen und Beschreibungen zu Anamnese und körperlicher Untersuchung sucht, der sei eher an „Anamnese und körperliche Untersuchung“ von Seiderer-Nack und Sternfeld verwiesen, da die Autoren zwar eine sinnvolle Wiederholung und Struktur vorgeben, aber Details zugunsten der weiteren klinischen Aufarbeitung weglassen.

Militärmedizin und Sanitätsdienst im ersten Weltkrieg, P.Mees , Ralf Vollmuth, 1.Auflage; (Beta Verlag Bonn)

Allgemeines

Vor nicht allzu langer Zeit jährte sich das Ende des Ersten Weltkriegs auf ganze 100 Jahre. Anlässlich der historischen und internationalen Bedeutung fanden unzählige Projekte, Gedenkfeiern und Berichterstattungen statt. Unter anderem leistete die wehrmedizinische Monatsschrift hierzu mit verschiedenen Artikeln, welche gemeinsam in einem Schwerpunktheft zum Thema des Ersten Weltkriegs erschienen, einen Beitrag. Diese  – vervollständigt mit Auszügen anderer Autoren, welche ebenfalls ihre militärmedizinhistorischen Forschungen vorstellten – erschienen gebündelt in 1. Auflage in „Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg“ (2018).

Zielgruppe

Das Buch ist eine kurzweilige Lektüre für all diejenigen, die ein Interesse an (medizin)historischer Forschung haben. Durch die kurzen, in sich geschlossenen Kapitel eignet es sich perfekt als Lektüre für zwischendurch oder für einen entspannten Leseabend. Ein medizinischer oder themenspezifischer Wissenshintergrund ist aufgrund der guten Erklärungen und anschaulichen Zusammenhänge nicht von Nöten.

Aufbau und Inhalt

Der Inhalt ist in 19 Kapitel gegliedert, welche von einem kurzen Herausgebervorwort von Ralf Vollmuth und Peter Mees eingeleitet werden. Jeder Abschnitt befasst sich mit einem anderen Aspekt zur Kernthematik, welche sich teils ein wenig überlappen. Der Leser wird zu Beginn durch ein Einfügen des Ersten Weltkrieges in den modernen wissenschaftlichen Kontext und zur heutigen Relevanz in Deutschland (hier auch besonders in Kontrast zur Gedenkkultur des 2. Weltkriegs) und anderen Ländern  eingestimmt. Die nachfolgenden Seiten behandeln einen weiten Themenkatalog, jedoch mit besonderer Ausnahme der Flugmedizin, obgleich diese aufgrund der damaligen hohen und revolutionären Relevanz der Kriegsluftwaffen einen starken Aufschwung in den Fokus der Forschenden und Ärzte erlebte. Die Herausgeber verweisen darauf bereits im Vorwort: zeitliche Probleme – Herausgabe des Buchs in 2018 und Erscheinen des Artikels zur Luftwaffe in 2019 – verhinderten die Inklusion dieses Themenbereichs.

Die behandelten Themen jedoch reichen über die Entwicklungen der Methoden der Ersten Hilfe, ambulanten medizinischen Maschinerie, Marinesanitätsdienst, den neuen Hürden des Gaskrieges und Militärtaktiken, dem beispielsweise daraus bedingten Aufleben der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie über die Militärpsychatrie, die Auswirkungen der spanischen Grippe auf das Kriegsgeschehen und die soziologischen und wirtschaftlichen Folgen des Kriegsgeschehens. All dies untermalt mit Zitaten von Zeitzeugen, Auszügen aus Dokumenten, Fotografien und Statistiken.

Die Lektüre ist ein guter Überblick, ein spannender Einblick und eignet sich als erster Einstieg. Besonders gefiel mir persönlich, dass, obgleich der Vielzahl der Autoren und ihrer leicht variierenden Schreibstile, der Verlauf äußerst kohärent ist und die wenigen inhaltlichen Wiederholungen weder besonders störend noch auffallend sind. Hier scheinen die Editoren vor Herausgabe redaktionelle Veränderungen vorgenommen zu haben, die sich sehr auszahlten. Die eingewobenen Statistiken und Zeitzeugenaussagen geben den einzelnen Artikeln Substanz und machen sie greifbar für den Leser.

Ich persönlich hätte mir teilweise mehr Tiefgang, besonders in die medizinischen Aspekte, gewünscht. Da das Buch im Grunde jedoch einfach eine Sammlung kurzer Artikel und Auszüge ist, ist dies zu erwarten gewesen. Ebenfalls diesem Umstand geschuldet ist natürlich auch der unterschiedliche Umgang der Autoren mit ihrer Rolle als ebenjene. Manches mal scheint die Autorenmeinung stärker den Inhalt zu färben, als in anderen Kapiteln, was jedoch auch eine spannende Balance zwischen verschiedenen Meinungen in einem Buch zu gleichen Kernthemen ergibt.

Didaktik

Inhaltlich ist das Buch sehr gut aufgearbeitet und sollte auch ohne Hintergrundkenntnisse fließend zu verstehen sein. Wer nach Fachliteratur zu einem speziellen Aspekt sucht, wird wahrscheinlich einen guten Einstieg und viele Verweise auf weitere Quellen finden, jedoch nicht perfekt in das Thema eintauchen können. Die Leseerfahrung ist je nach Kapitel ein wenig unterschiedlich, verläuft aber flüssig und ineinandergreifend.

Preis

Der Preis von 24,80€ für das 276-seitige Buch mutet ein wenig hoch an, bedenkt man aber die Vielzahl der thematisierten Aspekte, könnte es für Interessierte noch vertretbar sein.

Fazit

 Unterhaltend, abwechslungsreich, mit Informationen gefüllt, aber nicht überpackt. Viele Themen werden angekratzt und für eine breite Masse ansprechend aufbereitet. Wer tief in ein Thema eintauchen möchte, müsste jedoch die Quellenangaben am Ende jedes Kapitels nutzen.

Medizinische Fachwörter von A – Z: - Kleines Lexikon für Medizinstudierende, 1.Auflage; Urban&Fischer (Elsevier)

Allgemeines:

Das „Medizinische Fachwörter von A – Z: – Kleines Lexikon für Medizinstudierende“ ist ein – für medizinische Fachbücher – praktisch brandneues Buch, für die Rezension lag uns die 1. Auflage 2019 vor (Die 2. – zumindest leicht überarbeitete – Auflage ist schon Ende 2019 erschienen: „Neu in der 2. Auflage: Für das schnelle Zurechtfinden an der Uni zusätzlich noch ein Glossar mit den Begriffen rund ums Studium von Anwesenheitspflicht über IMPP bis Vorlesungsverzeichnis“).

 

Ein paar Daten und Fakten:

  • Taschenbuch
  • Verlag: ELSEVIER (Urban & Fischer)
  • Zusammengestellt von: Anna-Maria Seitz (München) und Andrea Kurz (Weilheim)
  • ISBN: 978-3-437-43105-0
  • 6800 Einträge
  • 450 Abbildungen
  • Maße: 15x10x1,7 cm
  • Masse: ca. 270g g

 

Zielgruppe

Das Lexikon richtet sich wie der Titel „Kleines Lexikon für Medizinstudierende“ schon verrät, an Studierende der (Human-)Medizin und insbesondere an Studienanfänger bzw. Vorkliniker
Es verspricht „Ideal zum Studienstart“ und „Leicht verständlich – auch für Laien“ zu sein. Tatsächlich erfüllt es diesen Anspruch ganz gut, dazu ist es kurz und prägnant gehalten und enthält neben medizinischen Fachbegriffen und Terminologie aus Anatomie, Biologie, Physiologie, Labor- & Krankheitslehre auch Abkürzungen, Vor- & Nachsilben etc.

Tatsächlich haben das Buch bei mir auch einige Laien durchgeblättert und hatten viel Freude damit, auch wenn sie damit wohl kein tiefergehendes medizinisches Wissen gewonnen haben. Zum Übersetzen von Arztbriefen etc. ist es meiner Meinung nach auch nicht geeignet.

 

Aufbau, Inhalt und Didaktik:

Hier gibt bei einem Fachwörterbuches wohl am wenigsten zu berichten, neben einem einseitigen Abkürzungsverzeichnis gibt‘s auf den inneren Umschlagseiten noch die Lage- und Richtungsbezeichnungen am Körper. Abgesehen davon eben noch das eigentliche Lexikon mit 376 Seiten geballt voll mit Fachwörtern von A bis Z (genauer gesagt von „1“ wie „1-Milch“ bis „Z“ wie „Zytotrophoblast“) angereichert mit ca. 450 – teils wirklich hilfreichen und auch aus Lehrbüchern bekannten – Abbildungen und Tabellen (und nein, ich habe weder die angegebenen 6800 Einträge noch 450 Abbildungen nachgezählt)…

 

Letztlich hat das Medizinische Fachwörterbuch von A – Z hauptsächlich zwei Stärken:

– Es ist so klein, dass man es einfach immer dabeihaben kann und

– Es ist umfangreich genug, damit einem nicht ständig fehlt, was man sucht.

 

Das Lexikon überzeugt einfach durch seine – für den angemessenen Umfang – wirklich kompakte Größe und enthält so ziemlich das meiste, was man in der Vorklinik nachschlagen wollen könnte. Das „kleine Teil“ passt in wohl jede Uni-Tasche (ohne sie mit nur ca. 275 g noch deutlich mehr zu überladen, als sie eh schon ist), auch auf kleine Hörsaal-Tisch und jeden (Bib-) Schreibtisch. Das Format entspricht ca. einer Kompaktkassette mit Hülle bzw. einem doppelt-dicken großen iPhone.

 

Andererseits soll an dieser Stelle darauf hingewiesen sein, dass es für professionelle „Schnellgoogler“ oder „Flexikon-Addicts“ eher keine sinnvolle Investition darstellt, denn dort findet man sicherlich mehr Infos und Breite.
Aber für alle, die unter schlechtem Netz in der Uni leiden oder sich nicht ständig durch den Griff zum Smartphone oder Browsertab ablenken lassen wollen, weil sie dann stundenlang in Nachrichten, Bildern oder Videos versinken bzw. gern einen ablenkungsfreien Lernplatz haben (Pomodoro-Technik), ist es – nicht zuletzt aufgrund des günstigen Preises – eine Anschaffung, die sich lohnen dürfte.

 

Neben diesen positiven Aspekten ist zu bedenken, dass es sich eben um ein Lexikon handelt und das Buch nicht darauf abzielt, Inhalte zu erklären oder gar Wissen zu vermitteln (über die simplen Begriffe/Bedeutungen hinaus).

 

Gewünscht hätte ich mir – und das ist meiner Meinung nach auch die größte Schwäche des Buches –an einigen Stellen mehr auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Studienanfänger/Vorkliniker einzugehen. So wird vermutlich jeder Student frustriert doch wieder zum Internet greifen, der in dem Taschenbüchlein nach den Hirnnerven sucht, dann beim entsprechenden Eintrag aber weder eine Aufzählung der Hirnnerven noch zumindest eine Abbildung dazu findet. Dies umso mehr, da auf der anderen Seite z.B. eine seitenfüllende Tabelle zu den Zyklusstörungen enthalten ist.

 

Preis:

Das Taschenbuch ist für meiner Meinung nach angemessene 14,99 € (diese, 1. Auflage) oder 16,99 € (2. Auflage) zu haben.
Und vermutlich kann man nach dem Physikum einen Teil der Kosten beim Weiterverkauf mit gutem Gewissen wieder reinholen – denn als Ersatz für den auffällig platzierten Pschyrembel im zukünftigen Sprechzimmer eignet es sich dann tatsächlich wohl doch nicht so gut….

 

Fazit:

Kurz und knapp – wie das besprochene „Medizinische Fachwörter von A – Z“: Für jeden der ein kleines Wörterbuch zum „jederzeit bei der Hand haben“ sucht: Dieses würde ich – mit kleinen (wohl vor allem der Kompaktheit geschuldeten) Abstrichen – als empfehlenswert bezeichnen. Nur eben nicht für diejenigen, die sich lieber auf die praktisch unbegrenzten (Nachschlage-) Möglichkeiten verlassen, die heute in fast jeder Hosentasche stecken.

“Klinikpraxis- Symptome verstehen”, M. Dennis, W.T. Bowen, L. Cho ;Elsevier

Allgemeines

Das 2019 im Elsevier-Verlag erschienene Buch “Klinikpraxis- Symptome verstehen” ist ein Handbuch zur Interpretation von klinischen Untersuchungsbefunden. Es beschreibt auf 623 Seiten die 362 wichtigsten klinischen Zeichen und Befunde. Dazu gibt es jeweils differentialdiagnostische Überlegungen und Erläuterungen zu Pathophysiologie, sowie viele anschauliche Grafiken und Bilder.

 

Zielgruppe

“Dieses Lehrbuch ist eine Freude für jeden Medizinstudenten und Jungarzt” – so beschreibt es der Autor des Buches in seinem Vorwort. Meiner Meinung nach stimmt das auf jeden Fall. Das Buch eignet sich hervorragend als Nachschlagewerk im Medizinstudium für die Untersuchungskurse und OSCEs. Auch für das PJ und als Vorbereitung für das M3 kann man es sehr gut verwenden. Ich denke selbst Assistenzärzte in der Klinik können hier ab und zu nochmal ein klinisches Zeichen gut nachschlagen.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut. Zu Beginn des Buchen steht ein ausführliches Abkürzungsverzeichnis (sehr hilfreich, wir wissen ja alle wie viele Abkürzungen es in der Medizin gibt). Danach schließen sich zwei Inhaltsverzeichnisse an. Eins sortiert nach Organsystemen, in dem man beispielsweise unter Gastroenterologische Befunde alle im Buch aufgeführten Symptome zu eben diesem Bereich findet; und eins sortiert nach Krankheiten, wo man zum Beispiel nach Diabetes mellitus suchen und alle zu dieser Krankheit im Buch aufgeführten Zeichen finden kann. Das finde ich persönlich super praktisch, da man so sehr einfach sowohl gezielt nach Symptomen/Zeichen aber auch nach Krankheiten suchen kann.

Das Buch ist sehr ausführlich. Es gliedert sich in 7 Bereiche (Muskuloskelettale Befunde, Respiratorische Befunde, Kardiovaskuläre Befunde, Hämato- und Onkologische Befunde, Neurologische Befunde, Gastroenterologische Befunde und Endokrinologische Befunde), zu denen jeweils alphabetisch sortiert die klinischen Zeichen aufgeführt sind. Jedes Zeichen (Zum Beispiel Caput medusae, Murphy-Zeichen, Hemineglect…) wird zunächst kurz beschrieben. Oft werden die Beschreibungen auch durch Bilder unterstützt. Danach werden alle mit diesem Zeichen assoziierte Krankheiten aufgeführt. Angaben zu den Häufigkeiten der Erkrankungen helfen eine erste Einschätzung zu machen, was es am wahrscheinlichsten sein könnte. Unter dem Unterpunkt „Mechanismen“ werden nun die pathophysiologischen Hintergründe des Zeichens kurz erklärt. Das finde ich persönlich eines der größten Vorteile des Buches, da man so versteht, wie die Befunde entstehen und warum sie wichtig sind. Auch gut finde ich, dass am Ende noch kurz auf die Aussagekraft jedes Zeichens eingegangen wird. So kann man einschätzen, wie wichtig die Zeichen für den klinischen Alltag sind. Ein Zeichen wird auf einer bis maximal zwei Doppelseiten sehr übersichtlich dargestellt. So bekommt man einen guten Überblick und wird nicht mit Informationen überladen.

Didaktik

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und einfach zu lesen. Durch die Unterteilung in die einzelnen Befunde und Zeichen kann man gut kurz etwas nachschauen und muss nicht lange suchen. Aus diesem Grund kann man das Buch aber auch nicht wirklich „durchlesen“. Es ist wirklich eher ein Nachschlagewerk.

 

Preis

Das Buch kostet 50€ und ist meiner Meinung nach den Preis auch wert. Es kann einen durch das ganze Studium und danach begleiten und ist deshalb eine langfristige Investition.

 

Fazit

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich habe während des Semesters und des Lernens schon einige Male etwas darin nachgeschlagen und war jedes Mal sehr zufrieden mit den Erklärungen. Es ist wirklich sehr gut strukturiert und hilft einem für sein Arztleben bestimmt oft noch weiter!

Klinikpraxis: Leitsymptome von A-Z – Diagnosefindung im klinischen Einsatz; 8. Auflage Hehlmann; Urban & Fischer; Elsevier

Allgemein: Elsevier Urban;Fischer hat mit dem Buch „Leitsymptome von A-Z – Diagnosefindung im klinischen Einsatz“ (8.Auflage,Annemarie Hehlmann) in der neuesten Auflage wurde um einige Leitsymptome ergänzt und ein ausführliches Register eingebaut, dass eine schnelle Suche bestimmter Leitsymptome vereinfacht.

Zielgruppe: Wie im Vorwort angemerkt, richtet sich das Buch vor allem auch an Studierende und junge Ärzte, die das Buch als Leitfaden für die Prüfungsvorbereitung und eine bessere Orientierung bei der praktischen Tätigkeit nutzen können. Das übersichtliche Design ist generell ein gutes Nachschlagwerk im klinischen Alltag, wenn gleich es auch nicht zwingend in die Kitteltasche passt.

Aufbau und Inhalt: Die Leitsymptome sind alphabetisch sortiert und sind immer nach einem gleichen Schema ausformuliert: Definition des Leitsymptoms – mögliche Ursachen – allgemeine und diagnoseweisende Begleitsymptome – Diagnostik – klinische und weiterführende Untersuchungen. Zu einigen Leitsymptomen gibt es weiterhin Hintergrundinformationen, Praxistipps und Merksätze, die das Verständnis vereinfachen sollen. Außerdem gibt es Tabellen, die wichtige Fakten und Daten liefern können. Besonders hilfreich ist auch die im Anhang beigefügte Tabelle mit Normalwerten der Laborparameter. Was leider fehlt sind Abbildungen zu Leitsymptomen, die vor allem im klinischen Alltag sehr hilfreich sein könnten.

Didaktik: Insgesamt ist das Buch im Stichwort-/Steckbriefstil geschrieben und ist leicht zu verstehen und bringt die wesentlichen Informationen kurz und knapp auf den Punkt. Das farbliche Konzept ist schlicht und könnte meiner Meinung nach vor allem die relevantesten Ätiologien und Krankheitsbildern des entsprechenden Leitsymptoms durch z.B. farblich hinterlegte Wörter hervorheben und dadurch eine gewissen „Gewichtung“ verdeutlichen.

Preis:  30€, Preis gerechtfertigt, da sehr umfangreich

Fazit: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Buch „Leitsymptome von A-Z – Diagnosefindung im klinischen Einsatz“ ausgezeichnet für das Selbststudium und den klinischen Alltag eignet und sicherlich in der Prüfungsvorbereitung hilfreich ist. Primär ist es allerdings ein Nachschlagwerk, sodass es für eine alleinige Prüfungsvorbereitung nicht ausreicht. Folgende Aspekte würde das Buch noch weiter verbessern: Es wäre schön, wenn zu einigen Leitsymptomen Abbildungen ergänzt werden, sodass sich die Zuordnung eins klinischen Erscheinungsbildes zu einem Leitsymptom weiter vereinfacht. Außerdem kann darüber diskutiert werden, ob das Buch durch ein kompakteres Design in die Kitteltasche passt. Ich persönlich kann das Buch jedem empfehlen, der nach einem kompakten und übersichtlichen Nachschlagewerk zur Diagnosefindung sucht.

Rezension zum „Infektionsschutzgesetz“ inklusive Kommentar von H. Erdle in der siebten, überarbeiteten Auflage

Allgemeines

Das Infektionsschutzgesetz ist ein amtlicher Gesetzestext, der durch den Kommentar von Helmut Erdle Auslegungen und Interpretationshilfen, sowie Beispiele und Verknüpfungen mit anderen Rechtsgebieten erhält. Die nun siebte, überarbeitete Auflage berücksichtigt insbesondere die Änderungen durch das Masernschutzgesetz vom zehnten Februar 2020.

 

Zielgruppe

Zielgruppe dieses Buches sind unter anderen Jurastudierende, sowie ausgebildete Juristen und in geringerem Umfang Mediziner bzw. Infektiologen. Selbstverständlich ist das Buch auch für sonstige Berufsgruppen mit Interesse an rechtlichen Sachverhalten zur Infektiologie zugänglich, die für den Alltag unübliche Sprache macht das Lesen für Laien jedoch mühsam.

 

Aufbau und Inhalt

Der Schwerpunkt des 440 Seiten langen Buches liegt im „Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionsschutzkrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG)“, welches nahezu die komplette erste Hälfte einnimmt. Dabei werden in numerischer Reihenfolge die Paragraphen des Gesetzes abgehandelt indem zunächst der exakte Wortlaut eines Paragraphen einschließlich aller Absätze aufgeführt wird, anschließend folgt in fast allen Fällen ein Kommentar zu den jeweiligen Absätzen. Die Kommentare beinhalten – teilweise sehr ausführlich – verschiedene Ansichtsweisen, Deutungen und Auslegungen der Formulierungen im Gesetz, sowohl aus inhaltlicher Sicht, als auch bezogen auf Sprache und Satzbau. Weiterhin kann ein Kommentar unter Mithilfe von Beispielen abstrakte Formulierungen erläutern, Verweise auf andere – zum Teil widersprüchliche – Gesetze aufzeigen, oder historische Hintergründe beleuchten, wenn etwa ein Artikel abgeändert oder aus einem anderen Gesetzesbuch übernommen wurde.

Das Infektionsschutzgesetz ist folgendermaßen aufgebaut: Zunächst erhält der Leser einleitende Begriffsbestimmungen und eine Aufklärung zum Zweck des Gesetzes. Diesen folgen Aufgaben des Robert Koch-Instituts, meldepflichtige Krankheiten bzw. Erreger und die zur Meldung verpflichteten Personen und Institutionen im Sinne der Überwachung und Prävention von Erregerausbreitungen. Im Anschluss werden Gesetze zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten aufgeführt. Die letzten Abschnitte behandeln die Themengebiete der Beschaffenheit von Wasser und Lebensmitteln, dem Umgang mit Krankheitserregern, Entschädigungen in besonderen Fällen und Kosten, sowie Straf- und Bußgeldvorschriften bei Zuwiderhandlungen.

Ein weiterer großer Teilbereich im Buchverlauf sind die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) von 2005, welche völkerrechtlich bindende, grenzüberschreitenden Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darstellen. Das letzte Drittel des Buches beschäftigt sich mit verschiedenen Beschlüssen des Europäischen Parlaments und Rates sowie der EU Kommission. Zuletzt werden mit dem Infektionsschutzgesetz assoziierte, jedoch in anderen Gesetzesbüchern zu findende Gesetze aufgeführt, wie etwa zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen, Regelungen des Transfusionswesens und Verordnungen über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch.

 

Didaktik

Die Abschnitte innerhalb eines Gesetzes bauen logischerweise auf sich auf und sind in eben dieser Reihenfolge formuliert. Der Kommentator wählt jedoch auch für die verschiedenen  „Exkurse“ in andere Gesetzesbücher und Beschlüsse bzw. Verordnungen eine sinnvolle Anordnung. Dabei wird in seinen Kommentaren in der Regel nur auf zuvor beschriebenes zurückgegriffen, sodass ein Suchen im Buch beim chronologischen Lesen nicht unbedingt von Nöten ist. Didaktisch wertvoll ist, dass Paragraphen fettgedruckt und Kommentare normalgedruckt dargestellt sind. Dadurch wird – gerade für eine nicht juristisch gebildete Person – die Unterscheidung zwischen Gesetzestexten und den Kommentaren deutlich erleichtert, welche vom Wortgebrauch und Satzbau ähnlich kompliziert aufgebaut sind. Trotz der für Laien abstrakten Sprache sind die Erklärungen innerhalb eines Kommentars, sobald man sich eingelesen und mit den Formulierungen vertraut gemacht hat, verständlich ausgeführt.

 

 

 

 

Fazit

Im Hinblick auf die verwendete Sprache sind zwar vermutlich Juristen die vornämliche Zielgruppe dieses Buches, jedoch bietet das Buch auch wertvolle Informationen für medizinisches Personal. Gerade im Hinblick auf die aktuelle und zeitlose Relevanz von Infektionskrankheiten ist das Buch zumindest für jeden allgemein tätigen Mediziner mit Patientenkontakt wertvoll zur Beziehung von verlässlichen Informationen. Das Buch erscheint im ecomed-Verlag in fest gebundenem, handlichen Format und ist seine 49,99€ vollkommen wert.

Gedanken als Medizin; 1. Auflage; Täuber (Goldegg)

Wie steuert das Gehirn unsere Physiologie und unser Verhalten? Und welchen Nutzen können wir daraus für ein besseres Leben gewinnen?

Dr. Marcus Täuber fasst in seinem Buch den Stand der Hirnforschung zusammen. Unsere Gedanken wirken wie Software, mit der wir unser Gehirn steuern. Wer bessere Ergebnisse will, wer Heilung statt Krankheit will, muss anders denken lernen. Denn unser Gehirn ist erst einmal nur auf das Überleben und die Fortpflanzung ausgerichtet und hat daher einen Hang zum Negativen: Gefahren zu entkommen ist für unser Überleben wichtiger, als das Positive anzustreben. Daraus entsteht Leid. Mit Gehirntraining können wir diesem Leid entkommen.

 

Entdecken Sie, welche Wirkung Ihr Denken auf Ihre Gesundheit hat, und nutzen Sie Ihre Gedanken als Medizin!

 

Dr. Marcus Täuber ist als Neurobiologe seit 16 Jahren mit medizinischen Studien betraut. Er zählt zu den erfolgreichsten Mentaltrainern im deutschsprachigen Raum, ist gefragter Interviewpartner und Vortragender und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Fachbeiträge und Sachbücher.

 

Allgemeines

ISBN 9783990601525. Als Hardcover-Buch und eBook verfügbar. 182 Seiten, 21,5 13,5 1 cm, 350g. Erscheinungsjahr 2020

 

Zielgruppe

Ratgeber auch für den Nicht-Mediziner, der psychosomatische Zusammenhänge verstehen und den Umgang mit diesem Wissen in seinem Alltag lernen will.

 

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus 6 Kapiteln:

  • Gedanken als Medizin
  • Der Blick in die Blackbox (Anatomische und physiologische Grundlagen)
  • Der Feind im eigenen Kopf (Einführung in die Psychosomatik)
  • Die Wissenschaft gesunder Gedanken (Einführung in das mentale Training)
  • Wer heilt, hat nicht immer recht (Kritische Auseinandersetzung mit bekannten Heilpraktiken)
  • Doppelt heilt besser (Mentales Training)

 

Nach Vermittlung medizinischer anatomischer und physiologischer Grundlagen werden die Auswirkungen unserer Gedanken auf das persönliche Wohlbefinden und den Organismus erläutert. Im weiteren Verlauf werden wissenschaftliche Erkenntnisse zu bestehenden, auch alternativen Heilpraktiken und Therapien dargelegt und kritisch analysiert. Abschließend werden Übungen zur Achtsamkeit und mentalen Training, wie die GAM-Meditation, an den Leser anschaulich vermittelt.

 

Der Autor orientiert sich als anerkannter Neurowissenschaftler an der evidenzbasierten Medizin und untermauert seine Aussagen fortlaufend mit aktuellen wissenschaftlichen Studien. Das Buch vermittelt aber selbstverständlich kein vertiefendes medizinische Fachwissen für Studierende. Im Anhang befindet sich ein umfassendes Quellenverzeichnis zu den wissenschaftlichen Studien.

Didaktik

Das Buch richtet sich an die Allgemeinheit und zeichnet sich durch eine offene, fast zwanglose Formulierung als entspannende Lektüre für den Feierabend aus, ohne den ernsthaften Bezug zur Wissenschaft zu verlieren.

 

Der Text ist durchgehend als leicht zu lesender Fließtext formuliert. Zur Veranschaulichung wurden einzelne Abbildungen eingefügt. Die Trainingsaufgaben für die mentalen Übungen wurden durch Boxen hervorgehoben.

 

Preis

22,00€ Hardcover, 9,99€ eBook (Hugendubel, Sep 2020).

 

Fazit

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen und war ideal für die Urlaubslektüre. Es hat mich dazu bewogen den Umgang mit meinen eigenen Gedanken zu reflektieren und die simplen, aber effektiven Übungen im Alltag einzusetzen.

Für den oben genannten Preis erhält man ein unterhaltsames Buch mit der Hilfe zur Selbsthilfe.