Anamnesegruppe München

Das Wort „Anamnese“ hat seinen Ursprung im griechischen Wort „Anamnesis“, welches „Erinnerung“ bedeutet – das Anamnesegespräch ist eine systematische Befragung, die den Gesundheitszustand eines Patienten zum Thema hat. Sie wird vom Arzt durchgeführt, um die aktuellen Beschwerden und die gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten zu erfassen.

Ein altes Sprichwort besagt: „Eine gute Anamnese ist die halbe Diagnose“- Wie kann es denn dann sein, dass immer weniger Ärzte sich die Zeit für ein Gespräch mit ihren Patienten nehmen? Die durchschnittliche Dauer eines Anamnesegesprächs beträgt 3 Minuten. Oft scheint allein die Krankheit im Vordergrund zu stehen und nicht der kranke Mensch. Dieser im medizinischen Alltag immer üblicher werdenden Tatsache versuchen die Anamnesegruppen entgegenzuwirken; Anamnesegruppen sind studentische Gruppen, die es sich zum Ziel gemacht haben, den Patienten in seiner bio-psycho-sozialen Ganzheit zu erfassen. Neben dem körperlichen Zustand werden hier die psychischen und sozialen Verhältnisse des Patienten in die Anamnese mit einbezogen. Durch dieses Verständnis kann der Student seinen Umgang mit Patienten verbessern und für sich selbst geeignete Coping- und Gesprächsstrategien entwickeln.

Die erste Anamnesegruppe gab es 1969 in Ulm. Der dortige Psychosomatiker Thure von Uexküll setzte sich für eine Heilkunde ein, die nicht nur die Krankheit, sondern den kranken Menschen sieht und versteht. Einer seiner Assistenzärzte, Wolfram Schüffel (später Professor für Psychosomatik in Marburg), führte regelmäßige Patientenbesprechungen mit Studenten ein, in denen Patienten gesehen und nach einem ganzheitlichen Ansatz besprochen wurden. 1987 wurden in Wien die ersten österreichischen Anamnesegruppen ins Leben gerufen. Heute gibt es Anamnesegruppen an allen drei österreichischen medizinischen Fakultäten, an über 15 Fakultäten in Deutschland und seit 2004 auch in Dänemark.

 

Was ist die „Anamnesegruppe“?

Eine Anamnesegrupppe besteht aus 8 – 12 TeilnehmerInnen und zwei studentischen TutorInnen, die sich einmal wöchentlich in verschiedenen Kliniken treffen, um eine Anamnese (ohne körperliche Untersuchung) bei PatientInnen zu erheben.

Wie ist ein Abend aufgebaut?

Ein Anamneseabend besteht aus dem Anamnesegespräch und einer anschließenden Diskussion und dauert insgesamt zwei Stunden. Das Anamnesegespräch mit dem Patienten wird von einem/r TeilnehmerIn geführt, während die anderen Gruppenmitglieder zuhören und beobachten. Im Anschluss erhält der Gesprächsführer konstruktives Feedback.

Welche Vorteile hat die Anamnesegruppe?

Neben den verschiedenen Krankheitsbildern aus den verschiedenen Kliniken lernen die Teilnehmer, ein Gespräch mit dem Patienten zu führen: in den Anamnesegruppen kann man dem teilweise zu theoretischen Teil des Studiums entfliehen und einen kleinen Einblick in die praktische Arbeit eines Mediziners oder Psychologen bekommen. Die Teilnehmer lernen ebenfalls, Feedback zu geben und zu erhalten, mit Kritik umzugehen und sie konstruktiv umzusetzen und üben das Reflektieren über die eigenen Gedanken. Die Anamnesegruppe bietet zudem die Möglichkeit des Austauschs mit Studenten aus anderen Studiengängen.

 

 

Unsere Veranstaltungen:

DAS MAITREFFEN

Das Maitreffen der Anamnesegruppen ist ein Vernetzungstreffen und eine Weiterbildungsveranstaltung sämtlicher Anamnesegruppen im deutschsprachigen Raum in dessen Rahmen vier Tage lang mit ca. 120 Medizin- und Psychologiestudenten in ausbildungsorientierten Workshops gearbeitet wird.

 

WEIHNACHTSFEIER UND SOMMERFEST

In München steht das Gemeinschaftsgefühl ganz weit oben. Daher organisieren wir Tutoren ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier für unsere Teilnehmer.

FAQ:

Kann ich schon im 1. Semester mit der Anamnesegruppe starten?

Ja. Bei uns steht medizinisches Fachwissen nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist die Interaktion und Kommunikation mit dem Patienten.

Sind das echte Patienten oder Schauspieler?

Die Gespräche finden in verschiedenen Kliniken in München mit echten Patienten statt.

Wie viele Termine gibt es?

Die Gruppen finden über ein ganzes Semester hinweg statt. Es gibt ca. 12 Termine und eine Supervision.

Wann finden die Gruppen immer statt?

Es gibt Gruppen von Montag bis Donnerstag. Bei der Anmeldung gibt es die Möglichkeit, seine Präferenzen anzugeben. Zeitlich starten die Gruppen meistens gegen 18:30 Uhr.

Presse

Hier hast du die Möglichkeit einen Artikel über uns auf jetzt.de zu lesen: „Das Herz aus Zimmer 13„.